mo 5° b, mi 12° 6843 (+2,41 %) 12.849 (+1,8%)
- Adornos "Erziehung zur Mündigkeit", Henry Miller, Bukowski, Brandts "Mehr Demokratie wagen", 68er Proleten vom Schlage Fischers, aufdringliche, sexualisierte Werbung an jeder Bushaltestelle: die Spirale des schlechten Geschmacks dreht und dreht sich weiter nach unten, auch in der Ausbreitung von Umgangs- und Proletensprache in allen Medien.
- "Münchener Rück wittert Gewinnchancen in der Finanzkrise.
Rückversicherer investiert in strukturierte Kreditprodukte / Viel Aktionärslob auf der Hauptversammlung. MÜNCHEN, 17. April. Die Münchener Rück sieht den Zeitpunkt für den Wiedereinstieg in den krisengeschüttelten Markt für strukturierte Kreditprodukte ..." 18.4.08 FAZ
Samstag, 19. April 2008
Freitag, 18. April 2008
freier Wille, Liebig, Libet
mo 7°, lausig kalter Wind, na 13°; in der Sonne erster Bienenflug.
- Caterpillar und Honeywell mit besseren Zahlen als erw.
- Lukoil vermutet 100 Mrd. Barrel Öl in der russischen Arktis und erwartet durch die Arktiserwärmung bessere Förderbedingungen.- Hoffentlich; der letzte Winter war mit Temperaturen bis -40° streng (vgl. Graeser, "Unter Russen", FAZ 17.4.).
- "Was kann ich dafür?
Hirnbilder: Unser freier Wille ist aber spät dran.
Es war kaum zu erwarten, dass die Hirnforschung sich von den nicht enden wollenden Debatten um den freien Willen zermürben lassen und das Handtuch werfen würde. Durch nichts und niemanden hat sie sich in zwanzig Jahren von ihrer Überzeugung abbringen lassen, der freie Wille und damit die Freiheit, bewusste Entscheidungen als autarkes Wesen auch völlig frei treffen zu können, sei eine Illusion des Menschen. Eine Illusion deshalb, weil man im Kopf Stromkurven aufgezeichnet hatte, die jeweils immer der bewussten Entscheidung einige hundert Millisekunden vorausgehen.
Was der Hirnforscher Benjamin Libet und seine Kollegen 1983 mit ihren Experimenten als die Stromspur des "Bereitschaftspotentials" beschrieben hatten, kam allerdings durch die methodische und philosophische Kritik immer wieder ins Wanken. Jetzt legt die Hirnforschung freilich mächtig nach. Sie versucht nicht nur, Libets Provokation empirisch zu untermauern. Sie entwirft auch, gespickt von neuen Hirnbildern, ein gewaltiges neues Theoriegebäude, das sich anschickt, den freien Willen unter einem Netz von neuronalen Entschluss-Anbahnungs-Autoritäten zu begraben.
Ausgangspunkt waren Versuche mit jungen Leuten am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig und am Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience der Berliner Charité. Dort haben der Hirnforscher John-Dylan Haynes und seine Kollegen vierzehn Probanden in den Kernspintomographen geschoben und deren Entscheidungswillen experimentell zurückverfolgt.
Der Versuchsaufbau war komplex. Geprüft werden sollte, wann exakt die Versuchsteilnehmer ohne große Vorgaben sich dazu entschlossen, den Knopf unter dem linken oder jenen unter dem rechten Zeigefinger zu drücken. Die Probanden waren frei zu drücken, wie und wann sie sich dazu entschlossen. Wann genau sie sich allerdings bewusst entschieden, sollten sie sich genau merken. Dazu wurde vor ihren Augen eine Buchstabensequenz heruntergespult, und wann immer sie den Entschluss fassten zu drücken, sollten sie sich den gerade eingeblendeten Buchstaben merken.
Die Situation in der Röhre war also keine einfache, und deshalb wählten die Forscher ihre Probanden auch sorgfältig aus. Wer in den Vorversuchen gezeigt hatte, dass er von vornherein aus irgendwelchen Gründen eine Seite bevorzugte, schied aus.
