Dienstag, 23. Oktober 2007

Intelligenz, Lehrl

Mo 0° (Erwärmung schreitet voran.) Mi 7° s

- "Die unteren Schichten fallen ab"
Intelligenz-Forscher Lehrl über Dummheit durch Nichtstun und Training für den menschlichen Arbeitsspeicher
von Uli Kulke
Siegfried Lehrl, Akademischer Direktor an der Psychiatrischen Klinik der Universität Erlangen-Nürnberg, ist Experte für Intelligenz-, Gedächtnis- und Demenzforschung. Der Medizinpsychologe hat auch zahlreiche populärwissenschaftliche Bücher mit Tips zum Gehirntraining verfaßt. Mit ihm sprach Ulli Kulke.

Die Welt: Die Intelligenz unserer Gesellschaft sinkt. Verdummen wir?

Siegfried Lehrl: Diese Tendenz fällt seit 1999 auf. Intelligenztests unter Schülern zeigten, daß deren geistige Fähigkeiten nicht mehr an die Jahrgänge zuvor herankamen.

Die Welt: Bis in die neunziger Jahre hinein stieg unser IQ. Haben wir ein ausreichendes Polster?

Lehrl: Der Anstieg war kontinuierlich seit den ersten IQ-Tests 1917. Pro Jahrzehnt verbesserten sich die Menschen im Durchschnitt um drei IQ-Punkte. Zwischen 1954 und 1981 sogar insgesamt um 17 Punkte. Aus heutiger Sicht müßten wir eigentlich sagen: Unsere Groß- und Urgroßeltern standen auf dem Niveau von Schwachsinnigen. Ausschlaggebend dafür war weniger das Wissen, die sogenannte kristallisierte, sondern die "fluide Intelligenz", das Kombinationsvermögen.

Die Welt: Sind Kinder von heute klüger als Oma und Opa damals?

Lehrl: Die Großeltern hatten etwa das Niveau eines heutigen Zehnjährigen, obwohl der Vergleich schwierig ist.

Die Welt: Wie konnten sie so leben?

Lehrl: Wir sprechen von Durchschnittswerten. Die Werte einzelner waren auch damals sehr unterschiedlich. Menschen leben stets in Gruppen, und die Anführer zeigen meist eine höhere Intelligenz, verstehen die Gesamtsituation besser, können besser abstrahieren. ...
www.welt.de/data/2006/01/04/826392.html
4. Jan. 2006

Montag, 22. Oktober 2007

Pinker zu Gruppen

22.10.
Mo 2° Das ist die Klima-Erwärmung.

- STEVEN PINKER
Psychologist, Harvard University; Author, The Blank Slate
"Groups of people may differ genetically in their average talents and temperaments
The year 2005 saw several public appearances of what will I predict will become the dangerous idea of the next decade: that groups of people may differ genetically in their average talents and temperaments.
∑ In January, Harvard president Larry Summers caused a firestorm when he cited research showing that women and men have non-identical statistical distributions of cognitive abilities and life priorities.
∑ In March, developmental biologist Armand Leroi published an op-ed in the New York Times rebutting the conventional wisdom that race does not exist. (The conventional wisdom is coming to be known as Lewontin's Fallacy: that because most genes may be found in all human groups, the groups don't differ at all. But patterns of correlation among genes do differ between groups, and different clusters of correlated genes correspond well to the major races labeled by common sense. )
∑ In June, the Times reported a forthcoming study by physicist Greg Cochran, anthropologist Jason Hardy, and population geneticist Henry Harpending proposing that Ashkenazi Jews have been biologically selected for high intelligence, and that their well-documented genetic diseases are a by-product of this evolutionary history.
∑ In September, political scientist Charles Murray published an article in Commentary reiterating his argument from The Bell Curve that average racial differences in intelligence are intractable and partly genetic.
Whether or not these hypotheses hold up (the evidence for gender differences is reasonably good, for ethnic and racial differences much less so), they are widely perceived to be dangerous. Summers was subjected to months of vilification, and proponents of ethnic and racial differences in the past have been targets of censorship, violence, and comparisons to Nazis. Large swaths of the intellectual landscape have been reengineered to try to rule these hypotheses out a priori (race does not exist, intelligence does not exist, the mind is a blank slate inscribed by parents). The underlying fear, that reports of group differences will fuel bigotry, is not, of course, groundless.
The intellectual tools to defuse the danger are available. "Is" does not imply "ought. " Group differences, when they exist, pertain to the average or variance of a statistical distribution, rather than to individual men and women. Political equality is a commitment to universal human rights, and to policies that treat people as individuals rather than representatives of groups; it is not an empirical claim that all groups are indistinguishable. Yet many commentators seem unwilling to grasp these points, to say nothing of the wider world community.
Advances in genetics and genomics will soon provide the ability to test hypotheses about group differences rigorously. Perhaps geneticists will forbear performing these tests, but one shouldn't count on it. The tests could very well emerge as by-products of research in biomedicine, genealogy, and deep history which no one wants to stop. ..." Pinker 2006, www.edge.org/q2006/q06_index.html

