Dienstag, 28. August 2007

Killerkinder, „Loch“, bunte Dom-Smarties, Gül

28.8.
mo 10° mi 19° w
- Sieben erschossene Kinder und Jugendliche in diesem Jahr in GB: "Auch die Gangs in englischen Großstädten, in Liverpool, Manchester und einigen Gegenden Londons, belohnen „Respekt“, also Unterordnung ihrer Mitglieder, mit Heimat und Zusammenhalt. Sie stellen den Ersatz da für jenen familiären Rückhalt, der den Kindern - nicht nur in sozial schwachen Verhältnissen - häufig fehlt. Die Zeitung „Daily Telegraph“ zitierte jetzt einen früheren Londoner Bandenjungen mit dem Schlüsselsatz: „Am einfachsten sind jene in eine Bande zu locken, deren Mutter abends lange weg ist und arbeitet, die keinen Vater in der Familie haben; also Kids, die noch spät auf der Straße sind und nach einer Gelegenheit suchen, an Geld zu kommen.“ Die würden dann als Klein-Dealer angeworben und in die Hierarchie der Gang gezogen." FAZ 27.8. // Die Folgen von Berufstätigkeitsideologie, Permissivität, Sorglosigkeit, Wohlstand (Geld für Medien, Drogen u. Waffen ist vorhanden), von völlig verwahrlosten Bild-Medien (Tötungs- und Brutalitätsdarstellungen ohne Ende und fast ohne Grenzen), einer naiven Gesetzgebung sind nicht wunderbar. Das NULL-TOLERANZ-KONZEPT, das New York seinerzeit eine starke Verbesserung der Bürgersicherheit brachte, sollte man nicht vergessen.

- 24. August 2007
Astronomen entdecken riesiges „Loch“ im Universum
Es ist riesig groß, weit weg und völlig leer. Amerikanischen Astronauten haben ein Mega-Loch im Universum entdeckt. „Was wir gefunden haben, ist nicht normal“, sagt Liliya Williams. In der Tat: In der Blase mit fast einer Milliarde Lichtjahre Durchmesser gebe es so ziemlich nichts.
FAZ.NET Wissen / War da der Maxwellsche Dämon unterwegs? Hat ihn jemand gesehen?

- 25. August 2007
"Ein Ozean aus Glas im Kölner Dom
Das Fenster, das der Maler Gerhard Richter für den Kölner Dom gestaltet hat, wurde an diesem Samstag feierlich enthüllt. Mit einer derart bekennenden Profanität hat sich seit hundert Jahren keine zeitgenössische Kunst mehr in die Kirche getraut. Von Werner Spies." // Profanität oder bunte Banalität? Wenn mir zur Religion nichts für den Dom Passendes einfällt, dann vielleicht doch zum Menschen? Oder zur Geschichte? Tausend Möglichkeiten. Wenn mir partout nichts einfällt, na, denn nehme ich halt viele bunte Smarties oder Pixel. Die beeindrucken ohne geistigen Aufwand auch Glukose suchende Bienen. Das schöne Fenster in seiner ganzen geistigen Belanglosigkeit kann auch für den Status der herrschenden Belanglosigkeitskunst stehen, die viele nette Sächelchen macht, aber nichts von menschlicher Bedeutung.


- Kopftuchtürken Erdogan und Gül: "28. August 2007 Türkische Armee: Säkularer Staat bedroht
ANKARA, 27. August (AP). Einen Tag vor der erwarteten Wahl des türkischen Außenministers Gül zum Staatspräsidenten hat die türkische Armee vor einer Bedrohung des säkularen Staats gewarnt. Täglich würden hinterhältige Pläne bekannt, ...
F.A.Z., 28.08.2007, Nr. 199 / Seite 1" .
Briefe an die Herausgeber
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.08.2007, Nr. 194, S. 15 : Taktische Läuterung
Der Artikel "Der islamische Demokrat" (F.A.Z. vom 24. Juli) stellt den türkischen Wahlsieger Erdogan als einen reifer gewordenen Demokraten dar. In seiner "politischen Jugend" sei er zwar ein "feuriger Islamist" gewesen, doch habe er sich "in den vergangenen zwei Jahrzehnten verändert". Tatsache ist, dass der türkische Ministerpräsident noch 1997 wegen öffentlicher demokratiefeindlicher, islamistischer Äußerungen vom Sicherheitsgericht in Diyarbakir zu vier Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Auf einer Wahlkampfveranstaltung im südanatolischen Siirt hatte er aus einem Gedicht des Poeten Ziya Gökalp zitiert: "Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten." Erdogan war damals bereits 43 Jahre alt und Oberbürgermeister der Zwölf-Millionen-Metropole Istanbul. Diesen Ausspruch unkritisch als Verfehlung aus der "politischen Jugend" abzutun ist nicht nachvollziehbar. Vielmehr passt es exakt zur Logik der Aussage, dass Erdogan, der schließlich die Türkei in die EU führen will, aus taktischen Gründen im Nachhinein eine Läuterung und Bekehrung zur Demokratie vorgibt.

