Dienstag, 10. Januar 2012

Heute, 10.1., 17h, Uni Düsseldorf: 2. Vorlesung Prof. Hans-Werner Sinn (Hörsaal 3A, Gebäude 23.01.)




Bild: ifo/HHU ( http://snipurl.com/21mwtn5 )


Am Dienstag, dem 10. Januar 2012 findet die zweite Vorlesung im Rahmen der neu eingerichteten Heinrich-Heine-Wirtschaftsprofessur statt. Veranstaltungsort ist der Konrad-Henkel-Hörsaal / Hörsaal 3A, Gebäude 23.01.

Referent der ersten Wirtschaftsprofessur ist der Volkswirt Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Werner Sinn, Direktor des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung in München.

Die erste Vorlesung von Prof. Sinn fand am 25. Oktober 2011 statt (Videostream der ersten Vorlesung auf der Uni-Seite http://snipurl.com/21mwtn5 ).

Die zweite Vorlesung am 10. Januar 2012 trägt den Titel: "Der Kampf gegen den Klimawandel".

Montag, 9. Januar 2012

Wer dreht sich da um was?




Aristarchos (310-230), ausgerechnet vor der Aristoteles-Uni in Thessaloniki. Für Aristoteles drehte sich alles um die Erde. Die anderen plapperten es lange nach.



Galilei - Der Todestag des Pisaner Gelehrten Galileo Galilei: 8. Januar 1642

Martina Meissner ließ in ihrem Zeitzeichen (WDR5) eine Physiker-Nonne zu Wort kommen, die besonders darauf hinwies, daß sich Galilei in dem “Dialog über die zwei wichtigsten Weltsysteme, das ptolemäische und das kopernikanische” über dem ihm befreundeten Papst Urban 8. lustig gemacht habe, was diesen nicht erheitert habe und länglich zum Hausarrest Galileis und zur Indexierung der späteren “Discorsi” geführt habe.
Keineswegs war Galilei der Fortschrittsheld, den Brecht und andere aus ihm gemacht haben.
Brecht verweist aber darauf, daß Galilei den Aristoteles empirisch nachgeprüft habe und würdigt dies zurecht in seiner vollen Bedeutung.
Thomas de Padova wies jedoch darauf hin, daß Galilei sehr schlampig mit Beobachtungsdaten umging (FAZ 16.8.09)
Keiner der Genannten nennt den "alten Kopernikus", den erstaunlichen Aristarchos von Samos, der mutmaßlich als erster ein heliozentrisches Weltbild entwarf.
So ist das eben im echten Leben, alles ist durchwachsen und nicht idealtypisch.

Sonntag, 8. Januar 2012

Goldig




Es ist nicht alles Gold, was glänzt - hier aber doch: Gold-Maske des Agamemnon

(Bild: Die Buche/Wiki.)


Bedenkt der US-Präsidentschaftskandidat Ron Paul, der eine neue Golddeckung verlangt, daß die goldene Bretton-Woods-Ordnung von 1944 auch daran scheiterte, daß Frankreich physisches Gold von der FED haben wollte, aber natürlich die Goldvorräte nicht mit der Wertschöpfungsmaschine in den USA und dem Westen Schritt halten konnten?

Wir haben doch heute das schöne Problem, daß der Westen und zunehmend auch Südostasien Vermögenswerte in Aberbillionenhöhe geschaffen hat, was sich Mises vermutlich so nicht vorstellen konnte. Gold dagegen bleibt knapp.
Irgendeine neue Golddeckungskonstruktion würde den Preis für die Unze Gold in Millionenhöhe katapultieren, alle Goldverarbeiter wären sofort am Ende. Zahngoldüberfälle nähmen überhand. Die ausgelöste Deflation wäre eine Art Morgenthauplan für die Industrieländer. Greenspan schrieb 1966 einen schönen Aufsatz: “Gold und wirtschaftliche Freiheit”, in dem er die Gefahren einer zu laxen Geldpolitik analysierte. Die er später selbst betrieb. Und nicht unüberzeugend mit der Entsparung nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Diktaturen begründete.
Wäre Paul ernstzunehmen, würde er zunächst einmal das Doppelmandat der FED aufheben wollen. Die alleinige Aufgabe der Geldwertsicherung und die garantierte Unabhängigkeit dazu wären sehr sinnvolle Forderungen.

Bedenkenswerter scheinen mir die alten Privatgeldvorstellungen zu sein, bei allen damit verbundenen riesigen Probleme. Thorsten Polleit, Michael v. Prollius, Frank Schäffler und Norbert F. Tofall haben 2009 über die Aufhebung der staatlichen Geldmonopole diskutiert. (s. FAZ 5.6.09)

Samstag, 7. Januar 2012






„Gott gebe Wachstum“ steht im Siegel der reformierten Kirche in Leipzig zu lesen.

