Sonntag, 22. November 2009

Religion oder Wahnsinn? Ökoreligion, Nationalreligion, Jesuitenlied



Gottfried Keller als Freischärler, aquarellierte Bleistiftzeichnung von Johannes Ruff, 1845

- Religion oder Wahnsinn? Muß meist heißen: Religion und Wahnsinn: " The Gadhimai festival, celebrated every five years, is attended by many Hindus from India as well as Nepal. More than 200,000 buffaloes, pigs, goats, chickens and pigeons are expected to be slaughtered this year on Nov. 24 and 25. ... Participants believe that animal sacrifices for the Hindu goddess Gadhimai will end evil and bring prosperity. ..."
huffingtonpost.com/2009/11/20/gadhimai-festival-nepal . Vgl. auch NZZ 21.11.09

- CERN: der 3,5 Mrd. teure Teilchenbeschleuniger ist repariert - Fortsetzung des Eisenbahnspiels für ältere Knaben oder Physikreligion auf der Suche nach der Lautstärke des sog. Urknalls?

- Ökoreligion: Klimagate: Der Stoff aus dem die Krimis sind

Der Zeitpunkt hätte kaum besser sein können: Kurz vor dem Kopenhagener
Klimagipfel, die Medien berichten nun fast täglich vom drohenden
Weltuntergang, brechen Hacker in die Computer der “Climate Research
Unit” der britischen East Anglia Universität ein und stehlen über 120
Megabyte mit teilweise brisantem Datenmaterial. Darunter auch über
1000 E-Mails mit der privaten Korrespondenz der Klimaforscher. Das
Pikante: In den teilweise über zehn Jahre alten Mails ist von
Tricksereien und Datenmanipulation die Rede, werden Taktiken erörtert,
kritische Stimmen zum menschgemachten Klimawandel unglaubwürdig zu
machen oder unliebsame Magazine nicht mehr mit Artikeln zu versorgen
und in Misskredit zu bringen. Der Datenklau wurde von offizieller
Seite bereits bestätigt. Die bloßgestellten Wissenschaftler sehen ihre
E-Mails aus dem Kontext gezogen und fühlen sich mißverstanden."
www.dennis-knake.de/2009/11/21/klimagate-der-stoff-aus-dem-die-krimis-sind/

- Nationalreligion, Józef Piłsudski (1867-1935): " Er verfolgte das Ziel der Wiederherstellung der polnischen Grenzen aus der Zeit vor den Polnischen Teilungen, auch weit über die Grenzen des polnischen Siedlungsgebietes hinaus. Durch diese Politik kam es zunächst zur durch den Versailler Vertrag festgelegten Integration von Großpolen sowie zum Krieg mit Sowjetrussland, und mit Litauen wegen des von beiden Seiten beanspruchten Gebietes um Wilna/Vilnius (Mittellitauen).
Nach anfänglichen Erfolgen im Bündnis mit dem ukrainischen Präsidenten Symon Petljura musste die von Piłsudski im Krieg gegen die Sowjetunion 1920 befehligte Armee starke Verluste hinnehmen. Die Sowjettruppen wurden erst vor Warschau aufgehalten und durch ein riskantes Zangenmanöver gelang der polnischen Armee unter Piłsudskis Kommando der Durchbruch und eine nahezu vollständige Vernichtung der sowjetischen Einheiten („Wunder an der Weichsel“). Am 18. März 1921 unterzeichnete Polen den Friedensvertrag von Riga, in dem die Ostgrenze so definiert wurde, dass auch eine Reihe von Gebieten, die nicht mehrheitlich von Polen bewohnt waren, Teil des neuen polnischen Staates wurden. Trotzdem verblieb eine größere Zahl von Polen außerhalb des neuen Staates. Auch gegenüber Litauen setzte sich Piłsudskis Politik vorläufig durch. Obwohl Polen im Vertrag von Suwałki (7. Oktober 1920) auf den größten Teil des strittigen Gebiets von Wilna (Vilnius) mit seiner polnischen Bevölkerungsmehrheit verzichtet hatte, eroberten schon zwei Tage später polnische Truppen unter General Lucjan Żeligowski in einem Handstreich die Stadt. Nachdem die Stadtverordnetenversammlung den Anschluss an Polen am 20. Februar 1922 gebilligt hatte, wurde er am 20. April 1922 endgültig vollzogen. " Wiki.

