Mittwoch, 23. Juli 2008

steigende Staatsausgaben, Was die Deutschen verdienen, 47,80 Euro übrig


"Ein islamischer Chauvinist hinter aufgeklärter Fassade: Fethullah Gülen reicht Papst Johannes Pau II. die Hand" (FAZ 23.7.)

Mal kein Regen! Mi 20°! 6514 11632 WTI 124,33 1,5696

- "Türkischer Islamismus. Die Anhänger des Fethullah Gülen. Von Necla Kelek. 21. Juli 2008 Die Verhaftungen mehrerer pensionierter kemalistischer Generäle als vermeintliche Putschisten in der Türkei Anfang Juli gehen, so vermuten Insider in Ankara, auch auf die Fethullahcis, die Anhänger des islamischen Predigers Fethullah Gülen, zurück. Sie haben inzwischen hohe Positionen, nicht nur in der AKP, sondern auch im Staatsapparat und der Polizei. ..."

- " „Kalte Progression“ . Steuerprogression untergräbt Inflationsausgleich. 22. Juli 2008 .
Die Steuerlast steigt, auch wenn die Lohnerhöhung nur die Inflation ausgleicht. Das Phänomen, das gerne als kalte Progression bezeichnet wird, ist Ausfluss der Progression im Steuersystem. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat die konkreten Folgen berechnet. Jemand, der vor zwölf Monaten 4000 Euro verdient hat, benötigt bei 3 Prozent Inflation jetzt 4120 Euro, um seinen Lebensstandard zu halten.

Doch das blendet der Fiskus aus. Im Steuertarif rutscht der Arbeitnehmer nach oben; seine Steuerlast steigt von 546,96 Euro auf 581,24 Euro im Monat. Von dem Bruttolohnzuwachs von 120 Euro gehen 34,28 Euro an den Fiskus; entsprechend sinkt die Kaufkraft des Arbeitnehmers. Die Sozialabgaben verschärften diesen Effekt. Wer nicht über der Beitragsbemessungsgrenze verdient, zahlt dafür etwa ein Fünftel. Bei 120 Euro wären das 24 Euro. Netto verdient damit der Betroffene zwar ein bisschen mehr als zuvor, aber das reicht nicht, um den Lebensstandard zu halten.

- Das realexistierende Monster: "Das fatale Gesetz stetig steigender Staatsausgaben
Die Steuereinnahmen des Staates sollen bis 2012 jedes Jahr um 20 bis 25 Milliarden Euro steigen. Was macht der Staat mit dem Geld? Das fragt ..." 14.5. FAZ

- " Was die Deutschen verdienen. FAZ 23. Juli 2008 . Deutschen Arbeitnehmern bleibt von ihrem Bruttolohn etwas weniger übrig als vor gut zehn Jahren. Von 100 Euro Bruttolohn kamen bei den Vollzeitbeschäftigten im Produzierenden Gewerbe, Handel, Kredit- und Versicherungswesen 2006 durchschnittlich 64,41 Euro netto an, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. 1995 und 2001 waren es nach Abzug von Lohnsteuern und Sozialbeiträgen noch 65,23 beziehungsweise 64,77 Euro.

Durchschnittlich verdienten die Arbeitnehmern im Oktober 2006 knapp 3100 Euro. Davon blieben unter dem Strich 1986 Euro übrig. Dabei erhielten die Angestellten bei großen Unternehmen mehr Gehalt, bei kleinen Betrieben wurden geringere Summen ausgezahlt.
Dazu: Michael Müller (Michael_Mueller) ... jedenfalls ist der "Focus" vom 11.03 2008 anderer Ansicht: "Eine neue OECD-Studie zeigt: Von 100 Euro Verdienst bleiben einem Normalverdiener gerade mal 47,80 Euro übrig. Die Steuerlast ist in Deutschland höher als in anderen Industrienationen" Das scheint mir auch "gefühlt" realistischer. "

