Montag, 16. November 2009

Schwachstellen bei Klimamodellierung, Massenrituale, Sozialformen



Fink ganz oben im Novemberwetter - 7 bis 10°C

- In Afrika und nicht nur dort wird jede zusätzliche Kilokalorie in neue Kinder umgewandelt - der Hunger wird bleiben. Hat die Landwirtschaftsministerin Aigner, das würde ihren Steuerausflug rechtfertigen, den Papst nach seinem Beitrag zum Hunger gefragt, den er durch das Verhütungsverbot leistet? Hat Aigner Mugabe danach gefragt, wie viele tausend Menschen seines Landes er direkt und indirekt umgebracht hat, seit er das blühend übernommene Land, die einstige Kornkammer des südlichen Afrikas, in ein elendes Hungerland verwandelt hat?

- "MOSBRUGGER: Ich denke, Modelle sind die besten Werkzeuge, die wir haben, um Zukunsftszenarien zu entwickeln. Aber man muss auch die Schwachstellen erkennen, die sie haben, und ich behaupte, die Schwachstellen sind nicht immer ausreichend dokumentiert. Das sage ich als jemand, der sich in der älteren Erdgeschichte auskennt, der weiß, dass die Klimamodelle typische Treibhausklimata, wie wir sie rekonstruieren können, nicht abbilden. Eine historische Situation, die komplett eisfrei ist und wo Wälder bis in achtzig Grad nördlicher Breite vorkommen, das bekommt man in Modellen bisher nicht hin. Da können Sie das Kohlendioxid hochfahren bis auf 1000 ppm, aber sie bekommen in achtzig Grad nördlicher Breite kein frostfreies Klima hin. Dennoch wissen wir, dass es das früher gegeben hat. ..." Ein Limit von zwei Grad Erwärmung ist praktisch Unsinn. Drei große deutsche Geoinsitute stellen sich quer zur internationalen Klimapolitik. Interview FAZ 28.10.09 (Prof. Volker Mosbrugger ist Direktor am Senckenberg-Forschungsinstitut in Frankfurt )

- " ... Alfred Schützens Antwort: Der Sinn ist zumeist gar nicht subjektiv, sondern sozial vorgeprägt, die Erfahrung der Wir-Welt geht der Erfahrung der Ich-Welt voraus. Solche Wir-Welten gibt es aber viele. Schütz nannte sie "Sinn-Provinzen": der Straßenverkehr, der Sport, die Religion, die Forschung, der Alltag und auch die Welt des Don Quijote ist eine solche Sinnwelt eigenen Grades. Was in der einen gilt, gilt nicht unbedingt auch in der anderen. ... Welchem Subjekt diese "gesellschaftlichen Konstruktionen der Wirklichkeit" und ihre Phänomene erscheinen, stellt dabei eine Frage dar, die noch offen ist. Wer hätte denn auch jemals schon ein Intersubjekt gesehen? " Nachrichten aus den Sinnprovinzen, Kaube zu Soeffner, FAZ 16.11.09

/// Es bleibt nicht viel von SUBJEKT und INTERSUBJEKT, weswegen Luhmann ganz darauf verzichtet und den Mensch in die Person (sozialisiert) und das psychische System (individualisiert) teilt. Die Grunddaten des psychischen Systems, ich weiß nicht, ob Luh. das auch so sieht, sind weitgehend festgeschrieben in der DNS, von den hormonellen Systemen bis zu den Intelligenzen, und diese interagieren mit den sozialen Kontexten, in denen sich der Mensch bewegt, in denen er sich oft erstaunlich flexibel bewegen kann, jedenfalls in funktional differenzierten Gesellschaften, in denen, anders als in traditionalen Gesellschaften, eine große Wahlfreiheit besteht, die den Menschen Entscheidungen abfordert, die sie nicht selten überfordern. Darin liegt die Geborgenheit in traditionalen Gesellschaften: für die Menschen wird entschieden von den jeweiligen Führern (Vätern, Clan-Chefs, Stammesältesten, dem Oberpriester etc.), solche Entscheidungen wiederum fordern die Unterwerfung der Einzelnen, die nur geringe oder keine Bewegungsfreiheit besitzen und die Gesellschaft immobil und starr, meist auch unproduktiv und arm machen bzw. halten.

- Massenrituale sind solche fertigen sozialen Muster,denen sich der Einzelne per sozialer Ansteckung anschließt, unabhängig von der Befindlichkeit seines psychischen Systems und losgelöst von den Inhalten, die ganz beliebig sein können.

