Montag, 31. August 2009

Kommunalwahl: CDU blieb stärkste Kraft bei Verlusten



Andauer des schönen Früherbstwetters: 13-23°C .

- Gemischte Wahlergebnisse:
Kommunalwahl NRW: Gesamtergebnis: CDU 38,6%, SPD 29,4%, Grü. 12%, FDP 9,2%, Linke 4,4%:
Odenthal: Neuer Bürgermeister Roeske (gem. Kand. von SPD, FDP, Grü., UWG) siegt mit 52%, Wahlbeteiligung 67%; Rat: CDU 40,5% (-2,6%), SPD 16,3% (-1,9%), Grüne 14,2 (+2,6%), FDP 13,8 (+2%), UWG 9,1, BRunde 4,9%, Erhard Schulz 1,2%; (Hahnen.: CDU 45,1%, FDP 20, BR-O 10, Gr. 9,2%, UWG 8,9, SPD 6,8%) ; die Altenberg-Umgestaltungspläne im Rahmen der sog. Regionale verursachten die Ablösung Maubachs; persönliche Animositäten spielten zwischen FDP und CDU eine große Rolle.
Kreis: CDU 38,4% (-2%), SPD 22,9% (-4,9%), Gr. 12,9, FDP 11,9, UWG 4,8, BürgerForum 1,9%, Sonst. 7,2; Landrat: CDU Menzel 53,8%, SPD Zorn 26,7%

- Thüringer CDU (31,2%) verlor vor allem an die SPD (18,5%), Linke 27,4%
- FDP (10%) in Sachsen erhält mehr Direktstimmen als die SPD (10,4%), CDU 40,2%
- Saarland: CDU 34,5%, SPD 24,5%, Linke 21,3%, FDP 9,2%, Grü. 5,9%, Sonst. 4,6%

- Hochlohnpolitik, das deutsche Problem: "Tarifverdienste steigen kräftig . 2 bis 3 Prozent mehr trotz Null-Inflation.
ppl. FRANKFURT, 28. August. Mitten in der tiefsten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten sind die Tarifverdienste deutscher Arbeitnehmer preisbereinigt ... " FAZ
/// Von der einen Seite die hohen Löhne, von der anderen Seite die willkürliche Energieverteuerung, von der dritten Seite die hohe Besteuerung und der vierten die ostasiatische Billiglohnkonkurrenz - recht schwierig.

- Risikobereitschaft: Auch das ein Problem Deutschlands, wo das Streben nach Selbständigkeit gering ist: "Was die Risikobereitschaft prägt.
Der Einfluss der Eltern ist größer als gedacht, zeigt die Verhaltensökonomik. Aber auch ein traumatisches Ereignis wie die Große Depression kann die Risikoeinschätzung prägen.
Von Philip Plickert
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, sagt das Sprichwort. Auch in ihren wirtschaftlichen Verhaltensweisen sind Kinder ihren Eltern oft erstaunlich ähnlich. Das zeigen Untersuchungen - sowohl Experimente als auch Umfragen - von Verhaltensökonomen. Demnach "erben" Kinder risikofreudiger Eltern deren höhere Risikoneigung. Sie wagen mehr - und gewinnen im Durchschnitt auch mehr. ...
"Vertrauen in das Wirtschaftssystem und Vertrauen in Geschäftspartner sind ganz wesentlich für unser Verhalten, weil jede ökonomische Handlung unter Unsicherheit passiert", erklärt Armin Falk von der Universität Bonn, einer der führenden Experimentalökonomen in Deutschland. Als im vergangenen Herbst viele Sparer plötzlich Angst um ihre Sparguthaben bekamen, da war ein "Run" auf die Banken nicht auszuschließen. Auch bei jedem alltäglichen Geschäft spielt Vertrauen eine Rolle: "Wir kaufen viele Güter, deren Qualität erst später, nachträglich feststellbar ist", erklärt Falk. Erscheint der Verkäufer nicht vertrauenswürdig, so kommt das Geschäft nicht zustande. In Gesellschaften ohne stabile soziale Beziehungen und ohne stabiles Geld findet weniger marktwirtschaftlicher Austausch statt.

