Donnerstag, 5. Mai 2011

Wer denn früh aufsteht







Frühlingsgruß

Es steht ein Berg in Feuer,
In feurigem Morgenbrand,
Und auf des Berges Spitze
Ein Tannbaum überm Land.

Und auf dem höchsten Wipfel
Steh ich und schau vom Baum,
O Welt, du schöne Welt, du,
Man sieht dich vor Blüten kaum!

Eichendorff
(1788 - 1857)

Die Einsamkeit fehlt bei Eichendorff selten.

Mittwoch, 4. Mai 2011

‘Ich tue das jeden Tag.’






Platon auf dem Weg zu Dionys?





- 3.5. Internationaler “Tag der Pressefreiheit”
Kann man die fordern wie vor hundert Jahren?
Für den reinen Druckbereich wird man das unbedingt bejahen können, ja, müssen. Reiner Druckbereich will heißen: ohne Bilder. Bei Massenblättern, die mit Bildern aller Art hantieren, ist das zu hinterfragen.
Gleiches gilt für Radio und Fernsehen und ihre Verbreitung. Kochsendungen, Krimis, Schwatzrunden, Fußball. Eine fabelhafte Kabelfirma schaltet nach und nach alles ab, was nicht ins geistige Schema der Hauptkundschaft paßt: Musique3 aus Brüssel letztes Jahr, jetzt Radio4nl aus Holland.
Pressefreiheit, so meinte Paul Sethe einst, sei die Freiheit von 300 reichen Leuten, ihre Meinung schreiben zu lassen. Das war sehr zugespitzt. Heute schreibt, spricht und filmt ein unüberschaubares Heer von Journalisten nach Gutdünken, nach Meinung des Chefredakteurs und nach Maßgabe der Auflage und der Quote, auch im öffentlich-rechtlichen Bereich. Alle schielen auf ihre Einheits-Meinung und auf die größte Konsumentengruppe. Daher sinkt das Niveau ständig.
Wie lange kann es sinken? Wozu wird es führen? Welche Chancen haben Schulen, wenn große Teile der Massenmedien täglich an Desinformation und Unterhaltungsverblödung arbeiten?
Trübe Fragen, die schwer zu beantworten sind.
Es fehlt an Wettbewerb und an Alternativen. Hier könnte sich am meisten bewegen. Ein zensurierender Platon auf dem Thron, wie er es in Syrakus auf den Weg bringen wollte, ist keine Alternative.
Mehr Möglichkeiten bietet das Weltnetz. Man ist nicht mehr auf die deutschen Einheitsmedien allein angewiesen. Für den reflektierten Nutzer ist der Gewinn groß. Für die Entwicklung des Großen und Ganzen fällt dieser Einfluß gering aus. Aber etwas anderes ist nicht zu haben. Man muß sich mit den halbvollen Glas begnügen. Die Pressefreiheit hat nicht zu massenmedialer Qualität geführt, im Gegenteil. Die Erwartungen waren zu hoch geschraubt, die Hoffnungen haben sich nicht erfüllt. Damit muß man eben leben.
Die Presse- und Informationsfreiheit selbst ist ein hohes Gut und unverhandelbar. Die Forderung danach ist vor allem in Autokratien und Diktaturen unvermindert bedeutsam. In den Massendemokratien mit verwirklichter Pressefreiheit muß man die bevormundenden Meinungsmacheroligarchien in Kauf nehmen.

- “Ein weiser Rat an Zeitungsleser .
Zu "Aus ohne Schluss - Bei Sarrazin zieht die SPD Register statt Konsequenzen": Es bleibt ein weiser Rat an jeden Zeitungsleser: Lies nie Berichte über ein Ereignis, an dem du selbst beteiligt warst - dein Vertrauen in die Welt der Nachrichten könnte dauerhaft beschädigt werden! ... anstatt zu berichten. " DR. KLAUS VON DOHNANYI, HAMBURG …” FAZ 3.5.11 LB

- “Ich sagte einem Fernsehjournalisten, ich würde nicht gern über Dinge sprechen, von denen ich zu wenig verstehe. ‘Warum?’ fragte er, ‘Ich tue das jeden Tag.’ “
Dipl.-Phys. Dr. Hermann Hinsch, Radioaktivität. Aberglaube und Wissenschaft, 2010, S. 1

