Trocken, Sonne, Sommer: mi 24°
- "Ein weiteres Gegensatzpaar in der Diktion des Holländers bilden die Begriffe "Neutralität" versus "Emotionalität". Der Feststellung, es sei in ihrer jeweiligen Gesellschaft unprofessionell, offen seine Gefühle zu zeigen, stimmen 74 Prozent der Japaner zu, aber nur 19 Prozent der Spanier. Für besonders wichtig hält Trompenaars die Unterscheidung zwischen "individualistischen" und "kollektivistischen" Kulturen. Denn diese Dimension beschreibt einen wesentlichen Unterschied zwischen westlichen und asiatischen Gesellschaften." FAZ 12.8.07, Management-Gurus (4), Der Kulturbeauftragte
- Noch einer (nach Shikwati, Asserate): "Statt auf Entwicklungshilfe, die er für gescheitert erklärt, setzt Prahalad auf Unternehmertum und Innovationen." F.A.Z., 25.08.2007, Nr. 197 / Seite C4, "Der Entwickler.
Coimbatore Krishnao Prahalad hat ein Faible für die Peripherie. Geboren in der indischen Provinz Tamil Nadu, erwarb Prahalad mit 19 Jahren einen Bachelor-Abschluss in Physik sowie einen Abschluss in Unternehmensführung am Indian Institute of Management Ahmedabad."
- Brot und Spiele: NRW-Tag in Paderborn, "Love-Parade" in Essen (Mega-Ereignis, meint der Oberbürgermeister)
Sonntag, 26. August 2007
Samstag, 25. August 2007
17 Morde, Hybridmotorisierung, Deklination
- Richtiger Sommer heute!
Allein in London wurden seit Januar dieses Jahres 17 Kinder und Jugendliche von Kindern und Jugendlichen erschossen und erstochen. (n-TV)
Da steht Ostdeutschland recht friedlich da. Anführer der Bande "Murdering Pussies" soll ein Dreizehjähriger sein (war in der WESTSIDE STORY noch anders).
- Hybridmotorisierung: gelobt und unbekannt in der Wirkungsweise: im Stadtverkehr mit vielem Bremsen von Vorteil, auf der Autobahn von Nachteil. Deutsche Autobauer haben daher auf die Verbesserung der Motortechnik gesetzt, die bei jedem Fahrbetrieb Vorteile hat. Mit einem Normverbrauch von 6,3 l liegt der BMW 320i an der Spitze seiner Klasse. (FAZ 25.8.)
- „das kostet der Wirtschaft viel“ (n-tv); was kostet mir die Deklination? Gib mich mal die Butter! Sollte man nicht für die Absolventen des neuen Willi-Brandt-Gymnasiums die Fälle ganz abschaffen?
Allein in London wurden seit Januar dieses Jahres 17 Kinder und Jugendliche von Kindern und Jugendlichen erschossen und erstochen. (n-TV)
Da steht Ostdeutschland recht friedlich da. Anführer der Bande "Murdering Pussies" soll ein Dreizehjähriger sein (war in der WESTSIDE STORY noch anders).
- Hybridmotorisierung: gelobt und unbekannt in der Wirkungsweise: im Stadtverkehr mit vielem Bremsen von Vorteil, auf der Autobahn von Nachteil. Deutsche Autobauer haben daher auf die Verbesserung der Motortechnik gesetzt, die bei jedem Fahrbetrieb Vorteile hat. Mit einem Normverbrauch von 6,3 l liegt der BMW 320i an der Spitze seiner Klasse. (FAZ 25.8.)
- „das kostet der Wirtschaft viel“ (n-tv); was kostet mir die Deklination? Gib mich mal die Butter! Sollte man nicht für die Absolventen des neuen Willi-Brandt-Gymnasiums die Fälle ganz abschaffen?
Freitag, 24. August 2007
Augstein, Schmitt, Hegel
mo 17° w / mi 24° s!! Schon wieder Sonne nach 7 Wochen grünem Winter.
Da freut sich auch der Igel und zeigt seine skurrilen, erstaunlich langen Hinterläufe.
