mo 11° b / mi 19° w Dunkelheit 21.30h
- "Darwin leuchtet: Ein dreifacher Großstreit: Was ist der Mensch?" Trilogie im Meiner-Verlag. Rez. FAZ 20.8.07
Die holistischen Fragen, die bisher zu nichts Sinnvollem geführt haben, siehe Kant, bleiben reizvoll. Und natürlich ist die Arbeit am Menschenbild sinnvoll. Aber nur empirisch, im Kleinen. Mehr als eine Skizze kann daraus nie werden. Crick und Watson scheinen mir doch heute mehr zu leuchten als Darwin, ohne dessen Leistung schmälern zu wollen. Aber der Entwicklungsgedanke war schon bei Goethe deutlich formuliert, zuletzt im Faust II:
Da regst du dich nach ewigen Normen
Durch tausend, abertausend Formen,
Und bis zum Menschen hast du Zeit.
Vv. 8324 ff. (Thales zu Homunculus)
- Arbeit am Konzentrationsabbau: Nachrichtenunterlegung mit Musik (gilt auch für Geschichtsreihen wie ZEITZEICHEN in WDR 5)
- Landesbanken
Blind ins Risiko auf Kosten anderer
"Die Welt der Landesbanken gerät in Bewegung. In Amerika fing alles an: Banken vergaben zu großzügig Hypothekenkredite, die nun zum großen Teil nicht zurückgezahlt werden. Warum haben sich ausgerechnet öffentliche Banken aus Deutschland dort engagiert? Ein FAZ.NET-Spezial." Na, wenn der deutsche Steuerzahler bürgt.
- Ein Fall für den Datenschutzbeauftragten:
"Aachen
Serienmörder nach 17 Jahren gefasst
Der Aachener „Anhalter-Mörder“ ist gefasst. Ermittler stießen durch Zufall auf den Mörder von fünf Frauen, der die Taten zwischen 1983 und 1990 begangen hat. Der 51 Jahre alte Mann konnte durch seinen genetischen Fingerabdruck überführt werden."
- Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.08.2007, Nr. 193, S. 9
Viagra-Rezept für Kinderschänder
PARIS, 20. August (dpa). Nach Bekanntwerden des Falls eines Gefängnisarztes, der einem Kinderschänder die Potenzpille Viagra verschrieben hatte, hat sich der französische Präsident Nicolas Sarkozy für die Sterilisation von Kinderschändern ausgesprochen. Er befürworte die chemische Sterilisation von Sexualstraftätern, sofern diese der Behandlung zustimmten, sagte Sarkozy am Montag. Am Ende ihrer Haftzeit sollen Sexualstraftäter in Frankreich künftig von Experten untersucht und falls nötig in eine geschlossene Anstalt eingewiesen werden. In den vergangenen Tagen hatte der Fall eines mutmaßlich rückfällig gewordenen Kinderschänders in Frankreich Aufsehen erregt. Der Gefängnisarzt des Mannes hatte am Montag zugegeben, dem Mann noch während der Haft Viagra verschrieben zu haben. Der 61 Jahre alte Täter war Anfang Juli entlassen worden und hatte anschließend einen fünf Jahre alten Jungen entführt und missbraucht. Bei der Festnahme des Mannes fand die Polizei bei ihm eine angebrochene Viagra-Packung. Der mutmaßliche Straftäter sagte, dass er das Medikament verschrieben bekommen habe. Unterdessen empfing der französische Präsident Nicolas Sarkozy den Vater des missbrauchten Jungen. "Er hat mir versprochen, dass die Gesetze verschärft werden und solche Täter nie mehr entlassen werden", sagte der Mann anschließend."
Der Mann hat seine Seminare bei Foucault ernstgenommen.
"Weniger Professuren in Deutschland
1451 Stellen in zehn Jahren gestrichen / Geisteswissenschaften besonders betroffen
oll. FRANKFURT, 20. August. Die geisteswissenschaftlichen Fakultäten haben in den vergangenen zehn Jahren 663 Professuren verloren." Das ist die große Chance, in den Geisteswissenschaften wieder Qualität einzuführen. Schwierig genug in der wolkigen Fakultät. Repräsentieren Foucault, Rorty und Habermas Qualität? Nicht im Vergleich mit Max Weber. Aber doch unter den 1000 Gartenzwergen der Phil. Fak. Das Problem bei diesen Spitzenschwaflern liegt in ihrem Desorientierungspotential, siehe den Arzt, der dem Sexualverbrecher Potenzmittel verschreibt.
- In der Mai-Nummer der Schweizer Monatshefte fürchtet der tschechische Staatspräsident Klaus aber ganz andere Gefahren. Drei interne Herausforderungen sind nach seiner Überzeugung besonders gefährlich für die Freiheit: der Sozialdemokratismus, der Europäismus, der Ökologismus. Der Sozialdemokratismus sei nichts anderes als eine weichgespülte Form des Kommunismus. Was Europa angeht, sei er immer ein Anhänger freundschaftlicher Zusammenarbeit unter den europäischen Ländern gewesen. Jedoch habe er stets darauf hingewiesen, dass der Drang zu einem immer enger verfassten Europa, die sogenannte "Vertiefung" der EU, die rasche politische Integration und die supranationalen Tendenzen - die nicht von einer authentischen europäischen Identität, einem europäischen Demos gestützt würden - Gift für die Demokratie und die Freiheit seien. "Die dritte Gefahr für die persönliche Freiheit tritt uns entgegen als Umweltbesessenheit. Ich teile die Besorgnis über eine allfällige Zerstörung der Umwelt, aber dies macht mich nicht blind für die Gefahr, die von der neuen Ideologie des Ökologismus ausgeht. Dieser Bewegung dient der Umweltschutz bloß als Vorwand. Hinter ihrer menschen- und umweltfreundlichen Terminologie verbirgt sich der Ehrgeiz ihrer Anhänger, die Welt, die Gesellschaft, unser Verhalten und unsere Werte radikal umzupolen und neu zu organisieren."
