Samstag, 4. Mai 2019

Jetzt haut eine früher belächelte Zunft auf die Pauke


Recht merkwürdig, daß die öffentlichen Intellektuellen mit ihren Vettern, den Chefredakteuren, auf den mordlüsternen Maoismus so gut zu schreiben waren. Man hatte dieses Phänomen schon früher erlebt: Heidegger und Hitler, Gottfried Benn, Carl Schmitt etc. Und: Brecht und Stalin, Sartre und Stalin, Foucault und Khomeini etc. Diese Menschensorte hat zu viel Phantasie, zu wenig Kenntnisse und ein zu großes Schwätzbedürfnis. Sie gelten als Sinnstifter, sind aber meist nur Sinnverwirrer.
Nach 1989 sind sie ruhiger geworden. Andere, ganz sinnferne Figuren, sprangen dankbar in die Bresche: die Klima-Apokalyptiker. Waren sie gestern noch die belächelten Meteorologen, deren Prognosen fast immer falsch waren, so sind sie heute die Lieblinge der Chefredakteure und der Politiker. Nicht viel Neues im Westen.
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"Maoismus Kursbuch
Die deutschen Maoisten
China als Wunschland

Als vor einigen Wochen die Zeitschrift "Kursbuch" eingestellt wurde, interviewte der "Spiegel" den früheren Mitherausgeber Michael Naumann, den gescheiterten Hamburger Kandidaten der SPD für das Amt des Ersten Bürgermeisters. Der Sozialdemokrat erinnerte noch einmal an die heroischen Ursprünge der Zeitschrift in den sechziger Jahren: "Hier war die Lücke für den linksliberalen, kapitalismuskritischen Diskurs, für eine aufrührerisch-intellektuelle Diskussionskultur." Wir lächeln, wenn uns einer solche nachträglichen Träume erzählt: Linksliberal soll ausgerechnet das "Kursbuch" gewesen sein - und der linke Liberalismus zugleich "aufrührerisch"? Wir lächeln, denn wir ahnen, dass Naumann diesmal nicht von der historischen Wahrheit sprach, sondern von einem Ich-Ideal. ..." Lorenz Jäger, FAZ 30.6.08
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/china-als-wunschland-1549702.html













Hamelin plays Liszt - Un Sospiro [HIGH QUALITY]

Donnerstag, 2. Mai 2019

Georgie Fame - Cool Cat Blues

Konnte nicht schreiben





"Das Karolus-Monogramm (auch Karlsmonogramm) war das offizielle Signum Karls des Großen, der, selbst des Schreibens nicht mächtig, von einem Schreiber das Monogramm vorschreiben ließ und mit einem finalen Strich, dem Vollziehungsstrich, dem Signum Gültigkeit verlieh.[1][2]
Das Monogramm besteht aus den über ein Kreuz verbundenen Buchstaben K-R-L-S, die um eine Raute angeordnet sind, die im oberen Teil den Vollziehungsstrich in Form eines y enthält. Die Raute ergibt insgesamt ein O, während die obere Hälfte als A und die untere Hälfte als U zu lesen sind. Das ergibt in der richtigen Reihenfolge K-A-R-O-L-U-S." (Wiki.)

Was soll uns Heutigen Karl d. Gr.? Johannes Fried fand es jedenfalls angebracht, eine dicke Biographie zu schreiben. Und er tat gut daran, geistert doch Karl nicht nur in Aachen als Ikone Europas herum. Dafür eignet sich der Kriegskönig weniger. Sein Beispiel legitimiert Gewalt als selbstverständliches Mittel zum Machterhalt und zur Eroberung. Das war der Stil der Zeit und ist nicht weiter verwunderlich. Gewalt war Karl aber auch willkommen zur Christianisierung, und das eignet sich gar nicht für heutige “Karls-Preise”. Und ebenfalls nicht die Tatsache, daß er dem Klerus zu viel Macht verlieh, Macht, die er auch heute noch ausübt in vielen Gremien und im Gesundheitswesen. Karl war geistig eng dimensioniert, die geistigen und praktischen Schätze der Antike - Athen, Rom - rezipierte er praktisch nicht. Zur Einführung der Minuskeln (Kleinbuchstaben) zusätzlich zu den Majuskeln (Großbuchstaben) reichte es, zur Verbesserung der Hygiene und zur Wasserleitung reichte es nicht. Die Defizite Karls betrachtet Fried nicht weiter, er steht seinem Helden doch recht nah.