Die übrigen freilich produzierten eine Serie von Hirnbildern, die selbst den Wissenschaftlern die Sprache verschlagen musste. Es zeigte sich nämlich, dass es im Bereich des Stirnhirns einige Bezirke gibt, aus deren Aktivierung man mit einiger Sicherheit herauslesen konnte, für welchen Knopf der- oder diejenige sich entscheiden werde. Und nicht nur das: Die Aktivität jener Hirnareale, die die Entscheidung - alles noch völlig unbewusst - quasi vorbereiten, beginnt offenbar schon mehr als acht Sekunden, vermutlich bis zu zehn Sekunden vor dem Zeitpunkt, den sich die Probanden als den Moment der bewussten Entscheidung gemerkt hatten.
Zehn Sekunden - das ist eine kleine Ewigkeit. Die Kritik an Lebits Versuchen, bei den hundert millionstel Sekunden Zeitverzögerung von der Hirnaktivität bis zur bewussten Entscheidung handele es sich um Messfehler oder um Reaktionsverzögerungen auf Seiten der Probanden, verpufft damit. Haynes glaubt nun vielmehr, wie er in der heute erscheinenden Ausgabe der Zeitschrift "Nature Neurosience" zu Protokoll gibt, dass es sogar ein Bereitschaftspotential mit Vorlaufzeit gibt. Im vorderen und seitlichen Teil der Stirnhirnrinde habe er ein Netzwerk von Nervenzentren identifiziert, das - lange bevor man meint, es willentlich und aus freien Stücken zu tun - eine Entscheidung anbahne. Sogar der Zeitpunkt, wann eine Entscheidung getroffen werde, werde Sekunden vorher festgelegt. Aus den zwei proaktiven Hauptarealen ragt das sogenannte Brodmann-Areal 10 besonders früh heraus. "Spezifisch" für die jeweilige Tat sei dieses entschlussvorbereitende Feuerwerk hinter der Stirn, meint Haynes. Genau darin allerdings dürfte sich auch einige Kritik entzünden. Denn nicht in jedem Fall, allenfalls in zwei Drittel bis drei Viertel der Fälle, lässt sich aus den Hirnbildern die tatsächliche spätere Entscheidung auch im Voraus ablesen. Das ist statistisch "überzufällig", aber weshalb weicht ein Teil dennoch vom Schema ab? Und wo wäre wohl die oberste, die erste Instanz der unbewussten Entscheidungskaskade?
"Wir wissen noch nicht, wo die Entscheidungen endgültig getroffen werden", meint Haynes. "Vor allem wissen wir noch nicht, ob man sich entgegen einer vorgebahnten Entscheidung des Gehirns auch anders entscheiden kann." Schließlich: Wie viel Raum lässt dieses Schema wohl noch für wirklich spontane Entscheidungen, die nicht in der Tomographenröhre zu treffen sind?
JOACHIM MÜLLER-JUNG" 14.4.08 FAZ S. 37 // Frei kann ein Wille dann geheißen werden, wenn äußerer Zwang fehlt. Für "Freiheit" gilt Entsprechendes.
- Der Todestag des Chemikers Justus Liebig - . April 1873
ZeitZeichen: Er wird den Menschen ewig als Erfinder des Fleischextrakts in
Erinnerung bleiben. Aber der Nachwelt überließ er außerdem mehr als 700
zum Teil bahnbrechende Abhandlungen. Durch Liebig war die Chemie nun als
Wissenschaft anerkannt. // Vor allem aber hat er die Landwirtschaft durch seine Düngerforschung revolutioniert und auf unvorhersehbare Weise produktiv gemacht; insofern kann man seine Wirkung nur gigantisch nennen. Ohne Düngung könnten die derzeit 6 Mrd. Menschen nicht ernähren. Gemessen am Wirken der Päpste kann seine Leistung auch nur segensreich genannt werden. Sein Lehrer Zimmermann in Bonn war noch theologischer Alchemist, der in alberner "Naturphilosophie" machte. Als Begründer der naturwissenschaftlichen Chemie hat er sich ebenfalls größte Verdienste erworben. Zuvor hatten dem Schüler Liebig hirnweiche, arrogante altphilologische Lehrer das Leben schwer gemacht. Wenn man sieht, welch üble Rolle zweitausend Jahre lang die katholische Kirche gespielt hat zur Verhinderung und Belästigung der Naturwissenschaften, dann kann man die Rolle der naturwiss. Pioniere wie Liebig gar nicht hoch genug schätzen. Auch sein Freund Friedrich Wöhler verdient hier Erwähnung.
- Caterpillar und Honeywell mit besseren Zahlen als erw.