- - " Panik-Propheten. Falscher Alarm. Einige Beispiele für finstere Endzeit-Ankündigungen, die so nie eingetroffen sind Dennis Meadows ist offenbar unverbesserlich. Der Ökonom veröffentlichte 1972 als Mitautor für den Club of Rome das Buch „Die Grenzen des Wachstums“. Bis heute hält er an seinen darin aufgestellten Thesen fest. Erst kürzlich verkündete Meadows in einem Interview, ein „globaler Kollaps“ sei heute sogar wahrscheinlicher als noch vor 36 Jahren. Damals prognostizierte der Bericht wegen schwindender natürlicher Ressourcen eine massive Weltwirtschaftskrise für die 90er-Jahre, die nie eintrat. Ende der 90er-Jahre fürchteten sich die Menschen vor Neujahr: Experten sagten für den Jahrtausendwechsel Computerzusammenbrüche, Weltwirtschaftskrise, streikende Zapfsäulen und defekte Atomkraftwerke voraus. Doch was geschah? Die Welt feierte ein rauschendes Fest mit Feuerwerken in Sydney, Paris, Rom – die Katastrophe trat nicht ein.

Die Angst vor einer BSE-Epidemie schwand nicht über Nacht: Wissenschaftler konnten nicht ausschließen, dass das Virus von Kuh auf Mensch übertragbar ist. 1996 erkrankten die ersten Menschen an einer neuen Variante der Creutzfeld-Jakob-Krankheit. Auf dem Gipfel der Hysterie wurde prognostiziert, bis zu 250000 Personen könnten durch infiziertes Rindfleisch sterben – bis heute waren es rund 200 Todesfälle.

Den Begriff „Waldsterben“ prägten deutsche Medien in den 80er-Jahren. Angeblich war die Lebenszeit des Schwarzwalds auf wenige verbleibende Jahre begrenzt. Kraftwerke wurden entschwefelt, Neuwagen mit Katalysatoren ausgestattet, 2003 rief Renate Künast das Ende des Waldsterbens aus. Bis heute streiten Experten darüber, wie krank die deutschen Bäume wirklich sind – und der Schwarzwaldgedeiht stattlich wie eh und je.

Aus „Peak-Oil“ wird „Peak-Oil-Hysterie“. Die Peak-Oil-Theorie besagt, dass ein Punkt erreicht wird, an dem die weltweite Ölförderung ihr Maximum erreicht hat und trotz steigender Nachfrage nicht erhöht werden kann. Analysten können sich allerdings nicht einigen, wann das sein wird. Vermutungen reichen von 1965 bis 2030. Das beschwingt Spekulanten, die Ölreserven und Ölförderrechte aufkaufen und so die Preise in die Höhe treiben.
„Frieden schaffen ohne Waffen!“, riefen 1982 in Bonn 400000 Demonstranten. Laut Nato-Doppelbeschluss stellten die USA ihre 572 atomaren Raketen und Marschflugkörper in Westeuropa auf, weil Verhandlungen mit der Sowjetunion über den Abbau der SS-20-Mittelstreckenraketen gescheitert waren. Die Friedensbewegung sah den Dritten Weltkrieg nahen. Trotz Raketen blieb der befürchtete Atomkrieg aus. " FOCUS Nr. 28 (2008)

- - ' "Wenn wir dieses Schauspiel der Leidenschaften betrachten", lesen wir bei Hegel, "und die Folgen ihrer Gewalttätigkeit, des Unverstandes erblicken, der sich nicht nur in ihnen, sondern selbst auch, und sogar vornehmlich zu dem, was gute Absichten, rechtliche Zwecke sind, gesellt ..., so können wir nur mit Trauer über diese Vergänglichkeit überhaupt erfüllt werden." Dass Hegel diesen Widerruf einer vernünftigen Geschichte zuließ, hat Heinz Dieter Kittsteiner begeistert. An diesem Punkt stimmte er einem anderen Leser Hegels zu. Jakob Burckhardt, der Hegels Vorlesungen aus der Baseler Universitätsbibliothek ausgeliehen hatte, bemerkte zu dieser Passage: "p. 24 fällt ihm dann freilich ein, wie es in der Welt wirklich zugeht". ... ' Ein Kentaur der Geschichtswissenschaft
Über den schwierigen Abbau der Heroen: Zum Tod von Heinz Dieter Kittsteiner / Von Helmut Lethen, FAZ 22.7.

Dienstag, 22. Juli 2008

Energiepreis, Unternehmer, BSE, Optimismus



Wenn zwei sich nicht mögen, dann lächeln sie sich auf diese Weise an. Titelbild FAZ 22.7.

