Freitag, 26. Dezember 2014

Schafe? Nein, danke.


"... DER JÜNGERE SOKRATES: In was für welchen meinst du?
GAST: Wo es auf die Anordnung des gesamten Lebens ankommt. Denn die besonders Sanften sind auch immer darauf bedacht, ein stilles Leben zu führen, indem sie ganz für sich nur ihre eigenen Angelegenheiten besorgen, und sowohl zu Hause mit allen auf diese Art umgehen, als auch mit andern Staaten gleichermaßen bemüht sind, immer auf irgend eine Art Frieden zu halten. Und vermöge dieser Neigung, wenn sie unzeitiger ist als sie sollte, werden sie, wenn sie nach ihrem Willen handeln können, unbemerkt selbst unkriegerisch, wie sie auch die Jünglinge gleichfalls zu solchen machen, [E] und fallen daher jedem Angreifenden anheim, wodurch sie dann in wenig Jahren mit ihren Kindern und dem gesamten Staate oft [308 St.2 A] aus Freien unvermerkt Knechte geworden sind.
DER JÜNGERE SOKRATES: Einen bösen und schlimmen Erfolg gibst du an.
GAST: Wie aber die mehr zur Tapferkeit sich neigenden? Reizen die nicht ihren Staat immer wieder zu irgend einem Kriege an wegen ihrer, mehr als gut ist, heftigen Begierde nach einem solchen Leben, und verwickeln ihn dadurch mit vielen und Mächtigen in Feindseligkeiten, ja bringen wohl gar ihr Vaterland ins Verderben und in die Knechtschaft und Gewalt seiner Feinde?
DER JÜNGERE SOKRATES: Auch das geschieht.
GAST: Wie [B] sollten wir also nicht sagen, daß hierin beide Arten immer viel Feindschaft und Streit gegeneinander haben von der heftigsten Art?
DER JÜNGERE SOKRATES: Auf keine Weise können wir das leugnen.
GAST: Also was wir von Anfang suchten, das haben wir gefunden, daß nicht unwichtige Teile der Tugend untereinander uneins sind von Natur, und auch die, welche sie besitzen, eben dazu machen.
DER JÜNGERE SOKRATES: Das scheinen sie in der Tat.
GAST: Laß uns nun auch dies dazunehmen.
DER JÜNGERE SOKRATES: Welches?
GAST: Ob wohl eine von den zusammensetzenden Künsten irgend eines ihrer Werke, wenn es auch das unbedeutendste wäre, gutwillig aus Schlechtem und Gutem bilden wird? Oder ob nicht jede Kunst [C] überall das Schlechte nach Vermögen verwirft, und nur das Tüchtige und Gute nimmt, um aus diesem dann, Ähnliches und Unähnliches in eines verarbeitend, eine bestimmte Kraft oder Gestalt hervorzubringen?
DER JÜNGERE SOKRATES: Wie sollte sie nicht dies?
GAST: Also wird auch ihrer Natur nach die wahre Staatskunst niemals gutwillig aus guten und schlechten Menschen irgend einen Staat bilden, sondern offenbar wird sie sie erst durch Erziehung prüfen, und nach [D] der Prüfung denen, die sich darauf verstehen, zum Unterricht und zur Besorgung übergeben, unter ihrer eignen Anordnung und Aufsicht, wie die Weberei über die Wollkämmer und andere, welche die zu ihrem Gewebe notwendigen Vorarbeiten verrichten, immer die Aufsicht führt, ihr Tätigkeiten begleitend anordnet und ihnen solche Aufgaben aufgibt zu verrichten, wie sie glaubt, daß zu ihrem Gewebe tüchtig sein werde.
DER JÜNGERE SOKRATES: Allerdings.
GAST: Eben so scheint mir auch die Herrscherkunst selbst die Oberaufsicht führen zu sollen über alle gesetzlichen Erzieher und Lehrer, und ihnen nicht zu gestatten, etwas zu üben, was eine ihrer Mischung nach nicht angemessene Gesinnung hervorbringen könnte, [E] sondern die, die dies vermögen, allein zu unterrichten befiehlt sie. Die, welche nicht vermögen, an tapferer und besonnener Gesinnung Teil zu nehmen und was sonst zur Tugend führt, [309 St.2 A] sondern in Gottlosigkeit, in Frevel und Ungerechtigkeit durch die Gewalt einer bösartigen Natur hineingestoßen werden, diese stößt sie aus durch Todesstrafen und durch Ausweisungen, oder züchtiget sie durch die härtesten Strafen.
DER JÜNGERE SOKRATES: So soll es wenigstens sein.
GAST: Die aber wiederum in Torheit und großer Niedrigkeit des Sinnes sich herumwälzen, reiht sie unter die Sklaven ein.
DER JÜNGERE SOKRATES: Ganz richtig."
(www.opera-platonis.de/Politikos.html)