- Gesellschaftsmitglied, wie es im Buche steht:

Unterlassungssünden

Ja, ich habe unentschuldigt gefehlt.
Als die Not am größten war,
bin ich nicht herbeigeeilt.
Verpaßte Liebesnächte,
beim Völkerball eine Katastrophe,
nie richtig schwimmen gelernt.
...
Hans Magnus Enzensberger, Frankfurter Anthologie 7.11.09
/// So einen wünscht man sich in der Not. Aber da war er hinzugeeilt:
"... bei der Mitglieder der Kommune 1 ein Beerdigungshappening veranstalteten. Ein Sarg mit der Aufschrift „Senat“ wurde vor dem Schöneberger Rathaus herumgetragen, dem schließlich der Kommunarde Dieter Kunzelmann entstieg und wie ein Karnevalsprinz Bonbons und Flugblätter verteilte. Zu den Sargträgern gehörten Andreas Baader, der später als V-Mann des Verfassungsschutzes enttarnte Peter Urbach, Rainer Langhans und – der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger." FAZ 30. März 2009

Sonntag, 15. November 2009

Walter Laqueurs Lehren aus d. Geschichte d. 20. J., Klimawahn





- Walter Laqueurs Lehren aus der Geschichte des 20. Jahrhunderts
Dieses Buch steckt voller denkwürdiger Wahrheiten. Es spricht unbefangen Dinge aus, die in der Politik nur selten öffentlich gemacht werden. Aber sein Autor hat auch keinerlei Grund, ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Walter Laqueur hat Erinnerungen und Schlussfolgerungen aus einem Leben beschrieben, das mit den blutigen Seiten des 20. Jahrhunderts seine Erfahrungen machen musste. Wer kann dem 1921 in Breslau geborenen und 1938 nach Palästina emigrierten Historiker ...
Laqueur hat immer wieder erleben müssen, wie «unweigerlich schmerzhaft» politische Lernprozesse sind. Er bringt das Dilemma auch demokratischer Politik auf den Punkt: «Massiver Widerstand dagegen, aus Fehlern zu lernen, ist leider die Regel, die Macht ideologischer Verblendungen ist gross, und die Kraft rationaler Argumente bleibt begrenzt.» Die Folge: Erst aus erlittenen Rückschlägen, Niederlagen und Katastrophen zögen die Menschen ihre Lehren. Allzu früh recht zu haben, führe zu nichts; und die Rolle des Warners sei eine undankbare Aufgabe, wenn die Warnungen nicht zum richtigen Zeitpunkt erfolgten und nicht die richtigen Adressaten erreichten.
Umso verdienstvoller ist es, wenn Laqueur trotzdem Prognosen für das Geschehen auf dem internationalen Parkett wagt, zumal sie ungemein realistisch erscheinen: Die Staaten, die nach 1945 imstande gewesen waren, die heutige internationale Ordnung anderen aufzuzwingen, legten wenig Begeisterung an den Tag, diese undankbare Aufgabe auch in der Zukunft zu übernehmen, sofern nicht ihre eigenen vitalen Interessen betroffen seien. Den USA sagt der lange Jahre in führender Stellung im Center of Strategic and International Studies in Washington tätige Historiker nach den Rückschlägen in Afghanistan und im Irak sowie angesichts der «herrschenden Schwäche des politischen Willens, der Verwirrung und des Defaitismus der politischen Elite» eine längere Phase der Neuformierung oder eines wachsenden Isolationismus voraus. China und Indien seien weder bereit noch willens, für längere Zeit Verantwortung über ihre unmittelbare Nachbarschaft hinaus zu übernehmen.
... Laqueur sieht nicht zuletzt das in den vergangenen Jahren immer wieder humanitär intervenierende Europa in einem historisch «normalen» Niedergang begriffen. Für den ehemaligen Direktor des Londoner Institute of Contemporary History ist der Vergleichsmassstab die Weltgeschichte: Kein Staat oder Kontinent kann sich auf Dauer an der Spitze behaupten. Ein Ermüdungsprozess, der zum Niedergang und mitunter zum Zerfall führt, ist unvermeidlich. Aufstieg und Untergang von grossen Mächten sind Konstanten der Geschichte. Manchmal erfolgt der Niedergang aus wirtschaftlichen Gründen, manchmal aufgrund von Niederlagen im Krieg, manchmal weil man sich erschöpft, seinen Willen und seine geistige Stärke verliert.