9-16° R 6443 11603 128,48 WTI 1,5785 Caterpillar: gute Zahlen

- BSE : "Was der BSE-Großversuch im Friedrich-Loeffler-Institut bisher an Erkenntnissen gebracht hat ... Groschup: "Unsere Arbeit dient nicht zuletzt dazu, die Maßnahmen gegen BSE womöglich wieder einzuschränken, wenn die Gefahr nicht mehr da ist. Wir wissen, dass BSE nicht so hochinfektiös ist wie ursprünglich angenommen und auch die Übertragung auf den Menschen wesentlich seltener als befürchtet eintrat. ..." Text: F.A.Z., 10.07.2008, Nr. 159 / Seite 35

- " ... FOCUS-CAMPUS: Der Weltklimawandel soll angeblich mittelfristig die Menschheit ausradieren. Warum blei­ben Sie trotzdem Optimist?
Matthias Horx: Weil in der Flapsigkeit Ihrer Frage schon die Antwort liegt: Wir sind hier Zeuge einer großen Übertrei­bung, eines alarmistischen Medienspiels, das wissenschaftliche Er­kennt­­­nisse teilweise unverantwort­lich radikalisiert und extremisiert. Erstens erkennt man darin die Handschrift großer Medienhypes, in denen hemmungslos übertrieben wird. Der Einfluss des Menschen auf das Klima wird meiner Meinung nach überschätzt, und einen Klimawandel gab es auch schon vor der technischen Zivilisation. Zweitens werden wir neue Techno­logien entwickeln, die Antworten auf die Energiefragen von heute bieten. Das zeichnet sich schon ab. Meiner Meinung nach wird die Menschheit diese Entwicklung schneller voranbringen, als viele denken.

FOCUS-CAMPUS: Worum geht es in Ihrem „Erfolgsmacher“-Vortrag, den Sie im Rahmen der FOCUS-Reihe halten?

Matthias Horx: Der Vortrag heißt ja „Anleitung zum Zukunfts-Optimismus“, wobei ich einen skeptischen, kritischen Optimismus mei­­ne. Ich möchte drei Dinge versuchen: Erstens in 15 Minuten die Grund­lagen und Philo­sophien der Zu­kunftswissen­schaf­ten darstel­len. Zweitens aufzeigen, wie und wa­rum unsere negativen Wahr­neh­mungen der Trends in der Welt oft falsch sind – ich will die Zuhörer gegen den typisch deutschen Jam­mer-Pessi­mismus impfen. Drit­tens mö­ch­te ich am Beispiel des so­ziogra­fischen Wandels zeigen, wie die Zukunft uns viele neue Lebens- und Verwirklich­ungs­chancen bietet. Und es gibt noch ein paar unterhaltsame Teile, wie eine Anlei­tung zur erfolgreichen Partnersuche. Aber darüber verrate ich hier nicht mehr …" 2.4.08

- Kein Wohlstand ohne Unternehmer : "So geht es Unternehmern in Deutschland. Zu "60 Jahre Soziale Marktwirtschaft" (F.A.Z. vom 20. Juni): eine Erfolgsgeschichte der Wirtschaft und aller in der Wirtschaft tätigen Personen und Unternehmen. Was ist heute daraus geworden? Die Unternehmer werden als Abzocker beschimpft, die Firmen und deren Produkte, die Weltgeltung haben, werden als Dreckschleudern beschimpft (Automobilindustrie) ... Es gibt auf der ganzen Welt kein ähnliches Beispiel, in dem im eigenen Land die eigenen Unternehmer und diejenigen, die auch die Arbeitsplätze schaffen, so wenig Unterstützung von der Politik erhalten, wie dies im Moment bei unserer Regierung der Fall ist. Bürokraten bestimmen die Entwicklung, ohne jemals selbst in der Industrie gearbeitet zu haben, um die Dinge beurteilen zu können. Kleinliche Steuergesetzgebungen bis auf den hundertsten Paragraphen hinter irgendwelchen lächerlichen Erhebungen sind gang und gäbe. ... Der Blick für das Unwesentliche ist offensichtlich bei unseren Politikern in den Fokus der Handlungen gerückt. Wir zahlen schon mehr als die Hälfte unserer Einkünfte an Steuern, und die Politiker tun so, als sei das völlig normal. Das kann auf Dauer nicht gut gehen, und die Politiker sind nicht zur Selbstdarstellung gewählt worden. Nach sechzig Jahren nichts gelernt?
WILFRIED NOVEN, MÜHLHEIM Text: F.A.Z., 10.07.2008, Nr. 159 / Seite 36

