Sonntag, 29. November 2009

Aristoteles und die Barbaren, Michael Mann, Phil Jones and Stefan Rahmstorf should be barred from the IPCC process

FAZ

Advent, Advent!

- Aristoteles und die Barbaren: Wie modern Aristoteles ist, läßt sich durch sehr viele Zitate aus seiner POLITIK begründen, hier mag eines genügen: ' Deswegen sagen die Dichter: " Es ist wohlbegründet, daß Helenen über Barbaren herrschen", da Barbar und Sklave von Natur dasselbe ist. ' (1. Buch der Politik)
Inzwischen, 2300 Jahre später, wurde in modernen Gesellschaften von Herkunft auf individuelle Leistung umgestellt: ein "Barbar" wie Schwarzenegger kann Gouverneur werden, ein Neger aus Hawai sogar Präsident; beides für die Antike, für Aristoteles unvorstellbar, für funktional differenzierte Gesellschaften, in denen der Sohn etwas völlig anderes werden kann als der Vater, fast der Normalfall: Schwarzeneggers Vater war sehr armer Bergbauer, Obama immerhin aus akademischer, aber defekter Familie. Mit solchen Modernismen hat sich Luhmann fruchtbar beschäftigt. (Komm. auf faz.net)

- Moderne Biographie, für Aristoteles undenkbar: "M, 65, Soziologe (zuvor Architekt, zuletzt ein wenig Fotograf), Berlin,
gearbeitet über historische Soziologie zum 18. JH, eher Soziografie
meinetwegen, zuletzt zum 19. JH Marx und Engels als Soziologen jenseits
von Hegel betrachtet. So kam ich auch auf Luhmann, weil die Marxsche
Dialektik und der autopoietische Prozeß so verschieden nicht sind. Dazu
schreibe ich auch ein paar Geschichten für junge Leute zur sozialen
Evolution, zur Emanzipation oder zu Indianern uwm. - das sind meine "Daten"."

- Klima-Panikmache in der FAZ geht weiter: "Immer extremere Extremfälle
Schuld ist das Kohlendioxid: Jüngste Klimaprognosen stellen einen Anstieg der Temperaturen um bis zu sieben Grad in Aussicht. / / Von Joachim Müller- ..." 27.11.

- Klimaforschungsinformant East-Anglia-Uni / Zorita : " Why I think that Michael Mann, Phil Jones and Stefan Rahmstorf should be barred from the IPCC process
Eduardo Zorita, November 2009
Short answer: because the scientific assessments in which they may take part are not credible anymore. mehr bei Hans v. Storch : http://coast.gkss.de/staff/storch/


- Bücher, neu: RUHR.BUCH, ed Gregor Gumpert u. Ewald Tucai, dtv 9,90 €; darin: Doleys, Rückblicke

Samstag, 28. November 2009

Mittelschicht, Luhmann



Strizz, Reiche, FAZ

- Nicht ganz, aber ziemlich falsch: '
" Es gibt kein Entkommen vor Aristoteles!
Harry LeRoy (Cimon)
Das eigentliche Problem ist der Schwund der Mittelschicht nicht im Hinblick auf die hier postulierten sozialromantischen Wunschträume, sondern in seinen politischen Folgen, da nur eine starke Mitte einem Staat Festigkeit und Stetigkeit zu verleihen vermag, was Aristoteles sehr genau beobachtet hat: "In allen Staaten gibt es drei Teile, die sehr Reichen, die sehr Armen und die Mittleren. Wenn nun das Maß und die Mitte anerkanntermaßen das Beste sind, so ist auch in bezug auf die Glücksgüter der mittlere Besitz von allen der beste. Denn in solchen Verhältnissen gehorcht man am leichtesten der Vernunft. Schwierig ist es dagegen, wenn man übermäßig schön, kräftig, adlig oder reich ist, oder umgekehrt übermäßig arm, schwach und gedemütigt. Die einen werden leicht übermütig und schlecht im Großen, die andern bösartig und schlecht im Kleinen; die einen tun im Übermut unrecht, die andern in Boshaftigkeit. (...) Auf diese Weise gibt es denn einen Staat von Herren und Knechten, aber nicht von Freien; die einen beneiden und die andern verachten, und beides widerstrebt im höchsten Maße der Freundschaft und politischer Gemeinschaft. Denn diese Gemeinschaft hat Freundschaftscharakter" ' Komm. zu Kloepfer, Nichts geht mehr, FAZ

- - Die Einteilung in drei Schichten ist völlig willkürlich, es können ebenso gut 5 oder 10 Schichten sein, das ist eine Frage der Konstruktion. Woran bemessen sich die sehr Armen? Am Lebenskomfort? Davon besitzt heute jeder HartzIV-Empfänger mehr als Perikles. Dafür hatte jeder Athener Mittelständler mehr Sklaven als Boris Becker, Berlusconi und Schwarzenegger zusammen. Die Konstruktion von Schichten selbst ist fragwürdig. Wie kommt es, wäre fruchtbarer zu fragen, daß aus mittellosen, einzelnen Einwanderern aus allen europäischen Ländern nach Nordamerika im 18. Jahrhundert innerhalb von 200 Jahren das wohlhabendste und mächtigste Land weltweit wird? Weil der Protestantismus ein guter Boden für Eigenaktivität war, weil diese Eigenaktivität im Wettbewerb stand, und weil der Staatsapparat diese Eigenaktivität nicht durch maßlose Steuern, Abgaben und Regulierungen bremste. Die sehr Reichen wirken hier sogar motivierend und leisten, weil sie viel Spielgeld zur Verfügung haben, hohe Investitionen in, 1990 etwa, völlig verrückte Unternehmen wie das Internet, das innerhalb von nur rund 10 Jahren eine Goldmine, Sozial- und Produktivkraft wurde. So etwas läßt sich mit dem Denken aus der Mottenkiste des Aristoteles nicht begreifen. Mit Luhmanns Perspektive funktional differenzierter Gesellschaften schon.

