Samstag, 30. Mai 2015

Da hatte Goethe wieder recht














Hemingway. Nicht gerade mein Typ. Ende der Mittelstufe wurde „Der alte Mann und das Meer“ gelesen, die Parabel, den Fisch und das Leben nicht loszulassen. Das war damals Mode, bevor Breitmaulschwätzer wie Günter Grass mit ihrem Unsinn kamen. Ein bißchen zu viel Kampf herrscht bei Hemingway immer, Goethe hätte ihm geraten, sich einmal zurückzulehnen und sich ergötzen zu lassen. Hat er den Deutschen auch empfohlen. Das Kampfmotiv könnte Mittelstufler bei Hemingway ansprechen, doch ein alter Fischer? Mit einem Fisch? Kaum. Man kann die Novelle natürlich dröge aufdröseln und dann vergessen, wie den meisten Schulstoff. Die Problemlage versteht man erst später, wenn die Jahre da sind: am Ende bleibt das Skelett. Was bei Hemingway sehr verbohrt daherkommt, besitzt aber doch einen wichtigen Kern, den Optimismus. 
Ihn erklärt Daniel Kahneman zum Benzin der „Maschine des Kapitalismus“. Er schreibt:
„Wenn Sie genetisch mit einer optimistischen Einstellung ausgestattet wurden, braucht man Ihnen kaum zu sagen, daß Sie sich glücklich schätzen können - Sie fühlen sich bereits vom Glück begünstigt. Eine optimistische Einstellung ist größtenteils erblich bedingt, und sie ist Teil einer allgemeinen Disposition zum Wohlbefinden, die auch die Tendenz umfassen mag, bei allem die positive Seite zu sehen.“ (Kahneman, Denken, S. 315)
Wenn es bei der RAF-Mordgehilfin Susanne Albrecht heißt, sie habe jahrelang Schulschwierigkeiten gehabt, dann deutet das zunächst einmal darauf hin, daß ihre Begabung nicht zum Gymnasium paßte, aber auch darauf, daß sie die immer vorhandenen positiven Seiten der unpassenden Schulform nicht ausreichend zum Motivationsaufbau nutzte, um sich beim Schulstoff durchzuwursteln, wie es viele Schüler handhaben. Sie zählen nach Legionen, die überforderten Schüler, die die eigentlich für sie trübe Schulsache gut zu überstehen wissen und nach der Schulzeit ihre Bücher fröhlich verbrennen. 
Die Albrecht bohrte sich in ihre Negativsicht immer weiter hinein - Salinger beschreibt diesen Vorgang in seinem „Fänger im Roggen“ anschaulich - und als Studentin suchte sie die für ihre Negativsucht passenden Freunde - primitiv gestrickte Hausbesetzerrandalierer. Um etwas aufzubauen, wie es der Unternehmer mit hohem Risiko tut, braucht es die Kraft des Optimismus. Man muß nur die Spalte INSOLVENZEN in der Zeitung beachten, um von dem Unternehmensrisiko einen Eindruck zu bekommen. Nur der Optimismus verleiht die Kraft, die vielen Hindernisse zu überwinden, die insbesondere dem Firmengründer im Wege stehen. 

Fatal ist, daß auch der Pessimismus, wenn er nicht übergroß und depressiv wird, seine Kraft besitzt; er kann zerstören und morden. Siehe RAF. 
Daher kann man Kahneman nur zustimmen in seiner Würdigung der Optimisten: 
„ Wenn Sie für Ihr Kind einen Wunsch frei hätten, sollten sie ernsthaft in Betracht ziehen, ihm Optimismus zu wünschen. Optimisten sind normalerweise fröhlich und zufrieden und daher beliebt; sie kommen gut mit Fehlschlägen und Notlagen zurecht, sie haben ein geringeres Risiko, an einer klinischen Depression zu erkranken, ihr Immunsystem ist stärker, sie achten besser auf ihre Gesundheit, sie fühlen sich gesünder als andere und sie haben tatsächlich eine höhere Lebenserwartung.“ (Kahneman, Denken, S. 315)
Man sehe sich dagegen einmal den Lebenslauf des Pessimisten Heinrich von Kleist an, der nicht nur sich selbst 1811 mit 34 Jahren, sondern auch seine Freundin Henriette Vogel (31) tötete. 1809 äußerte Goethe über Kleist: „Sein Hypochonder ist zu arg; er richtet ihn als Menschen und Dichter zugrunde.“ (Gespräch mit Falk, zit. n. Hohoff, Kleist)