- Politbürokraten mindern Wohlstand: "Das Geld der anderen. Die Europäische Kommission will eine Milliarde Euro aus dem Budget nehmen, um den unter den hohen Nahrungsmittelpreisen leidenden Menschen zu ..." 19.7. FAZ Kafsack

- Politbürokraten mindern Wohlstand: "Für Biosprit-Plantagen muss häufig Regenwald weichen. Das ruiniert die CO2-Bilanz bis zu 1500 Jahre. ..." FOCUS 13.7.08 // Das ruiniert vor allem den Regenwald. Anderswo treibt es die Agrarpreise.

- Politbürokraten mindern Wohlstand: "Kein korrekter Energiepreis - außer für Scheitholz
Zum Beitrag "Panik im Hühnerstall" von Andreas Mihm (F.A.Z.-Wirtschaftsteil vom 19. Juni): Ihr Beitrag betont, dass man den Marktpreis für Energie angesichts der steigenden Preise nicht durch direkte Maßnahmen wie eine Mehrwertsteuersenkung (FDP) oder indirekt wirkende Instrumente wie das Wiedereinführen der Pendlerpauschale "manipulieren" sollte. Dies ist bei Wettbewerbspreisen, die Knappheiten ausdrücken, durchaus richtig - aber tun dies die Energiepreise denn? Tatsächlich gibt es doch keinen einzigen Energiepreis in Deutschland, vielleicht mit Ausnahme von dem für Scheitholz, Hackschnitzel und Pellets, der nicht politisch bereits manipuliert ist - entweder drastisch verteuert, wie bei Erdöl und damit verbunden Erdgas, oder verbilligt, wie bei den sogenannten Ökoenergien.
Ganz deutlich wird dies bei Strom: Derzeit belasten alle derartigen Maßnahmen, die Zielen dienen, die aus liberaler Sicht grundsätzlich unter dem Vorbehalt unvollkommener Erkenntnis stehen, die Haushalte mit rund fünf Cent pro Kilowattstunde - also etwa 20 Prozent bis 25 Prozent des Endpreises. Das sind bis zu drei Prozent des Haushaltseinkommens bei Geringverdienern - eine erhebliche soziale Schieflage. Damit werden meist Hochtechnologiearbeitsplätze, stolze Unternehmenswerte und schließlich auch Dividenden subventioniert, und zwar auch im Ausland, was dem deutschen (Steuer-)Bürger überhaupt nicht deutlich ist. Jeder Betuchte kann durch Kauf der entsprechenden Aktien die Kosten der Belastung wieder "hereinholen". Das System ist völlig inkonsistent. Man ergänzt eine Stromsteuer durch ein Lizenzsystem - warum nutzt man nicht nur Letzteres, das ökonomisch die korrekte Maßnahme darstellt, wenn man an das Kohlendioxid-Problem glaubt, und schafft die Stromsteuer ersatzlos ab?
Tatsächlich sollte man, statt Strompreise künstlich aufzublähen und dann über Sozialtarife nachdenken zu müssen, die neuen Energietechnologien direkt über das Steuersystem finanzieren. Ein Ökosoli von etwa zwei Prozent statt Erneuerbares Energien Gesetz und Stromsteuer würde bei den Haushalten reichen, einer Erhebung nach der Leistungsfähigkeit entsprechen und dem Bürger die echten Kosten unserer ökologischen Politik verdeutlichen. Man könnte damit vor allem den Standort stärken, weniger über direkte Unternehmenshilfen, verstärkt durch den Ausbau der Forschungsentwicklungsinfrastrukturen und des zugehörigen Bildungs- und Ausbildungssystems, damit die Unternehmen der Branche gar keine andere Wahl haben, als in Deutschland zu produzieren. Liberalismus und erst recht ökonomischer Liberalismus kennen einige Regeln, zu denen an vorderster Front auch die Transparenz des Systems zählt, damit Märkte funktionieren können. Das wird seit Jahren missachtet, das muss angeprangert werden, das gilt es zu korrigieren. Dann muss man über "Panik im Hühnerstall" weniger nachdenken - möglicherweise tritt diese dann gar nicht auf.
PROFESSOR DR. ULRICH BLUM, PRÄSIDENT DES INSTITUTS FÜR WIRTSCHAFTSFORSCHUNG, HALLE
Text: F.A.Z., 10.07.2008, Nr. 159 / Seite 36