Dr. Rainer Rothfuß, Sulzbach/Rosenberg

- Ein alter Streit: "Schnapp! Da geht die Falle zu!
Hans Magnus Enzensberger erklärt, warum Intelligenztests so wenig mit Intelligenz zu tun haben
Ganz am Ende seines spritzigen Büchleins über die Idiotie von Intelligenztests scheint Hans Magnus Enzensberger von der Ahnung beschlichen zu ..." 27.8.07

- Ein noch älterer Streit: "Neue Sachbücher 27.08.07
Verdächtige Metaphern
Neues von der nackten Wahrheit
Die figürliche Rede hatte in der Philosophie die längste Zeit keinen guten Stand. Wo begriffliche Schärfe und terminologische Durchsichtigkeit ..."

- Nestle Kursziel neu 560 SF (UBS)

- 28.8. Sehr geehrter Herr Ermecke,
Sie haben mir aus dem Herzen gesprochen !
... auf den fundamentalen Sachverhalt konzentrieren : Die Temperatur der bodennahen Luftschicht kann nur ansteigen,wenn die solare Zustrahlung (1368 Watt pro Quadratmeter am Ort der Erdbahn ) wächst oder die Albedo (Erdrückstrahlung, ca. 30% ) infolge abnehmender Wolkenbedeckung oder aus anderem Grunde sinkt.
Nach Ansicht der Treibhaus-Gläubigen stehen anstelle der von der Sonnenstrahlung abzüglich Albedo verbleibenden 240 Watt pro Quadratmeter der Erdoberfläche 150 Watt/qm mehr zur Verfügung. Hier wird m.E. ganz einfach gegen den Energie-Erhaltungssatz verstoßen. Man glaubt an eine zusätzlich zur solaren Strahlung erfolgende Energierückstrahlung aus der Atmosphäre. Eine wärmereflektierende Schicht,die ohne Energieverlust arbeitet, gibt es aber dort nicht, wie man nachts selbst feststellen kann. Die Tatsache,dass InfraRot – aktivierbare Gasmoleküle Wärmeenergie aufnehmen und durch Stöße auf andere Moleküle übertragen bzw. in höheren Schichten der Atmosphäre auch wieder abstrahlen können,erzeugt doch keine Wärmeenergie !
Die Erdatmosphäre ist ein gewaltiger Wärmespeicher ( Wärmeaustausch-Zeitkonstante ca. 4 Monate ), der gekoppelt an den Weltozean für die Glättung der Tag – Nacht - und Sommer-Winter – Temperaturschwankungen sorgt. Im übrigen ist die Atmosphäre der Erde im Wellenlängenbereich der stärksten IR – Abstrahlung der Erdoberfläche und der Wolken ( 8…13 Mikrometer ) durchsichtig, so dass sich ein Strahlungsgleichgewicht immer einstellen kann.
Vier meiner Diskussionsbeiträge finden Sie unter www.physik.tu-freiberg.de/~wwwan/studium/hb_vl_atmosp.html .
Mit freundlichen Grüssen Detlef Hebert
p.s. Siehe unbedingt auch Arbeiten von Prof.Gerlich,Dr.Heiss,Dr.Thüne und DI Thieme !
Prof. Dr. D. Hebert Fakultät für Chemie und Physik Institut für Angewandte Physik
Bernhard von Cotta Straße 4 D - 09596 Freiberg