/// Rußland holte sich dann 1938 die von Polen 1920 eroberten russischen Westgebiete zurück. Das war in Mitteleuropa von allen Seiten gepflegter, tausendjähriger kriegerischer Brauch. Es blieb aber dem 20. Jt. vorbehalten, Massenvertreibungen durchzuführen; die Türkei machte mit der Vertreibung der Armenier den Anfang.-
Auch die Schweizer Männerbanden juckte es in den Fingern und den Gewehrläufen, mit dabei war auch Gottfried Keller. Er nahm 1844 und 1845 an den beiden Zürcher Freischarenzügen nach Luzern teil, von denen er mangels Feindberührung aber heil zurückkehrte. In "Frau Regel Amrain" schreibt er darüber: " Denn nichts dünkte sie so ergötzlich, als bei schönem Wetter einige Tage im Lande herumzustreichen, zu sechzig oder siebenzig, wohlbewaffnet mit feinen Zielgewehren, versehen mit gewichtigen drohenden Bleikugeln und silbernen Talern, mittelst letzterer sich in den besetzten Wirtshäusern gütlich zu tun und mit tüchtigem Hallo, das Glas in der Hand, auf andere Zuzüge zu stoßen, denen es ebenfalls mehr oder minder Ernst war." Das Männerbandenwesen verband sich in der Schweiz nicht mit giftigem Nationalismus, es ging eher gegen die Jesuiten:

Jesuitenlied (Gottfried Keller 1844)

Hussa! Hussa! die Hatz geht los!
Es kommt geritten klein und groß;
Das springt und purzelt gar behend,
Das kreischt und zetert ohne End –
Sie kommen, die Jesuiten!

Da reiten sie auf Schlängelein
Und hintennach auf Drach und Schwein;
Was das für muntre Bursche sind!
Wohl graut im Mutterleib dem Kind:
Sie kommen, die Jesuiten!

Huh! wie das krabbelt, kneipt und kriecht!
Und wie's so infernalisch riecht!
Jetzt fahre hin, du gute Ruh!
Geh, Grete, mach das Fenster zu!
Sie kommen, die Jesuiten!

Von Kreuz und Fahne angeführt,
Den Giftsack hinten aufgeschnürt,
Der Fanatismus als Profoß,
Die Dummheit folgt als Betteltroß:
So kommen die Jesuiten!

O Schweizerland, du schöne Braut,
Du bist dem Teufel angetraut!
Ja, weine nur, du armes Kind!
Vom Gotthard weht ein schlimmer Wind –
Sie kommen, die Jesuiten!

Die Leute von Seldwyla zwischen Ascona und Zürich waren insgesamt dann doch zu uninteressiert an Schweizer Glanz und Größe, aus den schlimmsten Testosteron- und Rüpeljahren herausgewachsen widmeten sie sich lieber dem Glanz des Goldes und der Größe der Geldanlage - damit sind sie gut gefahren. Glückliche Schweiz - grüezi!

Samstag, 21. November 2009

Vom Nutzen der Historie für das Leben: Großes Adlerauge sieht besser als Fieselschweifente




Neuteutonisches Credo (Verfluxter Flachs von Flix, FAZ)

Hoher Herbst, aber eine südlichere Strömung läßt die Temperatur wieder auf 13°C steigen - schön.

- Latif: " Global warming appears to have stalled. Climatologists are puzzled as to why average global temperatures have stopped rising over the last 10 years. Some attribute the trend to a lack of sunspots, while others explain it through ocean currents. "At present, the warming is taking a break," confirms meteorologist Mojib Latif of the Leibniz Institute of Marine Sciences in the northern German city of Kiel . Latif, one of Germany 's best-known climatologists, says that the temperature curve has reached a plateau. "There can be no argument about that," he says. "We have to face that fact." The big question is: When will it start getting warmer again?"
--Gerald Traufetter, Spiegel Online, 19 November 2009

- Vom Nutzen der Historie für das Leben. Ein in manchen Details überraschender, großartiger Beitrag! Kommentierendes Merkel-Foto. Bravo, FAZ.
Dem Pelikan vom Sperling
Wehler und die Finanzkrise. Von Daniel Koerfer
/// Hieße besser: Großes Adlerauge sieht besser als Fieselschweifente