- - Interessant : "Standpunkt: Stephan Paul (lehrt Finanzierung und Kreditwirtschaft an der RUB) Die Banken brauchen weniger Regulierung. In Deutschland gilt der Fastzusammenbruch der IKB am 30. Juli 2007 als Startpunkt der Subprime-Krise, die seither die Finanzwelt in mehreren Wellen erschüttert hat. Zum Geburtstag kann sich die Kreditwirtschaft als am stärksten von der Krise betroffene Branche nicht über einen Mangel an gutgemeinten "Geschenken" beklagen. Insbesondere die Politik - so zuletzt die Bundeskanzlerin - warnt vor einem "Business as usual" und fordert eine rasche Umsetzung der auf internationaler Ebene ausgearbeiteten Regulierungspakete: Erhöhungen der Eigenkapitalanforderungen (zumindest für bestimmte Finanztransaktionen), schärfere Prüfungen des Risikomanagements der Banken, Leitplanken für ihre Vergütungssysteme - die Liste der Maßnahmen, mit denen die Bankenregulierung strenger werden soll, ist lang. ..." F.A.Z.21. Juli 2008

Montag, 21. Juli 2008

PRIVATGELD, Polleit

PRIVATGELD
Der Charme privaten Geldes
Von Thorsten Polleit

Erst mit der Verwendung von gutem Geld lassen sich die Wohlstandspotentiale des freien Marktes ausschöpfen. Schlechtes, also inflationäres Geld ist hingegen ein kollektives Übel. Es zerschneidet die zwischenmenschlichen Bande, macht die Bürger empfänglich für freiheitsfeindliche Politikangebote. Wie aber lässt sich gutes Geld schaffen und bewahren? Geld hat sich, so der österreichische Ökonom Carl Menger, spontan entwickelt, als Ergebnis der schöpferischen Kraft des Marktes, ohne staatliches Dazutun. Über Jahrhunderte und Kulturkreise hinweg waren es vor allem Gold und Silber, die sich als frei gewählte Tauschmittel erfolgreich durchsetzten.

Mittlerweile haben sich jedoch die Staaten das Geldangebotsmonopol angeeignet. Knappes Edelmetall wurde durch beliebig vermehrbares Papier ersetzt. Die Erfahrungen mit diesem Regime sind alles andere als gut, denn immer wieder zerstörten die Regierungen das Geld. So schrieb etwa Friedrich August von Hayek, die Geschichte des staatlichen Geldes sei, mit der Ausnahme einiger kurzer Episoden, eine Geschichte von Lug und Trug.

Hayeks Urteil sollte aufhorchen lassen. Die Kreditkrise, die mit Zahlungsausfällen im amerikanischen Hypothekenkreditmarkt ihren Anfang genommen hat, hat die Fehlkonstruktion des staatlich kontrollierten Geldes offengelegt: Geld wird hier durch Kreditvergabe "geschöpft", und das Auftürmen von immer mehr Kredit manövriert die Volkswirtschaften zusehends in die Überschuldung, an deren Ende eine große Inflation stehen könnte.

Die Kreditkrise zeigt, dass das staatliche Papiergeldsystem dringend reformbedürftig ist. Kosmetische Änderungen - wie ein Verschärfen der Finanzaufsicht und ein Begrenzen der Risikogeschäfte der Geschäftsbanken - gehen an der Krisenursache vorbei. Denn es sind letztlich Politikfehler und Missbrauch der Notenpresse, die monetäre Krisen provozieren und in Inflation enden. Sie lassen sich beim staatlichen Geld nicht ausschalten.

Ein vielversprechender Reformweg wäre etwa das Privatisieren des Geldes. In einem ersten Schritt werden die Geldmengen mit einem festen Umtauschverhältnis zum Gold, das noch in den Kellern der Zentralbanken lagert, fixiert, und gleichzeitig erhalten Geldhalter das Recht, ihre Bankguthaben jederzeit in Gold umtauschen zu können. In einem zweiten Schritt wird das Geldsystem privatisiert. Geschäftsbanken ist es von da ab möglich, eigenes Geld anzubieten ("Free Banking"). Der Wettbewerb um das beste Geld würde vermutlich dafür sorgen, dass das gute Geld eines ist, das durch ein knappes Gut - Gold oder Silber oder beides ("Bimetallismus") - gedeckt ist.