Montag, 27. August 2007

Weiblicher Kanon, noch Öl da, Pardon

mi 19° s
- „Wir dachten, die setzen sich alleine durch – die sind ja Jungs!“
Jungen machen seltener Abitur als Mädchen, bilden die Mehrheit der Hauptschüler und gehen öfter ganz ohne Abschluss von der Schule. Jugendforscher Klaus Hurrelmann meint, das männliche Geschlecht sei viel zu lange viel zu wenig beachtet worden. FAZ.NET Wirtschaft 26. August 2007 .
Weiblicher Kanon: Die Herren und Damen Pädagogen haben meist etwas so herumgedacht, weil ihnen die verhaltensbiologische Bildung fehlt; zum anderen sind sie selbst eher weiblich geartete Männer, die, als Schulbeamte, weibliche Bildungsstoffe stärker wichten, wie zum Beispiel das Nacherzählen auf Kosten von Inhaltsangaben, Beschreibungen und Gebrauchsanweisungen; das gilt überhaupt für die Bevorzugung von literarischen Stoffen zuungunsten von lebensnahen Sachtexten. Bemerkenswert hier auch die vielen literarischen (Gouvernanten-)Texte im Deutschunterricht, die moralisches Wohlverhalten transportieren sollen.
Auch in den nichtliterarischen Fächern wird das BE-GREIFEN, also der praktische Zugang, nicht als wichtig erachtet, wie auch die Phänomene der Naturwissenschaften meist gar nicht der Ausgangspunkt sind. Im braven Auswendiglernen von reduktionistischem naturwissenschaftlichem Stoff sind die Mädchen aber auch besser.
Im ganzen Bildungs-Curriculum steckt ein Hang zum schönen Reden, verstärkt seit 1970, was den Schülerinnen leichterfällt.
Zentrale Fächer der Lebensorientierung und Lebensführung wie Technik und Wirtschaft, die Jungen stärker ansprechen, fehlen völlig.

- Geschätzte 7,5 Mrd. Barrel:
Der größte chinesische Ölkonzern Petro China hat das möglicherweise größte Erdölvorkommem in Ostasien seit rund 50 Jahren entdeckt. FAZ 5.5.07
- Geschätzte 7,5 Mrd. Barrel:
Der größte chinesische Ölkonzern Petro China hat das möglicherweise größte Erdölvorkommem in Ostasien seit rund 50 Jahren entdeckt. FAZ 5.5.07

- 1962 wird Pardon von Hans A. Nikel gegründet;
"Unbehagen über die Spießbürgerkultur der Adenauerzeit" oder grober Unfug? Satire oder Sex? WimSpiegel
Ende von Pardon: Nikel wird Esoteriker. Fand ich damals als 15jähriger Schüler ganz toll: alles wurde gekonnt lächerlich gemacht, ironisiert und verspottet; hat meine Pubertät entscheidend geprägt, auch, was schlechten Geschmack angeht. Die Witzelattitüde verstellt leicht den Blick auf ernsthafte Probleme, das Blödeln verhindert Nachdenklichkeit und das Ironisieren berauscht den Pubertären.

- Kollabiert: Läufer Kiplagat, Geher Höhne: "Sport ist gesund und macht uns stark" (Fendrich?).

- Brot und Spiele: Bei Sensationen, auch bei nur eingebildeten, fällt bei n-tv die Wirtschaftsberichterstattung aus.

Sonntag, 26. August 2007

"kollektivistische" Kulturen, Entwicklungshilfe, Brot und Spiele

Trocken, Sonne, Sommer: mi 24°

- "Ein weiteres Gegensatzpaar in der Diktion des Holländers bilden die Begriffe "Neutralität" versus "Emotionalität". Der Feststellung, es sei in ihrer jeweiligen Gesellschaft unprofessionell, offen seine Gefühle zu zeigen, stimmen 74 Prozent der Japaner zu, aber nur 19 Prozent der Spanier. Für besonders wichtig hält Trompenaars die Unterscheidung zwischen "individualistischen" und "kollektivistischen" Kulturen. Denn diese Dimension beschreibt einen wesentlichen Unterschied zwischen westlichen und asiatischen Gesellschaften." FAZ 12.8.07, Management-Gurus (4), Der Kulturbeauftragte

- Noch einer (nach Shikwati, Asserate): "Statt auf Entwicklungshilfe, die er für gescheitert erklärt, setzt Prahalad auf Unternehmertum und Innovationen." F.A.Z., 25.08.2007, Nr. 197 / Seite C4, "Der Entwickler.
Coimbatore Krishnao Prahalad hat ein Faible für die Peripherie. Geboren in der indischen Provinz Tamil Nadu, erwarb Prahalad mit 19 Jahren einen Bachelor-Abschluss in Physik sowie einen Abschluss in Unternehmensführung am Indian Institute of Management Ahmedabad."

- Brot und Spiele: NRW-Tag in Paderborn, "Love-Parade" in Essen (Mega-Ereignis, meint der Oberbürgermeister)

Samstag, 25. August 2007

17 Morde, Hybridmotorisierung, Deklination

- Richtiger Sommer heute!