Dienstag, 21. August 2007
Montag, 20. August 2007
Geldpolitik, Rotchina, Kongo, Gentechnik
mo 11° R /mi 19° w
Ein schwieriges Feld:
"... Der pensionierte Präsident der amerikanischen Notenbank, Alan Greenspan, hatte wegen turbulenter Märkte häufig die Leitzinsen gesenkt - 1987 nach dem Börsen-Crash, 1998 beim Beinahekollaps des Hedge-Fonds LTCM sowie während der Kurseinbrüche zwischen 2001 und 2003. Kurzfristig haben die Liquiditätsspritzen gewirkt. Das gilt vor allem für 1987: Nach dem Crash im Oktober 1987 hatte Greenspan die Zinsen um 75 Basispunkte gesenkt und die Märkte mit Liquidität geflutet. Bereits Anfang Dezember 1987 hatte der amerikanische Aktienmarkt seinen Tiefpunkt durchschritten. Die Leitzinssenkungen hatten die Investoren vor weiteren Verlusten bewahrt. Damit haben sie ähnlich gewirkt wie Verkaufsoptionen, auch Puts genannt. Diese räumen Anlegern die Möglichkeit ein, Aktien zu einem festgesetzten Kurs zu verkaufen, auch wenn der Kurs am Markt eingebrochen und somit niedriger sein sollte.
Aber die Greenspan-Puts hatten regelmäßig die Liquidität aufgebläht, das Risikobewusstsein eingeschläfert und neuen Übertreibungen Vorschub geleistet. Noch nie ist diese problematische Seite des Greenspan-Puts so klar geworden wie zuletzt: Die amerikanischen Unternehmen hatten 2001 begonnen, ihre während der Aktienhausse in die Höhe geschossenen Schulden zu reduzieren und ihre Bilanzen zu reparieren. Aber die amerikanischen Konsumenten haben seitdem das Gegenteil gemacht. Angestachelt durch Greenspans Niedrigzinsen, haben sie Hypothekenschulden aufgetürmt, leichtfertig Immobilien gekauft und deren Preise in die Höhe getrieben. Im Frühjahr dieses Jahres wurde klar, dass immer mehr Bürger ihre Darlehen nicht bedienen können, die amerikanische Immobilienkrise nahm ihren Lauf. Sie geht maßgeblich auf den Greenspan-Put zurück. ..."
F.A.Z., 20.08.2007, Nr. 192 / Seite 22
Marc Faber meinte letzte Woche, ohne die Zentralbanken und ihre Interventionen seien wir alle reicher.
- Wieder ein sehr informativer Beitrag von Matthias Rüb! Die Entwicklung an der Straße von Taiwan ist besorgniserregend. :
"Militärische Macht
Das Pentagon warnt vorm chinesischen Drachen
Von Matthias Rüb, Washington ... Militärisches Hauptaugenmerk Chinas auf Taiwan
China lässt die Welt über die strategischen Gründe seiner Aufrüstung im Unklaren. Amerikanische und internationale Rüstungsfachleute sind sich jedoch darüber einig, dass die Modernisierung der veralteten Ausrüstung der chinesischen Streitkräfte längst nicht mehr der einzige Grund für die wachsenden Militärausgaben sein kann. Denn Chinas Aufrüstung begann, als der regionale und weltanschauliche Rivale Sowjetunion von der Bühne der Weltgeschichte abtrat und keine militärische Bedrohung mehr darstellte. In die gleiche Zeit fielen (inflationsbereinigt) sinkende Militärausgaben Taiwans, während sich auch das von Wirtschaftskrisen geschüttelte Japan - der einzige potentielle Großmachtrivale in der Region - allenfalls ein stagnierendes Militärbudget leistete.
Nach wie vor liegt Chinas militärisches Hauptaugenmerk auf Taiwan. Peking verstärkt sein auf Taiwan gerichtetes Raketenarsenal nach amerikanischen Erkenntnissen jährlich um etwa 100 Kurzstreckenraketen und hat inzwischen fast 1000 Abschussrampen mit Raketen, die Taiwan erreichen können, am Westufer der Straße von Taiwan errichtet. Zudem sind fast 400.000 Mann der Volksarmee in der Region stationiert. ..." FAZ 20.8.07
- Kongo / Katanga : Globalisierung als neue Chance oder alte afrikanische Mißwirtschaft?
"... Die Demokratische Republik Kongo (Kongo-Kinshasa) gilt als eines der rohstoffreichsten Länder der Welt. Von Holz über Wasser und Diamanten bis hin zu seltenen Erzen wie Coltan, Uran und Kobalt findet sich nahezu alles, wobei speziell die Kupfer-, Kobalt- und Uranvorkommen in der südlichen Provinz Katanga konzentriert sind. Die Bergbauprovinz war seit jeher der wirtschaftliche Motor Kongos, sowohl unter belgischer Kolonialverwaltung als auch nachdem Kongo 1960 von Belgien in die Unabhängigkeit entlassen worden war. Die blühende Bergbauindustrie aber verfiel im Laufe der Jahre durch unglaubliche Korruption und Missmanagement, und heute gibt es nicht einmal mehr eine Straße, die Lubumbashi, die Hauptstadt von Katanga, mit der Regierungshauptstadt Kinshasa verbindet. Gleichwohl ist Katanga nach den ersten freien Wahlen in der Geschichte Kongos im vergangenen Jahr zum neuen Mekka der internationalen Bergbaukonzerne geworden. Hintergrund ist die Nachfrage nach Kupfer und Kobalt aus China und Indien, die zu Preissteigerungen von bis zu 150 Prozent geführt hat. Katanga verfügt über rund ein Zehntel aller weltweit bekannten Kupfervorkommen und wohl über knapp die Hälfte des mittlerweile extrem teuren Kobalts. ..."