- Lukoil vermutet 100 Mrd. Barrel Öl in der russischen Arktis und erwartet durch die Arktiserwärmung bessere Förderbedingungen.- Hoffentlich; der letzte Winter war mit Temperaturen bis -40° streng (vgl. Graeser, "Unter Russen", FAZ 17.4.).
- "Was kann ich dafür?
Hirnbilder: Unser freier Wille ist aber spät dran.
Es war kaum zu erwarten, dass die Hirnforschung sich von den nicht enden wollenden Debatten um den freien Willen zermürben lassen und das Handtuch werfen würde. Durch nichts und niemanden hat sie sich in zwanzig Jahren von ihrer Überzeugung abbringen lassen, der freie Wille und damit die Freiheit, bewusste Entscheidungen als autarkes Wesen auch völlig frei treffen zu können, sei eine Illusion des Menschen. Eine Illusion deshalb, weil man im Kopf Stromkurven aufgezeichnet hatte, die jeweils immer der bewussten Entscheidung einige hundert Millisekunden vorausgehen.
Was der Hirnforscher Benjamin Libet und seine Kollegen 1983 mit ihren Experimenten als die Stromspur des "Bereitschaftspotentials" beschrieben hatten, kam allerdings durch die methodische und philosophische Kritik immer wieder ins Wanken. Jetzt legt die Hirnforschung freilich mächtig nach. Sie versucht nicht nur, Libets Provokation empirisch zu untermauern. Sie entwirft auch, gespickt von neuen Hirnbildern, ein gewaltiges neues Theoriegebäude, das sich anschickt, den freien Willen unter einem Netz von neuronalen Entschluss-Anbahnungs-Autoritäten zu begraben.
Ausgangspunkt waren Versuche mit jungen Leuten am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig und am Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience der Berliner Charité. Dort haben der Hirnforscher John-Dylan Haynes und seine Kollegen vierzehn Probanden in den Kernspintomographen geschoben und deren Entscheidungswillen experimentell zurückverfolgt.
Der Versuchsaufbau war komplex. Geprüft werden sollte, wann exakt die Versuchsteilnehmer ohne große Vorgaben sich dazu entschlossen, den Knopf unter dem linken oder jenen unter dem rechten Zeigefinger zu drücken. Die Probanden waren frei zu drücken, wie und wann sie sich dazu entschlossen. Wann genau sie sich allerdings bewusst entschieden, sollten sie sich genau merken. Dazu wurde vor ihren Augen eine Buchstabensequenz heruntergespult, und wann immer sie den Entschluss fassten zu drücken, sollten sie sich den gerade eingeblendeten Buchstaben merken.
Die Situation in der Röhre war also keine einfache, und deshalb wählten die Forscher ihre Probanden auch sorgfältig aus. Wer in den Vorversuchen gezeigt hatte, dass er von vornherein aus irgendwelchen Gründen eine Seite bevorzugte, schied aus.
Die übrigen freilich produzierten eine Serie von Hirnbildern, die selbst den Wissenschaftlern die Sprache verschlagen musste. Es zeigte sich nämlich, dass es im Bereich des Stirnhirns einige Bezirke gibt, aus deren Aktivierung man mit einiger Sicherheit herauslesen konnte, für welchen Knopf der- oder diejenige sich entscheiden werde. Und nicht nur das: Die Aktivität jener Hirnareale, die die Entscheidung - alles noch völlig unbewusst - quasi vorbereiten, beginnt offenbar schon mehr als acht Sekunden, vermutlich bis zu zehn Sekunden vor dem Zeitpunkt, den sich die Probanden als den Moment der bewussten Entscheidung gemerkt hatten.