Die Krisenanfälligkeit des staatlichen Geldsystems, die immer größere Dosen von freiheitsfeindlichen Staatseingriffen nach sich zieht, würde vermindert. Freies Marktgeld ist vermutlich die beste Versicherung gegen die Folgen der Willkürlichkeit des staatlichen Papiergeldmonopols, die immer wieder in großer Inflation geendet hat und die auch aktuell wieder das gute Geld bedroht.
Der Autor ist Chefvolkswirt bei Barclays Capital. Text: F.A.Z., 21.07.2008 / S. 22
// Man muß immer wieder darüber nachdenken, so unwahrscheinlich es klingt. Dank an Polleit für den Mut, eine Position zu formulieren, die seine Anstellung belasten könnte.

IBM, Europa, Antarktis

Schwere Klima-Erwärmung : 10-12° R . Regen, Regen, Wind. 1. Herbsttag.

- Antarktis im Zeitzeichen: Miller (Uni Köln) bestätigt, was schon vielfach angemerkt wurde: im kleinen, nach Südamerika zeigenden Ostteil wurde ein Temperaturanstieg verzeichnet, im großen Hauptteil gleichbleibende oder tiefere Temperaturen.

- " IBM macht Gewinnsprung. 18. Juli. IBM hat das zweite Quartal mit einem Gewinnsprung abgeschlossen. Wie das amerikanische Hochtechnologie-Unternehmen mitteilte, stieg der Überschuss auf 2,7 Milliarden Dollar. "IBM hatte ein herausragendes ..." F.A.Z.18. Juli 2008

- "Europa ist kein Juniorpartner. Werner Links (Emeritus für Politische Wissenschaften der Universität zu Köln). Nach dem Ende des Ost-West-Konflikts, der die internationale Politik jahrzehntelang maßgeblich bestimmte, ist die gängige Rede vom Westen als Chiffre politischer Einheit obsolet geworden. Neue Strukturen und Differenzierungen sind entstanden - auch und gerade im "Westen". ..." F.A.Z.13. Juli 2008 // Der "Westen" als Chiffre für bürgerliche Freiheit, für individuelle Freiheit, die gegenüber der Politbürokratie als gleichrangig gilt, die bürgerliche Freiheit, die das Fundament für die industrielle Revolution abgab, die den weltweit einzigartig großen Wohlstand des WESTENS erst hervorgebracht hat - diese bürgerliche Freiheit wird in Europa durch die Sozialbürokratien bedroht und hat bereits zu einer Schwächung auf vielen Gebieten geführt. Europa sollte deswegen stets auf die Einheit der Kräfte achten, die sich für den Schutz von bürgerlichen Freiheiten, Rechtsstaat und Demokratie (in dieser Rangfolge) einsetzen und keine Sondertouren mit antifreiheitlichen Autokratien wie Rußland u.a. fahren.
- Europa hat nicht nur Probleme, die eigenen Interessen bei der Auswahl der Einwanderer geltend zu machen, es fehlt auch an Selbstbewußtsein, überzeugend und entschlossen zu integrieren. Es bezahlt und duldet jahrzentelang doppelzüngige Agenten wie Sen: " Nach umstrittenem Juden-Vergleich: Faruk Sen gibt Amt im Türkei-Zentrum auf ... Anlass der Auseinandersetzung über Sen war dessen Artikel in der türkischen Zeitung „Referans“, in dem er die Diskriminierung türkischstämmiger Einwanderer in Europa mit der Judenverfolgung in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft verglichen hatte. Der Vorstand hatte Sen mit der Begründung gekündigt, mit dieser Aussage - und auch nicht zum ersten Mal - integrationspolitischen Schaden angerichtet und damit wiederholt gegen den Stiftungszweck verstoßen zu haben. Das Zentrum für Türkeistudien war 1985 als Verein gegründet worden. Gründungsdirektor war Sen, der den Direktorenposten seitdem innehatte. Seit 2001 ist das ZfT eine Stiftung des Landes Nordrhein-Westfalen. Aufgabe des Instituts ist es, vertiefte Kenntnisse über das Leben der türkischstämmigen Bevölkerung in Deutschland zu vermitteln und gegenseitiges Misstrauen abzubauen." FAZ 16.7.
- Europäische Empfindlichkeiten: " 10. Juli 2008, 16:08, NZZ Online. Zeckenbiss-Fall in der Armee wird nun doch untersucht. Luftwaffe hat vorläufige Beweisaufnahme angeordnet. ... In der Nacht auf den 3. Juli sind 70 Angehörige der Luftwaffe bei einer Übung in Ossingen von Zecken gebissen worden. Vor der Übung hat laut Armee eine Risikoanalyse mit einem Arzt und einem Förster stattgefunden. Dabei sei auch die Zeckenproblematik besprochen worden. "
- 21 seit Jahresbeginn: " Wieder ist in London ein Teenager erstochen worden. Ben Kinsella, der 16-jährige Bruder einer TV-Schauspielerin, wurde das 17. minderjährige Mordopfer in der britischen Hauptstadt seit Anfang des Jahres. ... " NZZ19.7.