- "Westerwelle kann es nicht - die Außenpolitik des Karnevalsprinzen .
Westerwelle dachte wohl, daß Außenpolitik mit den Qualitäten eines rheinischen Karnevalsprinzen zu machen sei.
Mal hier Händeschütteln, mal dort eine schöne Rede und hin und wieder die Ehrengarde abschreiten...? Das Außenpolitik in Wirklichkeit knallharte Interessenpolitik ist, das man dort taktisch und strategisch klug vorgehen muss, das es nicht um die schönen Worte sondern um die richtigen Schachzüge im Verborgenen geht scheint er nicht zu verstehen und erst recht nicht zu beherrschen.
Wir haben einen Außenminister der schlicht überfordert ist. ..." Paul Rabe auf faz.net

- " Zu Füßen oder an der Kehle
18. November 2009 "Die Deutschen hat man entweder zu Füßen oder an der Kehle." An diesen Ausspruch Winston Churchills hat mich der Antrittsbesuch des Außenministers in Warschau erinnert. Ausgerechnet der Mann, der die Deutschen in ihren Bürgerrechten bestärken will, verweigert sie nun einer Bevölkerungsgruppe, deren Leid und Elend nach dem Krieg größer war als das jeder anderen. Als Wahlkämpfer hat Westerwelle viel aus seinen früheren Fehlern gelernt. Als Außenminister scheint er nun abermals eine längere Phase des Lernens vor sich zu haben. Gute Außenpolitik und die wünschenswerte Versöhnung mit Polen sehen anders aus. Jetzt ist er Gefangener seiner verbalen Beflissenheit. Immerhin, ähnlich wie der tschechische Präsident Václav Klaus, hat nun auch Westerwelle ungewollt einen überflüssigen Streit vom Zaun gebrochen, der das traurige Schicksal der Vertriebenen wieder einmal in den Blick der Öffentlichkeit rückt.
Sie glauben gar nicht, wie es einen Vertriebenen wurmt, dass er am 27. September FDP gewählt hat." R. Jansche LB FAZ 19.11.09
/// Gebt's auf, Teutonen, kann man da nur sagen, schließt euch der Schweiz an! Die Schweizer sind sind vielleicht nicht so musikalisch, einen Topos Thomas Manns aus dem Doktor Faustus aufzunehmen, haben aber in ihrer Geschichte bewiesen, daß sie politisch glücklicher handeln. Grüezi!

Oder lieber nach Australien wechseln? In den 1830er Jahren wanderten deutsche Altlutheraner aus Schlesien nach Australien aus, um den katholischen Schikanen der Österreicher zu entgehen.

- Adenauer: "Ein Bundeskanzler der Alliierten? Wegmarken der Geschichte 1949
Mit dem Petersberger Abkommen konnte Adenauer das Ende der Demontagen einleiten / Von Rainer Blasius
Am 4. November 1949 brachte Bundeskanzler Adenauer im Auswärtigen Ausschuss seine Außenpolitik auf die Formel: Es dürften "keine Prestigefragen aufgeworfen werden", und Deutschland könne "nicht den dicken Willi spielen". Nachdem die Außenminister Frankreichs, Großbritanniens und der Vereinigten Staaten am 10./11. November in Paris getagt hatten, setzten die Hohen Kommissare den Kanzler am 15. November über die Beschlüsse in Kenntnis. Der amerikanische Hohe Kommissar John McCloy meinte, die Liste der alliierten Konzessionen verlange die Bereitschaft Bonns zur Zusammenarbeit. Adenauer beklagte sich darüber, "welchen Angriffen er von der Sozialdemokratie ausgesetzt sei", obwohl vier Fünftel der Deutschen hinter seinen Ansichten stünden. Probleme bereite eine Beteiligung am Ruhrstatut. Die Kontrollbehörde in Essen, der die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich und die Benelux-Staaten angehörten, teilte Kohle, Koks und Stahl in Inlandsverbrauch und Export auf; ferner sollte sie wirtschaftliche Konzentration verhüten. ..." FAZ 21.11.
/// Seitdem hat D keinen Kanzler dieser Statur mehr gehabt. Ohne Erhard ging das natürlich nicht, die beiden entsorgten das planwirtschaftliche Ruhrstatut später wohlstandsfördernd.