Laqueur wähnt Europa in einem solchen Stadium der Entwicklung beziehungsweise Nichtentwicklung: Die spektakuläre wirtschaftliche Erholung Europas nach dem Zweiten Weltkrieg verstelle den Blick auf gravierende Versäumnisse. Bis heute stehe der Kontinent in politischer und militärischer Hinsicht nicht auf eigenen Füssen. Das wäre belanglos gewesen, wenn Machtpolitik keine Rolle mehr gespielt hätte und Konflikte friedlich durch die Vereinten Nationen geregelt worden wären. Doch leider seien die Schwerter nicht zu Pflugscharen umgeschmiedet worden. Die Zahl der Konflikte habe nicht abgenommen.
Vor diesem Hintergrund stellt Laqueur dem «alten» Kontinent ein vernichtendes Zeugnis aus: Politisch sei Europa schwächer geworden. Eine gemeinsame europäische Verteidigungs- und Aussenpolitik erscheine utopisch. Europa sei ausserstande gewesen, in Krisengebieten ausserhalb Europas zu intervenieren, und habe seine Ohnmacht sogar bei Kriegen im eigenen Hinterhof bewiesen. Laqueur «schaudert» es geradezu, wenn er sich Europas Hilflosigkeit angesichts der «heraufziehenden Stürme» vorstellt. Denn Konfrontationen mit Ländern, die in der Machtpolitik alles andere als zimperlich sind, erscheinen ihm unvermeidlich.
Gewagte Prognose:
Hat sich Europa wirklich, wie Laqueur behauptet, aus der Weltpolitik verabschiedet? Hat Europa wirklich «abgedankt»? Bekommt der «alte» Kontinent, wie Laqueur in Anlehnung an Oswald Spengler fragt, eine unweigerliche Konsequenz des Alterungsprozesses zu spüren: den Wunsch eines alten Menschen nach einem ruhigen und unbehelligten Leben? Hat der materielle Wohlstand eine verweichlichte, postheroische Gesellschaft hervorgebracht, die sämtliche Warnsignale ignorieren möchte, die ihren Hedonismus stören könnten?
Bei aller berechtigten Kritik an Europas politischem Kurs: Laqueur selbst schenkt einer historischen Lektion zu wenig Beachtung. Gerade grosse Mächte wie das britische Weltreich oder die Vereinigten Staaten haben sich immer erst in der Stunde elementarer Gefahr aufgerafft, um sich wirkungsvoll zu verteidigen. Die Briten brauchten dazu die Bedrohung der spanischen Armada, Napoleons und Hitlers, die Amerikaner Pearl Harbor und den 11. September 2001. Derlei einschneidende Erfahrungen hat die Europäische Union bisher nicht machen müssen, den Terroranschlägen in London und Madrid zum Trotz. Und präventive Massnahmen gegen mögliche Gegner in der Zukunft sind gerade bei den Europäern alles andere als beliebt.
Daraus aber abzuleiten, dass «die letzten Tage von Europa» gekommen seien, wie Laqueur es bereits 2006 in einem Essay getan hat, erscheint angesichts des weltweiten, nicht zuletzt auch militärischen Engagements der Europäer – man denke nur an die Einsätze auf dem Balkan, in Afrika, in Afghanistan und im Nahen und Mittleren Osten – mehr als gewagt. Europas Zukunft lässt sich ebenso wenig vorhersagen wie die anderer grosser Mächte, die zurzeit im Aufschwung begriffen sind wie China, Indien oder Brasilien – von den Vereinigten Staaten ganz zu schweigen. " NZZ 14.11.09
/// Es gibt nur eine sichere Lehre aus der Geschichte, nämlich die, daß die Zukunft nicht vorhersehbar ist, weder im kleinen, persönlichen Leben, noch im Leben der Gesellschaften und Staaten. Geschichte läßt sich allein als Beispielsammlung für diese Einsicht darstellen. Oder in den Worten Max Webers: "Es ist durchaus wahr und eine ... Grundtatsache aller Geschichte, daß das schließliche Resultat politischen Handelns oft: nein, geradezu regelmäßig, in völlig unadäquatem, oft in geradezu paradoxem Verhältnis zu seinem ursprünglichen Sinn steht."('Politik als Beruf', S. 64f.)
Insofern bleibt immer Hoffnung, doch gibt Europa tatsächlich ein schlechtes Bild ab, die Führerauswahl bringt schwache Figuren wie Sarkozy, Merkel, Brown und Berlusconi hervor, die sich von Wissenschaftsscharlatanen jeden Unsinn einreden lassen, der die Bürger dann Milliarden kostet und die vielen Diktatoren in der Dritten Welt gegen Europa aufhetzt ...

- Klimawahn: " Kopenhagen soll nur Minimalkonsens bringen. 15. November 2009 Beim Weltklimagipfel kommenden Monat in Kopenhagen wird es keinen international bindenden Durchbruch zur Eindämmung von Treibhausgasen geben. Das erklärten die Teilnehmer des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (Apec) in Singapur am Sonntag nach Beratungen mit dem amerikanischen Präsident Barack Obama. "

/// Jeder Rückschritt auf dem Holzweg ist ein Fortschritt.