- Man glaubt es nicht: "Rudolf Augstein suchte Rat bei Carl Schmitt
apl. FRANKFURT, 22. August. Im Jahr 1952 haben sich zwei Männer getroffen, die kaum gegensätzlicher sein könnten: Rudolf Augstein, Herausgeber ..." "Rudolf Augstein rief Carl Schmitt zu Hilfe
Mit Heft 28 fing alles an: Im Nachlass des verfemten Staatsrechtlers ist sein Briefwechsel mit dem "Spiegel"-Herausgeber aufgetaucht".
- Fragen rund um die Turbulenzen an den Finanzmärkten beantwortet vom besten Teil der FAZ, dem Wirtschaftsteil: sehr gut! :
"Banken-Spezial
Sieben Antworten zur Krise an den Finanzmärkten
Was ist los mit den Finanzmärkten? Meistens funktionieren sie spannungsfrei, doch besonders nach langen Hausse-Phasen neigen sie zu Krisen. Antworten auf Fragen, die der Wirtschaftsredaktion der F.A.Z. in den vergangenen Tagen von Lesern häufig gestellt wurden." (http://www.faz.net/s/Rub5CAECB7768E046A3976500B4D416A560/Doc~EC36D33B662AE418FB6AA3F3244607061~ATpl~Ecommon~Sspezial.html)
Ob danach von Seiten der Schulen eine so hohe Nachfrage erfolgen wird wie seinerzeit nach der Feuilletonausgabe, die völlig einseitig ausschließlich vom Klimapropagandainstitut Potsdam gestaltet wurde?
- Hubert Kiesewetter, in Eichstätt emeritierter Wirtschaftshistoriker, studierte in den 1960er Jahren bei Popper und war dessen Freund in Poppers letzten Jahren. Bekannt sein Buch "Von Hegel zu Hitler": eine Analyse d. Hegelschen Machtstaatsideologie u. d. polit. Wirkungsgeschichte d. Rechtshegelianismus: Golo Mann:
„Das, was schon in Hegel Gefährliches war, übernahm Spengler; die Verherrlichung des Krieges, die Vergottung von Macht und Erfolg.“ S. 731 + 103 ff. (Dt. Geschichte)
- Lale Akgün kritisiert die türkische Religionsbehörde Ditib in Deutschland: "Es sei falsch, daß der Vorsitzende nur für jeweils vier Jahre aus der Türkei komme und kaum Deutsch spreche; daß kein Interesse an gemeinsamen Veranstaltungen für deutsche und türkische Kinder und Jugendliche bestehe; daß Ditib ein konservatives Rollenbild propagiere. ..." (FAZ 24.8.07)
Bei der Ditib handelt es sich um eine ausländische Staatsbehörde, deren Anliegen, bei Moscheebauten u.a., die Verbreitung islamischen Türkentums im Ausland ist. "Demokratie sei unser Weg, Minarette seien unsere Schwerter", verkündete der heutige Ministerpräsident Erdogan in den neunziger Jahren, was ihm eine Verurteilung in der Türkei eintrug.
Da freut sich auch der Igel und zeigt seine skurrilen, erstaunlich langen Hinterläufe.
- Man glaubt es nicht: "Rudolf Augstein suchte Rat bei Carl Schmitt
apl. FRANKFURT, 22. August. Im Jahr 1952 haben sich zwei Männer getroffen, die kaum gegensätzlicher sein könnten: Rudolf Augstein, Herausgeber ..." "Rudolf Augstein rief Carl Schmitt zu Hilfe
Mit Heft 28 fing alles an: Im Nachlass des verfemten Staatsrechtlers ist sein Briefwechsel mit dem "Spiegel"-Herausgeber aufgetaucht".
- Fragen rund um die Turbulenzen an den Finanzmärkten beantwortet vom besten Teil der FAZ, dem Wirtschaftsteil: sehr gut! :
"Banken-Spezial
Sieben Antworten zur Krise an den Finanzmärkten
Was ist los mit den Finanzmärkten? Meistens funktionieren sie spannungsfrei, doch besonders nach langen Hausse-Phasen neigen sie zu Krisen. Antworten auf Fragen, die der Wirtschaftsredaktion der F.A.Z. in den vergangenen Tagen von Lesern häufig gestellt wurden." (http://www.faz.net/s/Rub5CAECB7768E046A3976500B4D416A560/Doc~EC36D33B662AE418FB6AA3F3244607061~ATpl~Ecommon~Sspezial.html)
Ob danach von Seiten der Schulen eine so hohe Nachfrage erfolgen wird wie seinerzeit nach der Feuilletonausgabe, die völlig einseitig ausschließlich vom Klimapropagandainstitut Potsdam gestaltet wurde?