Zehn Sekunden - das ist eine kleine Ewigkeit. Die Kritik an Lebits Versuchen, bei den hundert millionstel Sekunden Zeitverzögerung von der Hirnaktivität bis zur bewussten Entscheidung handele es sich um Messfehler oder um Reaktionsverzögerungen auf Seiten der Probanden, verpufft damit. Haynes glaubt nun vielmehr, wie er in der heute erscheinenden Ausgabe der Zeitschrift "Nature Neurosience" zu Protokoll gibt, dass es sogar ein Bereitschaftspotential mit Vorlaufzeit gibt. Im vorderen und seitlichen Teil der Stirnhirnrinde habe er ein Netzwerk von Nervenzentren identifiziert, das - lange bevor man meint, es willentlich und aus freien Stücken zu tun - eine Entscheidung anbahne. Sogar der Zeitpunkt, wann eine Entscheidung getroffen werde, werde Sekunden vorher festgelegt. Aus den zwei proaktiven Hauptarealen ragt das sogenannte Brodmann-Areal 10 besonders früh heraus. "Spezifisch" für die jeweilige Tat sei dieses entschlussvorbereitende Feuerwerk hinter der Stirn, meint Haynes. Genau darin allerdings dürfte sich auch einige Kritik entzünden. Denn nicht in jedem Fall, allenfalls in zwei Drittel bis drei Viertel der Fälle, lässt sich aus den Hirnbildern die tatsächliche spätere Entscheidung auch im Voraus ablesen. Das ist statistisch "überzufällig", aber weshalb weicht ein Teil dennoch vom Schema ab? Und wo wäre wohl die oberste, die erste Instanz der unbewussten Entscheidungskaskade?
"Wir wissen noch nicht, wo die Entscheidungen endgültig getroffen werden", meint Haynes. "Vor allem wissen wir noch nicht, ob man sich entgegen einer vorgebahnten Entscheidung des Gehirns auch anders entscheiden kann." Schließlich: Wie viel Raum lässt dieses Schema wohl noch für wirklich spontane Entscheidungen, die nicht in der Tomographenröhre zu treffen sind?
JOACHIM MÜLLER-JUNG" 14.4.08 FAZ S. 37 // Frei kann ein Wille dann geheißen werden, wenn äußerer Zwang fehlt. Für "Freiheit" gilt Entsprechendes.
- Der Todestag des Chemikers Justus Liebig - . April 1873
ZeitZeichen: Er wird den Menschen ewig als Erfinder des Fleischextrakts in
Erinnerung bleiben. Aber der Nachwelt überließ er außerdem mehr als 700
zum Teil bahnbrechende Abhandlungen. Durch Liebig war die Chemie nun als
Wissenschaft anerkannt. // Vor allem aber hat er die Landwirtschaft durch seine Düngerforschung revolutioniert und auf unvorhersehbare Weise produktiv gemacht; insofern kann man seine Wirkung nur gigantisch nennen. Ohne Düngung könnten die derzeit 6 Mrd. Menschen nicht ernähren. Gemessen am Wirken der Päpste kann seine Leistung auch nur segensreich genannt werden. Sein Lehrer Zimmermann in Bonn war noch theologischer Alchemist, der in alberner "Naturphilosophie" machte. Als Begründer der naturwissenschaftlichen Chemie hat er sich ebenfalls größte Verdienste erworben. Zuvor hatten dem Schüler Liebig hirnweiche, arrogante altphilologische Lehrer das Leben schwer gemacht. Wenn man sieht, welch üble Rolle zweitausend Jahre lang die katholische Kirche gespielt hat zur Verhinderung und Belästigung der Naturwissenschaften, dann kann man die Rolle der naturwiss. Pioniere wie Liebig gar nicht hoch genug schätzen. Auch sein Freund Friedrich Wöhler verdient hier Erwähnung.
Donnerstag, 17. April 2008
Klimaflattern, Altersskalen, Rademacher
Altersskalen angepasst, Klimaforschung, 4/08
Angepasst: Baumringe und Eisproben führen nun zu denselben Ergebnissen
FAZ 11. April 2008 Sollten die Modellrechnungen stimmen, dürfte der Klimawandel innerhalb der kommenden hundert Jahre zu einer globalen Erwärmung von möglicherweise drei Grad führen – langsam, aber stetig. Zum Ende der letzten Eiszeit befand sich das Klima dagegen auf einer Achterbahn. Nachdem weltweit bereits das große Tauwetter eingesetzt hatte, versank die Nordhalbkugel innerhalb nur eines Jahrzehnts noch einmal in einer Gefriertruhe. Einer internationalen Forschergruppe ist es nun erstmals gelungen, diese Epoche des Klimaflatterns, die sogenannte Jüngere Dryas, genau zu datieren.
Während der Weichsel-Eiszeit lagen Norddeutschland, England, Skandinavien und der Alpenraum nahezu 100.000 Jahre lang unter einem dicken Eispanzer. Vor etwa 15.000 Jahren begann sich das Eis langsam zurückzuziehen. Es schien jedoch, als wolle das Eis seine Herrschaft nicht einfach aufgeben. Die gegenwärtige Warmzeit, das Holozän, stellte sich nur langsam in Schüben mit extrem großen Schwankungsbreiten ein. Zu Recht sprechen die Geologen davon, dass sich die Eiszeit mit flatterndem Klima verabschiedete.
