Montag, 9. Januar 2012

Wer dreht sich da um was?




Aristarchos (310-230), ausgerechnet vor der Aristoteles-Uni in Thessaloniki. Für Aristoteles drehte sich alles um die Erde. Die anderen plapperten es lange nach.



Galilei - Der Todestag des Pisaner Gelehrten Galileo Galilei: 8. Januar 1642

Martina Meissner ließ in ihrem Zeitzeichen (WDR5) eine Physiker-Nonne zu Wort kommen, die besonders darauf hinwies, daß sich Galilei in dem “Dialog über die zwei wichtigsten Weltsysteme, das ptolemäische und das kopernikanische” über dem ihm befreundeten Papst Urban 8. lustig gemacht habe, was diesen nicht erheitert habe und länglich zum Hausarrest Galileis und zur Indexierung der späteren “Discorsi” geführt habe.
Keineswegs war Galilei der Fortschrittsheld, den Brecht und andere aus ihm gemacht haben.
Brecht verweist aber darauf, daß Galilei den Aristoteles empirisch nachgeprüft habe und würdigt dies zurecht in seiner vollen Bedeutung.
Thomas de Padova wies jedoch darauf hin, daß Galilei sehr schlampig mit Beobachtungsdaten umging (FAZ 16.8.09)
Keiner der Genannten nennt den "alten Kopernikus", den erstaunlichen Aristarchos von Samos, der mutmaßlich als erster ein heliozentrisches Weltbild entwarf.
So ist das eben im echten Leben, alles ist durchwachsen und nicht idealtypisch.

Sonntag, 8. Januar 2012

Goldig




Es ist nicht alles Gold, was glänzt - hier aber doch: Gold-Maske des Agamemnon

(Bild: Die Buche/Wiki.)


Bedenkt der US-Präsidentschaftskandidat Ron Paul, der eine neue Golddeckung verlangt, daß die goldene Bretton-Woods-Ordnung von 1944 auch daran scheiterte, daß Frankreich physisches Gold von der FED haben wollte, aber natürlich die Goldvorräte nicht mit der Wertschöpfungsmaschine in den USA und dem Westen Schritt halten konnten?

Wir haben doch heute das schöne Problem, daß der Westen und zunehmend auch Südostasien Vermögenswerte in Aberbillionenhöhe geschaffen hat, was sich Mises vermutlich so nicht vorstellen konnte. Gold dagegen bleibt knapp.
Irgendeine neue Golddeckungskonstruktion würde den Preis für die Unze Gold in Millionenhöhe katapultieren, alle Goldverarbeiter wären sofort am Ende. Zahngoldüberfälle nähmen überhand. Die ausgelöste Deflation wäre eine Art Morgenthauplan für die Industrieländer. Greenspan schrieb 1966 einen schönen Aufsatz: “Gold und wirtschaftliche Freiheit”, in dem er die Gefahren einer zu laxen Geldpolitik analysierte. Die er später selbst betrieb. Und nicht unüberzeugend mit der Entsparung nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Diktaturen begründete.
Wäre Paul ernstzunehmen, würde er zunächst einmal das Doppelmandat der FED aufheben wollen. Die alleinige Aufgabe der Geldwertsicherung und die garantierte Unabhängigkeit dazu wären sehr sinnvolle Forderungen.

Bedenkenswerter scheinen mir die alten Privatgeldvorstellungen zu sein, bei allen damit verbundenen riesigen Probleme. Thorsten Polleit, Michael v. Prollius, Frank Schäffler und Norbert F. Tofall haben 2009 über die Aufhebung der staatlichen Geldmonopole diskutiert. (s. FAZ 5.6.09)

Samstag, 7. Januar 2012






„Gott gebe Wachstum“ steht im Siegel der reformierten Kirche in Leipzig zu lesen.