Sonntag, 21. Oktober 2007

Mises, Spark, Gore-Film

mi 7° NR Schon ein Hauch November.

- Gore: Wahl verloren, Prophet geworden: "Alfred Nobel hätte Besseres verdient

Zu den Berichten über die Verleihung des Friedensnobelpreises für Al Gore in der F.A.Z. vom 13. Oktober: Aus dem Friedensnobelpreis ist ein Marketingpreis geworden, den Al Gore für seine apokalyptische Propaganda erhält. Viele frühere Preisträger kämpften aktiv vor Ort gegen Armut, leisteten gewaltlosen Widerstand gegen Diktaturen oder sicherten medizinische Betreuung in Krisengebieten; zum Teil bis an die Grenze der eigenen physischen Belastbarkeit. Gore hingegen lässt sich auf Rock-Konzerten als Weltenretter feiern, mehrt seine Macht und sein Einkommen auf der Klima-Welle. Er nutzt geschickt die Medien, übertreibt, lässt neuere wissenschaftliche Fakten gerne aus oder manipuliert das Publikum mit Extrem-Szenarien in seinem Film. Pikanterweise entschied ein englischer Richter letzte Woche, dass die Verbreitung des Gore-Films an Schulen nur noch gestattet ist, wenn die Lehrer klarstellen, dass dies eine sehr einseitige und übertriebene Sicht auf den Klimawandel darstellt und sie auf neun "scientific errors" hinweisen. Gore kann aber noch mehr: er erklärt die wissenschaftliche Diskussion für beendet und greift Skeptiker massiv an. Ein Denk- und Forschungsverbot für alle, die nicht Katastrophen-Mainstream sind. Ein Friedensnobelpreis für jemanden, der die Freiheit der Forschung unterdrücken will? Der Nobelpreis wird leider weiter unzählige Milliarden in die Klima-Agenda pumpen, die an anderer Stelle fehlen. Wir haben aber dringendere Probleme. Allein Hunger, Krankheiten oder verseuchtes Trinkwasser töten täglich mehr Menschen als ein bis zwei Grad Temperaturerhöhung in einhundert Jahren. Das Andenken an Alfred Nobel hätte wirklich Besseres verdient."

PROFESSOR DR.-ING. STEPHAN WILKSCH, POTSDAM LB FAZ 20.10.2007, S. 8

- - Mises: "Sozialdarwinist: Gerald Braunberger weist in seiner Buchbesprechung in der F.A.Z. vom 12. Oktober dankenswerterweise darauf hin, in wie starkem Maße der Ökonom Ludwig von Mises einem staatsphobischen Marktradikalismus das Wort redet. Dabei ließ er es sich nicht nehmen, auch als Anwalt des Sozialdarwinismus zu fungieren. Ihm zufolge hat ein wirtschaftlich erfolgsarmer Bürger sich "seiner eigenen Minderwertigkeit" bewusst zu sein ("Die Wurzeln des Antikapitalismus". Aus dem Amerikanischen, Frankfurt am Main 1958, Seite 20). Ganz im Gegensatz zu seinem pointierten Antiinterventionismus preist von Mises den ausgesprochen autoritären Faszismus Italiens. Dieser sei "voll von den besten Absichten" ("Liberalismus". Jena 1927, Seite 45) und habe "die europäische Gesittung gerettet". Aus diesem Grunde "wird das Verdienst, das sich der Fascismus damit erworben hat, ... in der Geschichte ewig fortleben". Offensichtlich sind auch bedeutende liberale Denker nicht dagegen gefeit, auf ideologische Abwege zu geraten.
PROF. JOHANN BAPTIST MÜLLER, STUTTGART LB FAZ 20.10.07
// Schon interessant. Wir irren alle, nur jeder irret anders. Das scheint ein weiteres Beispiel dafür zu sein, daß Geschichte "von vorn" ganz anders aussieht als von hinten. Muriel Spark in "The Prime of Miss Jean Brody" zeigt ebenfalls diese Sympathie für den Faschismus. Beide, Mises und Spark, stammen aus nicht besonders kollektivistisch gesonnenen Ländern; trotzdem attrahiert sie diese kollektivistische Inszenierung, die das Individuum zur Ameise degradiert. Ist das das "Rudel-Modul" im Hirnstamm? Bemerkenswert auch, daß Mises als ökonomischer Spezialist und Spark als "allgemeine Literarität" zur gleichen Bewertung gelangen.