Allein in London wurden seit Januar dieses Jahres 17 Kinder und Jugendliche von Kindern und Jugendlichen erschossen und erstochen. (n-TV)
Da steht Ostdeutschland recht friedlich da. Anführer der Bande "Murdering Pussies" soll ein Dreizehjähriger sein (war in der WESTSIDE STORY noch anders).

- Hybridmotorisierung: gelobt und unbekannt in der Wirkungsweise: im Stadtverkehr mit vielem Bremsen von Vorteil, auf der Autobahn von Nachteil. Deutsche Autobauer haben daher auf die Verbesserung der Motortechnik gesetzt, die bei jedem Fahrbetrieb Vorteile hat. Mit einem Normverbrauch von 6,3 l liegt der BMW 320i an der Spitze seiner Klasse. (FAZ 25.8.)
- „das kostet der Wirtschaft viel“ (n-tv); was kostet mir die Deklination? Gib mich mal die Butter! Sollte man nicht für die Absolventen des neuen Willi-Brandt-Gymnasiums die Fälle ganz abschaffen?

Freitag, 24. August 2007

Augstein, Schmitt, Hegel

mo 17° w / mi 24° s!! Schon wieder Sonne nach 7 Wochen grünem Winter.
Da freut sich auch der Igel und zeigt seine skurrilen, erstaunlich langen Hinterläufe.

- Man glaubt es nicht: "Rudolf Augstein suchte Rat bei Carl Schmitt
apl. FRANKFURT, 22. August. Im Jahr 1952 haben sich zwei Männer getroffen, die kaum gegensätzlicher sein könnten: Rudolf Augstein, Herausgeber ..." "Rudolf Augstein rief Carl Schmitt zu Hilfe
Mit Heft 28 fing alles an: Im Nachlass des verfemten Staatsrechtlers ist sein Briefwechsel mit dem "Spiegel"-Herausgeber aufgetaucht".

- Fragen rund um die Turbulenzen an den Finanzmärkten beantwortet vom besten Teil der FAZ, dem Wirtschaftsteil: sehr gut! :
"Banken-Spezial
Sieben Antworten zur Krise an den Finanzmärkten
Was ist los mit den Finanzmärkten? Meistens funktionieren sie spannungsfrei, doch besonders nach langen Hausse-Phasen neigen sie zu Krisen. Antworten auf Fragen, die der Wirtschaftsredaktion der F.A.Z. in den vergangenen Tagen von Lesern häufig gestellt wurden." (http://www.faz.net/s/Rub5CAECB7768E046A3976500B4D416A560/Doc~EC36D33B662AE418FB6AA3F3244607061~ATpl~Ecommon~Sspezial.html)
Ob danach von Seiten der Schulen eine so hohe Nachfrage erfolgen wird wie seinerzeit nach der Feuilletonausgabe, die völlig einseitig ausschließlich vom Klimapropagandainstitut Potsdam gestaltet wurde?

- Hubert Kiesewetter, in Eichstätt emeritierter Wirtschaftshistoriker, studierte in den 1960er Jahren bei Popper und war dessen Freund in Poppers letzten Jahren. Bekannt sein Buch "Von Hegel zu Hitler": eine Analyse d. Hegelschen Machtstaatsideologie u. d. polit. Wirkungsgeschichte d. Rechtshegelianismus: Golo Mann:
„Das, was schon in Hegel Gefährliches war, übernahm Spengler; die Verherrlichung des Krieges, die Vergottung von Macht und Erfolg.“ S. 731 + 103 ff. (Dt. Geschichte)

- Lale Akgün kritisiert die türkische Religionsbehörde Ditib in Deutschland: "Es sei falsch, daß der Vorsitzende nur für jeweils vier Jahre aus der Türkei komme und kaum Deutsch spreche; daß kein Interesse an gemeinsamen Veranstaltungen für deutsche und türkische Kinder und Jugendliche bestehe; daß Ditib ein konservatives Rollenbild propagiere. ..." (FAZ 24.8.07)
Bei der Ditib handelt es sich um eine ausländische Staatsbehörde, deren Anliegen, bei Moscheebauten u.a., die Verbreitung islamischen Türkentums im Ausland ist. "Demokratie sei unser Weg, Minarette seien unsere Schwerter", verkündete der heutige Ministerpräsident Erdogan in den neunziger Jahren, was ihm eine Verurteilung in der Türkei eintrug.