Sonntag, 8. Oktober 2017

Sind so kleine Tierchen





Nachbars alter Kater wartet geduldig auf Mäuse und sonnt sich dabei.





Vortrag von Prof. Dr. Heinz Mehlhorn, Düsseldorf: Parasiten und andere Erreger in Zeiten der Globalisierung und der Klimaerwärmung am 27.09.2017

Seit Anbeginn war das Leben auf der Erde vom Klimawandel abhängig. Da dieser sich aber stets relativ langsam vollzog, konnten sich Pflanzen, Tiere, der Nachkömmling Homo sapiens, aber auch deren Parasiten, Viren, Bakterien und Pilze zumindest irgendwo auf Erden an die neuen Verhältnisse anpassen. So entstanden weltweit lokale Herde, wo es Tiere und später Menschen entweder schafften, sich gegen den Befall zu wehren, oder dort aus der Weltgeschichte abtraten. Da ist es heute in Zeiten der Globalisierung dramatischer. Während früher z.B. Pesterreger Wochen benötigten, per Schiff (und darauf mit Überlebenden) nach Europa vorzudringen, ist dies heute in nur wenigen Stunden per Flugzeug möglich. Dies zeigt, dass wir im scheinbar sicheren Europa auf extrem dünnen Eis sitzen und, wie Beispiele zeigen, nur mit viel Glück und Vorsorge lebensbedrohlichen Seuchen entgangen sind.”

Da kann man nur hoffen, daß es so bleibt. Diese Hoffnung steht allerdings gegen die Wahrscheinlichkeit. Die eindringende Hilfsarbeiterpopulation hat bereits zu einem erneuten Auftreten von in Deutschland bereits verschwundenen Krankheiten geführt (Windpocken bei Erwachsenen, Polio) sowie verstärktem Auftreten altbekannter Parasiten wie Flöhen, Krätzmilben und Läusen.
Die Parasiten sind eine erfolgreiche Spezies und werden es bleiben. Auch unsere Haustiere tragen bei. Sehr anschaulich Mehlhorns Satz: Und dann leckt sich die Katze am Popöchen und verteilt dann die Wurmeier gleichmäßig auf das gesamte Fell.
Man darf hinzufügen: Das Schmusen mit Katzen - insbesondere Freigängerkatzen - sollte Grenzen kennen.

















Freitag, 6. Oktober 2017

Voltaire und Francke

Quelle: https://antjeschrupp.com/2010/11/24/pietismus-und-revolution/


Sie waren Zeitgenossen: Voltaire (1694-1778) und der etwas ältere August Hermann Francke (1663-1727). Dieser der Halle’sche Pietist, jener der skeptischer Aufklärer, der die Novelle “Candide oder der Optimismus” 1759 schrieb. Die Novelle endet mit dem Akzent auf der Arbeit:

Und Pangloß sagte manchmal zu Kandid: »Alle Begebenheiten in dieser besten aller möglichen Welten stehen in nothwendiger Verkettung mit einander, denn: wären Sie nicht wegen Fräulein Kunigundens schöner Augen mit derben Fußtritten aus dem schönsten aller Schlösser gejagt, wären Sie nicht von der Inquisition eingekerkert worden, hätten Sie nicht Amerika zu Fuße durchwandert, dem Freiherrn nicht einen tüchtigen Stoß mit dem Degen versetzt, nicht alle ihre Lama's aus dem guten Lande Eldorado eingebüßt, so würden Sie hier jetzt nicht eingemachte Citronenschale und Pistazien essen.«
»Gut gesagt,« antwortete Kandid, »aber wir müssen unsern Garten bestellen.«

Ob es noch besser hätte gehen können?

Auch Francke betont die Arbeit, allerdings ist die seine die erste Schulstadt, sein Garten sind die Francke’schen Stiftungen. Die Linke bezieht sich mehr auf Voltaire, aber ist sie nicht mehr der Enkel des Pietismus als der Voltaires? Die sozialistische Kibbuzim-Bewegung hat auch ihren Garten bestellt, aber sie ist nur noch Erinnerung. Geblieben ist - nur in Europa und den USA - der Schul- und der Verbesserungsglaube. Ein Irrglaube?


