Montag, 4. Juni 2012

Auf Facebook? Nicht möglich!






Ein Kopf des militärischen Widerstands gegen Hitler: Generalstabschef des Heeres Ludwig Beck  


Die englische Geschichte sei glücklicher verlaufen als die deutsche, meint Golo Mann in seiner GESCHICHTE DER DEUTSCHEN. Daran dürfte wenig Zweifel möglich sein. Wenn die englische Königin derzeit ihr 60jähriges Thronjubiläum feiert, dann mag man auch die Monarchie in dieses Urteil einbeziehen. Die Windsors haben sich erfolgreich an Demokratie und Pluralismus angepaßt, die Symbolik des Königlichen gepflegt und Pop-Elemente aufgenommen als Angebot an dessen bedürftige Bürger. Die meisten werden aber auch das Traditionselement schätzen, daß im Wandel der Zeiten bestimmte Dinge, sie mögen so verstaubt sein wie sie wollen, stabil überdauern und ein Gefühl der Sicherheit vermitteln.
Auch der Veteranen der Royal Air Force wird gedacht, das Militär gehört überall dazu. Zweifel kommen allerdings da auf, wenn “Bomber Harris”, einem der Hauptverantwortlichen für die Bombardierung der deutschen Innenstädte zur Vernichtung von Zivilisten, auf dem Denkmalsockel steht und Bilder lachender Lancaster-Besatzungen gezeigt werden. Das Töten ist denn doch ein zu ernstes Geschäft, und das massenhafte Verbrennen von Zivilisten durch Brandbomben ohne jede militärische Bedeutung (Dresden u.a.) ist einfach schauerlich.


Am Rande kann dann auf Facebook ein Dialog mit Engländern entstehen, einige Ausschnitte:
„Who in turn were doing the same in cities like London, Clydebank and Coventry.“

Hallo Daye,
to fight an ordinary war you have to fight combatants, soldiers, arms factories. There is no other way and Churchill should have done away with silly Chamberlain earlier to call to arms. May be the war had been prevented. The turning point of WW II was 1943 after Stalingrad. 1944 Hitlers defeat was quite clear, the bombings of city centers without any troops and factories in them was the mere killing of civilians, especially Dresden was crowded with women and children, refugees from the East.  

Natürlich war Churchill nicht im Amt, er konnte nicht direkt handeln. Aber es wäre wünschenwert gewesen, eine Vorstellung nur wie die, daß Hindenburg zehn Jahre jünger hätte sein sollen:

If president Hindenburg, who disliked Hitler, had been younger and not that senile, he wouldn’t have appointed Hitler chancellor. Hitler had suffered an electoral setback before.  
More real was the opposition of the leading Generals Ludwig Beck (Generalstabschef des Heeres), Hammerstein-Equord, Halder, Oster und Witzleben, who tried to get in contact with the British government, but were rejected. Hitler intended to invade Prag; when starting the attack, the generals wanted to arrest him and the leading Nazis. But honourable Chamberlain, who wanted to prevent war and did not realize that Hitler was thinking in terms of ancient conquering (model Alexander), accepted Hitlers unacceptable conditions and signed the München dictate September 1938. Hitler was very angry about that, he wanted to spend a symbolic night on the Prager Burg, former domicile of German emperors. Hence the military opposition could not arrest the Nazi heads and was weakened, dismissed, killed.  

(By the way: Fascism was quite an option for bright British heads like Muriel Spark, Edward VIII, Mitford sisters etc.)
...
States are maschines, parties are maschines, sometimes horrible guys seize power by odd circumstances and drive the land into war and war crimes by command and dictatorship. Many people inside and outside become victims. Churchill was right to abandon the appeasement policy and fight Hitler. At the end of the war to bomb cities without any military purpose Churchill and Harris became war criminals. (cf. Golo Mann)

Das Thema verlangt aber eine große Darstellung und Behandlung, wie sie G. Mann vorgelegt hat. Nur wer liest sie?

Sonntag, 3. Juni 2012

Was tat Gysi nach dem Mauermord?



Der junge Maurer Peter Fechter, hier das Paßbild (Wiki.), wurde 1962 in Ostberlin von den SED-Schergen von der Mauer geschossen, er fiel zurück in die SBZ, wo er, um Hilfe rufend, nach einer Stunde verblutete. Das Ulbricht-Gysi-Honecker-Gesindel, Vater Klaus Gysi war systemtragend bei Mauerbauer Ulbricht tätig und wurde 1963 Minister bei Mauerbau-Organisator und Diktator Honecker, leistete keine Hilfe. 
Vom Sohn des Schreibtischtäters Klaus Gysi, SED-Anwalt Gregor Gysi, die SED ließ nur Anwälte im Dienste "der Partei der Arbeiterklasse" zu, ist mir kein Kommentar zu den Mauermorden bekannt. Klaus Gysi wurde bei Honecker Botschafter in Italien, 1990 trat er in die SED-Nachfolgepartei PDS ein, die mit der WASG später zur DIE LINKE fusionierte.   