Das wünscht sich auch jede Partei, derzeit besonders die FDP. Auf ihrem traditionellen Dreikönigstreffen rief der Vorsitzende Rösler das wirtschaftliche Wachstum zum Hauptanliegen der Partei aus neben dem der Schuldenfreiheit. Dagegen ist nichts einzuwenden. Aber wie erzeugt man Wachstum?
Durch Subventionen für teure, unzuverlässige und umwelthäßliche Windkraft? Durch besonders hohe Subventionen für extrem teure, völlig unzuverlässige und umweltschädliche Sonnenbretter?
Durch Verknappung der binnenerzeugten Energie und größeren Stromimport aus den französischen Kernkraftwerken?
Durch Steuererhöhungen für mehr Staatsausgaben, damit die Rechnungshöfe noch längere Fall-Listen für staatliche Steuerverschwendung erstellen können?
Durch höhere EU-Beiträge und mehr Geld für Euroverschwenderländer?
Diese Politik hat die FDP mitgetragen in der Regierung mit der sozialdemokratisierten CDU. Die Unternehmen, nicht alle, haben es überlebt und sogar durch China u.a. als Nachfrager etwas Wachstum gestalten können. Damit kann man leben, doch begeistert es nicht, weil EU und Staat immer mehr Tätigkeit an sich reißen und die freie Entfaltung der Bürger und Unternehmen einschränken. Zudem wuchs die Abhängigkeit von Frankreich, China und Rußland (Erdgas). Man kann auch mit der hohen Sockelarbeitslosigkeit von rund 3 Millionen Arbeitslosen leben, doch zufrieden kann man damit kaum sein. Die schwachen Geburtsjahrgänge und statistische Tricks ließen die Prozentrate auf 6,6% fallen, nicht schlecht ist das, aber hilft das zB Opel bei seinen Dauerverlusten? Wieder steht ein Lohnverzicht der Arbeiter ins Haus, der die Arbeitsplätze erhalten kann, aber die Arbeitsfreude nicht steigert. Die FDP hat die jahrelange Energieverteuerung der grünfanatischen Bundestagseinheitsfraktion mitgetragen. Die schafft bei den Unternehmen Probleme, die nicht alle bewältigen können und Investitionen erschwert und ins Ausland lenkt (Norsk Hydro).

So sieht Wachstumspolitik nicht aus. Das alte Motto der Steuersenkung war überzeugender. Entlastung der Unternehmen und Bürger schafft Wachstum und macht lustig. Und ist die einzige Möglichkeit, gierige Politikerhände ins Leere greifen zu lassen.

Freitag, 6. Januar 2012

Tyrann, Asket und Impulsgeber für Demokratie und individuelle Freiheit wider Willen






“Ein Scheiterhaufen für einen theologischen Gegner” nannte Rüdiger Achenbach den letzten Teil seiner verdienstvollen DLF-Serie über Johannes Calvin (nachzulesen auf der DLF-Seite).

Ja, Jean Calvin schreckte vor nichts zurück, wähnte er sich doch als Instrument Gottes. Niemand hatte ihm gesagt, daß alle Religion nur bodenlose Erfindung sei, und von selbst kam er nicht darauf. Michel Servet mußte also brennen in Genf, wo sich die französischen Flüchtlinge, die im katholischen Frankreich verfolgt wurden, wie Tyrannen gegenüber der eingesessenen Bevölkerung aufführten.

Thomas Jefferson, der dritte Präsident der Vereinigten Staaten, kritisierte in seinem berühmten Brief an die Danbury
Baptists vom 1. Januar 1802 diesen Calvin und trat energisch für die Trennung von Staat und Kirche ein. Im Geist der Aufklärung verteidigte Jefferson die „wall of separation between church & state“. ( Im Internet zugänglich: http://www.usconstitution.net/jeffwall.html (27.02.2011)