Man muß als Eltern, zurück zu Susanne Albrecht, möglichst früh die Persönlichkeit des Kindes erkennen, um gegensteuern zu können. Daher ist der Kern der menschlichen Bildung die Persönlichkeitspsychologie. Die kommt in der Schule praktisch nicht vor, weswegen die Schule nur eine Lernanstalt darstellt, keine Bildungsinstitution. 

Freitag, 29. Mai 2015

Tonight is the night on DLF 21.05h Willy DeVille - This Must Be The Night

Die Morde der Akademiker







Verleger, Porschefahrer, Geldempfänger der SED, Ehemann der Ulrike Meinhof - ein Mediengesicht des Linksextremismus von 1970 - Röhl bereute seine rote Propaganda und trat später in die FDP ein.
Mit Speck fängt man Mäuse, mit Sex Leser, das war das Konzept der Röhl'schen "konkret", hier Nr. 17 vom 13.8.1970; der Mauerbau der SED vom 13.8.1961 kommt in dieser Ausgabe nicht vor.


Eine der übelsten Verbrecherinnen des Landes arbeitet heute als Deutschlehrerin. Wer mag das sein? Es ist Susanne Albrecht, die rote Serienverbrecherin der RAF. 1991 zu nur 12 Jahren Gefängnis verurteilt, wurde sie nach nur 5 Jahren Haft entlassen. Sie war in den Schutz der Honecker-Diktatur geflüchtet, bekam dort einen neuen Namen, war aber nach dem Zusammenbruch der Diktatur 1990 enttarnt und verhaftet worden. Sie gestand ihre Verbrechen, aber zeigt bis heute keinerlei Reue. Daß ein solches Monstrum, das die enge Freundschaft der Familien für eines ihrer Verbrechen benutzte, in der Jugendarbeit eingesetzt wird, zeugt vom Geisteszustand des Landes. 
Von der Familie Albrecht hat offenbar nur der Bruder verstanden, das muß man aus dem ARD-Film entnehmen, um was für eine üble Person es sich bei seiner Schwester handelt.
Als Serienkillerin wurde Brigitte Mohnhaupt zu fünffacher lebenslanger Haftstrafe verurteilt. Sie hatte Jürgen Ponto erschossen, nachdem die Albrecht als Patenkind die Tür geöffnet hatte. Ponto war bekannt, daß seine Patentochter eine Linksextremistin war; er konnte sich offenbar nicht vorstellen, wie verbrecherisch eine Linksextremistin sein kann, trotz der bekannten Verbrechen der Ulrike Meinhof. Brigitte Mohnhaupt wurde nach nur 24 Jahren Gefängnis entlassen. 
Wer selbst auf einen Menschen, der vor ihm steht, schießt, und insgesamt neunmal mordet, ist wohl ein Gewohnheitsverbrecher. Christian Klar ist der zweite Schütze, der, wie auch Brigitte Mohnhaupt, mehrmals auf Kopf und Körper Jürgen Pontos schoß. Auch Klar wurde zu mehrfach lebenslanger Strafe verurteilt, aber nach nur 26 Jahren Gefängnis entlassen. Er ist ebenfalls Linksextremist geblieben. Als Klar entlassen wurde, gab der Kopilot der 1977 entführten LH-Maschine, Jürgen Vietor, das ihm für mutiges Verhalten verliehene Bundesverdienstkreuz zurück, weil er in der Entlassung des Vielfachmörders Klar eine Verhöhnung der Opfer der RAF erblickte. 




Donnerstag, 28. Mai 2015

Viele Wege führen weiter





Viel hilft viel, ist jedenfalls die Devise deses Ahorns, der - heuer verspätet - massenhaft seine Früchte verwehen läßt.