- Extremismus. Ist die Gysi-Partei DIE LINKE eine extremistische Partei? Seit Tagen wird sie in den Nachrichten vorrangig bedient. Die Sender behandeln sie als normale, nicht-extreme Partei. 

Es ist bedenklich, wenn extreme Parteien so hofiert werden, denn extreme, also “äußerste” Standpunkte sind dem Pluralismus abträglich. Der Pluralismus aber ist die einzige verträgliche Gesellschaftsverfassung, mit der alle Standpunkte und Glaubensinhalte einigermaßen leben können, wenn sie nicht selbst anti-pluralistisch sind, wie etwa der Islam oder der Marxismus. 
Zu letzterem pflegt DIE LINKE eine besondere Beziehung, insbesondere die innerparteilichen Gruppen "Kommunistische Plattform"  und die “Antikapitalistische Linke”. Das kann nicht verwundern, wurzelt doch die Partei in der SED, der Partei der sozialistischen Diktatur, die alles enteignete und die Bevölkerung ihres Machtgebietes einmauerte und Flüchtlinge abschoß. Beschönigend wird diese mörderische Vergangenheit unter “Fehler” verbucht. 
Teile der Partei bezeichnen sich als “keynesianisch”, doch dürfte das nur der Bemäntelung des Ziels von mehr Staatseinfluß und Planwirtschaft dienen, die den Wohlstand bedrohen.  
Die Partei besitzt in den Medien zahlreiche Unterstützer, so daß sie dauernd in allen Formaten zu Wort kommt. Das macht sie zur gefährlichsten Partei für den Pluralismus in Deutschland. Erfreulich, daß sie gerade aus dem Düsseldorfer Landtag herausgefallen ist.  

- 50% der Wirtschaftspolitik sind Psychologie, sagte Deutschlands bedeutendster Wirtschaftsminister Erhard.  
“Die anderen 50% sind eine klare Ordnungspolitik im Sinne der Marktwirtschaft und des Wettbewerbs.”   

Samstag, 2. Juni 2012

Mit Wettbewerb und Funktionselitebildung kann man auch an das Mondkalb glauben


  Das gelobte Land  








   

Denkt man an Ägypten, an die rund 100 Mio. Einwohner (geschätzt 2010, zählen können die Ägypter sehr schlecht), und an das Pro-Kopf-Einkommen von 4776 USD, und vergleicht man das mit Israel: 7,7 Mio. Bürger (incl. Araber) und 23.000 USD Pro-Kopf-Einkommen (2010), dann könnte man den Ägyptern nur “viel Israel” wünschen. Seit die Araber Ägypten eroberten und die altägyptische Kultur und Sprache auslöschten, hat sich in Neuägypten in 1000 Jahren fast nichts getan. Mit Ausnahme der Kinderzeugung: allein seit 1970 hat sich die Bevölkerung verdreifacht (!). Ägypten könnte sich also wünschen, von Tel Aviv regiert zu werden, um in Wohlstand und Zivilisation zu gelangen. Aber da sind die regierenden Islamisten ganz anderer Meinung.  
Und natürlich hätte Israel wenig Lust, sich mit einer völlig rückständigen Bevölkerung zu belasten. Sie haben genug lernunwillige und entwicklungsfeindliche Araber im eigenen Land. 

Ein größeres Israel wäre ein Entwicklungsgewinn für den Nahen Osten.  
Sieht man von den Ölexporten ab, erzielt die gesamte arabische Welt mit einer Bevölkerung von 250 Millionen Menschen ein geringeres Bruttoinlandsprodukt als Finnland mit 5,4 Mio. Einwohnern. Wenn das keine klare Sprache spricht.  

Aber auch, wenn Israel seine gefährliche Wespentaille beseitigen würde durch weitere Besiedelung des Westjordanlandes, bliebe es ein Winzling in der Region.  
Den westjordanischen Arabern aber, bildungsfeindlich wie zeugungsfreudig, wäre ein Anschluß an Israel zu empfehlen. Sie hätten davon riesige Vorteile.  

