Dienstag, 15. Oktober 2013

Mal ne Frage: Verblöden die Geisteswissenschaften die Gesellschaft?






Schatten über der Kulturlandschaft





Wieder 1 Cent mehr pro Kilowattstunde (kWh) - die Umlage für alle Stromkunden steigt damit auf 6,24 Cent / Kilowattstunde. Für den landschaftsverschandelnden, unzuverlässigen und teuren Strom aus Windmonstern und Solarbrettern. Wie kann das sein? Woher stammt dieser Unfug, eine zuverlässige und kostengünstige Stromversorgung anzugreifen und durch Plunder ersetzen zu wollen? Die Köpfe der zweiten Reihe hinter diesem Unsinn trifft man regelmäßig auf hr2 “Doppelkopf”. Gestern war es Frank Deppe, Altlinker und langjähriger Kopfverderber aus der PhilFak. Den Geistes- und Sozialwissenschaften. Deppe absolvierte die bekannte Marburger Karriere Soziologie, SDS, Abendroth, Institut für marxistische Studien und Forschungen (DKP/SED), “Die Linke”, Attac, Rosa-Luxemburg-Stiftung. 

Daß jemand in der Jugend rot, braun, grün, katholisch oder gelb ist, verwundert nicht. Milieu, Gleichatrigengruppe,  Zeitumstände und Zufälle bestimmen das. Erstaunlicher ist, daß sich solche Quasi-Prägungen bei den meisten Menschen sehr lange, oft lebenslang halten. Nicht nur haben die Kinder keine freie Auswahl bei Eltern und Milieu, ihr Lernvermögen bleibt durch die Jahrzehnte auch sehr begrenzt. Deppe scheint da keine Ausnahme zu sein, gerade, daß er sich von den westlichen Intellektuellen distanzierte, die sich für Pol Pot verwendeten, den brutalsten Massenschlächter des 20. Jahrhunderts. Beim “Klassenkampf” ist er geblieben, was von den  DKP-Genossen ausdrücklich gelobt wird:
Zur Lektüre unbedingt empfohlen sei der Artikel von Prof. Dr. Frank Deppe in der Zeitschrift Sozialismus 10/2010 "Aus der Krise lernen - Anmerkungen zur gewerkschaftlichen Strategiedebatte".”  dkp-online 2010

Und zum “Klassenkampf” gehört natürlich der Kampf gegen die “Monopole”, auch in Sachen “Energiewende”. Dafür setzt sich Deppe in seiner Partei “Die Linke” ebenfalls ein, aber eine mit sozialistischem Akzent.

Das sind die 68er-Figuren hinter dem Abbau der billigen und verläßlichen Energieversorgung. Durch ihre Lehrtätigkeit konnten sie jahrzehntelang Einfluß auf die akademische Jugend nehmen. Und dieses Phänomen existiert europaweit. Es wuchs mit dem Ausbau der Philosophischen Fakultäten zu Masseneinrichtungen. Man muß konstatieren, daß mit diesem Anstieg der Akademikerrate das irrationale Potential in den Gesellschaften stark mitwuchs.  

Montag, 14. Oktober 2013

Sehr elegant







“Dieses Buch soll nun zeigen, wie sich durch die Vektormethode die Analytische Geometrie von Gerade, Ebene, Kreis und Kugel in formeller Eleganz und bestechender Übersichtlichkeit darstellen läßt.”

So heißt es im Vorwort dieses schönen Buches “Analytische Geometrie in vektorieller Darstellung”.

Ich bezweifle nicht, daß die drei Autoren vollkommen recht haben mit ihrer Behauptung. Manchmal träume ich von wunderbar 
transparenten Ebenen, die frei im vektoriellen Raum glänzen und sich sogar elegant um den Punkt 0 drehen lassen. Liegen da nicht gleich die Branen-Welten des Steven Hawking um die Ecke? Und leise ertönt dazu “An der schönen blauen Donau”, gepielt vom Computer HAL.