Freitag, 20. November 2009

Methan, Causa Westerwelle und die Geschichte



Erika Steinbach

- Nicht nur in Rumänien: Der rumänische Präsident Traian Basescu:
"Die politische Klasse schadet Rumänien" '

- " Und kaum einer spricht vom Treibhausgas Methan.
Der Brief von Leser Dr. Horst Hermann "Was in der Klimadebatte untergeht" (F.A.Z. vom 11. November) sorgt in der derzeitigen Klimahysterie für eine notwendige Klarstellung. Ich möchte dazu noch eine Ergänzung machen. Das Kohlendioxid ist ein wichtiges Treibhausgas, das mit anderen Treibhausgasen dazu beiträgt, dass auf der Erde ein lebensfreundliches Klima herrscht. Allerdings liegt sein Anteil in der Atmosphäre weit über der Sättigungsgrenze für seinen Treibhauseffekt. Das bedeutet, dass eine von Menschen bewirkte Änderung des Kohlendioxidgehalts keine messbare Auswirkung auf das Klima hat. Erst eine Reduzierung des Kohlendioxids unter die Sättigungsgrenze für seinen Treibhauseffekt, also auf einen Bruchteil des heutigen Anteils, würde eine Abkühlung des Klimas bewirken. Alle Anstrengungen, den Kohlendioxidausstoß zu mindern, werden daher nur viel Geld kosten, aber keinerlei Effekt auf das Klima und den derzeit beobachteten Temperaturanstieg haben.
Ein anderes wichtiges Treibhausgas ist das Methan. Es wird in der Atmosphäre durch Oxidation mit einer gewissen Halbwertszeit abgebaut, und seine Konzentration pendelt sich daher auf einen Gleichgewichtswert ein, der proportional zur Nachschubrate ist. Da seine Konzentration unterhalb des Wertes für eine Sättigung seines Treibhauseffektes liegt, hätte eine Verminderung seiner Nachschubrate durchaus einen messbaren Effekt für das Klima zur Folge. Menschengemachte Quellen für Methan sind neben Leckagen bei der Erdgasförderung und -nutzung vor allem die Haltung von Wiederkäuern, hauptsächlich Rindern, als Nutzvieh. Aber welcher Politiker oder Klimaschützer hat bisher eine mögliche Reduzierung des Methanausstoßes auch nur erwähnt, geschweige denn gefordert?
ELMAR OBERDÖRFFER, HEILIGENBERG, LB Text: F.A.Z., 20.11.2009

/// Der Reisanbau erzeugt ebenfalls sehr große Mengen des im Vergleich zum CO2 viel langlebigeren Methans. Allerdings gibt es auch die Hypothese, daß diese Gase eine kühlende Wirkung gegenüber der bis 1700°C heißen Thermosphäre der Erde (ab ca. 90 km Höhe) besitzen.

- Causa Westerwelle: „ ... Westerwelle hat recht: Versöhnung ist ein „sensibler Vorgang“. Was er unterschlägt, ist, dass die Sensibilität des Versöhnungsvorgangs alle Seiten berührt, die an ihm beteiligt sind, nicht nur eine. Anderenfalls strebt man gar keine Versöhnung an, sondern schlägt ohne weiteres den Rechtsweg ein oder bleibt der Einfachheit halber lieber gleich verfeindet. Es ist die Pointe des Versöhnungsgedankens, die Versöhnungsbereiten ohne Ansehen der Person zu versöhnen. Westerwelle stört diesen Vorgang, indem er eine Politik der Übererfüllung verfolgt und ohne Not jene Person zur persona non grata erklärt, für die die Vertriebenen einen Sitz im Stiftungsbeirat freihalten. " Geyer, FAZ 20.11.09

- Golo Mann: " ... Wie in Paris Lloyd George dem polnischen Unterhändler einmal zornig ins Gesicht sagte:
' Wir haben für die Freiheit der kleinen Nationen gekämpft, auf die ihr ohne uns nicht die leiseste Hoffnung hattet, wir, Franzosen und Engländer und Italiener und Amerikaner. Sie wissen,ich gehöre selbst einer kleinen Nation an; und es schmerzt mich bitter zu sehen, wie ihr alle, kaum daß ihr noch in das Licht der Freiheit gekrochen seid, Völker oder Teile von Völkern unterdrücken wollt, die nicht zu euch gehören. Ihr seid imperialistischer als England und Frankreich.' " (G.M., Dt. Geschichte, S. 673)( Premier Lloyd George: " The new map of Europe must be so drawn as to leave cause for disputation which would eventually drag Europe into a new war. ")
„ In Oberschlesien wollten die Polen sich mit Gewalt nehmen, was der Friedensvertrag ihnen nur nach einer Volksabstimmung in Aussicht stellte. Die Deutschen setzten sich zur Wehr; Einheiten der Armee, Freikorps, Selbstschutzorganisationen; ein Krieg im Kleinen, mit wildem Haß geführt.“ (G.M., Dt. Geschichte, S. 682f.)