- Indische Studie: IPCC übertreibt bei Gletscherschmelze im Himalaya
Die Diskussion, ob das Abschmelzen der Gletscher weltweit direkt mit dem Klimawandel zusammenhängt bekommt neuen Zündstoff. Zum ersten Mal hat jetzt die indische Regierung westliche Wissenschaftler mit eigenen Forschungsarbeiten konfrontiert, in welchen der Rückzug der Gletscher im Himalaya untersucht wurde.
Bei der Präsentation der Studie am Montag sagte der indische Umweltminister Jairam Ramesh, dass durch diese Arbeit die gängige Meinung über das Abschmelzen der Gletscher in Frage gestellt würde. Ein direkter Zusammenhang zwischen der Gletscherschmelze im Himalaya und dem globalen Klimawandel könne, so Ramesh, nicht hergestellt werden. Auch wenn sich einige Gletscher im Himalaya nach wie vor auf dem Rückzug befänden, würde dies mit einer Geschwindigkeit erfolgen, die, historisch betrachtet, nicht besorgniserregend sei.
Aussagen der indischen Geologen stehen im Widerspruch zum IPCC .
Mit dieser Auffassung steht der Minister im direkten Widerspruch zum Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), dass in seinem Report 2007 noch vor einem totalen Verschwinden der meisten Himalaya-Gletscher bis 2035 gewarnt hatte. Und so führte Ramesh auch an dass er bereit sei, sich mit den Untergangsszenarien von Al Gore und dem IPCC anzulegen
Den ganzen Text finden Sie hier:
http://www.eike-klima-energie.eu/news-anzeige/indische-studie-ipcc-uebertreibt-bei-gletscherschmelze-im-himalaya/

Samstag, 14. November 2009

Hauptprodukt Afrikas: Kinder, Kinder, Kinder; Luther, Holland will die Kfz.-Besteuerung auf die gefahrenen Kilometer umstellen




Ei, ei ! Ihm wird so wunderlich,
So leicht und doch absunderlich.

Hans Huckebein (www.wilhelm-busch.de/index.php?pageID=58)

- Das ist der Gipfel: Gipfel in der Politik sind meist nur Gipfelzumutungen für die Gipfelanwohner; not täte eine Konferenz irgendwo hinter Tuvalu, und da könnte die UNO ausnahmsweise einmal etwas Konstruktives leisten, auf der nur ein einziger Punkt zu beraten wäre, der einzige Punkt von großer Bedeutung weltweit: wie kann die drastische Vermehrung der Weltbevölkerung, wie kann das riesige Bevölkerungswachstum in den Hungerländern begrenzt werden? Vor sechzig Jahren betrug die Weltbevölkerung etwa 2,4 Milliarden Menschen, heute sind es etwa 6,8 Milliarden; die Projektionen gehen für das Jahr 2050 auf 9,2 Milliarden, innerhalb von hundert Jahren also ein Wachstum von 380 Prozent. Abgesehen von Wanderungsbewegungen spielt sich dieses Wachstum fast ausschließlich in den sogenannten Entwicklungsländern ab, deren Lebensgrundlagen bereits heute weitgehend von Hunger und Not gekennzeichnet sind - trotz über zweitausend Milliarden Entwicklungshilfe seit gut fünfzig Jahren. Für den schwarzen Kontinent AFRIKA gilt das natürlich besonders stark, die Bevölkerung betrug 1960 : 255 Mio. ((Brockh.), bereits 1984 hatte sie sich auf mehr als 537 Mio. Menschen verdoppelt (Brockh.). Bis 2007 schnellte die Zahl auf etwa 885 Mio. hoch (Wikipedia). Afrika vervierfachte also seine Bevölkerung in etwa seit 1960 und produziert auf diese Weise stetig neuen Hunger. Die grenzenlose Verlogenheit der UNO-Funktionäre schweigt dazu.

- Holland will die Kfz.-Besteuerung auf die gefahrenen Kilometer umstellen - so etwas fällt teutonischen Staatsfunktionären nicht ein.

- Wirkungen und Nebenwirkungen der Reformation: Kopernikus zum Narren gemacht
Gestatten Sie mir, die von Heike Schmoll souverän vorgetragenen Gedanken zum Reformationstag "Am Beginn der Neuzeit" (F.A.Z. vom 31. Oktober) durch folgende Anmerkungen zu ergänzen. In Anlehnung an Augustinus eröffnete Luther die Möglichkeit einer Erlösung allein im Glauben. Und es war der Glaube an das Wort Gottes, wie es in der "Schrift", den Evangelien, zu erfahren ist, welcher der von Luther gelehrten Religion die Bezeichnung die evangelische einbrachte.