Am nüchternen Tag trifft man dann aber Schulforscher wie Dr. E.R., die erzählen, daß sie seit dem Abitur nie wieder differenziert und integriert haben, und nur Kurvendiskussionen ganz anderer Art hätten sie geführt,  man also tunlich davon als obligatorischem Stoff abrücken könne. Ähnliches trifft für alle Fächer zu. Die Hälfte des Stoffes ist überflüssig und verplempert nur die Lebenszeit. Die elaborierten Stoffe dienen zudem dazu, die Begabten zu bremsen und zu belästigen mit dem Desinteresse der Unbegabten. Wir brauchen aber die Spitzenleute und die Spitzenleistungen. Die muß man durch echte Leistungskurse vom Ballast der unbegabten Mitschüler befreien. Die sollen nur das lernen, was zur kompetenten Lebensführung notwendig ist. In der Mathematik also der Stoff bis zur Prozent- und Zinseszinsrechnung einschließlich Rentenendformel. Wenn das Institut für Qualitätssicherung im Bildungswesen (IQB) also die Mathematik- und Naturwissenschaftskenntnisse der Neuntklässler aus den verschiedenen Bundesländern erhebt und vergleicht, dann sollte das nicht davon ablenken, daß sehr viel Stoff überflüssig ist.
Für den ausgemachten Vorsprung der Ostländer, falls es sich nicht um Artefakte der Statistik handelt, sollte man die Unterrichtsmethoden überprüfen.
Traditionell prägte der Lehrervortrag das Unterrichtsgeschehen im Osten stark. Der kennt natürlich viele Qualitätsabstufungen, er besitzt aber in jedem Falle für alle Schülerbegabungen große Vorteile. Er verschwendet kaum Zeit mit Herumplappereien, läßt die stärkeren Schüler das Unterrichtsgeschehen ziehen und verschont die jeweils im Fach Schwachen und Uninteressierten von dauernden Fangfragen. Im Ergebnis bekommen diese aber auch mehr mit, durch Wiederholungen etwa, als bei anderen Unterrichtsformen.


Lernen allerdings vollzieht sich immer individuell mit Lust und Unlust. Der musikalisch Unbegabte wird nie lernen, was Camille Saint-Saens, Mozart und Jean Francaix schon als kleine Kinder konnten. Man verschone sie mit Dingen, die Unlustattacken bei ihnen auslösen. Hirnforscher begründen das: Das Großhirn, Ort des Langzeit-Gedächtnisses, hat keinen unmittelbaren Zugang zur Welt. Auch nicht zum Nürnberger Trichter! Alles zu Lernende passiert das Gefühlshirn, das limbische System, und wird da auf seinen Gefühlswert geprüft. Ist es ungeliebt, wird der Zutritt zum Dauer-Gedächtnis verweigert. Wenn es gut geht, bleibt es abrufbar bis zur nächsten Klassen-Arbeit, gelegentlich auch bis zum nächsten Zeugnis.
Da hilft auch das IQB nicht.
Es gilt leider noch immer:
„Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir.“ (SENECA, Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), Buch XVII, Brief 106, 12)

Das wäre endlich zu ändern!

Sonntag, 13. Oktober 2013

We researched some facts





Denken und Sprechen haben nicht so viel miteinander zu tun, wie Wygotski meint. Man sieht das auch an jungen Autoren wie Büchner, die bereits über eine hohe Sprachkraft verfügen, aber erst wenig Lebenserfahrung besitzen und erst wenige Kenntnisse erworben haben. Ähnlich verhält es sich mit jungen Komponisten.

 


Wissenschaftssprache Deutsch und das Denglisch - wieviel davon? 
Das Problem besteht auch in den anderen Sprachen. Der in den USA beheimatete Science-Citation-Index übt eine große Anziehungskraft auf junge Wissenschaftler aus. Damit muß man sich eben herumschlagen, so wie das auch im Mittelalter der Fall war. Damals mußte der Gelehrte Latein schreiben. Dadurch wurde aber die Aufklärung nicht verhindert - nicht einmal bei dem Verächter des Deutschen, dem 2. Fritz, der nur mit dem Pferdeknecht deutsch sprach. Die Welt des Denkens  und die der Sprache berühren sich zwar, aber nur am Rande. Das gilt besonders für die Naturwissenschaften. 
Galilei, Leeuwenhoek oder Edward Jenner dachten mit Präzision und in Funktionsvorstellungen, ihre Muttersprache war dabei völlig sekundär. Marie Curie alias Skłodowska wechselte zwar das Polnische gegen das Französische aus, aber nicht ihr radioaktives Denken.