Text: F.A.Z., 20.08.2007, Nr. 192 / Seite 12
- Der Irrationalismus nimmt zu:
"Gentechnik
Wohliger Ekel
Von Christian Schwägerl
Von liebevollen Menschen herangezogen? Mitnichten
26. Juli 2007 FAZ
Wer hat vor Gentechnik in Lebensmitteln keine Angst? Nur Menschen, so scheint es, die bei Fastfood-Ketten frühstücken, schimmliges Brot essen und sich auch sonst nicht sonderlich darum scheren, was sie ihrem Körper zumuten. Die große Mehrheit ist dagegen, sagt der Ernährungsminister, und richtet sich, statt aufzuklären, nach der kollektiven Angst. Als drohe die Pest oder Schlimmeres, lässt Horst Seehofer Äcker, auf denen genveränderte Pflanzen wachsen, mit Sicherheitskorridoren umgeben, Spuren von Gentechnik mit Labortests verfolgen und schreibt Warnhinweise auf Verpackungen vor.
In den Kirchen wird gegen den „Eingriff in die Schöpfung“ gepredigt, in bayerischen Städten verbieten CSU-Bürgermeister den Anbau von „Gen-Pflanzen“ auf kommunalem Pachtland, in Bio-Supermärkten wird „Frei von Gentechnik“ als Qualitätsmerkmal und Kaufanreiz präsentiert, was allgemeinen Beifall findet, vom Stammtisch in Niederbayern bis zur schwulen Bio-Einkaufsgemeinschaft in Kreuzberg.
Ein selbstverstärkendes System
Den Verbrauchern wird es leichtgemacht, pauschal gegen Gentechnik zu sein. Dort, wo gentechnisch veränderte Lebewesen längst eingesetzt werden, als Futtermittel für Rinder und Schweine beispielsweise und als bakterielle Fabriken für Vitamine und Enzyme, erfahren sie nichts davon. Eine umfassende Kennzeichnungspflicht für alle Produkte, die mit Hilfe genveränderter Organismen hergestellt werden, haben die „Verbraucheranwälte“ in der Regierung soeben verhindert - wohl wissend, dass sonst auf fast allen Produkten ein Gentechnik-Zeichen zu finden wäre. Was eine Massenhysterie auslösen würde - oder einen raschen Gewöhnungseffekt. Produkte wiederum, für die eine Kennzeichnung vorgeschrieben ist, bekommt der Verbraucher gar nicht zu sehen: Vor nichts haben die Lebensmittelketten mehr Angst als vor der Angst ihrer Kunden. Ein selbstverstärkendes System.
„Ohne Gentechnik“ - wie natürlich das klingt. Fast wie: Meine Lebensmittel kommen aus dem Garten Eden. „Ohne Gentechnik“, das signalisiert: alles in Ordnung, diese Karotte wurde von lächelnden und liebevollen Menschen herangezogen. Keine Gentechnik, und schon ist das Gewissen rein. Pestizide, Pilzgifte, Wasserverschwendung für Treibhausware, alles halb so wild. Hauptsache, keine Gentechnik. ..."
Ein schwieriges Feld:
"... Der pensionierte Präsident der amerikanischen Notenbank, Alan Greenspan, hatte wegen turbulenter Märkte häufig die Leitzinsen gesenkt - 1987 nach dem Börsen-Crash, 1998 beim Beinahekollaps des Hedge-Fonds LTCM sowie während der Kurseinbrüche zwischen 2001 und 2003. Kurzfristig haben die Liquiditätsspritzen gewirkt. Das gilt vor allem für 1987: Nach dem Crash im Oktober 1987 hatte Greenspan die Zinsen um 75 Basispunkte gesenkt und die Märkte mit Liquidität geflutet. Bereits Anfang Dezember 1987 hatte der amerikanische Aktienmarkt seinen Tiefpunkt durchschritten. Die Leitzinssenkungen hatten die Investoren vor weiteren Verlusten bewahrt. Damit haben sie ähnlich gewirkt wie Verkaufsoptionen, auch Puts genannt. Diese räumen Anlegern die Möglichkeit ein, Aktien zu einem festgesetzten Kurs zu verkaufen, auch wenn der Kurs am Markt eingebrochen und somit niedriger sein sollte.
Aber die Greenspan-Puts hatten regelmäßig die Liquidität aufgebläht, das Risikobewusstsein eingeschläfert und neuen Übertreibungen Vorschub geleistet. Noch nie ist diese problematische Seite des Greenspan-Puts so klar geworden wie zuletzt: Die amerikanischen Unternehmen hatten 2001 begonnen, ihre während der Aktienhausse in die Höhe geschossenen Schulden zu reduzieren und ihre Bilanzen zu reparieren. Aber die amerikanischen Konsumenten haben seitdem das Gegenteil gemacht. Angestachelt durch Greenspans Niedrigzinsen, haben sie Hypothekenschulden aufgetürmt, leichtfertig Immobilien gekauft und deren Preise in die Höhe getrieben. Im Frühjahr dieses Jahres wurde klar, dass immer mehr Bürger ihre Darlehen nicht bedienen können, die amerikanische Immobilienkrise nahm ihren Lauf. Sie geht maßgeblich auf den Greenspan-Put zurück. ..."
F.A.Z., 20.08.2007, Nr. 192 / Seite 22
Marc Faber meinte letzte Woche, ohne die Zentralbanken und ihre Interventionen seien wir alle reicher.
- Wieder ein sehr informativer Beitrag von Matthias Rüb! Die Entwicklung an der Straße von Taiwan ist besorgniserregend. :
"Militärische Macht
Das Pentagon warnt vorm chinesischen Drachen
Von Matthias Rüb, Washington ... Militärisches Hauptaugenmerk Chinas auf Taiwan
China lässt die Welt über die strategischen Gründe seiner Aufrüstung im Unklaren. Amerikanische und internationale Rüstungsfachleute sind sich jedoch darüber einig, dass die Modernisierung der veralteten Ausrüstung der chinesischen Streitkräfte längst nicht mehr der einzige Grund für die wachsenden Militärausgaben sein kann. Denn Chinas Aufrüstung begann, als der regionale und weltanschauliche Rivale Sowjetunion von der Bühne der Weltgeschichte abtrat und keine militärische Bedrohung mehr darstellte. In die gleiche Zeit fielen (inflationsbereinigt) sinkende Militärausgaben Taiwans, während sich auch das von Wirtschaftskrisen geschüttelte Japan - der einzige potentielle Großmachtrivale in der Region - allenfalls ein stagnierendes Militärbudget leistete.