- Hubert Kiesewetter, in Eichstätt emeritierter Wirtschaftshistoriker, studierte in den 1960er Jahren bei Popper und war dessen Freund in Poppers letzten Jahren. Bekannt sein Buch "Von Hegel zu Hitler": eine Analyse d. Hegelschen Machtstaatsideologie u. d. polit. Wirkungsgeschichte d. Rechtshegelianismus: Golo Mann:
„Das, was schon in Hegel Gefährliches war, übernahm Spengler; die Verherrlichung des Krieges, die Vergottung von Macht und Erfolg.“ S. 731 + 103 ff. (Dt. Geschichte)
- Lale Akgün kritisiert die türkische Religionsbehörde Ditib in Deutschland: "Es sei falsch, daß der Vorsitzende nur für jeweils vier Jahre aus der Türkei komme und kaum Deutsch spreche; daß kein Interesse an gemeinsamen Veranstaltungen für deutsche und türkische Kinder und Jugendliche bestehe; daß Ditib ein konservatives Rollenbild propagiere. ..." (FAZ 24.8.07)
Bei der Ditib handelt es sich um eine ausländische Staatsbehörde, deren Anliegen, bei Moscheebauten u.a., die Verbreitung islamischen Türkentums im Ausland ist. "Demokratie sei unser Weg, Minarette seien unsere Schwerter", verkündete der heutige Ministerpräsident Erdogan in den neunziger Jahren, was ihm eine Verurteilung in der Türkei eintrug.
Donnerstag, 23. August 2007
Halt in der Kontingenz des Lebens, Logik der Forschung
mo 17° w / mi 24° s!
- Endlich Halt in der Kontingenz des Lebens: Die neue Steuernummer begleitet jeden Bürger von der Wiege bis zur Bahre. Vielleicht sollte man sie ihm gleich eintätowieren?
- Leserbrief zum Artikel Tönnies, Angst ohne Furcht, FAZ 22.8.07
Eine Erwärmung ist eine Erwärmung ist eine Erwärmung ... oder: Logik der Forschung
Ein Gespenst geht um, heißt es eingangs des Artikels Tönnies, Angst ohne Furcht, FAZ 22.8.07, und liefert so ein gutes Beispiel für die Endlosspirale sich selbst verstärkenden Denkens, das die Ausgangspunkte aus dem Blick verliert und überall ein Gespenst sieht, wo doch nur im Schlaf kritischen Denkens Gespenster an die Wand geträumt werden.
Triebkraft solcher Gaukeleien dürfte das Geltungsbedürfnis von Berufsmenschen sein, denen das Bohren dicker Bretter in der Wissenschaft und anderswo zu langweilig geworden ist und die sich gern einmal in der Propheten- und Weltretterpose probieren wollen, bei Tönnies fällt der Name Al Gore. Nicht zu unrecht. Dieser Kampagnenapostel mit seiner 30.000 $-Stromrechnung strebt mit seinem Panik-Film weltweite Wirkung an. Tönnies empfiehlt in diesem Kontext das Wiederlesen des „Prinzip(s) Verantwortung“ von Hans Jonas. Das hat seine Logik. Unter wohlklingenden Großetiketten lassen sich sekundäre Motive gut verstecken und Alarmismus gut verkaufen. Und in der Tat ähnelt sich die Umgangsweise mit den abstrakten Begriffen bei den Katastrophenaposteln und bei Jonas. Im Mittelpunkt steht ein holistischer Begriff NATUR, in dem die Obertöne des Garten Edens mitschwingen. Der Begriff NATUR ist aber weitgehend inhaltslos, weil er nur eine Differenz zur KULTUR ausdrückt, aber nicht erkennen läßt, daß es Myriaden von natürlichen Phänomenen gibt, die sich nicht sehr sinnvoll unter einem Begriff NATUR einordnen lassen, wenn es nicht um die Differenz zur Kultur geht. Diese Myriaden von natürlichen Phänomenen in ihrer unerschöpflichen Vielfalt und in ihrer Geschichte zu studieren und sich kurzschlüssiger Verallgemeinerungen in sokratischer und cusanischer Demut zu enthalten, dieser Aufgabe stellen sich viele Klimaforscher, stellt sich die Philosophie des Hans Jonas leider nicht. Ähnliches gilt für die Verwendung von hochaggregierten Begriffen wie LEBEN etc. Recht entlarvend schreibt Tönnies: “Die Philosophie der Gegenwart ist daran gehindert, die nötige Weltverbesserungsmentalität zu erzeugen ...