Das wünscht sich auch jede Partei, derzeit besonders die FDP. Auf ihrem traditionellen Dreikönigstreffen rief der Vorsitzende Rösler das wirtschaftliche Wachstum zum Hauptanliegen der Partei aus neben dem der Schuldenfreiheit. Dagegen ist nichts einzuwenden. Aber wie erzeugt man Wachstum?
Durch Subventionen für teure, unzuverlässige und umwelthäßliche Windkraft? Durch besonders hohe Subventionen für extrem teure, völlig unzuverlässige und umweltschädliche Sonnenbretter?
Durch Verknappung der binnenerzeugten Energie und größeren Stromimport aus den französischen Kernkraftwerken?
Durch Steuererhöhungen für mehr Staatsausgaben, damit die Rechnungshöfe noch längere Fall-Listen für staatliche Steuerverschwendung erstellen können?
Durch höhere EU-Beiträge und mehr Geld für Euroverschwenderländer?
Diese Politik hat die FDP mitgetragen in der Regierung mit der sozialdemokratisierten CDU. Die Unternehmen, nicht alle, haben es überlebt und sogar durch China u.a. als Nachfrager etwas Wachstum gestalten können. Damit kann man leben, doch begeistert es nicht, weil EU und Staat immer mehr Tätigkeit an sich reißen und die freie Entfaltung der Bürger und Unternehmen einschränken. Zudem wuchs die Abhängigkeit von Frankreich, China und Rußland (Erdgas). Man kann auch mit der hohen Sockelarbeitslosigkeit von rund 3 Millionen Arbeitslosen leben, doch zufrieden kann man damit kaum sein. Die schwachen Geburtsjahrgänge und statistische Tricks ließen die Prozentrate auf 6,6% fallen, nicht schlecht ist das, aber hilft das zB Opel bei seinen Dauerverlusten? Wieder steht ein Lohnverzicht der Arbeiter ins Haus, der die Arbeitsplätze erhalten kann, aber die Arbeitsfreude nicht steigert. Die FDP hat die jahrelange Energieverteuerung der grünfanatischen Bundestagseinheitsfraktion mitgetragen. Die schafft bei den Unternehmen Probleme, die nicht alle bewältigen können und Investitionen erschwert und ins Ausland lenkt (Norsk Hydro).

So sieht Wachstumspolitik nicht aus. Das alte Motto der Steuersenkung war überzeugender. Entlastung der Unternehmen und Bürger schafft Wachstum und macht lustig. Und ist die einzige Möglichkeit, gierige Politikerhände ins Leere greifen zu lassen.

Freitag, 6. Januar 2012

Tyrann, Asket und Impulsgeber für Demokratie und individuelle Freiheit wider Willen






“Ein Scheiterhaufen für einen theologischen Gegner” nannte Rüdiger Achenbach den letzten Teil seiner verdienstvollen DLF-Serie über Johannes Calvin (nachzulesen auf der DLF-Seite).

Ja, Jean Calvin schreckte vor nichts zurück, wähnte er sich doch als Instrument Gottes. Niemand hatte ihm gesagt, daß alle Religion nur bodenlose Erfindung sei, und von selbst kam er nicht darauf. Michel Servet mußte also brennen in Genf, wo sich die französischen Flüchtlinge, die im katholischen Frankreich verfolgt wurden, wie Tyrannen gegenüber der eingesessenen Bevölkerung aufführten.

Thomas Jefferson, der dritte Präsident der Vereinigten Staaten, kritisierte in seinem berühmten Brief an die Danbury
Baptists vom 1. Januar 1802 diesen Calvin und trat energisch für die Trennung von Staat und Kirche ein. Im Geist der Aufklärung verteidigte Jefferson die „wall of separation between church & state“. ( Im Internet zugänglich: http://www.usconstitution.net/jeffwall.html (27.02.2011)

Das war wohl einer der wichtigsten Momente in der westlichen Geschichte, denn der Calvinismus in seinen verschiedenen Ausprägungen neigt zum Eiferertum, wo der Katholizismus die kalte bürokratische Machtausübung pflegt.
Andererseits stärkte Calvin aber das Kollegialitätsprinzip und verneinte das Amt eines Alleinherrschers, wie es das des Papstes darstellt. Und anders als Luther, der das Pfarramt dominieren ließ und die weltliche Obrigkeit umfänglich bejahte, sah Calvin in dem einzelnen Gläubigen die wichtigste irdische Glaubensinstanz. Verbunden mit seiner Vorbestimmungslehre wurde das calvinistische, evangelisch-reformierte Christentum auf verschlungenen religionspsychologischen Pfaden zu einem wirkungsmächtigen Faktor für Schulbildung, individuelles Wirtschaften und individuellen Wohlstand. (s. Max Weber, Aufsätze zur Religionssoziologie / Marco Hofheinz (Hg.), Calvins Erbe)

Sollte man Paten für die heutige westliche Welt benennen, so gehörte Calvin sicher genannt in einer (stark verkürzten) Namensreihe neben Archimedes, Perikles, Justinian (Corpus Juris Civilis), Montaigne, Hume, Jefferson, Darwin und Bultmann. Sein hölzerner Stuhl steht ein wenig verquer zu den Sitzen der anderen.