Cetero censeo: Bach-Cello-Solo-Sonaten und Bordeaux sind ziemlich unschlagbar, noch vor zwei Gitarren, Baß und Trommeln.

Samstag, 20. Oktober 2007

ITER, Watson, Eysenck, Eskimos

Erster Bodenfrost. Mo 2° mi 8° s 7884 1,4302 13522

- "Potsdamer Klimakonferenz:
Wir stellen Sputnik und Apollo in den Schatten. Gibt es einen Ausweg aus der Weltklimakrise? Die klügsten wissenschaftlichen Köpfe suchen nach einer Antwort auf diese Frage. Die Idee einer Installation von thermischen Solarpanel-Parks hat die Hoffnung auf eine saubere Großlösung beflügelt. " // Komm. online WD:
Von der Sonne lernen heißt siegen lernen: Die Unterscheidung von 'intelligent' und 'klug' ist recht bedeutsam: intelligent sind die Handvoll angereisten Nobelpreisträger zweifellos; klug dürften sie eher nicht sein, weil sie Spezialisten sind. Dieser Verdacht erhärtet sich dadurch, daß die Kern-Fusion als Energiequelle, analog zum Fusionsreaktor Sonne, offenbar nicht einmal angesprochen wurde, obwohl der Versuchsreaktor ITER derzeit von einer Reihe von Ländern gemeinsam geplant wird. Die Konzentration auf die unglaublich teure Photovoltaik scheint den Schluß nahezulegen, daß sich diese Potsdamer Gruppe in ähnlich kluger Weise verhält wie ihre Nobelkollegen vom Römischen Klub, die bierernst in den siebziger Jahren das Versiegen des Öls für das Jahr 2000 vorausgesagt haben.

- Eskimos: "Doch diese eskimos, die in den eiswüsten weit oberhalb des polarkreises leben, schneiden im test (der progressiven matrizen) genau so gut oder besser ab als der weiße kanadische durchschnitt; sie erzielen viel höhere werte als jamaikanische oder amerikanische neger, obwohl diese unter bedingungen aufwachsen, die viel mehr denen der normsetzenden weißen gruppen ähneln, d. h. mit einem viel besseren angebot an umwelt und sozialer stimulation."
Aus: Hans Jürgen Eysenck , Die Ungleichheit der Menschen, Ist Intelligenz erlernbar? Dt. 1984/ engl. 1973, S. 135
Eysenck war ein britischer Persönlichkeits-Psychologe deutscher Herkunft. Er verließ 1934 das nationalsozialistische Deutschland und ging zuerst nach Frankreich und dann nach Großbritannien ins Exil. 1955 wurde er Professor für Psychologie an der University of London und lehrte bis 1983. (* 4. März 1916 in Berlin; † 4. September 1997 in London)
Anmerkung: Statistische Befunde wie Gruppenvergleiche beziehen sich auf die zahlenmäßig stärkste Binnengruppe, sie beziehen sich nicht auf ein Individuum, das ganz anders abschneiden kann.

Freitag, 19. Oktober 2007

Kalte Krustenbildung, Wahnsinnsenergiesteuerpolitik

mi 8° Rsch
- Überraschung: Kalt war's nach 100 Mio. Jahren, vor rund 4,4 Mrd. Jahren also (Chakraborty, RUB), nicht feurig, wie bisher angenommen, danach wurde es aber wieder wärmer, vor ca. 3,8 Mrd. J.); haben das die Klimaphantasten in ihrer Rechnung?

- "Strompreise: Merkels Wuchertüte.
Angela Merkel geht mit einer Attacke gegen die vermeintlich raffgierigen Stromkonzerne auf Stimmenfang. Doch die Regierung hat in der Preisgestaltung von Eon, RWE & Co. nichts verloren. Ein Blick auf die Steuern wäre eher empfehlenswert. Holger Appel kommentiert." // Die größte Steuerdiebin der deutschen Geschichte kräht: Haltet den Dieb.

- - Nüßlein-Volhard im HR2Kultur-Gespräch: Lichtblick