“; dem will sie mit Jonas auf die Beine helfen. Mir scheint, seit Platons „Politeia“ mit seinem Menschenzüchtungsprogramm haben die Philosophen zuviel „Weltverbesserungsmentalität“ erzeugt; sie sollten vielleicht zur Abwechslung einmal ihre geologischen und biologischen Wissenslücken schließen, damit konkret, nüchtern und ohne Wissensanmaßung über die Vielzahl natürlicher Phänomenen und mögliche Handlungsimplikationen gesprochen werden kann. Das wird zum Beispiel in dem Film Al Gores nicht getan, der mit Bildern des verschneiten und schneelosen Kilimandscharos jongliert. Am 23.4.07 erfuhren wir in der FAZ, „ dass der Gletscherschwund des Kilimandscharo wenig mit der Temperatur, viel hingegen mit dem Niederschlag zu tun hat.“.
Aus Hypothesen dürfen nicht vorschnell Verantwortungsimperative geschmiedet werden.
Allen Beteiligten kann man die Lektüre von Poppers „Logik der Forschung“ wärmstens anempfehlen, um den Rahmen der Wissenschaft nicht zu überdehnen und Wissenschaft nicht für politische Missionen zu mißbrauchen.
- - "Verdrängt ... Dt. Die Studien, in denen die Symptome jugendlicher Gewaltbereitschaft beschrieben und Motive für ausländerfeindliche Exzesse analysiert werden, sind kaum noch zu überschauen. Doch lange suchen muss man nach fundierten Erklärungen dafür, wie es überhaupt dazu kommt, dass Jugendliche massenhaft der Trunk- oder Rauschgiftsucht verfallen und sich in autoritären Jugendbanden besser aufgehoben fühlen als in ihren Familien. Wie werden aus Kindern ich-schwache, manipulierbare, aggressive Jugendliche?
Der Kriminologe Pfeiffer, der es vor Jahren einmal wagte, eine Erklärung in der Krippenerziehung der DDR zu suchen, wurde niedergemacht. Wissenschaftlich widerlegt wurde er nie. Doch Unterstützer seiner These hat er auch nicht (mehr) gefunden. Dieses Eisen ist zu heiß, als dass jemand seine akademische Karriere dafür riskieren würde. Nur zu leicht gerät man dabei in Konflikt mit dem All-Parteien-Konsens in der Familienpolitik: der Anpassung der Familie an die Erfordernisse der Wirtschaft. Die hochgelobte staatliche Obhut für Kleinkinder jedoch wird ganz bestimmt keine selbstbewussten, emotional gefestigten Menschen hervorbringen. Sie züchtet, was man zu bekämpfen vorgibt. Auch da wird weggesehen."
Text: F.A.Z., 23.08.2007, Nr. 195 / Seite 1 Pfeiffer ist übrigens ein SPD-Mann und war bei Schröder Justizminister in Hannover.
- Geht doch, allerdings nicht dort, wo drittklassige Personnage regiert: "Tschechien führt einheitlichen Steuersatz ein
Einkommensteuersatz sinkt auf 15 Prozent / 19 Prozent Körperschaftsteuer
kps. RIJEKA, 22. August. Am 1. Januar 2008 tritt in einem weiteren EU-Land der einheitliche Steuersatz, Flat Tax genannt, für die persönliche Einkommenssteuer in Kraft." FAZ 23.8.
- Endlich Halt in der Kontingenz des Lebens: Die neue Steuernummer begleitet jeden Bürger von der Wiege bis zur Bahre. Vielleicht sollte man sie ihm gleich eintätowieren?
