Freitag, 23. März 2012

Kein Frühling für Amina Al Filali







“Marokko: Selbsttötung nach Zwangsheirat

In Marokko sorgt der Selbstmord einer 16-Jährigen für Bestürzung, die sich aus Verzweiflung über die Zwangsheirat mit ihrem Vergewaltiger das Leben genommen hat. Amina Al Filali habe sich vergangene Woche aus Protest gegen die Eheschließung mit ihrem Peiniger in Larache im Norden des Landes mit Rattengift getötet, sagte die Vorsitzende der Demokratischen Liga für Frauenrechte, Fouzia Assouli, am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Der Fall wurde in vielen marokkanischen Internetnetzwerken aufgegriffen.
Die Hochzeit wurde laut Assouli von einem „Familiengericht“ in Larache angeordnet, nachdem sich die Familien von Opfer und Täter darauf verständigt hatten. Möglich sei die Einigung durch Artikel 475 des marokkanischen Strafrechts geworden, wonach der Vergewaltiger im Falle einer Hochzeit mit seinem Opfer einer Haftstrafe entgehe, sagte Assouli. Sie kündigte für Donnerstag eine Protestaktion ihrer Organisation vor dem Gericht an. “ 15.3.12 ORF / FAZ 21.3.12

Donnerstag, 22. März 2012

Vorgeschmack




Eichendorff:
Frühlingsgruß

Es steht ein Berg in Feuer,
In feurigem Morgenbrand,
Und auf des Berges Spitze
Ein Tannbaum überm Land.

Und auf dem höchsten Wipfel
Steh ich und schau vom Baum,
O Welt, du schöne Welt, du,
Man sieht dich vor Blüten kaum!


So weit ist es ja noch nicht, aber die Trauerweiden werden schon grün bei 19°C.
Der Schaumstoff aus dem Walde ist nicht eigentlich ein Frühlingsgruß, aber mit dem Schnabel haben Vögel Schaumstoffetzen für den Nestbau gewonnen, so scheint es.

Solar hybrid hat trotz der hohen deutschen Subventionierung ebenfalls Insolvenz angemeldet (nach Solon und Solar Millennium).

Mittwoch, 21. März 2012

Zu Lasten Dritter - auch noch im öff. Dienst






Der Frühling macht Fortschritte - auf dem Weg zum Laichen herrscht Gedränge auf der Krötendame




Arbeitsrecht: “Gesetz soll Streiks in der Daseinsfürsorge regeln
20.03.2012 ·  Rechtswissenschaftler haben einen Gesetzesvorschlag für Streiks in Branchen der Daseinsvorsorge ausgearbeitet. Sie wollen Vorwarnfristen und verbindliche Mindestquoten festschreiben.” FAZ 20.3.12

Was sagt Artikel 9,3 Grundgesetz?
> (3) Das Recht, zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen Vereinigungen zu bilden, ist für jedermann und für alle Berufe gewährleistet. Abreden, die dieses Recht einschränken oder zu behindern suchen, sind nichtig, hierauf gerichtete Maßnahmen sind rechtswidrig. Maßnahmen nach den Artikeln 12a, 35 Abs. 2 und 3, Artikel 87a Abs. 4 und Artikel 91 dürfen sich nicht gegen Arbeitskämpfe richten, die zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen von Vereinigungen im Sinne des Satzes 1 geführt werden. <

Ein Streikrecht steht nicht in der Verfassung.
Das wurde von entsprechend gesinnten Arbeitsrichtern aus diesem Artikel herausgefummelt, wie auch die Gegenmaßnahmen der Arbeitgeberseite wie Kündigungen und Aussperrungen nach und nach verboten wurden.
Es ist eine Ruchlosigkeit, Kindertagesstätten, Krankenhäuser, “Betriebe der Daseinsfürsorge” zu bestreiken. Insofern ist diese Initiative der Rechtswissenschaftler Thüsing, Waldhoff und Franzen nur zu begrüßen.