Nach wie vor liegt Chinas militärisches Hauptaugenmerk auf Taiwan. Peking verstärkt sein auf Taiwan gerichtetes Raketenarsenal nach amerikanischen Erkenntnissen jährlich um etwa 100 Kurzstreckenraketen und hat inzwischen fast 1000 Abschussrampen mit Raketen, die Taiwan erreichen können, am Westufer der Straße von Taiwan errichtet. Zudem sind fast 400.000 Mann der Volksarmee in der Region stationiert. ..." FAZ 20.8.07
- Kongo / Katanga : Globalisierung als neue Chance oder alte afrikanische Mißwirtschaft?
"... Die Demokratische Republik Kongo (Kongo-Kinshasa) gilt als eines der rohstoffreichsten Länder der Welt. Von Holz über Wasser und Diamanten bis hin zu seltenen Erzen wie Coltan, Uran und Kobalt findet sich nahezu alles, wobei speziell die Kupfer-, Kobalt- und Uranvorkommen in der südlichen Provinz Katanga konzentriert sind. Die Bergbauprovinz war seit jeher der wirtschaftliche Motor Kongos, sowohl unter belgischer Kolonialverwaltung als auch nachdem Kongo 1960 von Belgien in die Unabhängigkeit entlassen worden war. Die blühende Bergbauindustrie aber verfiel im Laufe der Jahre durch unglaubliche Korruption und Missmanagement, und heute gibt es nicht einmal mehr eine Straße, die Lubumbashi, die Hauptstadt von Katanga, mit der Regierungshauptstadt Kinshasa verbindet. Gleichwohl ist Katanga nach den ersten freien Wahlen in der Geschichte Kongos im vergangenen Jahr zum neuen Mekka der internationalen Bergbaukonzerne geworden. Hintergrund ist die Nachfrage nach Kupfer und Kobalt aus China und Indien, die zu Preissteigerungen von bis zu 150 Prozent geführt hat. Katanga verfügt über rund ein Zehntel aller weltweit bekannten Kupfervorkommen und wohl über knapp die Hälfte des mittlerweile extrem teuren Kobalts. ..."
Text: F.A.Z., 20.08.2007, Nr. 192 / Seite 12
- Der Irrationalismus nimmt zu:
"Gentechnik
Wohliger Ekel
Von Christian Schwägerl
Von liebevollen Menschen herangezogen? Mitnichten
26. Juli 2007 FAZ
Wer hat vor Gentechnik in Lebensmitteln keine Angst? Nur Menschen, so scheint es, die bei Fastfood-Ketten frühstücken, schimmliges Brot essen und sich auch sonst nicht sonderlich darum scheren, was sie ihrem Körper zumuten. Die große Mehrheit ist dagegen, sagt der Ernährungsminister, und richtet sich, statt aufzuklären, nach der kollektiven Angst. Als drohe die Pest oder Schlimmeres, lässt Horst Seehofer Äcker, auf denen genveränderte Pflanzen wachsen, mit Sicherheitskorridoren umgeben, Spuren von Gentechnik mit Labortests verfolgen und schreibt Warnhinweise auf Verpackungen vor.
In den Kirchen wird gegen den „Eingriff in die Schöpfung“ gepredigt, in bayerischen Städten verbieten CSU-Bürgermeister den Anbau von „Gen-Pflanzen“ auf kommunalem Pachtland, in Bio-Supermärkten wird „Frei von Gentechnik“ als Qualitätsmerkmal und Kaufanreiz präsentiert, was allgemeinen Beifall findet, vom Stammtisch in Niederbayern bis zur schwulen Bio-Einkaufsgemeinschaft in Kreuzberg.
Ein selbstverstärkendes System
Den Verbrauchern wird es leichtgemacht, pauschal gegen Gentechnik zu sein. Dort, wo gentechnisch veränderte Lebewesen längst eingesetzt werden, als Futtermittel für Rinder und Schweine beispielsweise und als bakterielle Fabriken für Vitamine und Enzyme, erfahren sie nichts davon. Eine umfassende Kennzeichnungspflicht für alle Produkte, die mit Hilfe genveränderter Organismen hergestellt werden, haben die „Verbraucheranwälte“ in der Regierung soeben verhindert - wohl wissend, dass sonst auf fast allen Produkten ein Gentechnik-Zeichen zu finden wäre. Was eine Massenhysterie auslösen würde - oder einen raschen Gewöhnungseffekt. Produkte wiederum, für die eine Kennzeichnung vorgeschrieben ist, bekommt der Verbraucher gar nicht zu sehen: Vor nichts haben die Lebensmittelketten mehr Angst als vor der Angst ihrer Kunden. Ein selbstverstärkendes System.
„Ohne Gentechnik“ - wie natürlich das klingt. Fast wie: Meine Lebensmittel kommen aus dem Garten Eden. „Ohne Gentechnik“, das signalisiert: alles in Ordnung, diese Karotte wurde von lächelnden und liebevollen Menschen herangezogen. Keine Gentechnik, und schon ist das Gewissen rein. Pestizide, Pilzgifte, Wasserverschwendung für Treibhausware, alles halb so wild. Hauptsache, keine Gentechnik. ..."
Sonntag, 19. August 2007
Unschärfe des Dichtens und geisteswissenschaftlichen Denkens
mi 19° w Septemberwind
Die schlimme Unschärfe und logische Beliebigkeit des Dichtens und geisteswissenschaftlichen Denkens:
"'Als 1932/33 zahlreiche George-Jünger sich für die Nationalsozialisten begeisterten ...', so Jünger Morwitz. ..." Focus 33/07, S. 49
Das Denken in Bildern, so unvermeidlich es ist und so schön es sein kann, bleibt immer ein großer Unsinnsgenerator.
Der Taugenichts
Die ersten Veilchen waren schon
Erwacht im stillen Tal;
Ein Bettelpack stellt' seinen Thron
Ins Feld zum ersten Mal.