- Übrigens: die beiden grossen Hypotheken-Finanzierer Fannie Mae und Freddie Mac im Zentrum der Kreditkrise sind halbstaatliche Unternehmen, die per Statsauftrag gegründet wurden mit der Aufgabe, das breite Wohneigentum zu fördern.

Sonntag, 20. Juli 2008

Beschäftigung, Wallraf, moderne Medizin, DDR


Weiter frostfrei, aber Fortsetzung des grünen Winters, 15-18-13° Sch

- - Wenig Neues im Teutonenland: " Beide Kompromisse, die Scholz für die große Koalition geschmiedet hat, gehen übrigens auf Kosten der Beschäftigung. Denn für die Langzeitarbeitslosen sollen weiterhin die Jobcenter zuständig sein. Das sind nach Meinung des Bundesverfassungsgerichts unzulässige Verwaltungszwitter, in denen die Bundesagentur für Arbeit und die Kommunen mehr darum wetteifern, wer das Geld und das Sagen hat, als um die Vermittlung der Hilfesuchenden. Und die beiden Mindestlohngesetze geben der Politik, auch wenn Glos es anders darzustellen versucht, überreichlich Handhabe, sich in das Tarifgeschehen zu drängen. Künftig gilt dann von Staats wegen das Motto: Lieber gar keine Arbeit als eine gering bezahlte. " Auf einen Espresso, Und noch 'n Gesetz, FAZ , Von Heike Göbel // ODER :
logisch
der mindestlohn muß so hoch ausfallen
daß das arbeitslosengeld stimmt

- "Ferdinand Franz Wallraf wurde am 20. Juni 1748 als Schneidersohn geboren und starb als erster Ehrenbürger Kölns. In seinen 76 Lebensjahren war er Botaniker, Mathematiker, Theologe, Priester und bedeutender Kunstsammler. Vor den einrückenden Franzosen rettete er mittelalterliche und barocke Gemälde, römische Ausgrabungsstücke, Münzen, historische Waffen und Plastiken. ..." // Interessant war für mich seinerzeit zu erfahren, es war in einer Ausstellung der Uni Köln, die von den Napoleon-Franzosen geschlossen wurde (erst Adenauer machte sie wieder auf), daß Wallraf zunächst Chemie studieren wollte, was aber nur ansatzweise im Fach Medizin möglich war. Die Medizin war noch weitgehend philosophisch, die systematischen Naturwissenschaften entstanden erst. Die moderne Medizin, die wir heute kennen, läßt Hans Schadewaldt erst noch später mit Koch und Ehrlich beginnen.