Daraus ergab sich wie im Urchristentum ein schroffer Gegensatz zwischen Glauben und Vernunft, das heißt zwischen Theologie und Philosophie. Und so brandmarkte er in seiner Schrift "An den christlichen Adel deutscher Nation" Aristoteles: "...Es thut mir weh in meinem Herzen, daß der verdamte, hochmüthige, schalkhafte Heide mit seinen falschen Worten so viel der besten Christen verführt und genart hat. Lehrt doch der elende Mensch in seinem besten Buch de anima, daß die Seele sterblich sei mit dem Körper...". Und weiter: "Was sind die Universitäten...darin ein frei Leben geführt, wenig der hl. Schrift und christlicher Glaube gelehrt wird, und allein der blinde heidnische Meister Aristoteles regiert...".
Der Notwendigkeit, mit der lutherischen Reformation auch die Gebildeten anzusprechen und zu gewinnen und dem jungen Protestantismus eine feste organisatorische und wissenschaftliche Grundlage zu geben, stand indessen die Entgegensetzung von Glauben und Vernunft im Wege. In dieser Lage suchte Luthers Mitstreiter Philipp Melanchthon einen Schulterschluss wieder mit der Philosophie, wodurch im Protestantismus die Philosophie erneut zur Magd der Theologie degradiert worden ist. Es ist also nicht so, dass die Reformation eine freie Forschung und eine von der Theologie abgelöste Philosophie ermöglicht hat. Vielmehr forderte Luther nur die Freiheit der Forschung in der Schrift. So bezeichnete er beispielsweise die ihm bekanntgewordene Theorie des Kopernikus als "superklugen Einfall eines Narren, der die ganze Kunst astronomiae umkehren wolle".
Letztlich gründet die Befreiung des Geistes auf die Wirkung von Humanismus und Renaissance, namentlich in romanischen Ländern und in England. In diesem Lichte ist es verständlich, wenn etwa Friedrich Nietzsche die lutherische Reformation als Rückfall und Unterbrechung in der auf Befreiung ausgerichteten Entwicklung des europäischen Geistes abgewertet hat. Abschließend bleibt festzustellen: Die Reformation gab den entscheidenden Anstoß zum Bruch der Alleinherrschaft der römisch-katholischen Kirche auf allen Gebieten des Geisteslebens und - zumindest in Deutschland - dafür, dass die Bildungsanstalten säkularisiert und allmählich allgemein zugänglich geworden sind, allerdings unter der Vorherrschaft des Staates.
PROFESSOR DR. DIETER PAUL MERTZ, EHRENKIRCHEN, LB F.A.Z., 12.11.2009

- Ein einzig Ding, dieser Drang des Menschen nach VERÄNDERTEM BEWUSSTSEIN, durch Drogen, durch Religion, Meditation etc.; wiewohl auch von Schafen berichtet wird, daß sie gern Kaffee-Blätter fressen. Und Wilhelm Busch hat uns seine einschlägigen Erfahrungen mit dem Raben Hans Huckebein aufgezeichnet. Unter dem Stichwort VERÄNDERTES BEWUSSTSEIN im Lex. d. Neurowissenschaft Bd. 4 findet sich eine merkwürdige Konversion von Glauben und Droge empirisch untersucht.

- Nota bene: " Gedenken an den Ersten Weltkrieg. Sinnstiftend für die französische Nation. (müßte heißen: für die französischen Nationalisten, WD)
Nie war ein Bundeskanzler bereit zu tun, was Angela Merkel heute macht: am Pariser Triumphbogen das Ende des Ersten Weltkriegs zu feiern. Sie erfüllt einen Wunsch von Nicolas Sarkozy. ... " FAZ 12.11.09 ///
Immerhin hat die bösartige französische Schikanepolitik gegenüber der Weimarer Republik die Stimmung für den Aufstieg Hitlers bereitet. Paris gewährte dann Hitler, was sie Stresemann verweigert hatte, selbst die angestrebte Zollunion zwischen Berlin und Wien in der Weltwirtschaftskrise wurde blockiert.
(s. Golo Mann, Dt. Geschichte, Weimar) .

Freitag, 13. November 2009

Grünland auf Grönland, Warme Römerzeit




War das schön, als es in Grönland noch so warm war (Henri Rousseau, Der Traum, 1910) - Oder war so wie das Bild rechts zeigt? Egal, jedenfalls gab es Schmetterlinge.