- Leserbrief zum Artikel Tönnies, Angst ohne Furcht, FAZ 22.8.07
Eine Erwärmung ist eine Erwärmung ist eine Erwärmung ... oder: Logik der Forschung
Ein Gespenst geht um, heißt es eingangs des Artikels Tönnies, Angst ohne Furcht, FAZ 22.8.07, und liefert so ein gutes Beispiel für die Endlosspirale sich selbst verstärkenden Denkens, das die Ausgangspunkte aus dem Blick verliert und überall ein Gespenst sieht, wo doch nur im Schlaf kritischen Denkens Gespenster an die Wand geträumt werden.
Triebkraft solcher Gaukeleien dürfte das Geltungsbedürfnis von Berufsmenschen sein, denen das Bohren dicker Bretter in der Wissenschaft und anderswo zu langweilig geworden ist und die sich gern einmal in der Propheten- und Weltretterpose probieren wollen, bei Tönnies fällt der Name Al Gore. Nicht zu unrecht. Dieser Kampagnenapostel mit seiner 30.000 $-Stromrechnung strebt mit seinem Panik-Film weltweite Wirkung an. Tönnies empfiehlt in diesem Kontext das Wiederlesen des „Prinzip(s) Verantwortung“ von Hans Jonas. Das hat seine Logik. Unter wohlklingenden Großetiketten lassen sich sekundäre Motive gut verstecken und Alarmismus gut verkaufen. Und in der Tat ähnelt sich die Umgangsweise mit den abstrakten Begriffen bei den Katastrophenaposteln und bei Jonas. Im Mittelpunkt steht ein holistischer Begriff NATUR, in dem die Obertöne des Garten Edens mitschwingen. Der Begriff NATUR ist aber weitgehend inhaltslos, weil er nur eine Differenz zur KULTUR ausdrückt, aber nicht erkennen läßt, daß es Myriaden von natürlichen Phänomenen gibt, die sich nicht sehr sinnvoll unter einem Begriff NATUR einordnen lassen, wenn es nicht um die Differenz zur Kultur geht. Diese Myriaden von natürlichen Phänomenen in ihrer unerschöpflichen Vielfalt und in ihrer Geschichte zu studieren und sich kurzschlüssiger Verallgemeinerungen in sokratischer und cusanischer Demut zu enthalten, dieser Aufgabe stellen sich viele Klimaforscher, stellt sich die Philosophie des Hans Jonas leider nicht. Ähnliches gilt für die Verwendung von hochaggregierten Begriffen wie LEBEN etc. Recht entlarvend schreibt Tönnies: “Die Philosophie der Gegenwart ist daran gehindert, die nötige Weltverbesserungsmentalität zu erzeugen ...“; dem will sie mit Jonas auf die Beine helfen. Mir scheint, seit Platons „Politeia“ mit seinem Menschenzüchtungsprogramm haben die Philosophen zuviel „Weltverbesserungsmentalität“ erzeugt; sie sollten vielleicht zur Abwechslung einmal ihre geologischen und biologischen Wissenslücken schließen, damit konkret, nüchtern und ohne Wissensanmaßung über die Vielzahl natürlicher Phänomenen und mögliche Handlungsimplikationen gesprochen werden kann. Das wird zum Beispiel in dem Film Al Gores nicht getan, der mit Bildern des verschneiten und schneelosen Kilimandscharos jongliert. Am 23.4.07 erfuhren wir in der FAZ, „ dass der Gletscherschwund des Kilimandscharo wenig mit der Temperatur, viel hingegen mit dem Niederschlag zu tun hat.“.
Aus Hypothesen dürfen nicht vorschnell Verantwortungsimperative geschmiedet werden.
Allen Beteiligten kann man die Lektüre von Poppers „Logik der Forschung“ wärmstens anempfehlen, um den Rahmen der Wissenschaft nicht zu überdehnen und Wissenschaft nicht für politische Missionen zu mißbrauchen.
- - "Verdrängt ... Dt. Die Studien, in denen die Symptome jugendlicher Gewaltbereitschaft beschrieben und Motive für ausländerfeindliche Exzesse analysiert werden, sind kaum noch zu überschauen. Doch lange suchen muss man nach fundierten Erklärungen dafür, wie es überhaupt dazu kommt, dass Jugendliche massenhaft der Trunk- oder Rauschgiftsucht verfallen und sich in autoritären Jugendbanden besser aufgehoben fühlen als in ihren Familien. Wie werden aus Kindern ich-schwache, manipulierbare, aggressive Jugendliche?