Für den individuellen wirtschaftlichen Erfolg spielt eine große Rolle, welche Risiken wir am Markt einzugehen bereit sind. Dabei wird die Risikoeinstellung stark von der Familie geprägt, in der jemand aufwächst, wie die Verhaltensökonomen Falk, Thomas Dohmen, David Huffmann und Uwe Sunde gezeigt haben. Statistische Grundlage ihrer Untersuchung war eine Stichprobe von 3600 Eltern und (erwachsenen) Kindern aus dem Sozioökonomischen Panel. Darin erklären die Befragten detailliert ihre Risikobereitschaft in verschiedenen Fragen: etwa Autofahren, Geldanlage, Sport, Freizeit, Karriere und Gesundheit. ..." FAZ 8.6.09

Sonntag, 30. August 2009

Kandidatenbrief Kommunalwahl



Das Kernkraftwerk Calder Hall (GB, Cumbria) war das erste kommerziell zur Stromerzeugung eingesetzte Kernkraftwerk.

Sehr geehrte Frau Kandidatin,
vielen Dank für Ihre ausführliche Solar-Antwort! Es ist erfreulich, wenn Kandidaten in ihrem Stimmbezirk klare Auskunft geben.
Zunächst die Rohstoffreserven:
"Die heimische Braunkohle kann als eine relativ günstige Energiequelle nicht hoch genug eingeschätzt werden. ... Kohle wird mit einer sehr viel größeren Reserve und einer potentiellen Reichweite von mehreren hundert Jahren ..." Denkschrift der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften, S. 12f. - Im Jahr 2200, wenn Sie also schon hundert Jahre verstorben sein werden, wird es also noch viel und reichlich günstige, subventionsfreie deutsche Braunkohle geben, die im Tagebau ohne Bergwerksunglücke abgebaut werden kann. Eine "Reichweite von mehreren hundert Jahren", ist das nicht wunderbar? Und ähnlich verhält es sich mit Uran und Thorium, wobei man immer davon ausgehen kann, daß man jedes Jahr, wie beim Öl, neue Vorkommen entdecken wird. Da bei der Kernspaltung der Uranpreis keine große Rolle spielt, da nur 3% der Stromerzeugungskosten durch das Uranerz verursacht werden, ist auch das japanische Verfahren der Urangewinnung aus Meerwasser interessant (vgl. Akademie-Denkschrift S. 10f.). Auch wenn Sie also schon 1000 Jahre verstorben sein werden, wird es noch viel Uran für die Energiegewinnung geben. Möglicherweise wird man dann aber kein Kernspaltungsmaterial mehr brauchen, weil Ihre Enkel und Urenkel mit der Kernfusion arbeiten werden. So wie die Sonne es macht, unser guter alter Fusionsreaktor, und wie der europäische Fusionsversuchsreaktor ITTER in Südfrankreich es erforscht. -
Lehnen Sie sich also entspannt zurück, was die Reichweite der Energiegewinnungsrohstoffe betrifft, und studieren Sie vielleicht Energietechnik. Ingenieure werden gebraucht, besonders in Deutschland, derzeit sind über 60.000 Stellen offen.

Sie schreiben, "dass die Photovoltaik-Anlagen stetig verbessert werden, weil viele Menschen darin Zukunft sehen und sie auch Arbeitsplätze schafft." Stimmt das?
Wer hätte gedacht, daß alle deutschen Solarfirmen (außer Solarworld) 2009 rote Zahlen schreiben? Eine Vermutung konnte man haben, weil die Modul-Preise völlig überhöht waren und das den Wettbewerb in Gang setzt, der die Preise nach unten schickt. Ein Wettbewerb, der wahrscheinlich von den dt. Firmen nur Ersol und Solarworld übrig läßt, aber nur, wenn sie zur Montage nach China gehen, wo diese relativ einfache Technik - eben kein High-Tech !!! - inzwischen zur Hälfte des dt. Modulpreises angeboten wird. Arbeitsplätze verloren, Kapital fehlgeleitet. Die wenigen deutschen Arbeitsplätze werden zu etwa 80% verschwinden, weil die großen chinesischen Firmen Suntech und Yingli das Geschäft machen werden.- In den sonnenscheinreichen Tropen und Subtropen, wo es keine Stromnetze gibt, kann Solarenergie eine Möglichkeit sein, die aber teuer ist.