Das war wohl einer der wichtigsten Momente in der westlichen Geschichte, denn der Calvinismus in seinen verschiedenen Ausprägungen neigt zum Eiferertum, wo der Katholizismus die kalte bürokratische Machtausübung pflegt.
Andererseits stärkte Calvin aber das Kollegialitätsprinzip und verneinte das Amt eines Alleinherrschers, wie es das des Papstes darstellt. Und anders als Luther, der das Pfarramt dominieren ließ und die weltliche Obrigkeit umfänglich bejahte, sah Calvin in dem einzelnen Gläubigen die wichtigste irdische Glaubensinstanz. Verbunden mit seiner Vorbestimmungslehre wurde das calvinistische, evangelisch-reformierte Christentum auf verschlungenen religionspsychologischen Pfaden zu einem wirkungsmächtigen Faktor für Schulbildung, individuelles Wirtschaften und individuellen Wohlstand. (s. Max Weber, Aufsätze zur Religionssoziologie / Marco Hofheinz (Hg.), Calvins Erbe)

Sollte man Paten für die heutige westliche Welt benennen, so gehörte Calvin sicher genannt in einer (stark verkürzten) Namensreihe neben Archimedes, Perikles, Justinian (Corpus Juris Civilis), Montaigne, Hume, Jefferson, Darwin und Bultmann. Sein hölzerner Stuhl steht ein wenig verquer zu den Sitzen der anderen.

Donnerstag, 5. Januar 2012

Mist! Was wird jetzt aus der Nordwest-Passage?

Mittelwerte, Mittelwerte - wenig sagen sie aus, aber ständig wird mit ihnen manipuliert. Sie werden in einer bestimmten Höhe und Lage gemessen, die im Laufe der Jahrhunderte nicht gleich geblieben ist. 9,6°C in 2011 - was sagt das über den Sommer aus, der dieses Jahr ausfiel? Im August herrschte Novemberwetter! Aktuell haben wir 3°C mit Wind und Regen – hoffentlich bleibt es so, bisher mußte ich erst einmal Schnee schaufeln. " 
An den BUND Baden-Württemberg Betr: Ständige Klimalügen. Vor kurzem erzählte uns Rahmstorff vom Klima-Märcheninstitut PIK Potsdam in einem Interview wieder von der gefährlichen Klimaerwärmung mit all den Horrorszenarien, z.B. soll Holland im Jahre 2050 sieben Meter unter Wasser stehen. (Das war bereits vor 20 Jahren für 2035 vorhergesagt, genauso wie das endgültige Abschmelzen des Pol-Eises, und ich habe es damals geglaubt). Rahmstorff nannte zum wiederholten Male falsche, selbsterfundene Erwärmungszahlen, in den letzten drei Jahrzehnten seien die Temperaturen um 0,2 Grad je Jahrzehnt gleichmäßig gestiegen. Auf mehr von all dem Rahmstorff-Quatsch will ich hier nicht eingehen, nur diese zwei Punkte: 1) Falschaussage Temperaturen: Seit dem Jahre 2000 nehmen die Temperaturen in Deutschland und weltweit ab, siehe Mailanlage. Ich bitte Sie, diesen Temperaturverlauf auszudrucken und zu Ihren Unterlagen zu nehmen. 2) Nordpoleis-Schmelze: Das Eis am Nordpol schmilzt nun seit zehn Jahren nicht mehr weiter. Im Jahre 2007 am 14. Sept. war der Tiefstand. Hier können Sie einen Meßsatelliten jederzeit kostenlos aufrufen und die Märchenerzählungen nachprüfen:http://ocean.dmi.dk/arctic/icecover.uk.php Er liefert tägliche Daten und zeichnet die letzten 7 Jahre als Kurve auf. Man sieht a) Die letzten sieben Jahren laufen alle in einem engen Bereich, mal ein bißchen weniger oder mehr Eis. Nichts ist beunruhigend. b) Derzeit -Anfang Jan. 2012- ist die Eisaudehnung so weit und groß wie seit sieben Jahren nicht mehr. Wo bleibt die Zeitungsmeldung: Eisausdehnung so groß wie schon lange nicht mehr. ... " Josef Kowatsch