/// Diese sehr alten Auseinandersetzungen (1163 löst Schlesien sich von Polen) sollten endgültig der kriegerischen europäischen Vergangenheit angehören. Die deutsche Seite hat den Nationalismus verabschiedet, die polnische Seite hat das noch vor sich.

- "Badewannen-Kapitän Westerwelle bestimmt ! (?) Basta !!!
Karlheinz Wiechel auf faz.net:
Herr Westerwelle hat auf eine Frage (bestellt?) zu einem Thema geantwortet, dass in jenem Moment nicht zur Debatte stand. Warum ? Um Polen einen Gefallen zu tun oder um den Polen zu gefallen ? Hatte er gar einen Auftrag dazu ?
Das Verhältnis zwischen Polen und Deutschland ist zu belastet und verworren, um es nur alten Männern und neuen Außenministern zu überlassen. Was sagen junge Menschen dazu ? In Polen scheint mir die Jugend ,zwar stramm national und katholisch erzogen, zu einem guten Verhältnis mit Deutschland geneigt zu sein. Und wieviel Prozent der deutschen Jugend interessiert sich überhaupt für dieses Problem.
Mir scheint hier wie dort ein grosser Mangel an länger zurückreichenden Geschichtskenntnissen mitzuwirken . Ein polnischer Freund zeigte mir in Kolberg ein Denkmal des Marschalls Pilsudskis mit der Bemerkung: Das war unser Hitler. Eine ungewöhnliche Einsicht in die eigene , polnische Geschichte.
Frau Steinbach hat sehr viel Positives für die deutsch-polnischen Beziehungen erreicht . Sie könnte mit Mut und Grossherzigkeit einen jungen Deutschen als Vertreter ihre Stelle in dem Gremium anbieten. Das würe ihr zur Ehre gereichen ."

Donnerstag, 19. November 2009

Kriminalität und Impulskontrolle, Dalai Lama als Klimakenner, OPEL




Japanischer Zierahorn
Klimaerwärmung in Ostchina: So viel Schnee gab''s zu dieser Zeit noch selten in der chinesischen Stadt Hefei.

- Dalai Lama als Klimakenner: Wer bietet mehr? : "Anthropogene Klimaerwärmung: 77 Nobelpreisträger sind skeptisch!
Die Medien sind voll von jenen 60 Nobelpreisträgern, die in einem Memorandum zur Bewältigung des Klimawandels und zur Bekämpfung der weltweiten Armut aufgefordert haben. Diese Laureaten waren vom Cambridge Program for Sustainability Lea-dership (CPSL) und dem Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) eingeladen worden. Schirmherr der Veranstaltung war Prinz Philip.
Von den eingeladenen Nobelpreisträgern die unterzeichnet haben, waren 28 aus den Geisteswissenschaften, 4 Friedensnobelpreisträger, 20 aus der Chemie von denen nur 2 (Paul Crutzen und Mario Molina für die Untersuchung des atmosphärischen Ozon) und 8 aus der Physik, von denen kein einziger das Gebiet Atmosphärenphysik, Geophysik, Klimatologie oder Meteorologie als Fachgebiet hatte. Die Nobelpreisträger verdienen unsere Anerkennung und unseren Respekt für die ausgezeichneten Arbeiten (der Friedensnobelpreis zählt wie jeder weiß, nicht dazu), die sie auf ihrem eng begrenzten Fachgebiet geleistet haben. Trotzdem muss man sich natürlich fragen dürfen, ohne überheblich oder respektlos zu sein, welche Kompetenz sie auf dem Gebiet der Klimatologie besitzen. Auf jeden Fall waren die meisten unterzeichnenden Nobelpreisträger diesbezüglich bisher nicht mit Veröffentlichungen hervorgetreten.
Vor Kopenhagen ist solche Aktivität durch das CPSL und PIK verständlich, sieht man doch die Felle wegschwimmen, weil es seit Jahren weiter kälter wird. Aber äußern sich nur diese 60 Nobelpreisträger zum Klima? Und gibt es auch Gegenstimmen in der noblen Gesellschaft? Ja, es gibt sie!
Im bekannten Heidelberger Appell äußern sich über 3000 Wissenschaftler darunter 74 Nobelpreisträger skeptisch ihre Bedenken gegenüber der Klimawissenschaft und –Politik. Darunter sind allein 6 deutsche Nobelpreisträger. 66 der 74 Unterzeichner sind Preisträger in den Naturwissenschaften Physik, Chemie und Medizin. Ihre sechs skeptischen Aussagen: Sie äußern sich "besorgt ... über die Entstehung einer irrationalen Ideologie.."