Sie schreiben: "Die Atomenergie ist im Moment auf dem Rückzug." Wirklich? Fahren Sie einmal nach Frankreich und zählen Sie die Kernreaktoren. Zudem: ' In Olkiluoto entsteht ein neues Kernkraftwerk. Es ist der erste Neubau innerhalb
der Europäischen Union seit dem Reaktorunfall von Tschernobyl. Schon seit langem
laufen hier die Meiler OL-1 und OL-2 mit einer Leistung von jeweils 860
Megawatt. Zusammen mit den beiden Reaktoren russischer Bauart in Luviisa,
östlich von Helsinki gelegen, decken die Anlagen ein Viertel des finnischen
Strombedarfs. Nun kommen mit dem leistungsstärksten Atomkraftwerk der Welt 1600
Megawatt dazu. Wenn der neue Reaktor ans Netz geht, erhöht sich der Anteil des
Atomstroms in Finnland auf 37 Prozent.
"Wollten wir die Energie, die Olkiluoto-3 produzieren wird, mit Windrädern
erzeugen, müssten wir mehr als sechstausend Windturbinen mit einer
durchschnittlichen Leistung von einem Megawatt aufstellen", sagt Käthe
Sarparanta von der Betreiberfirma Teollisuuden Voima Osakeyhtiö mit feinem
Lächeln. "Doch leider gibt es bei uns nicht genügend Wind." Sarparanta ist
Spezialistin für heiße Themen. Bis vor zwei Jahren war sie für das Management
der abgebrannten Brennstäbe in Olkiluoto verantwortlich, jetzt kümmert sie sich
um die vielen Presseanfragen. Seit Baubeginn steht ihre Firma im Zentrum
internationaler Aufmerksamkeit. "Finnland führt den Westen zurück zur
Atomkraft", titelte etwa die New York Times. Aber auch Großbritannien, die
Schweiz, Frankreich und die Vereinigten Staaten wollen wieder Atomkraftwerke
errichten. Weltweit sind zurzeit neben dem finnischen Meiler 29 weitere im Bau.
Fast alle davon in Asien, und zwar nach so alten Bauplänen, dass sie in Europa
oder Nordamerika keine Chance auf Zulassung hätten.' Die Renaissance der Kernkraft , FAZ 11.01.2007

Das Kernkraftwerk Calder Hall in Großbritannien ging am 27. August 1956 mit einer Leistung von 50 MW als erstes kommerzielles Kernkraftwerk der Welt ans Netz. Seitdem haben insbesondere die 17 deutschen Kernkraftwerke gezeigt, daß sie im Normalbetrieb rund um die Uhr zuverlässig und sicher arbeiten. Seit dieser Zeit gab im Straßenverkehr abertausende Tote, desgleichen im Steinkohlebergbau. Jährlich sind allein in China nach der offiziellen Statistik etwa 2000 Steinkohlebergbautote ausgewiesen. Seit 1957 Garching in Betrieb ging, gab es keine deutschen Todesopfer zu beklagen. Das ist beeindruckend.
Wer den leeren Versprechungen der Solarfirmen glauben schenken will, soll das tun. Er kann beliebig viele Aktien der Solarfirmen kaufen und Anleihen zeichnen. Aber er sollte nicht in die Tasche der anderen Stromkunden greifen. Der Stromkunde muß für seinen Haushaltsstrom ca. 21 Cent pro Kilowattstunde bezahlen; das Doppelte (!), nämlich 43 Cent (!) muß er zwangsweise für den eingespeisten Solarstrom zahlen! Das ist schlicht unanständig. Wer seinem Solaraberglauben frönen will, soll das tun. Aber dafür selbst bezahlen. Alles andere ist Abzockerei.