Der Alte auf dem Rücken lag,
Das Weib, das wusch am See;
Bestaubt und unrein schmolz im Hag
Das letzte Häuflein Schnee.
Der Vollmond warf den Silberschein
Dem Bettler in die Hand,
Bestreut' der Frau mit Edelstein
Die Lumpen, die sie wand;
Ein linder West blies in die Glut
Von einem Dorngeflecht,
Drauf kocht' in Bettelmannes Hut
Ein sündengrauer Hecht.
Da kam der kleine Betteljung,
Vor Hunger schwach und matt,
Doch glühend in Begeisterung
Vom Streifen durch die Stadt,
Hielt eine Hyazinthe dar
In dunkelblauer Luft;
Dicht drängte sich der Kelchlein Schar,
Und selig war der Duft.
Der Vater rief: "Wohl hast du mir
Viel Pfennige gebracht??"
Der Knabe rief: "O sehet hier
Der Blume Zauberpracht!
Ich schlich zum goldnen Gittertor,
Sooft ich ging, zurück,
Bedacht nur, aus dem Wunderflor
Zu stehlen mir dies Glück!
O sehet nur, ich werde toll,
Die Glöcklein alle an!
Ihr Duft, so fremd und wundervoll,
Hat mir es angetan!
O schlaget nicht mich armen Wicht,
Laßt Euren Stecken ruhn!
Ich will ja nichts, mich hungert nicht,
Ich wills nicht wieder tun!?"
"O wehe mir geschlagnem Tropf!?",
Brach nun der Alte aus,
"Mein Kind kommt mit verrücktem Kopf,
Anstatt mit Brot nach Haus!
Du Taugenichts, du Tagedieb
Und deiner Eltern Schmach!?"
Und rüstig langt' er Hieb auf Hieb
Dem armen Jungen nach.
Im Zorn fraß er den Hecht, noch eh
Der gar gesotten war,
Schmiß weit die Gräte in den See
Und stülpt' den Filz aufs Haar.
Die Mutter schmält' mit sanftem Wort
Den mißgeratnen Sohn,
Der warf die Blume zitternd fort
Und hinkte still davon.
Es perlte seiner Tränen Fluß,
Er legte sich ins Gras
Und zog aus seinem wunden Fuß
Ein Stücklein scharfes Glas.
Der Gott der Taugenichtse rief
Der guten Nachtigall,
Daß sie dem Kind ein Liedchen pfiff
Zum Schlaf mit süßem Schall.
Gottfried Keller
Die schlimme Unschärfe und logische Beliebigkeit des Dichtens und geisteswissenschaftlichen Denkens:
"'Als 1932/33 zahlreiche George-Jünger sich für die Nationalsozialisten begeisterten ...', so Jünger Morwitz. ..." Focus 33/07, S. 49
Das Denken in Bildern, so unvermeidlich es ist und so schön es sein kann, bleibt immer ein großer Unsinnsgenerator.
Der Taugenichts
Die ersten Veilchen waren schon
Erwacht im stillen Tal;
Ein Bettelpack stellt' seinen Thron
Ins Feld zum ersten Mal.
Der Alte auf dem Rücken lag,
Das Weib, das wusch am See;
Bestaubt und unrein schmolz im Hag
Das letzte Häuflein Schnee.
Der Vollmond warf den Silberschein
Dem Bettler in die Hand,
Bestreut' der Frau mit Edelstein
Die Lumpen, die sie wand;
Ein linder West blies in die Glut
Von einem Dorngeflecht,
Drauf kocht' in Bettelmannes Hut
Ein sündengrauer Hecht.
Da kam der kleine Betteljung,
Vor Hunger schwach und matt,
Doch glühend in Begeisterung
Vom Streifen durch die Stadt,
Hielt eine Hyazinthe dar
In dunkelblauer Luft;
Dicht drängte sich der Kelchlein Schar,
Und selig war der Duft.
Der Vater rief: "Wohl hast du mir
Viel Pfennige gebracht??"
Der Knabe rief: "O sehet hier
Der Blume Zauberpracht!
Ich schlich zum goldnen Gittertor,
Sooft ich ging, zurück,
Bedacht nur, aus dem Wunderflor
Zu stehlen mir dies Glück!
O sehet nur, ich werde toll,
Die Glöcklein alle an!
Ihr Duft, so fremd und wundervoll,
Hat mir es angetan!
O schlaget nicht mich armen Wicht,
Laßt Euren Stecken ruhn!
Ich will ja nichts, mich hungert nicht,
Ich wills nicht wieder tun!?"
"O wehe mir geschlagnem Tropf!?",
Brach nun der Alte aus,
"Mein Kind kommt mit verrücktem Kopf,
Anstatt mit Brot nach Haus!
Du Taugenichts, du Tagedieb
Und deiner Eltern Schmach!?"
Und rüstig langt' er Hieb auf Hieb
Dem armen Jungen nach.
Im Zorn fraß er den Hecht, noch eh
Der gar gesotten war,
Schmiß weit die Gräte in den See
Und stülpt' den Filz aufs Haar.
Die Mutter schmält' mit sanftem Wort
Den mißgeratnen Sohn,
Der warf die Blume zitternd fort
Und hinkte still davon.
Es perlte seiner Tränen Fluß,
Er legte sich ins Gras
Und zog aus seinem wunden Fuß
Ein Stücklein scharfes Glas.
Der Gott der Taugenichtse rief
Der guten Nachtigall,
Daß sie dem Kind ein Liedchen pfiff
Zum Schlaf mit süßem Schall.
Gottfried Keller
Samstag, 18. August 2007
Vorläufiges Wissen, Grönländer, Sonne zu 53,9 Cent/kWh
mi 20° w
- Gang der Wissenschaft, Arbeit am Irrtum:
Weniger Blutarmut durch späteres Abnabeln
LONDON, 17. August (AFP). Ärzte und Hebammen sollten laut einem am Freitag veröffentlichten Bericht des "British Medical Journal" mit dem Durchschneiden der Nabelschnur nach einer Geburt mindestens drei Minuten lang warten.
