Samstag, 8. März 2014

Der Weg ist nicht das Ziel




Commodus, Sohn des klugen Marc Aurel, regiert Rom von 180 bis 192 und liebt die primitiven Gladiatorenspiele, in denen er selbst tötet, weswegen er sich hier mit der Gladiatorenkeule darstellen läßt.

(Bild: Wiki./Frantz)





“Der Weg, der, auch in der abendländischen Geschichte selbst, von diesem einfacheren, von dem primitiveren Seelenaufbau zu dem differenzierteren unserer Tage führt, bleibt im Dunkel.”
So Norbert Elias in seiner Untersuchung “Über den Prozeß der Zivilisation” (2. Bd., S. 385) 
Ähnlich der Althistoriker Christian Meier, wenn er vom “griechischen Wunder” spricht, das nicht recht zu erklären sei.

Die antiken Anfänge werden beherrscht von starken Kontrasten. In Athen wirken Figuren wie Perikles und Epikur, aber die Melier rotten die Athener aus, weil sie sich Athen nicht unterwerfen wollen. Das erbarmungslos kriegerische Sparta unterwirft Athen im langen Peloponnesischen Krieg, den Thukydides klug beschreibt und analysiert, und Alexander der Grobe begräbt die alte Poliswelt und öffnet orientalischen Unterwerfungsbräuchen die Tür zum Westen.

Seneca in Rom spürt in seiner “Trostschrift an Marcia” der Wahrnehmung des Leidens nach und dem richtigen Verhalten damit, Nero zwingt ihn zur Selbsttötung und bluttriefende Gladiatorenspiele dienen der öffentlichen Unterhaltung.
Die Lust an der Grausamkeit lebt heute in den zahllosen Krimis und Schießspielen. Tatsächlich getötet wird im Westen weniger, wenn auch die Zahlen seit etwa 1970 nach langem Absinken wieder ansteigen.

Freitag, 7. März 2014

Sarasate, Zino Francescatti - Atemberaubende Virtuosität. Allerdings Kunststückchenmusik.

Auch Ungleiches gesellt sich gern






14°C - da dürfen sie wieder hinaus aus dem Winterstall.
Diese beiden bilden treten gern zusammen auf; ob die Stall- und Weidegemeinschaft so verbindend wirkt, wie es sonst nur bei Pferden zu sein scheint.

Donnerstag, 6. März 2014

Reden reicht, meint Habermas



Seit 1970 führten alle Wege der Schönrednerei nach Moskau. Man traf sich lieber mit Gierek als mit Walesa, lieber mit Putin als mit Jazenjuk. Nun ist die Appeasement-Politik an ihr Ende gekommen, lange Jahre konnte sich Putin ermuntert fühlen durch "nützliche Idioten" wie den Ex-SPD-Kanzler Gerhard Schröder. Der ruft wahrscheinlich immer noch jeden Tag Außenminister Steinmeier an, man solle doch Putin rote Rosen schicken und ihn besser verstehen. Das sei auch Habermas' Meinung. Nun schicken die USA endlich Kampfbomber, aber nur ganze 6, nach Polen. Besser wäre natürlich die Abhaltung von Manövern, denn Putin hat ein militärisches Eingreifen in der Ukraine zur Option erklärt. 

Mittwoch, 5. März 2014

Roter Platz lockt


Worum geht es Putin? Um die dauerhafte Unterdrückung der Bürgergesellschaft, der Meinungsfreiheit und der Pressefreiheit. Putin befürchtet, er könnte nicht mehr jeden ins Gefängnis werfen lassen durch eine willfährige Justiz von seinen Gnaden, und auch nicht mehr jede Journalistin wie die Politkowskaja durch Auftragsmord beseitigen lassen. Moskau ist eine große Stadt und nicht mehr so rückständig und unterwürfig wie die Provinz. Was in Kiew stattfand, die Beseitigung des russischen Statthalters Janukowitsch, so etwas könnte in Moskau in naher Zukunft auch stattfinden. Und im weißrussischen Minsk des Ex-KPdSU-Funktionärs und Diktators Lukaschenka. Davor hat Putin Angst, der sich in der Reihe der russischen Großfürsten und der Sowjetdiktatoren sieht. Für ihn gibt es nur das zu kommandierende Volk, das zu gehorchen hat. Er denkt auch heute noch, wie früher als KGB-Offizier, lupenrein sowjetisch und in politischen Blöcken. Individuelle Menschen kennt er nicht.
Putin leugnet sogar weiterhin , daß die Soldaten und Fahrzeuge ohne Kennzeichen auf der Krim russische Soldaten sind. Das läßt ihn als grotesken Politgauner erscheinen.

Am Rande bemerkt: vieles erfährt man nur über CNN; dort war gestern ein Interview mit dem ehemaligen Außenminister Poroschenko zu sehen, der auch unter Asarow Wirtschaftsminister war; er wies alle Beschuldigungen Moskaus als giftige Propaganda zurück.