http://www.eike-klima-energie.eu/news-anzeige/anthropogene-klimaerwaermung-77-nobelpreistraeger-sind-skeptisch/

- Klimahumbug: "Mutmaßlich
In Ihren Berichten über Strafprozesse achten Sie peinlich darauf, immer nur von "mutmaßlichen" Tätern zu sprechen, auch wenn an einer Täterschaft schlechterdings kein Zweifel möglich ist, wie etwa im Verfahren gegen den Russlanddeutschen Axel W. in Dresden (F.A.Z. vom 2. November). Im Unterschied hierzu vermitteln Sie in den Berichten über den Klimawandel den Eindruck, das anthropogene Kohlendioxid sei mit Sicherheit die entscheidende Ursache desselben und durch allerlei Maßnahmen zu verhindern. Wie fragwürdig diese aus Modellen abgeleiteten Annahmen sind, ist Einsichtigen schon lange klar, geht aber besonders schön aus dem Interview mit den Direktoren dreier Geoinstitute in der F.A.Z. vom 28. Oktober hervor "Ein Limit von zwei Grad Erwärmung ist praktisch Unsinn". Es wäre der Sache angemessen, wenn Sie künftig auch in Berichten über die Rolle des Kohlendioxids und die Hoffnungen, die an eine Reduktion desselben geknüpft werden, konsequent zum Ausdruck brächten, dass sie samt und sonders "mutmaßlich" sind.
Professor Dr. Dr. Michael Arnold, Tübingen, LB F.A.Z., 18.11.2009

- Kriminalität und Impulskontrolle: "Gegenüber aktiven Psychopathen hilft nur die Flucht
Väter drangsalieren ihre Kinder: Die Gerichtspsychiaterin Heidi Kastner analysiert die Normalität des Bösen (Heidi Kastner: "Täter-Väter", 2009)
... Innerfamiliäre Gewalt ist nach wie vor eine Männerdomäne, auch wenn sich, führt Kastner aus, Mütter ebenso oft wie Väter zu Kindesmisshandlungen hinreißen lassen. Die überwiegende Anzahl freilich sind selten bis vor Gericht gelangende Vater-Tochter-Missbrauchsfälle: "Inzest ist insofern ein demokratisches Delikt, als es keinen Unterschied macht zwischen den sozialen Schichten und sich in der Häufigkeit je nach deren Anteil an der Gesamtbevölkerung auf alle Gruppen gleichmäßig verteilt." ...
/// Das erscheint wenig glaubwürdig. Gewalt ist ein altes, männliches Phänomen und angeboren und wurde buchstäblich jederzeit angewendet, bis im Prozeß der Zivilisation durch eine immer höhere Disziplinerziehung die Impulskontrolle immer stärker verankert wurde, so daß die Gewaltanwendung im Laufe der letzten 2000 Jahre zurückging (sie steigt übrigens, nach 1968, wieder leicht an). Mit welcher Lust die Gewaltanwendung verbunden wurde, ein spezielles hirnphysiologisches Problem, läßt sich u.a. bei Gregor von Tours und Grimmelshausen nachlesen.
Die Impulskontrolle wird vom Individuum von früh auf gelernt und ist zentraler Inhalt der Sozialisation, doch sind die Menschen ungleich lernfähig, wo schnell gelernt wird, stellt sich die Impulskontrolle schneller und stabiler her, bei geringer Lernfähigkeit muß die Disziplinarerziehung länger und rigider erfolgen und immer wieder bestätigt werden. Wird die Impulskontrolle nicht von außen überwacht und konsequent geahndet, droht jederzeit Verrohung, dafür gibt es in der Weltgeschichte und der Kriminalgeschichte ungezählte Beispiele. In zivilisierten Gesellschaften mit hohen Disziplinanforderungen sind naturgemäß sozial erfolgreiche Individuen zu hoher Impulskontrolle fähig, sie wären sonst eben nicht erfolgreich, Impulskontrolle ist ein Hauptinhalt der langen Ausbildungszeiten, wenn auch als Nebenwirkung. Daher müßte sich bei sozial erfolglosen Männern auch eine höhere Gewaltanwendungsrate bei Inzestkriminalität finden, so wie das auch bei aller übrigen Kriminalität der Fall ist, die zu 90% eben männlich ist und immer auch ein Problem der sozialen Lernfähigkeit, die sich mit dem sozialen Erfolg verknüpft.