Der Kriminologe Pfeiffer, der es vor Jahren einmal wagte, eine Erklärung in der Krippenerziehung der DDR zu suchen, wurde niedergemacht. Wissenschaftlich widerlegt wurde er nie. Doch Unterstützer seiner These hat er auch nicht (mehr) gefunden. Dieses Eisen ist zu heiß, als dass jemand seine akademische Karriere dafür riskieren würde. Nur zu leicht gerät man dabei in Konflikt mit dem All-Parteien-Konsens in der Familienpolitik: der Anpassung der Familie an die Erfordernisse der Wirtschaft. Die hochgelobte staatliche Obhut für Kleinkinder jedoch wird ganz bestimmt keine selbstbewussten, emotional gefestigten Menschen hervorbringen. Sie züchtet, was man zu bekämpfen vorgibt. Auch da wird weggesehen."
Text: F.A.Z., 23.08.2007, Nr. 195 / Seite 1 Pfeiffer ist übrigens ein SPD-Mann und war bei Schröder Justizminister in Hannover.
- Geht doch, allerdings nicht dort, wo drittklassige Personnage regiert: "Tschechien führt einheitlichen Steuersatz ein
Einkommensteuersatz sinkt auf 15 Prozent / 19 Prozent Körperschaftsteuer
kps. RIJEKA, 22. August. Am 1. Januar 2008 tritt in einem weiteren EU-Land der einheitliche Steuersatz, Flat Tax genannt, für die persönliche Einkommenssteuer in Kraft." FAZ 23.8.
Mittwoch, 22. August 2007
Nährmittel Steuern
mo 11° R / mi 15° R/b Die Laubfrösche sind inzwischen handtellergroß.
Von Sonn' und Welten weiß ich nichts zu sagen,
Ich sehe nur, wie sich die Menschen plagen.
Faust Vv. 379 f.
Und geplagt werden:
"Unverfroren
nf. Monat für Monat laufen Zehntausende Telekom-Kunden zu einem anderen Anbieter über. Jahr um Jahr kehren Hunderttausende Arbeitnehmer ihren Gewerkschaften den Rücken. Hat man deshalb gehört, dass einer von beiden nach staatlicher Hilfe gerufen hätte? Natürlich nicht. Das wäre ja auch noch schöner. Genau das aber machen nun die Parteien. Sie wollen die Löcher, die der starke Mitgliederschwund in ihre Kassen gerissen hat, vom Steuerzahler mit vielen Millionen Euro auffüllen lassen. Die Unverfrorenheit dieses Ansinnens ist kaum zu überbieten. Schon die bestehende Finanzierungsregel, nach der die Zuweisungen an die Parteien entsprechend der Preissteigerungsrate und der Zunahme der Nettoverdienste im öffentlichen Dienst angehoben werden, ist mehr als fragwürdig. Sie entspricht dem gleichen Geist, der schnell mal höhere Regelsätze für Hartz-IV-Empfänger verlangt, weil die Milch teurer geworden ist. Warum sollen ausgerechnet Parteien und Arbeitslose einen automatischen Inflationsausgleich erhalten, während jene, die das alles finanzieren müssen, mit steigenden Preisen und Abgaben alleine gelassen werden? Wer - dazu noch fast unbedrängt von neuen Wettbewerbern - eine so miserable Politik betreibt, dass ihm die Mitglieder davonlaufen, hat sein Programm zu ändern oder sich der knappen Finanzlage anzupassen."
Glosse Wirtschaft F.A.Z., 21.08.2007, Nr. 193 / Seite 11
Wer dazu noch an den aufgehäuften staatlichen Schuldenberg denkt, dem fällt auch automatisch Max Webers Politikerunterscheidung ein:
solche, die für die Politik leben, und solche, die von der Politik leben (M. W., Politik als Beruf). Die letztere Sorte dürfte die sehr große Mehrheit bilden.