- - 'Der verschleppte Staatsbankrott. Nach langer Misswirtschaft war die DDR in den frühen achtziger Jahren faktisch pleite / Von Philip Plickert, FAZ 16.7.08 ... Bundespräsident Köhler hat jüngst an das Schürer-Gutachten erinnert, das 1989 im Auftrag der Ostberliner Führung um Egon Krenz erstellt wurde. "Dieses Gutachten zeigte, was die DDR-Führung im Grunde schon lange wissen musste . . ., dass das Land seit Jahren bankrott war und von der Substanz lebte." ... '
- " ... Dabei ist es vor allem Gysi, der bei jedem Talkshow-Auftritt, jedem Interview, jeder Rede vor seiner Partei die Ressentiments gegen die Vereinigung und das Zusammenwachsen von Ost und West geschürt hat. "Kolonialisierung", "Abbau Ost", "Menschen zweiter Klasse" - das sind nur einige Kampfbegriffe, mit denen Gysi den gesellschaftlichen Diskurs unseres Landes vergiftet hat. Beim Vereinigungsparteitag von PDS und WASG wurde nachdrücklich darauf verwiesen, dass die Linkspartei einen "Systemwechsel" in Deutschland anstrebt. Wenn das herrschende System eine Demokratie ist, kann ein "Systemwechsel" nur die Abschaffung der Demokratie bedeuten. ... Gysi und seine Genossen haben allerdings die beruhigende Erfahrung gemacht, dass sie kaum kritische Fragen befürchten müssen. Gysi kann sich aussuchen, mit wem er in den Talkshows diskutiert und mit wem nicht. Er wagt es nicht, sich den Argumenten von Bärbel Bohley, Freya Klier oder mir zu stellen. Er kämpft vor Gericht mit allen Mitteln des Rechtsstaates gegen die Wahrheit über seine Rolle in der DDR. Das Problem ist nicht in erster Linie, was Gysi vor zwanzig oder dreißig Jahren getan hat. Das Problem ist, dass er mehr oder weniger erfolgreich versucht, die Wahrheit über die zweite deutsche Diktatur zu verschleiern, bis hin zu dem verschwundenen DDR-Vermögen von geschätzten 24 Milliarden DM, das unter seiner politischen Verantwortung als letzter SED-Chef beiseitegeschafft wurde. " F.A.Z., 16.07.2008 / Seite 9, LB Vera Lengsfeld

- "... Rechtsstaatlichkeit und Wachstum
, Hans-Bernd Schäfer
Was braucht es, damit Entwicklungsländer den Aufstieg schaffen? Fast alle reichen Länder sind Rechtsstaaten. Doch lasse dies nicht den Schluss zu, dass ein Rechtssystem im westlichen Sinne Voraussetzung für den Aufstieg armer Länder sei, argumentiert der Hamburger Ökonom Hans-Bernd Schäfer. Viele Länder mit hohen Wachstumsraten haben substitutive Institutionen geschaffen, die Investoren schützen. Die einzige Staatengruppe, in der in jüngster Zeit tiefgreifende Rechtsreformen dem Wachstumsprozess vorhergingen, sind die neuen EU-Mitgliedstaaten Mittel- und Osteuropas. In anderen Ländern hat nicht der Rechtsstaat die ökonomische Entwicklung, sondern die ökonomische Entwicklung den Rechtsstaat hervorgebracht. (hig.)..."

- "... in den (heißen) Sommern 2003 und 2006 haben uns die "Hoheitlichen Klimaforscher" in Funk, Fernsehen und Presse im Dutzend erzählt, daß wir uns nun an frühe und lang-anhaltende Sommer-Hitze gewöhnen müssen, die "sommerliche Versteppung" von Teilen Mitteleuropas sei nah, die Bauern müßten ihren Anbau auf mediterrane Kulturpflanzen umstellen ... usw. ....
Nun serviert uns die Atmosphäre hintereinander 2007+08 den zweiten (für unsere Klimazone nach wie vor typischen!!) Europäischen Monsun-Sommer - und plötzlich heißt es bei Latif+Co. (==> Anlage NZ von heute) :"Trend zu frühen Sommern nicht zu sehen ... übermäßig heiße Sommer gehören nicht in unsere Breiten ... die durchwachsenen und kühlen Sommer sind eigentlich die normalen Sommer ..." -
- was für ein Schwindel ist die ganze Klima-Katastrophen-Debatte, in der die Scharlatane das Sagen haben.
Merken die Bürger es ? Oder nehmen sie es (auch d a s) einfach so hin ?

Zu alledem paßt eine neuere Arbeit des "IPCC-Aussteigers" Prof. Mörner aus Stockholm (== >Anlage) :
Ein beschleunigter Meeres-Spiegel-Anstieg existiert nur in einigen IPCC-Köpfen und deren Computern !
In der englisch-sprachigen Literatur- und Medien-Landschaft hat die Klimawende zur Abkühlung und Ernüchterung bereits begonnen - wann merke(l)n es unsere Politiker und Medien?" "Klaus-Eckart Puls, Nordseezeitung, 19.7.