F.A.Z., 18.08.2007, Nr. 191 / Seite 7
- "Der Grönländer
... Hans Enoksen. Er ist Ministerpräsident auf der größten Insel der Welt und trägt den offiziellen dänischen Titel Landsstyreformand. Das hängt mit der komplizierten staatsrechtlichen Konstruktion Grönlands zusammen, das Teil Dänemarks ist, aber seit 1979 weitgehende Selbstverwaltungsrechte hat. ... Enoksen strebt die Unabhängigkeit an. Auftrieb könnte ihm dabei die Erwartung geben, dass Grönland über große Ölvorkommen verfügt. Deren Erschließung würde durch das Zurückweichen der Gletscher erleichtert. Vorerst freilich sieht er als positive Folge des Klimawandels: dass man jetzt auch in Grönland Gemüse anbauen könne und dass das Tourismusgeschäft floriert."
F.A.Z., 18.08.2007, Nr. 191 / Seite 8
"... Dass der Ökostromabsatz, wenn man die höheren Erzeugungspreise ehrlich in Rechnung stellt, nicht funktioniert, hat schon E.ON mit dem deutschlandweit angebotenen "Mix power"-Tarif zu spüren bekommen, bei dem für alle Erzeugungsarten nachvollziehbar kostengerecht kalkulierte Preise von Kernenergie zu 2,6 Cent/kWh, Kohle zu 4,4 Cent/kWh, Wasser zu 5,3 Cent/kWh, Biogas zu 10,0 Cent/kWh, Wind zu 11,4 Cent/kWh bis Sonne zu 53,9 Cent/kWh erhoben wurden. Trotz einem erheblichen Werbeaufwand von rund 22,5 Millionen Euro hatten sich innerhalb der Kampagne bis zum Jahr 2002 neben unserem Nationaltorhüter Oliver Kahn nur rund 1100 Kunden zu einem kostengerechten Mix mit nennenswertem Ökoanteil entschieden. ..." Leserbrief Alt, RWTH Aachen, 18.8., FAZ
- Gang der Wissenschaft, Arbeit am Irrtum:
Weniger Blutarmut durch späteres Abnabeln
LONDON, 17. August (AFP). Ärzte und Hebammen sollten laut einem am Freitag veröffentlichten Bericht des "British Medical Journal" mit dem Durchschneiden der Nabelschnur nach einer Geburt mindestens drei Minuten lang warten.
F.A.Z., 18.08.2007, Nr. 191 / Seite 7
- "Der Grönländer
... Hans Enoksen. Er ist Ministerpräsident auf der größten Insel der Welt und trägt den offiziellen dänischen Titel Landsstyreformand. Das hängt mit der komplizierten staatsrechtlichen Konstruktion Grönlands zusammen, das Teil Dänemarks ist, aber seit 1979 weitgehende Selbstverwaltungsrechte hat. ... Enoksen strebt die Unabhängigkeit an. Auftrieb könnte ihm dabei die Erwartung geben, dass Grönland über große Ölvorkommen verfügt. Deren Erschließung würde durch das Zurückweichen der Gletscher erleichtert. Vorerst freilich sieht er als positive Folge des Klimawandels: dass man jetzt auch in Grönland Gemüse anbauen könne und dass das Tourismusgeschäft floriert."
F.A.Z., 18.08.2007, Nr. 191 / Seite 8
"... Dass der Ökostromabsatz, wenn man die höheren Erzeugungspreise ehrlich in Rechnung stellt, nicht funktioniert, hat schon E.ON mit dem deutschlandweit angebotenen "Mix power"-Tarif zu spüren bekommen, bei dem für alle Erzeugungsarten nachvollziehbar kostengerecht kalkulierte Preise von Kernenergie zu 2,6 Cent/kWh, Kohle zu 4,4 Cent/kWh, Wasser zu 5,3 Cent/kWh, Biogas zu 10,0 Cent/kWh, Wind zu 11,4 Cent/kWh bis Sonne zu 53,9 Cent/kWh erhoben wurden. Trotz einem erheblichen Werbeaufwand von rund 22,5 Millionen Euro hatten sich innerhalb der Kampagne bis zum Jahr 2002 neben unserem Nationaltorhüter Oliver Kahn nur rund 1100 Kunden zu einem kostengerechten Mix mit nennenswertem Ökoanteil entschieden. ..." Leserbrief Alt, RWTH Aachen, 18.8., FAZ
Freitag, 17. August 2007
Grünland, Tugendgesetz, warmes 1934
mi 18° w
- Madam Merkel ist es noch nicht kühl genug in Deutschland, sie geistert auf Steuerzahlerkosten im noch kühleren Grönland herum - leider nicht, um nach unterirdischen Ausläufern des Teutoburger Waldes bis zum Nordpol zu fahnden, sondern um noch weiter in die Nebelschleier der fixen Klima-Idee einzutauchen.
Mein Bekannter in Reykjavik, Rasmussen, sie heißen ja fast alle Rasmussen, muß ein potenter Bursche gewesen sein, der Ur-Rasmussen, also Rasmussen dagegen träumt vom künftigen warmen Sommer, so wie er früher einmal war, Grünland nannten die Wikinger das Land vor der Vereisung, und er träumt von wunderbaren Ölquellen auf der grünen Wikinger-Wiese, wenn erst einmal das grausige Eis verschwunden sein würde, aus denen sich dann der wonnige Erdsaft billig fördern ließe; wie in Saudi-Arabien würden die Steuern fallen, gestrichen würden sie, aufgehoben, verdammt in alle Ewigkeit; im grüngelbblauen Sechsliter-Thunderbird würde er des hochoktanigen Nektars genießen, der süß und frei aus der Zapfsäule strömen würde - und eine wie Madam Merkel, so eine Eisbärfreundin, die würde er höchstens als Haushälterin einstellen.
Träume sind Schäume: Wie ist die Situation in Grönland wirklich?
Bernd Stroeher auf faz.net (17.08.2007) sagt es uns:
Ob Frau Merkel weiß wie die Situation in Grönland wirklich ist?
