Dienstag, 30. April 2019

Montag, 29. April 2019

Wieder lausig kalt die Tage! //// Friedrich-Karl Ewert: CO2 verringern - das Gegenteil wäre richtig am 24....

Und keine Wasserleitung!


Die Geschichte ereignet sich, aber die Historiker machen Geschichten daraus. Je nachdem, woher der Zeitgeist weht. Dazu Goethe:
"Mein Freund, die Zeiten der Vergangenheit
Sind uns ein Buch mit sieben Siegeln;
Was ihr den Geist der Zeiten heißt,
Das ist im Grund der Herren eigner Geist,
In dem die Zeiten sich bespiegeln." –
Goethe, Faust I, Vers 575 ff.

Meist wird ein Gesichtspunkt stark übergewichtet zugunsten der gewünschten Perspektive. Bei Karl d. Gr. zum Beispiel ist es die tragende Rolle, die er dem Klerus und seiner Ausbildung zuwies. Bis heute wirkt diese Politik nach, obwohl der Klerus längst nicht mehr aus Adel und Hochadel stammt. In allen möglichen Bereichen und Gremien übt der Klerus auch im 21. Jahrhundert Macht aus. Ob das aber zu der besonderen Würdigung seiner christlichen Lebensführung ausreicht, ist zu bezweifeln. 1165 wurde er von der katholischen Kirche heiliggesprochen, ganz im Sinne des Karlsoffiziums, das noch heute gesungen wird:

“Aus königlichem Stamm geboren,
von Gott geprüft,
verschmähte Karl
die Berührung mit unerlaubtem Leben.
Der starke Held,
mit der Lieblichkeit der Engel geschmückt,
wird emporgetragen und
mit Himmelsbrot gepeist.”

Hermann Löns setzte mit seinem “Sachsenschlächter” einen ganz anderen Akzent des Kriegerkönigs, der praktisch jedes Jahr zum Kriegszug ausrückte und damit die Bauernbevölkerung schwer belastete, so daß oft Hungersnöte herrschten.


















Lo Shu III for solo flute by Hans Zender, excerpt.

Sonntag, 28. April 2019

Die Grillen der Geschichte






“Das Reich, später römisches Reich, noch später Heiliges Römisches Reich, zuletzt Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation genannt, ist für die deutsche Geschichte nicht so sehr für seine Erfüllung bedeutungsvoll gewesen, denn so recht erfüllte Wirklichkeit war es nie. … gab es im Reich 1798 territoriale Herrschaften … Das alte Reich wurde, praktisch auf seinen (Napoleons, WD) Befehl, aufgelöst. … so mochte er sich wohl als der wahre und starke Erbe des mittelalterlichen Reiches … als der neue Karl der Große dünken. Ein Mißverständnis. Europa wollte im 19. Jahrhundert nicht auf das übernationale ‘Reich’, sondern auf Nationalstaaten hinaus; eine Entwicklung, welche das kaiserliche Abenteuer wesentlich beschleunigte.” (Golo Mann, Dt. Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert, S. 26f., 65)

Ja, Napoleon, der von Großmannssucht getrieben Parvenü nutzte den französischen Hypernationalismus als Volksführer für seine ganz Europa überziehenden Kriege, mit denen er die Grenzen - an Karl anknüpfend - weiter nach Osten ausdehnen wollte. Damit befeuerte er den Nationalismus der anderen Länder.   

Heute denken die Brüsselkraten warm an Karl.