15 Grad kühler in nur einem Jahrzehnt
Kurz bevor sich das Eis endgültig in die hohen Breiten zurückzog, gab es noch einmal einen extremen Kälteeinbruch. Im Durchschnitt wurde es dabei wahrscheinlich nur innerhalb eines Jahrzehnts um 15 Grad kühler als heute, die Jahresmitteltemperatur in England betrug minus fünf Grad. Die heute im Alpenraum sowie in der Tundra Skandinaviens gedeihende Silberwurz, ein kleines Rosengewächs, gab mit ihrem lateinischen Namen Dryas octopetala dem „Zeitraum des letzten Gefechtes“ seinen Namen: Jüngere Dryas.
Dafür, dass es in dieser Zeit äußerst kalt war, sprechen viele eindeutige Indizien in mehreren Klimaarchiven. Unklar war bisher, wann genau der Kälteeinbruch einsetzte und wie lange die Kaltphase dauerte. Die aus Baumringen, Eiskernen, Karbonatablagerungen in Höhlen und anderen Klimaarchiven abgeleiteten Zeiträume sind in dieser Hinsicht widersprüchlich. So schwanken die Angaben über die Dauer der Jüngeren Dryas zwischen 600 und 1300 Jahren.
Zeitskalen aufeinander abgestimmt
Eine internationale Forschergruppe um Raimund Muscheler von der Lund-Universität in Schweden, zu der auch Mitarbeiter der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und der Universität Hohenheim gehören, hat nun die verschiedenen Klimaarchive miteinander verglichen und die jeweils erheblichen Zeitunterschiede kalibriert. Dazu benutzte sie unter anderem Angaben über die Konzentrationen von Beryllium-10, die in den Jahresschichten der in Grönland erbohrten Eiskerne gemessen wurden. Dieses Beryllium-Isotop entsteht als Endprodukt einer radioaktiven Zerfallsreihe in der Atmosphäre unter dem Einfluss kosmischer Strahlung. Seine Konzentration steht in engem Bezug zum Anteil des Isotops Kohlenstoff-14, dessen Produktionsrate ebenfalls von der Intensität der kosmischen Strahlung kontrolliert wird.
Die Forscher haben nun die zeitliche Veränderung des Beryllium-10 im Grönlandeis mit den Konzentrationen von Kohlenstoff-14 in Baumringen verglichen. Bisher wichen die aus diesen beiden Kurven abgeleiteten Kalender deutlich voneinander ab. Den Forschern gelang es jetzt aber, die beiden Zeitskalen aufeinander abzustimmen.
Rahmenbedingung für heutige Klimaentwicklung
Darauf aufbauend, konnte eine weitere für das Klima relevante Isotopenkurve – jene der Verhältnisse verschiedener Isotope des Sauerstoffs in den Eiskernen („Delta-O-18“) – genau datiert werden. Darin zeigen sich Kälteperioden des Klimas als deutliche „Täler“, so auch die Jüngere Dryas, die mit einem äußerst scharfen Abfall vor 12.800 Jahren begann und 1300 Jahre lang anhielt.
Die Ergebnisse, über die die Forschergruppe nun in der Zeitschrift „Nature Geosciences“ (Bd. 1, S. 263) berichtet, sind nicht nur von akademischem Interesse. Die genaue Datierung erlaubt es den Paläoklimatologen, nach den Ursachen der historischen Klimaänderungen zu suchen. Damit erhalten sie Randbedingungen für die Berechnungen der heutigen Entwicklungen.
Angepasst: Baumringe und Eisproben führen nun zu denselben Ergebnissen
FAZ 11. April 2008 Sollten die Modellrechnungen stimmen, dürfte der Klimawandel innerhalb der kommenden hundert Jahre zu einer globalen Erwärmung von möglicherweise drei Grad führen – langsam, aber stetig. Zum Ende der letzten Eiszeit befand sich das Klima dagegen auf einer Achterbahn. Nachdem weltweit bereits das große Tauwetter eingesetzt hatte, versank die Nordhalbkugel innerhalb nur eines Jahrzehnts noch einmal in einer Gefriertruhe. Einer internationalen Forschergruppe ist es nun erstmals gelungen, diese Epoche des Klimaflatterns, die sogenannte Jüngere Dryas, genau zu datieren.