Die Temperaturvariabilität ist in Grönland außerordentlich groß. So war es in den 30iger und 40iger Jahren ohne CO2 wärmer als derzeit mit damals schmelzenden Gletschern, die sich in den Folgejahren wieder erholten. Viele Gletscher waren damals kleiner als heute.
Ab 1950 bis ca.1990 kühlte Grönland insgesamt ab. In einem Papier von Howat, publiziert in Science im Februar 2007, wird zudem darauf hingewiesen, dass zwei der größten Gletscher ab dem Sommer 2006 ihr Schmelzen stark eingeschränkt haben. Einer der größten Gletscher, der Kangerdlugssuaq, hat sein Masseverlust auf praktisch Null gebracht. Innerhalb Grönland wächst das Eis leicht.
Das kann unsere Kanzlerin alles nicht erschüttern, wenn auch Gletscher in Norwegen wieder wachsen. Und dass sie ihr Wissen hauptsächlich durch die Angaben des Potsdam Instituts bezieht, was macht es.
Zur Ergänzung : Es gibt auf dem Globus ca. 160.000 Gletscher, wobei lediglich bei 180 mehr als hundertjährige Masseberechnungen vorliegen. Gletscher als unbestechlichen Zeugen für eine hundertjährige Klimaerwärmung der Öffentlichkeit zu nennen, ist schon ziemlich dilettantisch, wenn auch politisch erfolgreich."
- Da spürt man doch den strengen Sparwillen! Staatskommissare wollen immer gern das Doppelte: Aber nur schlappe 5,6 Millionen Euro Steuergelder für die Überwachung der Abschaffung der Vertragsfreiheit:
"Toleranzgesetz
Unter der Rubrik "Finanzielle Auswirkungen" hieß es im Gleichbehandlungsgesetz, die jährlichen Aufwendungen beliefen sich auf 5,6 Millionen Euro. Das bezog sich aber lediglich auf die Einrichtung der Antidiskriminierungsstelle im Familienministerium. ... dass dieses Gesetz, das sie mit Leben erfüllen soll, die Gesellschaft nicht friedlicher macht, sondern streitlustiger, nicht freier, sondern unfreier, nicht toleranter, sondern verlogener. Die Toleranz, die angeblich damit gefördert werden sollte, bleibt ein hehres Ziel. Der Versuch, sie mit gesetzlichen Mitteln durchzusetzen, konnte nur danebengehen."
F.A.Z., 17.08.2007, Nr. 190 / Seite 1Dt.
JA! Klaro. Und noch etwas:
Es gibt die unschöne Neigung sehr vieler Menschen, eigene Unzulänglichkeiten zu übersehen und für mißgünstige Unzufriedenheit äußere Umstände bzw. andere Menschen verantwortlich zu machen (Sündenbocksyndrom). Hier setzen die Brüsseler Tugendkraten an.
Was es kostet? :
Ein Jahr nach seinem Inkrafttreten sorgt das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) für kontroverse Diskussionen über den Nutzen der neuen Antidiskriminierungsregeln. Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Martina Köppen, verteidigte die Vorschriften und warb bei der Wirtschaft für die Vorteile der Gleichbehandlung (F.A.Z. vom 15. August). Dagegen stößt das neue Regelwerk auf heftige Kritik von Arbeitsrechtlern sowie Vertretern von Arbeitgeberverbänden und des Handwerkes. Sie sehen darin vor allem einen Zuwachs an Bürokratie und Kosten.
Einer Studie des Dortmunder Wirtschaftsprofessors Andreas Hoffjan zufolge haben die Unternehmen im Zusammenhang mit dem AGG rund 1,73 Milliarden Euro insbesondere für Schulungen ihrer Mitarbeiter und die Einführung neuer Standards ausgegeben. Damit belaste das Gesetz jedes Unternehmen durchschnittlich mit 72,50 Euro je sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiter, heißt es in der Untersuchung, die Hoffjan im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft erstellt hat. "Das AGG verursacht hohe Mehrkosten für die Unternehmen, trägt zur beabsichtigten Antidiskriminierung nichts bei und enthält ein großes Missbrauchspotential", kritisiert er."
(Kritische Bilanz zum Gleichbehandlungsgesetz, Von Corinna Budras und Kerstin Schwenn, FAZ 17. August 2007
- Nasa führt an Nase herum:
Leipziger Volkszeitung, 17. August 2007
Klimawandel
Nasa-Irrtum: 1998 nicht das heißeste Jahr
Washington (dpa). Ein Fehler in der US-Temperaturstatistik hat das Jahr 1998 zum wärmsten Jahr seit 1880 gemacht. In Wahrheit war es jedoch das Jahr 1934. Das liberale Politik-Institut Nationales Zentrum für Politik-Analysen hat die US-Weltraumbehörde Nasa beschuldigt, in aller Stille weitere alarmierende Klimadaten der vergangenen 120 Jahre korrigiert zu haben. So stehe jetzt fest, dass von den zehn heißesten Jahren seit 1887 sechs zu einer Zeit gewesen seien, als es noch keinen erhöhten Ausstoß von Treibhausgasen gab. Der führende Nasa-
Klimaforscher James Hansen hatte früher fälschlicherweise behauptet, dass die meisten Hitze-Rekordjahre seit 1990 registriert worden seien und so den Klimawandel begründet.
"korrigiert"? Muß wohl heißen: gefälscht.
- Madam Merkel ist es noch nicht kühl genug in Deutschland, sie geistert auf Steuerzahlerkosten im noch kühleren Grönland herum - leider nicht, um nach unterirdischen Ausläufern des Teutoburger Waldes bis zum Nordpol zu fahnden, sondern um noch weiter in die Nebelschleier der fixen Klima-Idee einzutauchen.