- Selbstverstümmelung eines Landes ohne Rohstoffe, da lachen die Inder und Chinesen und noch viele andere mehr:
In der einschlägigen Literatur für den weltweiten Ausstoß von Kohlendioxid wird ein Wert von etwa 32 Milliarden Tonnen genannt, so daß der deutsche Anteil bei nur 2,7% liegt.
Würde man die Emissionen in Deutschland langfristig um insgesamt 20% vermindern können (ein sehr ambitioniertes Ziel), so würde das weltweit einer Verminderung um etwas mehr als 0,5% entsprechen, und eine Verminderung im deutschen Verkehrsbereich um 20% hätte einen weltweiten Effekt von 0,1%. Die zu erwartenden Zuwächse der Kohlendioxid-Freisetzung in den Entwicklungs- und Schwellenländern, z.B. Indien und China, würden die deutschen Einsparungen weit übertreffen.
- Wer modisch orientiert ist sollte doch überlegen, ob er nicht den Wasserstoff-Honda bestellen will, der nächstes Jahr für 150.000 € auf den Markt kommen soll.
Von Sonn' und Welten weiß ich nichts zu sagen,
Ich sehe nur, wie sich die Menschen plagen.
Faust Vv. 379 f.
Und geplagt werden:
"Unverfroren
nf. Monat für Monat laufen Zehntausende Telekom-Kunden zu einem anderen Anbieter über. Jahr um Jahr kehren Hunderttausende Arbeitnehmer ihren Gewerkschaften den Rücken. Hat man deshalb gehört, dass einer von beiden nach staatlicher Hilfe gerufen hätte? Natürlich nicht. Das wäre ja auch noch schöner. Genau das aber machen nun die Parteien. Sie wollen die Löcher, die der starke Mitgliederschwund in ihre Kassen gerissen hat, vom Steuerzahler mit vielen Millionen Euro auffüllen lassen. Die Unverfrorenheit dieses Ansinnens ist kaum zu überbieten. Schon die bestehende Finanzierungsregel, nach der die Zuweisungen an die Parteien entsprechend der Preissteigerungsrate und der Zunahme der Nettoverdienste im öffentlichen Dienst angehoben werden, ist mehr als fragwürdig. Sie entspricht dem gleichen Geist, der schnell mal höhere Regelsätze für Hartz-IV-Empfänger verlangt, weil die Milch teurer geworden ist. Warum sollen ausgerechnet Parteien und Arbeitslose einen automatischen Inflationsausgleich erhalten, während jene, die das alles finanzieren müssen, mit steigenden Preisen und Abgaben alleine gelassen werden? Wer - dazu noch fast unbedrängt von neuen Wettbewerbern - eine so miserable Politik betreibt, dass ihm die Mitglieder davonlaufen, hat sein Programm zu ändern oder sich der knappen Finanzlage anzupassen."
Glosse Wirtschaft F.A.Z., 21.08.2007, Nr. 193 / Seite 11
Wer dazu noch an den aufgehäuften staatlichen Schuldenberg denkt, dem fällt auch automatisch Max Webers Politikerunterscheidung ein:
solche, die für die Politik leben, und solche, die von der Politik leben (M. W., Politik als Beruf). Die letztere Sorte dürfte die sehr große Mehrheit bilden.
- Selbstverstümmelung eines Landes ohne Rohstoffe, da lachen die Inder und Chinesen und noch viele andere mehr:
In der einschlägigen Literatur für den weltweiten Ausstoß von Kohlendioxid wird ein Wert von etwa 32 Milliarden Tonnen genannt, so daß der deutsche Anteil bei nur 2,7% liegt.
Würde man die Emissionen in Deutschland langfristig um insgesamt 20% vermindern können (ein sehr ambitioniertes Ziel), so würde das weltweit einer Verminderung um etwas mehr als 0,5% entsprechen, und eine Verminderung im deutschen Verkehrsbereich um 20% hätte einen weltweiten Effekt von 0,1%. Die zu erwartenden Zuwächse der Kohlendioxid-Freisetzung in den Entwicklungs- und Schwellenländern, z.B. Indien und China, würden die deutschen Einsparungen weit übertreffen.
- Wer modisch orientiert ist sollte doch überlegen, ob er nicht den Wasserstoff-Honda bestellen will, der nächstes Jahr für 150.000 € auf den Markt kommen soll.
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