- Grünland auf Grönland. Molekulare Fossilien
Von Reinhard Wandtner, FAZ 05. Juli 2007
Sattgrüne lichte Wälder mit Kiefern, Fichten und Erlen, ein glasklarer See, in dem sich der blaue Sommerhimmel spiegelt und an dessen warmen Ufern bunte Schmetterlinge herumflattern - so idyllisch erscheint eine Region im Süden Grönlands auf dieser künstlerischen Darstellung. Das Bild ist aber nicht einer überschäumenden Phantasie entsprungen, sondern es beruht auf neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die bei der molekulargenetischen Analyse von Eisbohrkernen gewonnen wurden.
Die virtuelle Landschaft spiegelt nicht das heutige Grönland, sondern jenes vor 450.000 bis 800.000 Jahren. So alt ist nämlich das Eis, in dem eine internationale Forschergruppe um Eske Willerslev von der Universität Kopenhagen nach molekularen Spuren früheren Lebens gesucht hat. Was dabei herausgekommen ist, lässt die Geschichte Grönlands in grünerem Licht erscheinen. ... Grönland war bewaldet
Durch die molekularen Fossilien unter dem zwei Kilometer dicken Eisschild ist jetzt erstmals bezeugt worden, dass der Süden Grönlands in jener Zeit bewaldet war. Diese Erkenntnis ist auch für die Klimaforschung und die Prognosen zu den Folgen der globalen Erwärmung bedeutsam.
Denn anders als weithin angenommen, überstand der Eispanzer offenbar die Zwischeneiszeit vor 130.000 bis 116.000 Jahren. Damals war es um rund fünf Grad wärmer als heute. „Wenn unsere Daten korrekt sind“, meint Willerslev, „bedeutet das, dass die Eiskappe im Süden Grönlands stabiler ist als vermutet.“ FAZ 5.7.07

- Warme Römerzeit: Die Römer stiegen in Sandalen über die eisfreien Alpen (Hannibals Elefanten waren sogar barfuß!). Die fanden das sogar prima. Warm fanden die gut. Wer wollte ihnen das verdenken? Das warme Mittelalter-Optimum führte zu Ernteüberschüssen und ermöglichte die vielen europäischen Stadtgründungen mit ihren neuen Berufen, die die europäische Technikentwicklung begründeten, die uns bis heute ernährt. Warmzeiten waren und sind gute Zeiten, aber die Temperaturen sinken seit etwa drei Jahren wieder - Herr Röttgen und Herr Mrusek sollten mal aufs Thermometer sehen und im übrigen das erhellende FAZ-Interview mit den Leitern der drei deutschen Geoinstitute lesen, in dem zB Reinhard HÜTTL, Leiter des Geoforschungszentrums Potsdam, äußert : " Wärmephasen waren nicht immer katastrophal. Sie haben auch zur Artenvielfalt beigetragen. Oder schauen Sie sich die Entwicklung vom Homo sapiens seit der letzten Warmphase vor 150 000 Jahren an. Unsere Spezies hat in dieser Zeit den Klimawandel gemeistert. Wir sind außergewöhnlich anpassungsfähig. Nur haben wir zuletzt eben eine glückliche Situation mit relativ stabilem Klima gehabt. Daher kommt sicher auch die Forderung nach der Zwei-Grad-Grenze. Das ist politisch wünschenswert, aber aus geowissenschaftlicher Sicht nicht haltbar." (28.10.09 FAZ)(Komm. auf faz.net)

- Sozialistische Produktivität: ' Der Spezialist für Sowjetkultur Boris Groys erkennt in der deutschen Hauptstadt die Bilderbuchversion des sozialistischen Traums, haben doch schon im Ostblock die Menschen wenig gearbeitet: "Viele haben in der Arbeitszeit halb geschlafen oder gefrühstückt, Kaffee getrunken, eingekauft." ' Die Utopie im Milchkaffee, Lob der Stagnation: Warum sich das sozialistische Ferienparadies Berlin vor der eigenen Dynamik zu fürchten hat, FAZ 12.11.09