So die Worte des P. in A., Platon gegen Ende in seiner Spätschrift POLITIKOS. Der Politiker soll ein Weber sein, der kunstvoll mit seiner Meßkunst die verschiedenen Fäden verwebt. Hirt und Herde? Das erörtert Platon eingangs, das ist ihm zu blöd, das überläßt er dem Wanderrebbe späterer Zeit, dem J. C., der verwendet gern ‘Hirt und Herde’, das entspricht seiner Mentalität.
Da kann man Platon mal zustimmen, wiewohl mir das Bild des politischen Wollwebers auch nicht sehr zusagt. Zum Teufel mit Hirten und Webern! Wer will schon Schaf oder Faden sein.














Donnerstag, 25. Dezember 2014

Platon läßt grüßen



Gehört es nun aber nicht zu dem Allerwichtigsten zu wissen, daß es Götter gibt und wie große Macht und Gewalt sie offenbaren, so weit dies überhaupt einem Menschen zu erkennen möglich ist, mit einem Worte, alles das zu wissen, was wir vorhin sorgfältig erörtert haben? Muß man es daher nicht der großen Menge der Bürger zwar nachsehen, wenn sie hierin bloß der Stimme des Gesetzes glaubt, denen aber, welchen die Bewachung des Staates anvertraut werden soll, dieselbe nicht anvertrauen wenn sie nicht alle Mühe darauf verwendet haben sich alles anzueignen worauf sich der Glaube an Götter gründet? Dieses Nichtanvertrauen aber besteht darin, daß man niemals jemanden zum Verweser der Gesetze erwähle, noch unter die auserlesenen Männer aufnehme, welchen der höchste Preis der Tugend zuzuerkennen ist, der nicht ein göttlicher Mann ist und sich jenes Wissen gründlich erworben hat.“
So Platon in seiner Spätschrift, den „Gesetzen“, 12. Buch.
Auch in den anderen politischen Schriften, der POLITIK und dem STAATSMANN, hat Platon klare Vorstellungen von der politischen Zucht und Ordnung und deren Bezug zu den Göttern, die von frechen Atheisten wie den jüngeren Philosophen bezweifelt werden. Daher müßten klare und harte Strafen Anwendung finden.
Hier knüpfte Kaiser Julian bei seiner Rückwendung zu den hergebrachten römischen Göttern an und verfolgte die Christen zur staatlichen Reinigung, ganz wie es die Christen dann später selbst halten sollten gegen Abweichler, Ketzer und Protestanten. Religion stiftet eben Zwietracht und Krieg. Bis heute.
















Mittwoch, 24. Dezember 2014

Wie Julian einmal fast den 30jährigen Krieg und die Entvölkerung Deutschlands verhindert hätte






Eine helle Gestalt, der Neffe Constantins





Weihnachten 2005 schrieb Klaus Rosen sein Vorwort für seine Julian-Biographie, Weihnachten 2014 darf man daran erinnern. 
Vor allem an den römischen Kaiser Julian, der nur 20 Monate regierte und mit nur 32 Jahren 363 auf dem Perserzug fiel. Der Bewunderer des Philosophenkaisers Marc Aurel (161-180) stufte das frühe Christentum zurück und rehabilitierte den alten römischen Polytheismus. Wer weiß, wie die Geschichte weitergegangen wäre, hätte Julian so lange regiert wie sein Onkel Constantin, der es auf 31 Jahre gebracht und das Christentum zur Staatssache gemacht hatte. So nahte das Ende des römischen Reiches und die dumpfe Dunkelheit des christlichen Mittelalters brach herein.







Dienstag, 23. Dezember 2014

Immer schön auf dem linken Teppich bleiben!