- Wie hoch der Drang zu Gewalt als Lust junger Männer sein kann, abhängig von der Höhe des Testosteronspiegels und der Impulskontrolle, zeigt sich schlagend in diesem Fall: "
Bundespolizist verurteilt - Ein 24 Jahre alter Bundespolizist, der am 1. Mai dieses Jahres in Kreuzberg Steine auf Polizisten geworfen hatte, ..." FAZ 19.11.09

- Mahler, Schily, Ströbele: Nicht nur Menschen sind verschieden, auch Links-Anwälte: "Wie sie wurden, was sie sind.
"Die Anwälte - Eine deutsche Geschichte", ein Dokumentarfilm von Birgit Schulz
"Der Widerspruch ist das Zeichen der Wahrheit." Dieses Zitat stammt von Hegel; es fällt im Film von Birgit Schulz, als Horst Mahler versucht, seine politische Biographie zu erklären, die ihn vom APO-Anwalt über Untergrund und Haft in Stammheim zum NPD-Mitglied und Holocaust-Leugner werden ließ. Im ersten Moment scheint dieser Weg wie Hegels Ausspruch schwer verständlich. Man könnte es aber auch einfacher sagen, mit Otto Schily, der Mahler seinerzeit die Gesamtausgabe von Hegels Werken ins Gefängnis gebracht hat: "Nur Idioten ändern sich nicht." ' FAZ 19.11.

- OPEL: "Im Gespräch: Manfred Wennemer:
„Bei Opel gerettete Stellen werden anderswo abgebaut“
Manfred Wennemer war Mitglied des Opel-Treuhandbeirats, doch aus Protest gegen politische Einflußnahme hat er sich zurückgezogen. Die Überlebenschancen des Autoherstellers schätzt er als gering ein. ... Das Problem ist: Durch die staatlichen Vorgaben kommt es gar nicht zu einer richtigen Restrukturierung. Man mogelt sich durch und hat am Ende eine Kostenstruktur, die dauerhaft nicht wettbewerbsfähig ist, weil fast alle Fabriken von Opel an Hochkostenstandorten angesiedelt sind. Einzige Ausnahme ist das Werk im polnischen Gleiwitz. Konkurrenten wie Hyundai, Kia und Toyota können in Tschechien wesentlich billiger produzieren. ..." FAZ 18.11.
/// Da sind sie wieder, die Lohnkosten, der bei weitem größte Kostenblock eines Unternehmens. Warum bieten die Opelaner keine kräftige Lohnkorrektur an zur Sicherung ihrer Arbeitsplätze?

- Sozialistische Hamburger Schulreform: 184.500 Unterschriften gegen Schwarz-Grün

Mittwoch, 18. November 2009

Nach Mallorca zur Chopin-Herberge, Versailler Diktatfrieden und Weimarer Republik



Kartäuserkloster von Valldemossa, hier verbrachten Fréderic Chopin und seine Lebensgefährtin, die Schriftstellerin George Sand, den Winter 1838/39