Während der Weichsel-Eiszeit lagen Norddeutschland, England, Skandinavien und der Alpenraum nahezu 100.000 Jahre lang unter einem dicken Eispanzer. Vor etwa 15.000 Jahren begann sich das Eis langsam zurückzuziehen. Es schien jedoch, als wolle das Eis seine Herrschaft nicht einfach aufgeben. Die gegenwärtige Warmzeit, das Holozän, stellte sich nur langsam in Schüben mit extrem großen Schwankungsbreiten ein. Zu Recht sprechen die Geologen davon, dass sich die Eiszeit mit flatterndem Klima verabschiedete.
15 Grad kühler in nur einem Jahrzehnt
Kurz bevor sich das Eis endgültig in die hohen Breiten zurückzog, gab es noch einmal einen extremen Kälteeinbruch. Im Durchschnitt wurde es dabei wahrscheinlich nur innerhalb eines Jahrzehnts um 15 Grad kühler als heute, die Jahresmitteltemperatur in England betrug minus fünf Grad. Die heute im Alpenraum sowie in der Tundra Skandinaviens gedeihende Silberwurz, ein kleines Rosengewächs, gab mit ihrem lateinischen Namen Dryas octopetala dem „Zeitraum des letzten Gefechtes“ seinen Namen: Jüngere Dryas.
Dafür, dass es in dieser Zeit äußerst kalt war, sprechen viele eindeutige Indizien in mehreren Klimaarchiven. Unklar war bisher, wann genau der Kälteeinbruch einsetzte und wie lange die Kaltphase dauerte. Die aus Baumringen, Eiskernen, Karbonatablagerungen in Höhlen und anderen Klimaarchiven abgeleiteten Zeiträume sind in dieser Hinsicht widersprüchlich. So schwanken die Angaben über die Dauer der Jüngeren Dryas zwischen 600 und 1300 Jahren.
Zeitskalen aufeinander abgestimmt
Eine internationale Forschergruppe um Raimund Muscheler von der Lund-Universität in Schweden, zu der auch Mitarbeiter der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und der Universität Hohenheim gehören, hat nun die verschiedenen Klimaarchive miteinander verglichen und die jeweils erheblichen Zeitunterschiede kalibriert. Dazu benutzte sie unter anderem Angaben über die Konzentrationen von Beryllium-10, die in den Jahresschichten der in Grönland erbohrten Eiskerne gemessen wurden. Dieses Beryllium-Isotop entsteht als Endprodukt einer radioaktiven Zerfallsreihe in der Atmosphäre unter dem Einfluss kosmischer Strahlung. Seine Konzentration steht in engem Bezug zum Anteil des Isotops Kohlenstoff-14, dessen Produktionsrate ebenfalls von der Intensität der kosmischen Strahlung kontrolliert wird.
Die Forscher haben nun die zeitliche Veränderung des Beryllium-10 im Grönlandeis mit den Konzentrationen von Kohlenstoff-14 in Baumringen verglichen. Bisher wichen die aus diesen beiden Kurven abgeleiteten Kalender deutlich voneinander ab. Den Forschern gelang es jetzt aber, die beiden Zeitskalen aufeinander abzustimmen.
Rahmenbedingung für heutige Klimaentwicklung
Darauf aufbauend, konnte eine weitere für das Klima relevante Isotopenkurve – jene der Verhältnisse verschiedener Isotope des Sauerstoffs in den Eiskernen („Delta-O-18“) – genau datiert werden. Darin zeigen sich Kälteperioden des Klimas als deutliche „Täler“, so auch die Jüngere Dryas, die mit einem äußerst scharfen Abfall vor 12.800 Jahren begann und 1300 Jahre lang anhielt.
Die Ergebnisse, über die die Forschergruppe nun in der Zeitschrift „Nature Geosciences“ (Bd. 1, S. 263) berichtet, sind nicht nur von akademischem Interesse. Die genaue Datierung erlaubt es den Paläoklimatologen, nach den Ursachen der historischen Klimaänderungen zu suchen. Damit erhalten sie Randbedingungen für die Berechnungen der heutigen Entwicklungen.
Klimaerwärmungsnachtfrostreif, Röpke: Familienplanung
Wie schön der Klimaerwärmungsnachtfrostreif in der Mitteaprilsonne glitzert!
Mittags 10° s
- IBM, Baxter und ebay erhöhen G-Prognose.