Dienstag, 3. Mai 2011

Braucht nicht mehr nachzuladen






So blödelten Greser&Lenz 2002




Man hatte länger nichts von dem islamistischen Massenmörder gehört, jetzt wurde er endlich aufgespürt und erschossen. Hinter 4-Meter-Mauern mit Stacheldraht hatte er sich auf einem großen Anwesen neben der pakistanischen Militärakademie von Abbottabad nahe Islamabads niedergelassen - als Krimineller wohnt man am sichersten neben der Polizei.
Sehr viel wird sich nicht ändern, dazu brütet der Islam, besonders in Pakistan, zu viele Fanatiker aus, aber das Ende charismatischer Führerfiguren sollte man auch nicht unterschätzen. Man erinnere sich an Hasan-i Sabbah und die Assassinen.

Christliche Ideologen wie der Papst und der EKD-Vorsitzende sollten besser schweigen, statt den Umstand der Tötung dieses Verbrechers zu bedauern.
Um Pakistan muß man sich weiter sorgen, nirgendwo herrscht der Islam brutaler, nirgenwo treibt der Geheimdienst ein so offensichtliches Doppelspiel.

Montag, 2. Mai 2011

Noch kein Maikäferwetter







Den Maikäfern ist es noch zu kalt, Nachtfrost droht den Nachtschwärmern - aber das Tagpfauenauge als Lichtfreund tummelt sich in der warmen Sonne






"Alle politische Kleingeisterei besteht in dem Verschweigen und Bemänteln dessen, was ist."
Mit diesem Zitat Lassalles, einem der Begründer der Sozialdemokratie, beginnt Sarrazin sein bekanntes Buch "Deutschland schafft sich ab".

Er bleibt also in der Partei des Siggi-Pop Gabriel, so entschied das Parteigericht.
Der kleingeistigen Verschweigerei hat sich Sarrazin sicherlich nicht schuldig gemacht, aber WDR5 praktiziert sie täglich. Dazu geben sich einschlägig promovierte Vertreter die Studiotüren in die Hand.
Heute war es SPD-Besuch aus Dortmund, Anmerkung:
Das bekannte SPD-Mitglied Wehler, der noch bekanntere Sozialhistoriker Hans-Ulrich Wehler, von der linken ZEIT als Deutschlands bedeutendster Sozialgeschichtler benannt, verteidigte im Oktober 2010 in der ZEIT Sarrazin und kommentierte dessen Buch als wesentlichen Beitrag zur Integrationsdebatte.
Der Politologe Thomas Meyer (TU Dortm.) illustriert dagegen nicht nur, daß die Politikwissenschaft meist eine windelweiche Parteigängerwissenschaft ist, sondern auch den kleingeistigen, zutiefst ideologischen Teil der SPD.
Hier hätte man doch gern den Sarrazin-Verteidiger Klaus v Dohnanyi gehört, den Ex-SPD-Bürgermeister Hamburgs.

Sonntag, 1. Mai 2011

Vetternwirtschaft





Da sieht man doch gleich, warum dieser Strauch SCHNEEBALL heißt - runzelblättriger immergrüner Schneeball - hier herrscht das Abstammungsprinzip des Neandertals





- Die königliche Komödie produziert massenhaft Bilder, große Bilder, sogar in der FAZ. Auch der monarchie- und eheunfreundliche Betrachter muß einräumen, daß sie ihn in stammesgeschichtlich finsteren Ecken gleich links neben dem Neandertal erreichen.

Rechts neben dem Neandertal entschied sich der gescheite Friedrich II. seinerzeit in Potsdam für die Abstammungs-Thronfolge, fälschlich "dynastisch" genannt, obwohl er von seinem Neffen und Nachfolger Friedrich Wilhelm II. ("Der dicke Lüderjahn") nicht viel hielt, zu recht. Seine unsinnige Entscheidung posaunte er in einer Briefschrift an den Baron d’Holbach in die Welt hinaus, ohne sich die Mühe machen, wenn er denn schon an der Monarchie festhalten wollte, sich mit dem römischen Adoptivkaisertum und der römischen Tetrarchie auseinanderzusetzen.
Der Verstand tummelt sich eben nur in einer dünnen Rinde über dem Neandertal.