Donnerstag, 3. Juni 2021

Nix Tennis

 

Ausdauersport und die großen Gefäße

Dietger Mathias, Fit und gesund von 1 bis 100, Ernährung und Bewegung - Aktuelles medizinisches Wissen zur Gesundheit,  

2018, SPRINGER


Zusammenfassung

"Regelmäßige körperliche Belastungen gehen in den Venen und Arterien mit einer Erhöhung des Blutvolumens einher. Die Fließeigenschaft des Blutes nimmt zu, weil die Konzentrationen von Gerinnungsfaktoren wie z. B. die des Fibrinogens unter diesen Bedingungen sinken und der Gehalt an gewebespezifischem Plasminogenaktivator steigt. Der Sauerstofftransport und die Wärmeregulation sind verbessert.

Regelmäßige körperliche Belastungen gehen in den Arterien und Venen mit einer Erhöhung der transportierten Blutmenge einher. Die Fließeigenschaft des Blutes nimmt zu, weil die Konzentrationen von Gerinnungsfaktoren wie z. B. die des Fibrinogens unter diesen Bedingungen sinken und der Gehalt an gewebespezifischem Plasminogenaktivator steigt. Der Sauerstofftransport und die Wärmeregulation sind verbessert.

Die Innenauskleidung der Gefäße, das Endothel, spielt bei der Verbesserung der Gefäßfunktionen durch regelmäßige Ausdaueraktivitäten ebenfalls eine wichtige Rolle. Es produziert dann mehr Stickstoffmonoxid und Prostacyclin (Kap. 15). Beide Stoffe bewirken eine Weitstellung der Gefäße und damit eine Blutdrucksenkung. Das Prostacyclin setzt außerdem die Aktivität der Gerinnungsplättchen herab und vermindert so zusätzlich die Thrombosegefahr. Und schließlich wandern weniger Entzündungszellen in die Gefäßwand ein, was mit einer Senkung des Arterioskleroserisikos verbunden ist.

Als Ursache für die Aktivitätssteigerung des Endothels unter Belastung wird der erhöhte Blutstrom angesehen (Flammer et al. 2012). Seine Stärke lässt sich leicht als sog. flussassoziierte Gefäßerweiterung (»flow-mediated dilation«, FMD) per Ultraschall messen und ist ein Gradmesser für die Endothelfunktion. Je stärker die Dehnbarkeit der Arterien, umso besser der Zustand des Endothels und umso geringer das Risiko für koronare Herzkrankheiten und Blutdruckerhöhungen (Kap. 60).

Durch ein Zuviel an Bauchfett kann die FMD der Arterien generell reduziert sein (Romero- Corral et al. 2010; Selthofer-Relactic et al. 2016). Deshalb profitieren Ausdauersportler auch hinsichtlich einer optimalen Endothelfunktion von ihren Anstrengungen, denn sie vermeiden zumeist übermäßige Fettansammlungen. Mit kleinen Einschränkungen gilt dieser 2-fach positive Effekt von Ausdauertraining ebenfalls für übergewichtige Personen, weil bei ihnen durch sportliche Übungen die viszeralen Fettspeicher bevorzugt abgebaut werden (Kap. 63). So zeigen Auswertungen der Women’s Health Study mit 10.339 Frauen und einer mittleren Beobachtungszeit von 14 Jahren, dass bei den übergewichtigen Frauen ein zu hoher Blutdruck durch regelmäßige körperliche Aktivitäten deutlich gesenkt werden konnte, sich allerdings nicht komplett auf das Risikoprofil normalgewichtiger Frauen absenken ließ (Jackson et al. 2014).

Auch die großen Blutgefäße sind dankbar für viel Bewegung."


Klimaschau #42: Himalaya-Gletscher sind doch zäher als gedacht, Trinkwas...

Nicht viel los bei der Globaltemperatur seit 1979. 

Mittwoch, 2. Juni 2021

Das hätten wir von Ötzi nicht gedacht!

 





Diese Arterie ist ziemlich verstopft. Lebenslang Rotwein hilft - ich glaub dran (die Sies-Gruppe  hat's gesagt)(allerdings nur in großen Mengen! Dann tötet der Alkohol.) 

Polyphenole - speziell das Resveratrol - halten die Gefäßinnenwände sauberer.  