- Wäre Benedikt in seiner netten Art nicht eine großartige Veredelung Disneylands? Und um die Ecke könnte der listige Dalai Lama gottköniglich lächeln, ohne daß er die an individueller Freiheit und Wohlfahrt interessierten Tibeter mit seinen Steinzeitstaatsvorstellungen mit Armutsprogramm belästigen würde.
Der Papst müßte natürlich erst einmal dafür sorgen, daß in den Armutsländern mit wachsender Bevölkerung die den einzelnen Menschen entwertenden Vermehrungsdogmen gestrichen werden. Wo es zu viele Kinder gibt, werden sie gering geachtet, mißbraucht und verkauft.-
- "Warum soll jede Erweiterung des Lebensspielraumes ... immer wieder durch neue Millionen Menschen ausgefüllt werden, statt der Wohlfahrtssteigerung der bereits vorhandenen Menschen zugute zu kommen?" Wilhelm Röpke, Das Maß des Menschlichen, Röpke-Brevier, ed. Gerd Habermann, Ott-Verlag, Thun, 1999
- "So gut geht es heute den Tibetern. Als deutscher Student in Schanghai habe ich gerade die Möglichkeit, die momentanen Geschehnisse in China und Tibet aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten ... während der Herrschaft des Dalai Lama bis 1950 besaßen die Mönche fast den gesamten Grundbesitz ... " FAZ LB Georg Thomas 16.4.
Mittags 10° s
- IBM, Baxter und ebay erhöhen G-Prognose.
- Wäre Benedikt in seiner netten Art nicht eine großartige Veredelung Disneylands? Und um die Ecke könnte der listige Dalai Lama gottköniglich lächeln, ohne daß er die an individueller Freiheit und Wohlfahrt interessierten Tibeter mit seinen Steinzeitstaatsvorstellungen mit Armutsprogramm belästigen würde.
Der Papst müßte natürlich erst einmal dafür sorgen, daß in den Armutsländern mit wachsender Bevölkerung die den einzelnen Menschen entwertenden Vermehrungsdogmen gestrichen werden. Wo es zu viele Kinder gibt, werden sie gering geachtet, mißbraucht und verkauft.-
- "Warum soll jede Erweiterung des Lebensspielraumes ... immer wieder durch neue Millionen Menschen ausgefüllt werden, statt der Wohlfahrtssteigerung der bereits vorhandenen Menschen zugute zu kommen?" Wilhelm Röpke, Das Maß des Menschlichen, Röpke-Brevier, ed. Gerd Habermann, Ott-Verlag, Thun, 1999
- "So gut geht es heute den Tibetern. Als deutscher Student in Schanghai habe ich gerade die Möglichkeit, die momentanen Geschehnisse in China und Tibet aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten ... während der Herrschaft des Dalai Lama bis 1950 besaßen die Mönche fast den gesamten Grundbesitz ... " FAZ LB Georg Thomas 16.4.
Mittwoch, 16. April 2008
Schmidt-Schnauze, US-Kapazitätsauslastung
0° mo, mi 8°, a 3° w/heiter 6740
- Die US-Kapazitätsauslastung von über 80% liefert noch keinen Hinweis auf eine Rezession.
Intel und IBM mit guten Zahlen.
- "... Auf wen, auf was konnte man sich überhaupt noch verlassen? Helmut Schmidt, damals Vorsitzender der SPD-Fraktion im Bundestag und bundesweit als bedeutender strategischer Kopf geachtet, hatte ihn am 20. August 1968 belehrt, dass die Russen nicht in Prag einmarschieren könnten - was einige Stunden später passierte. Von nun an hielt Springer alles für möglich ... " Vom Götterliebling zum Buhmann der Nation, FAZ 14.4.
- Die US-Kapazitätsauslastung von über 80% liefert noch keinen Hinweis auf eine Rezession.
Intel und IBM mit guten Zahlen.
- "... Auf wen, auf was konnte man sich überhaupt noch verlassen? Helmut Schmidt, damals Vorsitzender der SPD-Fraktion im Bundestag und bundesweit als bedeutender strategischer Kopf geachtet, hatte ihn am 20. August 1968 belehrt, dass die Russen nicht in Prag einmarschieren könnten - was einige Stunden später passierte. Von nun an hielt Springer alles für möglich ... " Vom Götterliebling zum Buhmann der Nation, FAZ 14.4.
Abonnieren
Posts (Atom)