- Sozialismuszusammenbruch, Kissinger, Brandt oder Giscard D'Estaing : " 9. November. Schluss mit den Mauerlegenden!
Das zum Jahrestag des 9. November ständig wiederholte Mantra, das Ende des Kommunismus sei unvorhersehbar gewesen, ist eine Entstellung der Tatsachen. Untergangsprophezeiungen gab es genug. Man wollte sie nur nicht hören, meint der französische Intellektuelle Bernard-Henri Lévy. ... Ich erinnere mich an Schriftsteller, von Schalamow bis Solschenizyn, die sehr deutlich vorausgesehen haben, dass der Kommunismus untergehen würde. Ich erinnere mich an die Männer und Frauen, die man Dissidenten nannte und die - wie Andrei Amalrik, der schon 1970 ein Buch schrieb, das den Titel trug „Kann die Sowjetunion das Jahr 1984 erleben? ... Die Haltung eines Kissinger, Brandt oder Giscard D'Estaing, die vor den Unterdrückten im Osten die Türe zuschlugen; die Haltung Thatchers oder Mitterrands, die, wie wir heute wissen, bis zum letzten Augenblick alles taten, um die Wiedervereinigung Deutschlands zu verhindern und die alte Ordnung zu retten; die Haltung schließlich eines intellektuellen Klerus, der in seiner übergroßen Mehrheit, in Schweden oder Norwegen wie in Frankreich, nichts über den fortdauernden Skandal zu sagen wusste, der die Hälfte Europas in einem Raum, einer Zeit und einer Zivilisation gänzlich anderer Art gefangen hielt ..." FAZ 12.11.09

Donnerstag, 12. November 2009

Depression, kaltes US-Wetter, Eis auf dem Kilimandscharo, Kernkraftwerke, islamische Recht



2°C - 7°C R/W

- Depression: 1. symptomatische D. infolge von Organerkrankungen 2. endogene D. ohne erkennbare äußere Ursache. Dafür "konnten inzwischen Erbfaktoren als wesentliche Ursache nachgewiesen werden. Neurobiologische Befunde belegen, daß im Gehirn biochemische Prozesse 'enrgleist' und neuronale Schaltkreise gestört sind. ..." Lex. d. Neurowissenschaft Bd. 1

- US-Wetter: NOAA National Climatic Data Center (NCDC), State of the Climate, National Overview, October 2009: * The average October temperature of 50.8°F was 4.0°F below the 20th Century average and ranked as the 3rd coolest based on preliminary data. ' (s. http://wattsupwiththat.com/)

- " Eis auf dem Kilimandscharo - wie lange noch?
Die Eisfelder auf dem Kilimandscharo, Afrikas höchstem Berg, schmelzen in rasantem Tempo weiter. Von 1912 bis 2000 hatten sich die Flächen des ... " FAZ 11.11.09. Da hat Lonnie Thompsen aus Ohio (State Uni. Col.) wohl nicht gelesen, was die Glaziologen der Universität Innsbruck um Georg Kaser und Thomas Mölg sowie der University of Massachusetts (s.u.) schrieben. Daß die Leute aus Ohio als Hinterwäldler gelten, ist natürlich eine bösartige Verleumdung. Aber Hand aufs Herz: Hat Lonnie aus Ohio wohl davon gehört, daß die Römer in Sandalen über die eisfreien Alpen (Hannibals Elefanten waren sogar barfuß!) marschierten? Die fanden das sogar prima. Warm fanden die gut. Finde ich auch. Was kümmert den Waldschrat aus Ohio das Eis auf dem Kilimandscharo?

- Schnee auf dem Kilimandscharo
Fälschlicherweise wird das Kilimandscharo-Massiv mit dem höchsten afrikanischen Gipfel - dem 5895 Meter hohen Kibo - immer wieder als Zeugnis der Klimaerwärmung herangezogen. Tatsächlich sind die Gletscher zwar schon massiv geschmolzen. Doch die extrem schneereichen Monate dieses Winters haben die Glaziologen der Universität Innsbruck um Georg Kaser und Thomas Mölg sowie der University of Massachusetts in ihrer Überzeugung bestärkt, dass der Gletscherschwund des Kilimandscharo wenig mit der Temperatur, viel hingegen mit dem Niederschlag zu tun hat. Um bis zu achtzig Zentimeter seien die Eisschilde auf dem Vulkanmassiv allein in diesem Winter gewachsen. Für die Forscher, für die das Durchkommen zu den Wetterstationen auf den Plateaus diesmal besonders schwierig war, ist das ein weiteres Indiz dafür, dass das vor einigen Monaten noch anlässlich der Klimakonferenz von Nairobi propagierte totale Verschwinden der Gletscher innerhalb der nächsten zwanzig Jahre wohl voreilig war. Das sei ein längerfristiger Prozess. Zuletzt haben die Forscher in den "Geophysical Research Letters" (doi:10.1029/2006GL027084) deutlich gemacht, dass schon der besonders starke Rückzug der Kilimandscharo-Gletscher vor etwa hundert Jahren vermutlich von einer plötzlichen Veränderung atmosphärischer Strömungen verursacht wurde, die dazu geführt hatte, dass weniger feuchte Luft aus dem Indischen Ozean das tropische Ostafrika erreichte. Zunehmende Trockenheit beobachten die Forscher auch in jüngster Zeit. Die Temperatur spiele beim Verschwinden der tropischen Gletscher auf dem Weltnaturerbe eine "klar untergeordnete Rolle". FAZ 23.4.07, S. 34