Das Problem des englischen Einflusses reicht also nicht in das Denken hinein. Allerdings übernehmen junge Leute gerne und leicht Moden, selbst im nationalistischen Frankreich, das ein Gesetz zur Wahrung des Französischen beschlossen hat. Im geistig verwirrten Deutschland mit Schuldkult und grüner Ideologie liegen die Dinge zwar anders, aber auch nicht hoffnungslos. Weil das Denken sich in einem anderen Kode vollzieht, droht keine intellektuelle Beeinträchtigung durch Verwenden des Englischen. Wir brauchen es in Europa, weil die Sprachgrenzen noch sehr ausgeprägt sind und die Verständigung behindern oder gar verhindern. Aber die Muttersprache kann man trotzdem pflegen. Wenn man will.

Samstag, 12. Oktober 2013

Auch gute Maurer hatte das Land









Ja, das war gut. Alle Kinder gingen auf die gleiche Schule. Die zehnjährige Gemeinschaftsschule. Und alles war gut. Alle Schüler gingen gern dorthin und lernten begierig. Vor allem auch die Naturwissenschaften und die Mathematik. Das Land blühte ob dieses guten Schulsystems, der Wohlstand wuchs und die Wissenschaftler dieses Staates besaßen Weltrang. Von überall her strebten die Menschen dorthin, so daß dann nichts anderes mehr half, als eine Mauer zu bauen. 1961 war das. Und jetzt blühte das sozialistische Vaterland aller Werktätigen noch mehr auf, weil die unqualifizierte Einwanderung nicht mehr das Niveau des sozialistischen Bildungssystems drückte. Es hagelte Patentanmeldungen und Erfindungen. Weltweit riß man sich um die allseits gebildeten sozialistischen Persönlichkeiten. 

Das beeindruckte die kleine Jutta Allmendinger, die im armen Adenauerland keine Gemeinschaftsschule besuchen durfte. Wenn der Sozialismus so gut bildet, dachte sie sich, dann studiere ich nach der Schule diesen guten Sozialismus. In der Liste der Studienfächer fand sich zwar kein Studiengang dieses Namens, aber etwas ganz Ähnliches: Soziologie. Da schrieb sie sich ein und siehe, fast alles in der westdeutschen Soziologie war ziemlich sozialistisch. Prima fand sie das, studierte fleißig und leitet heute das WISSENSCHAFTSZENTRUM BERLIN FÜR SOZIALFORSCHUNG. Die kleine Jutta ist jetzt groß gefragt bei ihren sozialistischen Kollegen im DLF, wo sie viel Platz bekommt und in den Nachrichten zitiert wird:

In einigen westdeutschen Bundesländern entscheide die Herkunft und das Elternhaus über die Leistungen in der Schule, sagt Jutta Allmendiger. Die Präsidentin des Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung fordert daher, das dreigliedrige Schulsystem wieder auf den Prüfstand zu stellen.”  DLF 12.10.13 Weniger herkunftsbedingte Unterschiede bei Schülern im Osten. Neue Studie belegt Leistungsgefälle bei 9.-Klässlern.


Aus dem Osten kommt das Licht. Aus Brandenburg, MeckPomm und, an der Spitze, Sachsen.
Aber was ist eigentlich aus dem blühenden Land mit der Mauer und der wunderbaren zehnjährigen Gemeinschaftsschule geworden?

Freitag, 11. Oktober 2013

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Von welchem Bäumen fallen eigentlich die OECD-Schulforscher?





Die langen Beine der Dolores? Die Kopfform von Arnie? Die Reflexe des jungen Cassius Clay? Die Intelligenz des Juristen Georg-Christoph Lichtenberg, eines Nachfahren des noch intelligenteren Physikers und Aphoristikers?
Kann sich jemand wundern, daß die Eltern der Dolores keine Zwerge waren?

Wohl nicht. Was wir körperlich besitzen, das gilt auch für das Gehirn, dem Sitz der Intelligenz, das haben wir ererbt von Eltern, Großeltern und Urgroßeltern. Innerhalb einer gewissen Schwankungsbreite und mit Ausreißern weit vom Mittelwert, wie das zum Beispiel für den jungen Fichte zutrifft. Er wurde gefördert und stieg auf. Heute wird jeder gefördert, ob er will oder nicht, und alle Schulen stehen offen. So hat sich die Bedeutung des Anteils der erblichen Intelligenz logischerweise noch erhöht in der deutschen Gegenwart. Und die Schichtung in der Gesellschaft nach der Intelligenz und ihrer Berufe hat sich ebenfalls verstärkt, weit mehr in Deutschland als in England oder Frankreich. Wer kann sich darüber wundern? Nur Leute, die daran glauben daß Birken auch Äpfel tragen.