Samstag, 29. August 2009

Qual der Wahl



Unser lieber Fusionsreaktor erzeugt pausenlos Kernenergie -
seit sieben Wochen ohne Flecken (http://wattsupwiththat.com/2009/08/28/)

Sehr geehrter Herr Landratskandidat!

Alle sind für das Wahre, Gute, Schöne, grüneres Blattgrün, besseres Wetter, für sichere Arbeitsplätze und preiswerte Energie.
Einige wollen aber auch die Landschaft mit teueren Windrädern verschandeln und mehr Geld für Sommertagszufallsenergie einsetzen, für die extrem teure Photovoltaik. In Odenthal für eine sog. „Bürgersolaranlage“ .
Die Energieversorgung zu sichern ist für eine Industriegesellschaft wie Deutschland lebenswichtig. Sie steht im weltweiten Wettbewerb und die Energiekosten können entscheidend sein. Die Aluminiumhütte Stade mit 6000 Arbeitsplätzen mußte wegen zu teuren Stroms bereits schließen. Die Aluminiumhütte Neuss wird aus dem gleichen Grund dieses Jahr geschlossen. Vernichtete Arbeitsplätze.
„ Die Energieversorgung sichern“ ist auch der Titel einer Denkschrift der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften. Dort finden sich Angaben zu den „Investitions- und Erzeugungskosten einiger Verfahren zur Stromerzeugung“ , S. 28, Tab. 5 :
Für die Solarenergie ohne Speicherung betragen die Speziellen Investitionskosten ca. 7000 US-$ je Kilowatt, die Brennstoffkosten 0 $ und die Stromerzeugungskosten ca. 70 Cent (!!) je Kilowattstunde. Die Kernkraftnutzung erfordert Investitionskosten ca. 600 US-$ je Kilowatt, die Brennstoffkoste betragen ca. 0,5 Cent je Kilowattstunde und die Stromerzeugungskosten ca. 2,5 Cent je Kilowattstunde. Fazit: „Die Photovoltaik ist noch sehr weit von der Wirtschaftlichkeit entfernt.“ (Akademie-Denkschrift, S. 27)
Diese Zahlen sprechen eine klare Sprache. Durch u.a. Wettbewerb, größere Serien und technische Entwicklungen wie die Dünnschichtzelle hat sich die Solarenergie inzwischen hinter dem Komma verbilligt, sie wird aber auf der Nordhalbkugel nie wettbewerbsfähig werden. Im Winter bei höchstem Strombedarf liefert die Photovoltaik am wenigsten Strom.
Zudem ist zu berücksichtigen:
Die Energiedichte der Sonneneinstrahlung ist gering und wird es immer bleiben. Für unsere wolkenreichen Breiten gilt das verstärkt. Die Sonne scheint nur am Tage. Für die Herstellung, Installation, Wartung und Instandhaltung der Solaranlagen - bei gewissenhafter Bilanz aller Rohstoffe und Veredelungsprozesse - wird mehr Primärenergie verbraucht, als sie während ihrer Lebensdauer erzeugen. Für jedes installiertes Kilowatt Solarenergie muß zudem parallel ein schnell hochfahrbares Gaskraftwerk vorgehalten werden. Verschneite Solar¬zellen auf dem Dach geben keinerlei Energie ab.
Strom ist in Deutschland doppelt so teuer wie in den USA oder bei unserem Nachbarn Frankreich, der 70% aus der Kernkraft erzeugt. Wegen des EEG. Das bedroht den Standort Deutschland. Jede in Odenthal eingespeiste Kilowattstunde extrem teure Solarenergie muß von allen Stromverbrauchern zwangsweise bezahlt werden. Die in Aussicht gestellte Rendite für eventuelle Anleger ist der Griff in die Tasche der anderen Bürger.
Jeder Einwohner zahlte bereits 2007 für seinen Strom zusätzliche 70 €uro verursacht durch das EEG. Das EEG ist unsinnig und bedroht Arbeitsplätze. Der Strom darf nicht künstlich verteuert werden!

Mich würde Ihr Standpunkt zu dieser sog. „Bürgersolaranlage“ interessieren.