Der "Zentralrat d. Juden" findet die PEGIDAS nicht wertvoll. Das sei ihm unbenommen. Er erweckt allerdings gezielt den Eindruck, er spreche für alle Juden. Das ist nicht der Fall. Er vertritt die orthodoxen Religionsjuden, die zB Probleme haben mit den "Vaterjuden", denn bei den Reaktionären Aberglaubenjuden ist nur Jude, wer eine jüdische Mutter besaß. Der Vater zählt da nicht. Man kann das als extremen Rassismus interpretieren. Jahwehwehweh. Es gibt aber außer den orthodoxen Juden auch noch andere. Die Reformjuden etwa, und die säkularen Juden, und auch die lässigen Feiertagsjuden, die sich nur festtagsweise für die Synagoge interessieren, so, wie bei den Christen und Mohammedanern die Lässigen auch.
Da der Mohammedanismus überwiegend vom Alten Testament abgeschrieben hat, fühlen sich die orthodoxen Aberglaubenjuden den Mohammedanern als den Vettern auf reaktionäre Weise (Schächten, Beschneiden, Speisegesetze etc.) vetternmäßig verbunden. Eine Aberglaubenirrationalität, denn auch die orthodoxen Juden unterscheiden sich, allein schon hervorgerufen durch ihre Textvielfalt, stark vom Eintext-Mohammedanismus.-
Die G.-Bruno-Stiftung mag die PEGIDAS auch nicht, obwohl agnostisch und atheistisch. Sie ist ein Trieb der Humanistischen Union, einer stark marxistisch geprägten Vereinigung, die seit Jahrzehnten linke Politik vertritt. Die Bruno-Stiftung ist entsprechend HU-linksgewickelt und hat die ganze Kinderschänderpropaganda der 68er und Grünen mitgetragen - für die Religionsjuden und andere mehr ein Graus - zurecht.-
Die PEGIDAS selbst sind eine völlig heterogene Zusammenwürfelung, so wie die linke APO vom katholischen Böll bis zum Kim Il Sung-Maoisten Ulrich Raulff reichte, von dem erst brandroten, dann braunen Juristen Horst Mahler bis zu der der linken Pädagogin Renate Riemeck, der Ziehmutter der Terroristin Ulrike Meinhofs.
Jetzt gibt es eine APO von Nichtlinks - das ist in den Augen der Linken von SPIEGEL bis EKD nicht akzeptabel. Sie sehen bei den PEGIDAS überall Neonazis und Rassisten, ohne aber eine Renate Riemeck präsentieren zu können. Diese DFU-SED-KPD-Politikerin hatte 1941 (! 1941! ) den Aufnahmeantrag in die NSDAP gestellt, was sie lebenslang leugnete, und sie war mit ihrer Freundin, der Meinhof-Mutter, als Universitätsassistentin am Lehrstuhl des SS-Obersturmbannführers Johann von Leers antisemitisch tätig. (s. Ditfurth/Wikip.) Ein Wendehals also, die Riemeck, die sich dann im KPD-U-Boot DFU, finanziert von der SED-Diktatur, leitend betätigte.
Das hat uns Rudolf Augstein in seinem SPIEGEL seinerzeit nicht mitgeteilt, und die rote Gräfin Dönhoff tat es in ihrer ZEIT auch nicht. Merkwürdig, merkwürdig.-
Eine wissenschaftlich rassistische Riemeck haben der SPIEGEL und die ZEIT bei der neuen APO nicht gefunden, sie suchen noch.
Übrigens sollen sich die Dresdner PEGIDAS unterscheiden von den Nachahmern in Bonn und Köln. Die letzteren sollen stärker von PRO NRW beeinflußt sein, die AfD Rheinberg kritisiert das.
Aber überhaupt: Jede neue APO muß sich ordentlich anmelden im Bundeskanzleramt und die ordentliche Erlaubnis bekommen. Die ordentliche Erlaubnis bekommt sie aber nur, wenn sie ihre Linkshaftigkeit glaubhaft gemacht hat. Dann darf sie auch mit den politischen Massenmördern Stalin, Mao, Pol Pot und KIM Il Sung werben, wie die APO damals, 1968, die von SPIEGEL und ZEIT heftig geförderte.












Montag, 22. Dezember 2014

Ach, Godottchen





Harald Kugel, Beckett-Gitter





„Salz der Erde“? Sam Beckett? 1906-22.12.1989.  
Sein Todestag wird heute herumgereicht. „Krapps letztes Band“, „Warten auf Godot“, „Endspiel“ – man hat die ganze blödsinnige Nörgelei erlitten, denn Feuilleton, Uni und Schulen verordneten diesen Dauernörgler als 'besonders wertvoll', und dann bekam die Pfeife auch noch den Nobel-Preis. Von den schwedischen Kulturpfeifen. Ach, Godottchen.