Sonntag, 30. Mai 2021

Klimaschau #41: Keine Kinder wegen Klimawandel

Große Namen der Physik - Freeman Dyson, Fred S. Singer, William Happer u.a. - waren bzw. sind der Überzeugung, daß CO2 kein Problem darstellt.

Dieses Gedicht kannten wir noch nicht

 Rudyard Kipling, The White Man's Burden (1899)

Die Bürde des Weißen Mannes

Ergreift die Bürde des Weißen Mannes – 

schickt die Besten aus, die ihr erzieht – 

Bannt eure Söhne ins Exil den Bedürfnissen euerer Gefangenen zu dienen; 

in schwerem Geschirre aufzuwarten verschreckten wilden Leuten – 

euren neugefangenen verdrossenen Völkern, 

halb Teufel und halb Kind. 

Ergreift die Bürde des Weißen Mannes – 

geduldig auszuharren um Schreckensdrohung zu verhüllen und anmaßenden Stolz zu zügeln; 

durch offenes und schlichtes Reden, hundertmal klar dargelegt, 

eines anderen Vorteil zu suchen und eines anderen Gewinn zu bewirken. 

Ergreift die Bürde des Weißen Mannes – die wüsten Kriege des Friedens – füllt den Mund des Hungers und gebietet der Krankheit Einhalt; und wenn euer Ziel ganz nah ist, das Ziel, das ihr für andere erstrebt habt, seht zu, wie Trägheit und heidnischer Wahn all eure Hoffnung zunichte machen. 

Ergreift die Bürde des Weißen Mannes – kein Flitterkönigs-Herrschen, sondern die Plackerei von Knecht und Putzer – die Summe der gewöhnlichen Dinge.


Die Häfen, in die ihr nicht einlaufen dürft, 

die Straßen, die ihr nicht betreten werdet, 

geht, macht sie mit euren Lebenden 

und markiert sie mit euren Toten! 


Ergreift die Bürde des Weißen Mannes – und erntet seinen alten Lohn: den Tadel derer, die ihr bessert, den Haß derer, die ihr hütet – 

den Schrei der vielen, die ihr lockt (ah, so langsam!) hin zum Licht: 

»warum habt ihr uns aus der Knechtschaft befreit, unserer geliebten ägyptischen Finsternis? 


Ergreift die Bürde des Weißen Mannes – 

wagt nicht, euch nach Geringerem zu bücken – 

und beruft euch nicht zu lauf auf Freiheit, um euere Müdigkeit zu bemänteln; an allem, was ihr ruft oder flüstert, an allem, was ihr laßt oder tut werden die schweigsamen verdrossenen Völker euere Götter und euch messen. Ergreift die Bürde des Weißen Mannes – macht Schluß mit den Tagen der Kindheit – dem leicht dargebotenen Lorbeer, dem mühelosen unangefochtenen Lob. 

Nun kommt - eure Mannhaftigkeit zu suchen durch all die Jahre ohne Dank -, 

kalt-geschliffen von teuer erkaufter Weisheit 

das Urteil von Ebenbürtigen!


Erstveröffentlichung: 4.2.1899 London Times, 5.2. N.Y. Tribune & Sun

http://www.loske.org/html/school/history/c19/burden_full.pdf


Rudyard Kipling: *1865 Bombay, 1871 Schulbildung in England, 1882-89 als Journalist in Indien, 1891-6 in den USA, wo er die beiden Dschungelbücher schreibt, ab 1898 wiederholte Reisen in den Süden Afrikas, wo er u.a. mit C. Rhodes zusammentrifft, 1907 als erster engl. Schriftsteller den Nobelpreis, in späteren Jahren zunehmend kritischer gegenüber expansiven, imperialistischen Bestrebungen,U1936


Gov. (N.Y.) T. Roosevelt to Congressman H. Cabot Lodge, Jan. 12, 1899: "I send you an advance copy of a poem by Kipling which is rather poor poetry, but good sense from the expansionist standpoint." H. Cabot Lodge to T. Roosevelt, Jan. 14, 1899 "Thanks for the advance copy of Kipling's poem. I like it. I think it is better poetry than you say, apart from the sense of the verses.”


