Montag, 17. August 2020

Zu Risiken und Nebenwirkungen ...




“Bei Gefahren denkt man jedoch an Schäden, die ohne eigenes Zutun eintreten oder nicht eintreten werden, bei Risiken dagegen an Schäden, die als Folge eigenen Handelns oder Unterlassens eintreten oder nicht eintreten werden. … Aber aufs Ganze gesehen nimmt in einer Gesellschaft, die wichtige Kommunikation über Medien steuert, die Thematisierung von Gefahren ab und die Thematisierung von Risiken zu - mit der leicht zu beobachtenden Folge, daß die Gesellschaft mehr und mehr Angst vor sich selbst erzeugt.”

(Luhmann, Die Wissenschaft der Gesellschaft, S. 252ff.) 

Das muß man sich als Spirale ohne Ende vorstellen.











 

Sonntag, 16. August 2020

Schöner Mezzo. /// Joyce DiDonato - Berlioz - Les nuits d'été - 'Le spectre de la rose'

Gedächtnis-Immunzellen / T-Lymphozyten



„Eine Eigenheit des neuen Coronavirus ist, daß Menschen sehr unterschiedlich darauf reagieren. 80% der Infizierten werden schnell mit dem Virus fertig und entwickeln keine oder nur leichte Symptome. Mehrere Studien aus Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien, den USA und Singapur haben gezeigt, daß zwischen 20 und 50% der untersuchten Personen schon lange vor der Pandemie Gedächtnis-Immunzellen hatten, die auf das neue Virus, Sars-CoV-2, ansprachen.“  








Samstag, 15. August 2020

Bei Licht besehen

 

“Reputation wird an Eigennamen verliehen, also an semantische Artefakte mit eindeutiger, rigider Referenz. … Sie stehen gleichsam orthogonal zur Skala wissenschaftlicher Relevanz. … Mit der Anerkennung von Reputation wird der Bedarf an Kausalzurechnung in die Form eines Nebencodes des Wahrheitsmediums und damit des Wissenschaftssystems gebracht. … Zahlreiche Einrichtungen des Wissenschaftssystems dienen nahezu exklusiv dem Prozessieren von Reputation. … Aber auch Organisationen (Unis, Institute usw.), Zeitschriften, Verlage, ja, selbst wissenschaftliche Konferenzen können davon profitieren - profitieren gleichsam im Mondlicht der Reputation, die zunächst ihren Autoren, Teilnehmern usw. zukommt. … Andererseits besteht sie in einem Übertreibungseffekt, in der Annahme ‘einmal gut, immer gut’. Auch dieser Übertreibungseffekt entsteht jedoch nicht ohne sachliche Grundlage, da erworbene Reputation besseren Zugang zu Mitteln, bessere Positionen, bessere Publikationsmöglichkeiten erschließt.”    

(Luhmann, Die Wissenschaft der Gesellschaft, S. 246ff.)  

Ja, das Mondlicht der Reputation bescheint so allerlei. Aber kein Vergleich zum Strahlenglanz der Sonne. Auch Wissenschaftler gieren nach der Sonne. Und wer es nicht über den Nobelpreis schafft, der schafft es vielleicht über die Politik, die viel Geld besitzt, weil sie den Bürgern ständig in die Tasche greift. Wer sich lautstark in Szene setzt - gar ein Weltrettungsrezept anbietet - der verfügt über gute Chancen.  












Händel mit Barock-Instrumenten. /// Handel-Trumpet Concerto in D