Mit freundlichen Grüßen


PS: PS: Wer hätte gedacht, daß alle deutschen Solarfirmen (außer Solarworld) 2009 rote Zahlen schreiben? Eine Vermutung konnte man haben, weil die Modul-Preise völlig überhöht waren und das den Wettbewerb in Gang setzt, der die Preise nach unten schickt. Ein Wettbewerb, der wahrscheinlich von den dt. Firmen nur Ersol und Solarworld übrig läßt, aber nur, wenn sie zur Montage nach China gehen, wo diese relativ einfache Technik - eben kein High-Tech !!! - inzwischen zur Hälfte des dt. Modulpreises angeboten wird. Arbeitsplätze Pustekuchen, Kapital fehlgeleitet.-

Literaturhinweis: Die Energieversorgung sichern. Eine Denkschrift der Nordrhein-Westfäl. Akademie der Wissenschaften ( kostenl. Bezug: http://develop.servicesite.de/akdw/index.php?searchword=Denkschrift&option=com_search&Itemid= )

Freitag, 28. August 2009

Deutsch-deutsche Auswanderung



Anwerbebroschüre der SED-Diktatur: "Werbung für eine der wichtigsten Zielgruppen. Die speziell für Jugendliche entwickelte Broschüre: 'Wir kamen aus dem "goldenen" Westen' (1955)" (Text, Bild: Stöver / Henkel-Stiftung)

- Zeichen der Krise: Heute wird in Hagen das neue Emil-Schumacher-Museum eröffnet, zusammen mit dem sanierten Osthaus-Museum, sie bilden das neue Hagener Kunstquartier.-
Ifo- und GfK-Index gestiegen, DB korrigiert Bip-Prognose für 2010 auf +1,4%, ähnlich DIW .

- ' „Zuflucht DDR“ — Bernd Stöver über die deutsch-deutsche Auswanderung von West nach Ost
Neu in der Historischen Bibliothek der
Gerda Henkel Stiftung
Bis zum Mauerbau 1961 sind mehr als eine halbe Million Westdeutsche in die DDR emigriert, darunter Stefan Heym, Wolf Biermann, Robert Havemann, Ralph Giordano, Wolfgang Kieling, Lothar Bisky, Oskar Brüsewitz oder zuletzt Ronald M. Schernikau. Bis zum Mauerfall 1989 waren es jedes Jahr immer noch mehrere tausend. Bernd Stöver ist den Motiven und Schicksalen dieser Auswanderer nachgegangen. Meist aus bisher verschlossenen Geheimdienstakten hat der Potsdamer Historiker Geschichten zu Tage gefördert, wie sie nur die deutsche Teilung schreiben konnte. Sein Buch „Zuflucht DDR. Spione und andere Übersiedler“ erscheint am 31. August 2009 in der Reihe „Historische Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung“.
Bernd Stöver beschreibt auf gut 380 Seiten erstmals, wovor die Übersiedler flohen, mit welchen Erwartungen sie in die DDR kamen und wie es ihnen im Arbeiter- und Bauernstaat ergangen ist. Sein besonderes Augenmerk gilt dabei prominenten Auswanderern wie dem ersten westdeutschen Verfassungsschutzchef Otto John, den Spionen Günter Guillaume und Hans Wax, den Bundeswehroffizieren Bruno Winzer und Adam von Gliga, Politikern sowie den Terroristinnen Inge Viett und Susanne Albrecht, deren abenteuerlichen West-Ost-Biographien er auf der Grundlage von bisher unbekannten Akten von beiden Seiten des Eisernen Vorhangs schildert.'
(www.gerda-henkel-stiftung.de/presse_detail.php?language=de&nav_id=547)