Mein Bekannter in Reykjavik, Rasmussen, sie heißen ja fast alle Rasmussen, muß ein potenter Bursche gewesen sein, der Ur-Rasmussen, also Rasmussen dagegen träumt vom künftigen warmen Sommer, so wie er früher einmal war, Grünland nannten die Wikinger das Land vor der Vereisung, und er träumt von wunderbaren Ölquellen auf der grünen Wikinger-Wiese, wenn erst einmal das grausige Eis verschwunden sein würde, aus denen sich dann der wonnige Erdsaft billig fördern ließe; wie in Saudi-Arabien würden die Steuern fallen, gestrichen würden sie, aufgehoben, verdammt in alle Ewigkeit; im grüngelbblauen Sechsliter-Thunderbird würde er des hochoktanigen Nektars genießen, der süß und frei aus der Zapfsäule strömen würde - und eine wie Madam Merkel, so eine Eisbärfreundin, die würde er höchstens als Haushälterin einstellen.
Träume sind Schäume: Wie ist die Situation in Grönland wirklich?
Bernd Stroeher auf faz.net (17.08.2007) sagt es uns:
Ob Frau Merkel weiß wie die Situation in Grönland wirklich ist?
Die Temperaturvariabilität ist in Grönland außerordentlich groß. So war es in den 30iger und 40iger Jahren ohne CO2 wärmer als derzeit mit damals schmelzenden Gletschern, die sich in den Folgejahren wieder erholten. Viele Gletscher waren damals kleiner als heute.
Ab 1950 bis ca.1990 kühlte Grönland insgesamt ab. In einem Papier von Howat, publiziert in Science im Februar 2007, wird zudem darauf hingewiesen, dass zwei der größten Gletscher ab dem Sommer 2006 ihr Schmelzen stark eingeschränkt haben. Einer der größten Gletscher, der Kangerdlugssuaq, hat sein Masseverlust auf praktisch Null gebracht. Innerhalb Grönland wächst das Eis leicht.
Das kann unsere Kanzlerin alles nicht erschüttern, wenn auch Gletscher in Norwegen wieder wachsen. Und dass sie ihr Wissen hauptsächlich durch die Angaben des Potsdam Instituts bezieht, was macht es.
Zur Ergänzung : Es gibt auf dem Globus ca. 160.000 Gletscher, wobei lediglich bei 180 mehr als hundertjährige Masseberechnungen vorliegen. Gletscher als unbestechlichen Zeugen für eine hundertjährige Klimaerwärmung der Öffentlichkeit zu nennen, ist schon ziemlich dilettantisch, wenn auch politisch erfolgreich."
- Da spürt man doch den strengen Sparwillen! Staatskommissare wollen immer gern das Doppelte: Aber nur schlappe 5,6 Millionen Euro Steuergelder für die Überwachung der Abschaffung der Vertragsfreiheit:
"Toleranzgesetz
Unter der Rubrik "Finanzielle Auswirkungen" hieß es im Gleichbehandlungsgesetz, die jährlichen Aufwendungen beliefen sich auf 5,6 Millionen Euro. Das bezog sich aber lediglich auf die Einrichtung der Antidiskriminierungsstelle im Familienministerium. ... dass dieses Gesetz, das sie mit Leben erfüllen soll, die Gesellschaft nicht friedlicher macht, sondern streitlustiger, nicht freier, sondern unfreier, nicht toleranter, sondern verlogener. Die Toleranz, die angeblich damit gefördert werden sollte, bleibt ein hehres Ziel. Der Versuch, sie mit gesetzlichen Mitteln durchzusetzen, konnte nur danebengehen."
F.A.Z., 17.08.2007, Nr. 190 / Seite 1Dt.
JA! Klaro. Und noch etwas:
Es gibt die unschöne Neigung sehr vieler Menschen, eigene Unzulänglichkeiten zu übersehen und für mißgünstige Unzufriedenheit äußere Umstände bzw. andere Menschen verantwortlich zu machen (Sündenbocksyndrom). Hier setzen die Brüsseler Tugendkraten an.
Was es kostet? :
Ein Jahr nach seinem Inkrafttreten sorgt das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) für kontroverse Diskussionen über den Nutzen der neuen Antidiskriminierungsregeln. Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Martina Köppen, verteidigte die Vorschriften und warb bei der Wirtschaft für die Vorteile der Gleichbehandlung (F.A.Z. vom 15. August). Dagegen stößt das neue Regelwerk auf heftige Kritik von Arbeitsrechtlern sowie Vertretern von Arbeitgeberverbänden und des Handwerkes. Sie sehen darin vor allem einen Zuwachs an Bürokratie und Kosten.
Einer Studie des Dortmunder Wirtschaftsprofessors Andreas Hoffjan zufolge haben die Unternehmen im Zusammenhang mit dem AGG rund 1,73 Milliarden Euro insbesondere für Schulungen ihrer Mitarbeiter und die Einführung neuer Standards ausgegeben. Damit belaste das Gesetz jedes Unternehmen durchschnittlich mit 72,50 Euro je sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiter, heißt es in der Untersuchung, die Hoffjan im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft erstellt hat. "Das AGG verursacht hohe Mehrkosten für die Unternehmen, trägt zur beabsichtigten Antidiskriminierung nichts bei und enthält ein großes Missbrauchspotential", kritisiert er."
(Kritische Bilanz zum Gleichbehandlungsgesetz, Von Corinna Budras und Kerstin Schwenn, FAZ 17. August 2007
- Nasa führt an Nase herum:
Leipziger Volkszeitung, 17. August 2007
Klimawandel
Nasa-Irrtum: 1998 nicht das heißeste Jahr
Washington (dpa). Ein Fehler in der US-Temperaturstatistik hat das Jahr 1998 zum wärmsten Jahr seit 1880 gemacht. In Wahrheit war es jedoch das Jahr 1934. Das liberale Politik-Institut Nationales Zentrum für Politik-Analysen hat die US-Weltraumbehörde Nasa beschuldigt, in aller Stille weitere alarmierende Klimadaten der vergangenen 120 Jahre korrigiert zu haben. So stehe jetzt fest, dass von den zehn heißesten Jahren seit 1887 sechs zu einer Zeit gewesen seien, als es noch keinen erhöhten Ausstoß von Treibhausgasen gab. Der führende Nasa-
Klimaforscher James Hansen hatte früher fälschlicherweise behauptet, dass die meisten Hitze-Rekordjahre seit 1990 registriert worden seien und so den Klimawandel begründet.
"korrigiert"? Muß wohl heißen: gefälscht.
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