Vgl. https://antjeschrupp.com/2010/11/24/pietismus-und-revolution/











Dienstag, 3. Oktober 2017

Amok












Schlag’ nach bei Pinker:
“Am 13.3.1996 betrat Thomas Hamilton, bewaffnet mit … eine Grundschule in Dunblane, Schottland. … Dort schoß er auf 28 Kinder, von denen 16 tödlich getroffen wurden und tötete ihre Lehrerin … Doch wir hören erschreckend häufig von verbitterten Einzelgängern, die sinnlose Rache nehmen. … Amok ist ein malaiisches Wort für die Mordorgien, die gelegentlich von einsamen Männern begangen werden, die Liebe, Geld oder ihr Gesicht verloren haben. Das Syndrom ist bereits in einer Kultur beschrieben worden, die noch weiter vom Westen entfernt ist - den steinzeitlichen Wildbeutern Papua-Neuguineas.”
Pinker, Denken, S. 449f.


Von dem Las-Vegas-Amokläufer Stephen Paddock ist zudem bekannt, daß er erblich belastet war durch seinen schizophrenen und kriminellen Vater.








Sonntag, 1. Oktober 2017

Devil's Trill Tartini

Antisemitismus


Die Welt ist unübersichtlich, ein rätselhaftes Kräftespiel Abertausender Faktoren. Diese Komplexität überfordert das Gehirn, und es reduziert die Komplexität auf ein oder zwei Wirkkräfte.
“Geld regiert die Welt” benennt eine Kraft und ihr Objekt. Marx hat daraus eine große Geschichte gemacht und in drei Bänden ausgebreitet, bei ihm regiert das “Kapital” die Welt. Hegel sah noch den Weltgeist wirken, aber attraktiver sind für die meisten Gehirne Geld und Kapital. Die sind anschaulicher. Speziell für die Gehirne, die mit beidem weniger gesegnet sind.
Manche Gehirne sind darüber so frustriert, daß sie dem Geld und dem Kapital Agenten zuordnen: Anbeter des goldenen Kalbs, Mammonverehrer, Pfeffersäcke (Holländer), Geldschneider, Banker, etc. Besonders beliebt ist auch die Zuordnung von Agentengruppen wie Chinesen in Malaysia und Juden in Europa.
Einige Juden sind tatsächlich sehr reich - unter vielen, die sehr reich sind - aber eine ethnische Gruppe eignet sich manchmal besser als Handlungsträger als die Müllers und Duponts. Aber das ist oft zufällig, wie die Hugenottenverfolgung im alten Frankreich zeigt. Den Juden eignet jedoch die längste Tradition, wie nicht nur Shakespeares “Kaufmann von Venedig” zeigt. Derzeit gibt es eine Facebook-Seite unter dem Falschnamen “Isabelle Trabelli”, die nur diesem einen Zweck dient:
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Das Zitat stammt von dem ehemaligen FAZ-Herausgeber Paul Sethe; die größten Medienbeteiligungen besitzt in Deutschland aber die SPD. Prominent sind hier jüdische Köpfe dargestellt, die Rothschilds groß plaziert im Zentrum mit Kissinger rechts. Im Hintergrund der dominiert der Davidstern, der Jakob Rothschild wie ein Heiligenschein ziert, flankiert von Freimaurersymbolen und amerikanischen Dollarscheinen. Die antisemitische Stoßrichtung zeigt sich so klar wie übel, und die Verquickung mit den USA ebenfalls. Diese Verquickung will einflüstern - das ist ein alter Topos - daß Amerika von einer jüdischen Plutokratie beherrscht wird, die die ganze Welt versklaven will.  

In diesem Sinne kann man sagen, daß widerliche alte Legenden ein langes, giftiges Leben besitzen, dem man tunlich wehren muß. Denn der einfachen Gehirne sind viele.