/// Verlag und Stiftung stellten das am 30. August erscheinende Buch der Öffentlichkeit vor. Das Thema ist ganz interessant, insbesondere die Zahlen:
1950 verließen rd. 302.000 die SED-Diktatur, 40.000 zogen zu (Gesamt Wanderer = 342.000, 88% davon verließen also die Diktatur, 11,7% suchten sie auf, 1953: 520.000 zu 22.000 (542.000: 96% zu 4%), 1960: 247.000 zu 25.000 (272.000: 91% zu 9%), 1962 nach der Einmauerung: 21.500 zu 8.700 (30.200: 71% zu 29%) . In der Hauptsache stellt sich hier die Frage, die leider unbeantwortet blieb: welche Berufe flüchteten aus der sozialistischen Diktatur und welche zog sie an? Stöver gab an, daß die SED-Akten nicht die Ausbildungsberufe angaben, sondern nur 'Arbeiter' oder 'Handwerker' verzeichneten. Ich erinnere mich an "Spiegel"-Artikel, die Unternehmer und Akademiker als Hauptflüchtlingsgruppe nannten, das deckte sich mit den Verteidigungsbehauptungen von linken Gruppen, die den Mauerbau mit westlicher Abwerbungstätigkeit zu rechtfertigen suchten.
Stöver stellte den Bundeswehrmajor Bruno Winzer in den Mittelpunkt, bei seinen Kollegen als "Schuldenbruno" bekannt. Winzer flüchtete vor seinen Schulden in die Arme Ulbrichts und wurde Propaganda-Galionsfigur für die angebliche Kriegspolitik Adenauers und die Mauerbaurechtfertigung.
Drei Motivgruppen lassen sich bei den Diktatur-Zuziehern unterscheiden: Überzeugte Sozialisten und Kommunisten wie Biermann und Brecht, naive Menschen, die den Anwerbedarlehen und den Wohnungszusagen der SED Glauben schenkten und Kriminelle, die sich ihren Schulden, ihren Unterhaltsverpflichtungen, der Strafverfolgung in Westdeutschland durch den Grenzwechsel entzogen.

Donnerstag, 27. August 2009

Das Ende der letzten Eiszeit




Der Feuerdorn fruchtet

Alles, nur keine Eiszeit

- Klimawandel:
Das Ende der letzten Eiszeit
Von Horst Rademacher
Die letzte Eiszeit wurde von Schwankungen in der Erdumlaufbahn beendet
FAZ 26. August 2009
Wenn heute vom Klimawandel die Rede ist, dann geschieht das fast immer nur im Zusammenhang mit dem Anstieg der Konzentration anthropogener Treibhausgase in der Atmosphäre. Bei vielen Diskussionen darüber wird aber oft unterschlagen, dass das Klima auch ohne das Zutun des Menschen höchst instabil und äußerst variabel ist. So waren die Gegenden um Hamburg und Berlin noch vor 20.000 Jahren - also vor geologisch äußerst kurzer Zeit - unter einer dicken Eisdecke begraben, und die Alpen sahen damals etwa so aus wie Grönland und die Antarktis heute. Vielfach sind die Ursachen dieser extremen Klimaveränderungen noch nicht verstanden. Eine internationale Forschergruppe hat nun erstmals nachweisen können, dass regelmäßige Schwankungen in der Erdumlaufbahn das Ende der letzten Eiszeit ausgelöst haben.
Der serbische Astrophysiker Milutin Milankovic stellte schon vor beinahe achtzig Jahren die Theorie der „mathematischen Klimalehre“ auf. Danach führen periodische Schwankungen der Parameter der Erdbahn zu Veränderungen der Intensität, mit der die Sonnenstrahlung auf die Erde trifft. Zu den Schwankungen gehört unter anderem, dass sich die elliptische Form der Bahn der Erde um die Sonne periodisch verändert. Im Rhythmus von etwa 400.000 Jahren nähert und entfernt sich unser Planet dadurch von der Sonne. Auch die periodischen Veränderungen der Neigung der Erdachse gegenüber der Bahnebene haben einen Einfluss auf die Stärke des einfallenden Sonnenlichts. Schließlich führt die Präzessionsdrehung der Erdachse dazu, dass der sonnennächste Punkt der Erdbahn im Rhythmus von 26.000 Jahren zwischen Sommer und Winter schwankt.
Veränderungen der Erdbahn