Spricht hier ein Christ? Oder ein Imperialist? Wohl beides. Der europäische Expansionismus war seit Columbus ein Kolonialismus, der dann Imperialismus wurde im Geist der Verbesserung der Welt. Von Cecil Rhodes bis Albert Schweitzer und den Eltern Hermann Hesses ist zudem ein protestantisches Element im Imperialismus unübersehbar. 

Das war natürlich zu kurz gedacht und idealistisch aufgeblasen. 


Samstag, 29. Mai 2021

A la mode

 




"Teure und öde Sandbüchse", lautete die Kritik an der Deutsch-Südwest-Kolonialpolitik im Deutschen Reich. Sie traf zu, Millionen Reichsmark mußten aus Deutschland nach Süd-West überwiesen werden. Deswegen war Bismarck dagegen, er beugte sich aber der Mode der Zeit. Portugiesen, Spanier, Franzosen, Holländer und Engländer besaßen seit langem Kolonien rund um den Globus, ganz in der antiken griechischen Tradition. Alle Poleis eroberten Kolonien, ganz Kleinasien war griechisch. Und so verfuhren auch Chinesen und Römer. 

In Afrika kolonisierten vor allem Araber, Franzosen und Engländer. Für Deutschland blieben Regionen, die die anderen verschmäht hatten, weil sie sie für nutzlos hielten. Aber wenn der Zeitgeist weht, kann sich so leicht niemand entziehen. Das galt und gilt immer. Und gilt auch heute. 


Abb.: Paul H. Kuntze, Volksbuch unserer Kolonien, 1938   



Mittwoch, 26. Mai 2021

Klimaschau #40: Durchbruch in der Klima-Mittelfrist-Vorhersage

Die verbleibenden Kältewellen wie jüngst in Texas können so katastrophal ausfallen, daß alle Staaten ihre Grundlastkapazitäten dringend erweitern müssen! In Deutschland heißt das: keine Abschaltung von Kohle- und Kernkraftwerken!

Dienstag, 25. Mai 2021

Robert Bartlett, “Die Geburt Europas aus dem Geist der Gewalt”

 Die Friedenbewegung war noch nicht erfunden

Während der Mittelalter-Kollege Michael Mitterauer sozusagen die nahrhafte Perspektive einnimmt und die Agrarrevolution und ihre Auswirkungen in den Mittelpunkt stellt, lenkt Bartlett den Blick auf die Gewalt als zentrale Kategorie: 

“Überall beherrschte eine kleine adlige Elite die Landbevölkerung und lebte von der Arbeit der Bauern. Ein Teil des Adels bestand aus Laien; ihr Metier war das Kriegshandwerk, sie waren stolz auf ihre Familien und auf den Fortbestand ihrer Linien bedacht. Die anderen wurden für eine kirchliche Laufbahn bestimmt, als Mönche oder Weltgeistliche.” (S. 11) 

Diese fränkische Elite mit ihren Berufssoldaten beendete nicht nur die Angriffe aus dem Osten und dem Süden, die das fragile Westeuropa stets bedroht hatten - die arabischen Eroberer kamen bis Poitiers, wo sie erst von Karl Martell besiegt wurden (732) - es gelang ihnen tatsächlich im Laufe der Jahrhunderte die Rückeroberung der arabischen Besetzungen. Mehr noch, sie expandierten über das fränkische Kerngebiet hinaus und initiierten internationale Militärorden wie die Templer, Schwertbrüder, Johanniter etc., die Gewalt für die Mission zwischen Lübeck und Jerusalem einsetzten. Sie waren direkt dem Papst unterstellt, der allein Kreuzzüge legitimieren konnte. Dergestalt konsolidierten sich die europäischen Grenzen als Grenzen des lateinischen Europas, das nachhaltig Bestand hatte. Das griechische Europa in Gestalt des byzantinischen Reiches unterlag 1453 der türkischen Eroberung und heißt heute Istanbul. Insofern beweist sich die von Bartlett gewählte Zentralperspektive der Gewalt bei der Europäisierung Europas als relevant.