(Bild: Alex / Wiki.)


Carsten Pusch, Paläogenetiker jüngeren Datums, lockerer Plauderer und Alice-Cooper-Freund, hat Tut-Anch-Amun inspiziert, die Medici und den Ötzi.  


Ja, die Pharaonen pflegten die Vollgeschwisterehe mit entsprechenden Defekten, die die Blutreinheit so mit sich bringt. Die Medici litten an Karies, ohne die MILCHSCHNITTE und MILKA. Und Ötzi, dem der Genuß von Hamburgern bei McDonalds lebenslang versagt blieb und der ein strammer, schlanker Südtiroler mit viel Bewegung und ohne Bauch war - der litt an Arteriosklerose wie Franz Fett, der Dauerfernseher.  


Das sind interessante Befunde! 

Wie läßt sich erklären, daß der Reinhold-Messner-Vorfahre ein Couch-Potatoe-Innenleben hatte? Pusch versuchte es mit der Borreliose, es gebe da Hinweise, daß sie die Arteriosklerose verstärke. Ja, Hinweise gibt es immer, leider in alle Himmelsrichtungen. Auf jeder Stinkstengelpackung steht, daß Rauchen tödlich sein könne. Trotzdem leben die Dauerraucher von der Sorte Helmut Schmidt mit 90 Jahren immer noch, bewegungsarm und im Rollstuhl, aber kettenrauchend. Ob der pathologische Befund bei Schmidt auch noch mindere Arteriosklerose erweisen würde? Es wurde leider nicht obduziert. Ich glaube ja an Sport und Bewegung, an Dauerlauf. Aber die Zeichen verdichten sich, daß die genetische Veranlagung ausschlaggebend ist, bei Keith Richards und Frank Zappa, bei Hawking und bei Schmidt. Und daß im Ansatz der Vergleichsgruppen-Untersuchungen ein systematischer Fehler stecken muß. 

Aber das Studium der Vergangenheit erweist sich einmal mehr dem theoretischen Denken überlegen. Ein guter Befund. 


Dienstag, 1. Juni 2021

2.7.1890 Antisklavereikonferenz in Brüssel

Der europäische Kolonialismus beendet die arabischen Sklavenraubzüge in Zentralafrika, die mit einheimischen Hilfstruppen durchgeführt wurden.

Heinrich Brode, Tippu Tip, Lebensbild eines zentralafrikanischen Despoten, Nach seinen eigenen Angaben erstellt, Bln. 1905
https://archive.org/details/tipputiplebensb00brodgoog/page/n171/mode/2up?view=theater

Montag, 31. Mai 2021

Der Pastorensohn in Sansibar


 

Heinrich Brode, Tippu Tip, Lebensbild eines zentralafrikanischen Despoten, Nach seinen eigenen Angaben erstellt, Bln. 1905

„Waren die Eingeborenen kriegerisch und auf die eigene Stärke nicht genügend Verlaß … so konnte der Reisende bei diplomatischem Vorgehen in friedlichem Handel den unerfahrenen Wilden das kostbare Elfenbein … um ein Billiges ablocken, konnte auch für wenige Stücke bunten Tuchs eine ganze Herde Sklaven einhandeln: waren die Bewohner hingegen schwach, so schlug man ein kürzeres Verfahren ein. Man überfiel friedliche Dörfer, plünderte sie aus und nahm die Eingeborenen, deren man habhaft werden konnte, als Sklaven mit sich. Auf diese Weise wird mancher Araber, der arm auszog, begütert in die Heimat zurückgekehrt sein und dort durch Erzählungen … die Kunde verbreitet haben, daß man in Ostafrika mit einigem Wagemut in kurzer Zeit ein ein reicher Mann werden kann.“* 

In solchen Umständen wurde Hamed bin Muhamed, mit Beinamen Tippu Tip, auf Sansibar groß und dann reich. Mit 16 trat er seine erste Handelsreise nach Ostafrika an. 

Der Pastorensohn und Diplomat Brode aus Sachsen war nicht nur neugierig auf Afrika, er schrieb in dieser Biographie des Tippu Tip auch auf, was einigen Aufschluß gibt über diese Zeit in Ostafrika. 

Warum er im Großen Brockhaus keine Erwähnung findet, ist rätselhaft.