Interessant bleiben die Gründe für den Entwicklungserfolg der Juden, die ja ehedem die gleichen Araber waren wie die heutigen Nachbarn. Der Gott Jahwe steckt sicher nicht dahinter, der entspringt der Phantasie wie alle anderen Götter auch. Der römischen Zivilisation hatten die Juden vor 2000 Jahren nichts Ebenbürtiges entgegenzusetzen. Die Römer brachen ihren kriegerischen Geist und die Diaspora begann. Hatte die Konfrontation mit den Römern Einfluß auf die große jüdische Reform des Jesus von Nazareth? Diese Entwicklungslinie erwies sich als zukunftsträchtig, doch verlor sich das genuin Jüdische im Christentum. Dagegen erwies sich das religiöse und rassische Element - der Jahwe-Glaube und / oder die Abstammung von einer jüdischen Mutter (pater incertus) als gemeinschaftsbildend bis in die Gegenwart.  
Dafür dürfte der Wettbewerb mit der anderskulturellen Umwelt die Hauptrolle spielen. Nicht nur begünstigten die vielen Texte des Alten Testaments konkurrierende Auslegungen und Schulen, der Wettbewerb und die Behauptung in der andersartigen kulturellen Umwelt forderte den jüdischen Gemeinschaften ihre Überlebensfähigkeiten ab. Noch in der Moderne gilt das Erziehungspostulat der Superiorität, wie es u.a. von Hannah Arendt in Bezug auf ihre Mutter berichtet wird. Die Kinder sollten und sollen mehr leisten als die anderen. Wenn dieses Postulat wissenschaftsoffen ist, und dies ist bei den Westjuden der Fall, dann kann der Erfolg kaum ausbleiben und er manifestiert sich eben heute in vielen jüdischstämmigen Wissenschaftlern und auch in den erstaunlichen Leistungen des winzigen Staates Israel, trotz der ständigen Kriegsdrohung der in der mentalen Steinzeit verbliebenen Nachbarstaaten.   

Freitag, 1. Juni 2012

Einladung ins Paradies

Sicher, schön, produktiv: KKW Würgassen
(Bild: KKW Würg.)

















3 Personen verbrennen in einem Elektroauto in Shenzhen (Rotchina). 


Bei einem Auffahrunfall explodierten die Batterien des E6 des Daimler-Partners BYD (Build Your Dreams). (FAZ 31.5.12, S. 14)  


Das hätte mal einem KKW passieren müssen!

Donnerstag, 31. Mai 2012

Hallo Präsi!








In 60 Jahren von 0 auf 100 - nachmachen!  




Präsi Gauck fand es sinnvoll, die israelische Siedlungspolitik bei seinem Besuch in Israel zu kritisieren, obwohl Außenpolitik nicht zu seinen Amtsaufgaben gehört. 
War er nicht Posaunenengel der “Freiheit”? 
Gibt es in einem einzigen arabischen Land individuelle Freiheit? Gäbe es die in einem arabischen Westjordanland unter der kollektivistischen Knute der Fatah oder der Hamas? Sicher nicht. Es gibt sie für die Araber in Israel, doch machen die wenig Gebrauch davon, da sie in einer brutal-hierarchischen Mentalität befangen sind, in der die Familien- und Clanchefs bedingungslos herrschen.  
Wie praktisch überall in Arabien, mit Lockerungen in den alewitischen Gebieten. In einem Westjordanstaat wäre es so wie in Ägypten oder Tunesien. Es gäbe keine individuelle Freiheit, Mädchen und Frauen wären auch die elementarsten Rechte verwehrt, blanke Bildungs- und Wissenschaftsfeindschaft herrschten, die Wirtschaft würde von den Politmilizen Fatah und Hamas erpreßt.  
Wäre das eine freiheitliche Lösung? Keinesfalls. Präsi Gauck könnte heute auf der Westbank das Buch “Start-Up Nation Israel” von Dan Senor und Saul Singer verteilen, in dem sie die Leistungen Israels bilanzieren: individuelle Freiheit und Rechtsstaat, Zivilgesellschaft und Wohlstand, wissenschaftlich und technisch arriviert wie sonst nur noch die USA und die Schweiz.  

Das könnte Gauck den Westjordanarabern heute zur Nachahmung empfehlen. Und wo könnten sie das besser lernen als in einem israelischen Autonomiegebiet, in dem sich von den Fatah-Mascinenpistolen verfolgte Araber und Araberinnen (!) an zivilisierte israelische Gerichte wenden könnten?   
Aber zuerst einmal müßte Gauck eindringlich die bedingungslose Gewaltaufgabe gegenüber Israel fordern. Auch von den anderen islamischen Ländern.