CHOPIN
Nicht sehr ergiebig im Gespräch,
Ansichten waren nicht seine Stärke,
Ansichten reden drum herum,
wenn Delacroix Theorien entwickelte,
wurde er unruhig, er seinerseits konnte
die Notturnos nicht begründen.
Schwacher Liebhaber;
Schatten in Nohant,
wo George Sands Kinder
keine erzieherischen Ratschläge
von ihm annahmen.
Brustkrank in jener Form
mit Blutungen und Narbenbildung,
die sich lange hinzieht;
stiller Tod
im Gegensatz zu einem
mit Schmerzparoxysmen
oder durch Gewehrsalven:
Man rückte den Flügel (Erard) an die Tür
und Delphine Potocka
sang ihm in der letzten Stunde
ein Veilchenlied.
Nach England reiste er mit drei Flügeln:
Pleyel, Erard, Broadwood,
spielte für zwanzig Guineen abends
eine Viertelstunde
bei Rothschilds, Wellingtons, im Strafford House
und vor zahlreichen Hosenbändern;
verdunkelt von Müdigkeit und Todesnähe
kehrte er heim
auf den Square d'Orleans.
Dann verbrennt er seine Skizzen
und Manuskripte,
nur keine Restbestände, Fragmente, Notizen,
diese verräterischen Einblicke -
sagte zum Schluß:
"Meine Versuche sind nach Maßgabe dessen vollendet,
was mir zu erreichen möglich war."
Spielen sollte jeder Finger
mit der seinem Bau entsprechenden Kraft,
der vierte ist der schwächste
(nur siamesisch zum Mittelfinger).
Wenn er begann, lagen sie
auf e, fis, gis, h, c.
Wer je bestimmte Präludien
von ihm hörte,
sei es in Landhäusern oder
in einem Höhengelände
oder aus offenen Terrassentüren
beispielsweise aus einem Sanatorium,
wird es schwer vergessen.
Nie eine Oper komponiert,
keine Symphonie,
nur diese tragischen Progressionen
aus artistischer Überzeugung
und mit einer kleinen Hand.

Gottfried Benn

- Mal so gesagt: Wenn ich Außenminister von Polen wäre und kein Freund der Deutschen, aber ein Anhänger des polnischen Wohlstands, dann würde ich alle einladen, die Grundstücke in Polen kaufen wollen von verkaufswilligen polnischen Eigentümern und damit einen Strich ziehen unter die Kriegsverbrechen und die Vertreibungsverbrechen der Vergangenheit. Die Rolle Polens 1919 in Versailles würde ich bedauern. Von den Nationalisten aller Schattierungen würde ich mich distanzieren und mich zum Europäer erklären, der rein zufällig in Polen geboren wurde, was ich weder als Mangel noch als Gnade empfände. Frau Steinbach würde ich gerne einmal nach Mallorca zum Kartäuserkloster von Valldemossa einladen.

- Versailler Diktatfrieden und Weimarer Republik
Herr Sarkozy wird Herrn Stuby natürlich beipflichten in seiner einseitigen, dem Élysée-Palast schmeichelnden Auffassung (Leserbrief Stuby FAZ 14.11.09 "Wir sollten mit einigen Legenden aufräumen").
Der Historiker Golo Mann sieht es differenzierter. Er schreibt: " Clemenceau vertrat das ausgeblutete, todtraurige Frankreich. Ihm die Machtposition zu erhalten ... durch hundert ausgeklügelte böse Tricks zu sichern war der all und eine Gedanke des alten Mannes ... Das Produkt dieser sich streitenden Willensmeinungen war widerwärtig; ein dichtmaschiges Netz von Bestimmungen, das 'gerecht' sein sollte und es in vielen Einzelheiten unbestreitbar war, das Ungerechte, von Bosheit, Haß und Übermut Inspirierte aber einließ, wo es nur unter irgendeinem Vorwand geschehen konnte, und zwar in dem Maße, daß das Ganze, aller einzelnen Gerechtigkeit ungeachtet, dann doch als ein ungeheueres Instrument zur Unterdrückung, Ausräuberung und dauernden Beleidigung Deutschlands erschien. " ( Golo Mann, Dt. Geschichte, 10. Kap., Weimar, S. 672ff. ) Immerhin hat die bösartige französische Schikanepolitik seit der Ruhrbesetzung gegenüber der Weimarer Republik die Stimmung für den Aufstieg Hitlers bereitet. Paris gewährte dann Hitler, was sie Stresemann verweigert hatte, selbst die vereinbarte Zollunion zwischen Berlin und Wien in der Weltwirtschaftskrise wurde blockiert.- Man sollte nicht zuviel zurückblicken, aber wenn man es denn unbedingt will, dann doch vielleicht nicht mit Augenbinde.