Dienstag, 20. März 2012

Fado können sie





Vasco da Gama (1469-1524) - Seeweg nach Indien




- Portugal: Von einer ausgreifenden Seefahrernation und Kolonialmacht zum Armenhaus Westeuropas - wie kann das gehen?
Die Antwort gilt ähnlich für andere Mächte, die sich zu lange auf kriegerische Gesinnung verlassen haben, ohne die Handwerker, Techniker, Erfinder und Forscher hochzuschätzen, die für die Entwicklung der Waffentechnik unerläßlich sind. Auch der türkische Sultan mußte seine Kanonen im europäischen Norden kaufen, die er auf dem Balkan einsetzte. Wie am Bosporus führte in Portugal eine technikfeindliche Ideologie das große Wort, da der Islam, dort der Katholizismus. Das geht dann nicht gut aus, bis ein Offizier die Macht ergreift und die Kleriker entmachtet (Mustafa Kemal). Davon zehrt die Türkei bis heute, in Portugal stellte sich kein großer Reformer ein, der den katholischen Klerus in die säkularen Schranken verwiesen hätte.

Daher herrscht heute die Schuldenwirtschaft in Lissabon, 4,5% betrug 2011 das Haushaltsdefizit, die gesamte Verschuldung beläuft sich auf 415 Mrd., ein schlechtes Wirtschaftswachstum bildet den Hintergrund für die hohe Jugendarbeitslosigkeit von 30%, die der Erwachsenen beträgt 12,6% , für 2012 werden 13% erwartet; es herrscht ein starkes Gefälle Küste / Hinterland, und noch 15% der Beschäftigten arbeiten noch in der Landwirtschaft, die aber nur 5% zum BIP beiträgt. Das Alentejo ist fruchtbar und wird zu 52% landwirtschaftlich genutzt. Die Korkgewinnung ist noch immer sehr bedeutsam, aber rückläufig. Eukalyptus-Bewaldung nimmt zu und laugt die Böden aus.
Bergschätze werden wenig geborgen: die Uranvorkommen werden auf ca. 6 Mio. Tonnen geschätzt, es gibt Pyrit, Kupfer, Zinn, Wolfram und Gold, es fehlen Unternehmer.
(Angaben überwiegend aus Vortrag Dr. Volker Höhfeld, Tübingen)

Da wundert nicht: “Portugiesen bauen auf Schwäbisch Hall. Die kleine Stadt wird zum großen Jobziel. Mit dem Fachkräftemangel haben vor allem Provinzstädte zu kämpfen, wie Schwäbisch Hall: Es gibt dort 2500 offenen Stellen. Jüngst forderte man auch europäische Arbeitssuchende auf, sich zu bewerben - 10.000 Portugiesen sind bislang dem Aufruf gefolgt. …” DLF 20.03.2012 · 09:10 Uhr

Für Portugal ist das leider keine gute Perspektive, da nur ein Teil der Arbeitsemigranten zurückkehren wird. Auf ein langes Politikversagen können Einzelne nur individuell reagieren. Es gab zwar viele Universitätsgründungen nach 1970, aber dadurch entsteht nicht automatisch eine unternehmerische Kultur in einem erzkatholischen Land, und Unternehmer brauchen nicht unbedingt eine Ausbildung. Siehe Jobs, siehe Gates. Oder der jüngst verstorbene, aus ärmlichen Verhältnissen stammende thailändische Red-Bull-Gründer Chaleo.
So müssen die katholischen Portugiesen ins protestantische Schwäbisch Hall.

Aus dem katholischen Italien hört man (DLF), daß jährlich 6500 Akademiker das Land verlassen, um anderswo Arbeit zu finden. Wenn es sich um Ingenieure handelt, bedeutet das einen schmerzlichen Aderlaß für Italien.

Montag, 19. März 2012

Die Seifenoper kann beginnen





Wie schaut denn die rotgrüne Dame in Braun drein?

Wie, Merkel hat ihren grasgrünen Kandidaten Töpfer nicht durchschieben können?



Prima Idee: Polen stoppt EU-Klimaplan für die nächsten Jahrzehnte; es weigert sich glatt, konkrete Vereinbarungen zu unterschreiben. (FAZ 12.3.12)

Polen plant dafür zwei neue Kernkraftwerke mit Hitachi-Westinghouse.
Da kann man nur gratulieren.