- ' "Unsere Kernkraftwerke sind noch nicht am Ende ihrer Laufzeit"
Die neue Bundesregierung denkt darüber nach, die Laufzeiten von Atomkraftwerken zu verlängern. Den Energiekonzern RWE würde das freuen, auch ... in den USA mit 80 Jahren und in den Niederlanden mit 60 Jahren operiert werde ... ' 28.4.09 FAZ

- Th. Mann: "... nannte voller Stolz Adorno. Die Stirn des Olympiers umwölkte sich. Katja Mann rettete die Situation, indem sie schnell sagte: ' Tommy, das ist doch der unmögliche Mensch, der glaubt, er habe den DOKTOR FAUSTUS geschrieben!' " Udo Kollatz, Bonn, LB FAZ 5.11.09

- Das islamische Recht. Geschichte und Gegenwart, Mathias Rohe: C. H. Beck, München 2009. XV und 606 S., Fr. 64.90.
7.11.2009, Neue Zürcher Zeitung; Rez. Tilman Nagel: "
Lohn und Strafe im Diesseits und im Jenseits
Mathias Rohe über Geschichte und Gegenwart des islamischen Rechts
⋅ Im klassischen islamischen Recht beendet der Ehemann die Ehe durch Verstossung seiner Ehefrau; Gründe braucht er nicht zu nennen. ... Zu dem Problem, wie man sich angesichts der von muslimischen Verbandsfunktionären erhobenen Forderung nach einer extensiv ausgelegten Religionsfreiheit und infolgedessen nach einem zunehmend an den Normen des Islams ausgerichteten Alltag der eingewanderten Muslime verhalten soll, äussert sich der Verfasser mehrdeutig: Einerseits müsse man den säkularen Charakter des Staates wahren, andererseits solle man ein privates muslimisches Schiedswesen dulden, sofern sich keine Rechtsspaltung abzeichne.
Damit sind wir bei dem schwerwiegenden methodischen Mangel des Buches angelangt. Zu den elementaren Grundlagen des islamischen Rechtssystems gehört eine fünf Stufen umfassende Reihung von Bewertungen einer Handlung: «Notwendig» bzw. «Pflicht» ist eine Handlung, deren Unterlassung Strafen einträgt; «empfehlenswert» ist eine Handlung, deren Vollzug Lohn, deren Unterlassung aber keine Strafen nach sich zieht; «erlaubt» sind mit Bezug auf Lohn oder Strafe neutrale Handlungen; «zu missbilligen» ist, was zu unterlassen keinen Lohn, zu begehen aber eine Strafe zur Folge hat; «verboten» (haram) schliesslich sind Handlungen, deren Unterlassung keinen Lohn, deren Vollzug aber eine Strafe zur Folge hat. Diese sogenannten «fünf Bewertungen» meinen Lohn oder Strafe sowohl im Diesseits als auch im Jenseits. ... Nach wie vor wird am Doppelcharakter dieses Rechtssystems festgehalten: Es regelt die diesseitigen Lebensverhältnisse im Hinblick auf das, was dem Menschen im Jenseits bevorsteht.
Der Transzendenzbezug des islamischen Rechts wird von modernen muslimischen Sachkennern sogar ausdrücklich hervorgehoben; er sei ein unschätzbarer Vorzug vor den «trockenen» Rechtssystemen der als materialistisch abgestempelten westlichen Rechtssysteme und daher geeignet, deren angebliche und tatsächliche Mängel zu beheben. – Was mag Mathias Rohe auf seinen Irrweg gedrängt haben? "

/// Diese stellt sich bei vielen westlichen Orientalisten immer wieder, noch mehr bei ungebildeten Politikern, die nie den Koran gelesen haben. Bei Orientalisten ist es oft eine Pfadabhängigkeit: aus Pubertätsprotest, Abenteuerlust und Faszinosum am Fremden studierten sie das Fach und konnten nie eine wissenschaftliche Distanz zu dessen Gegenständen aufbauen; wie kindliche Annemarie Schimmel blieben sie zeitlebens blind für die Realitäten des Orients und des Islams. Bei Politikern scheint es, wie bei dem Kölner Lateinlehrer und Bürgermeister, eine kindische Toleranzattitüde zu sein.

- - In Somalia wurde dieser Tage ein "Ehebrecher" nach der Scharia zur Steinigung verurteilt und auf diese bestialische Weise ermordet; die gleiche Todesfolter wurde von den islamischen "Richtern" für die schwangere "Ehebrecherin" angeordnet, der Vollzug des islamischen Mordes aber bis nach der Geburt des Kindes ausgesetzt.