Samstag, 28. November 2015
Summa, es ist besser, wenn am St. Stephanstag die Bäume treiben, als wenn am St. Johannistag Eiszapfen daran hängen.
"Warme Winter (1808)
Der warme Winter von dem Jahr 1806 auf das Jahr 1807 hat viel Verwunderung erregt, und den armen Leuten wohlgetan; und der und jener, der jetzt noch fröhlich in den Knabenschuhen herumspringt, wird in sechzig Jahren einmal als alter Mann auf den Ofenbank sitzen, und seinen Enkeln erzählen, daß er auch einmal gewesen sei, wie sie, und daß man Anno 6, als der Franzos in Polen war, zwischen Weihnacht und Neujahr Erdbeeren gegessen und Veielein gebrochen habe. Solche Zeiten sind selten, aber nicht unerhört, und man zählt in den alten Chroniken seit 700 Jahren 28 dergleichen Jahrgänge.
Im Jahr 1289, wo man von uns noch nichts wußte, war es so warm, daß die Jungfrauen um Weihnacht und am Dreikönigtag Kränze von Veilchen, Kornblumen und andern trugen.
Im Jahr 1420 war der Winter und das Frühjahr so gelind, daß im März die Bäume schon verblüheten. Im April hatte man schon zeitige Kirschen, und der Weinstock blühte. Im Mai gab es schon ziemliche Traubenbeerlein. Davon konnten wir im Frühjahr 1807 nichts rühmen.
Im Winter 1538 konnten sich auch die Mädchen und Knaben im Grünen küssen, wenn's nur mit Ehren geschehen ist; denn die Wärme war so außerordentlich, daß um Weihnacht alle Blumen blühten.
Im ersten Monat des Jahrs 1572 schlugen die Bäume aus, und im Februar brüteten die Vögel.
Im Jahr 1585 stand am Ostertag das Korn in den Ähren.
Im Jahr 1617 und 1659 waren schon im Jänner die Lerchen und die Trosteln lustig.
Im Jahr 1722 hörte man im Jänner schon wieder auf, die Stuben einzuheizen.
Der letzte, ungewöhnlich warme Winter, war im Jahr 1748.
Summa, es ist besser, wenn am St. Stephanstag die Bäume treiben, als wenn am
St. Johannistag Eiszapfen daran hängen."
Johann Peter Hebel, Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes, S. 271f.
St. Stephan: 26.12. St. Johannis: 24.6.
Freitag, 27. November 2015
Mittwoch, 25. November 2015
So geht's
Die schwarze Killerin Kali mit ihrer hübschen Perlenkette aus Totenschädeln - sehr anheimelnd. (Bild: Wiki./Nataraha)
Die religiöse Vorstellungskraft ist grenzenlos und grenzenlos unvernünftig.
Einerseits bedient die Religion die besonders stupiden Primaten, andererseits auch die Intellektuellen wie Augustinus. Die lassen dann die Gegner - zB Augustinus die Donatisten - zu ihrem Wohl entleiben.
Wohl bekomm's.
Dienstag, 24. November 2015
Texte, Quellen, Motive, Wirkungen
Zitatbild: Heinz Buschkowsky, "Die andere Gesellschaft", 2014, (Bild von der kindle-Lese-App, Vollbildmodus)
http://www.deutschlandfunk.de/sure-9-vers-5-erschlagt-die-frevler-wo-ihr-sie-findet.2395.de.html?dram:article_id=333633
Ziemlich denkfauler und ungelehrter Kommentar. Die Quellenlage ist stets auf Zuverlässigkeit und Motivik zu befragen. Die Suren sind eine spätere Zusammenstellung des Uthman, der seine eigenen Motive verfolgte. Wenn der Mohammedanismus eine Religion sein will, muß er seinen Text reinigen. Die EKD-Redakteure "Bibel in gerechter Sprache" werden gerne helfen. Und natürlich muß sich jeder Historiker und Exeget der "historischen Memorik" stellen, siehe Johannes Fried.
Montag, 23. November 2015
Gewalt ab ovo
Eine Hauptwurzel der arabischen Gewalttradition. Ob in Gaza, Paris, Brüssel oder Berlin.
Aus: Heinz Buschkowsky, "Die andere Gesellschaft", 2014, (Bild von der kindle-Lese-App, Vollbildmodus)
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