Obwohl diese Variationen im Einzelnen recht klein sind, führen sie zusammen zu deutlichen Schwankungen jener Strahlungsenergie, welche die Erdatmosphäre von der Sonne aufnimmt. Das, so folgerte Milankovic, könne nicht ohne Einfluss auf das Klima bleiben. Die Folge seien periodische Klimaänderungen, beispielsweise der dauernde Wechsel zwischen Eis- und Warmzeiten im Quartär. Obwohl der Theoretiker den Nachweis schuldig blieb, dass der stete Klimawandel tatsächlich auf den Veränderungen der Erdbahn beruhte, werden diese Schwankungen ihm zu Ehren inzwischen als „Milankovic-Zyklen“ bezeichnet. Im Laufe der Jahrzehnte wurden aber noch zahlreiche andere Phänomene entdeckt, die das Klima bestimmen, darunter der Einfluss der Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre oder Variationen in den weitreichenden Meeresströmungen und den damit zusammenhängenden Veränderungen der Meerestemperatur.

Mit dem Ziel, die Beiträge der einzelnen Faktoren beurteilen zu können, hat die Forschergruppe um Peter Clark von der Oregon State University in Corvallis nun mehr als 5700 Messungen analysiert. Dabei handelt es sich um radiometrische Altersbestimmungen, mit denen verschiedene Forschergruppen den zeitlichen Verlauf der Ausdehnungen des Eises auf mehreren Kontinenten während der letzten Eiszeit kartiert hatten. Bei der Zusammenstellung dieser Messungen wurde deutlich, dass die Eismassen sowohl auf der Nordhalbkugel als auch in der Antarktis vor etwa 26.500 Jahren ihre größte Ausdehnungen erreichten. Diese Phase der intensivsten Vereisung hielt mit nur geringen regionalen Unterschieden mehr als 7000 Jahre lang an.

Veränderte Sonneneinstrahlung als Ursache
Clark und seine Mitarbeiter untersuchten aber auch die Frage, wieso sich das Eis vor etwa 19.000 Jahren weltweit zurückzuziehen begann. Dazu verglichen sie die Messungen der größten Eisausdehnungen mit den zeitlichen Verläufen mehrerer klimarelevanter Parameter. Dazu gehörten neben dem Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre und der Schwankung der Temperatur des Meerwassers im Westpazifik eben auch die Milankovic-Zyklen. Dabei stellte sich heraus, dass die Intensität der Sonneneinstrahlung vor etwa 23.000 Jahren ein Minimum durchlief und danach schnell zu steigen begann. Dagegen nahmen sowohl die Kohlendioxid-Konzentration als auch die Meerestemperatur erst vor 18.000 Jahren wieder zu, also nachdem das Eis schon zu schmelzen begonnen hatte. Wie die Forscher um Clark in der Zeitschrift „Science“ (Bd. 325, S. 712) schreiben, sei das ein eindeutiger Beweis dafür, dass eine Zunahme in der Sonneneinstrahlung die eigentliche Ursache des Rückzugs der Eisschilde in der letzten Eiszeit war." FAZ 26.8.09

- Edward Kennedy, kurz charakterisiert: "... 18. Juli 1969 auf furchtbare Weise: Eine junge Frau, ehemalige Mitarbeiterin seines Bruders Robert, kam bei einem Autounfall ums Leben. Am Steuer des Fahrzeugs saß Edward, sie war Beifahrerin; man kam von einer Party, der Wagen stürzte in ein Gewässer. Während Edward sich rettete – und sich vom Unfallort auf der Insel Chappaquiddick entfernte –, ertrank sie.
Die Umstände des Geschehens wurden nicht restlos geklärt; vielleicht hätte auch die Frau gerettet werden können, hätte Edward sofort Hilfe geholt. Diese Vermutung legte sich wie ein langer Schatten auf seinen Ehrgeiz." FAZ 26.8. /// Der Siebenunddreißigjährige hatte getrunken, das verschweigt die FAZ hier, deswegen seine kriminelle Fahrerflucht. Das Leben seiner Beifahrerin war dem machtgeilen Mistkerl nicht so wichtig wie seine Karriere.