- Climategate Update: Lord Monckton On The Corbett Report (www.M4GW.com)
- 5 bis 8°C Schauerwetter
- Scheut den kalten Bauch nicht: eine einzelne Nacktschnecke treibt sich immer noch herum

Freitag, 27. November 2009

Georg Forster, Man sieht nicht, was man nicht sieht




Forster Vater und Sohn in der Südsee, Gemälde von John Francis Rigaud (so ein Weißer nimmt doch immer ein weißes Hemd mit!)

- Man sieht nicht, was man nicht sieht, meint Luhmann; recht hat er.

- Und mit dem, was man sieht, läßt sich oft nicht viel anfangen. Danzig - Südsee - Paris.
" Der Geburtstag des Weltumseglers, Reiseschriftstellers und Revolutionärs Georg Forster

27. November 1754
„Nicht wahr, Kinder, ein paar Worte sind besser als nichts. Ich habe nun keine Kraft mehr zum Schreiben. Lebt wohl! Hütet Euch vor Krankheiten! Küsst meine Herzblättchen!“ Die letzten Sätze, die Georg Forster zu Papier bringt. Ein Brief an seine Familie in der Schweiz. Sechs Tage später stirbt Forster mit nur 39 Jahren einsam in einer Dachkammer in Paris.
In Deutschland ist Forster in jener Zeit ein Tabu – und wird vergessen. Als Demokrat und Jakobiner gilt er als Staatsfeind Preußens. Dabei ist Forster einer der bedeutendsten deutschen Gelehrten. James Cook nimmt den damals 17-jährigen mit auf seine zweite Weltreise. Forsters Beschreibungen dieser „Reise um die Welt“ machen ihn 1777 als Naturforscher und Reiseschriftsteller berühmt. Nach Stationen als Professor in Kassel und Wilna geht Forster 1788 nach Mainz. Zwei Jahre später reist er mit Alexander von Humboldt nach England. Der Rückweg über Paris macht Forster zu einem Anhänger der Französischen Revolution. Als Abgeordneter des aufständischen Mainz will er dort später den Anschluss an die Französische Republik erreichen. " Zeitzeichen/WDR5

/// Alles Unglück dieser Welt stamme daher, meinte Pascal, daß der Mensch nicht verstünde, ruhig auf seiner Stube zu bleiben. Ein paar andere Faktoren kommen sicher noch dazu, aber bei Forster trifft diese Sentenz besonders gut. Welche äußeren Dinge haben ihn nicht alle umgetrieben; statt sich selbst kennenzulernen, trieb es ihn um die Welt, und dann erhoffte er sich ausgerechnet von den französischen Nationalisten eine Besserung der deutschen Verhältnisse, mit denen er vermutlich auch seine eigene, persönliche Befriedung verband. Aber in Paris behandelte man ihn als einen verächtlichen nützlichen Idioten. Er starb (durch seinen ungesunden Lebenswandel?) so früh, daß er weit vor jeder persönlichen und kognitiven Reife verstarb, einsam und in Irrtümern. Bei so viel Talent berührt das noch heute. Er sah nicht, was er nicht sah.

- Cook der Entdecker: hier zeigt Forster, was er sah. Die kindische Margret Mead hätte sehr viel von ihm lernen können. "Immerhin mögen Romandichter, die sich ihrer Ideale nicht entschlagen können ... Bilder ihrer süßelnden Phantasie ... der Reisende durchirrt alle vier Weltteile und findet nirgends das liebenswürdige Völkchen, welches man ihm in jedem Walde und in jeder Wildnis versprach." (S. 89, Cook der Entdecker, von Georg Forster und G. Chr. Lichtenberg, Reclam Leipzig 1981, zuerst 1780 erschienen im Göttingischen Magazin für Wissenschaft und Literatur hg. von Forster u. Lichtenberg)

- Dubai in Zahlungsschwierigkeiten - Schuldendienst bis Mai eingestellt. Großmannssucht - künstliche Palmeninsel u.ä. - bewirkt keine solide, berechenbare Kapitalanlage. Allerdings ist die Nachfrage nach Luxusimmobilien - Villen mit tausend bis zweitausend Quadratmetern - im Nahen Osten relativ hoch; daran dürfte sich nicht sehr viel ändern.

Donnerstag, 26. November 2009

Religionsförmige Neomythen, Hide The Decline - Climategate



Die letzten Blätter an der Birne - aber schön bunt
7-10°C

- " TemperaturRückgang verstecken", : Untersuchen, natürlich, und Michael Mann, den Erfinder der Hockeyschlägerkurve zur Herausgabe seiner Daten zwingen, was er seit zehn Jahren verweigert: "Rufe nach Untersuchung der E-Mails von Klimaforschern
Skeptiker sehen sich bestärkt / "Erbärmlicher Versuch"
Lt. LONDON, 24. November. Kurz vor dem Kopenhagener Klimagipfel werden in London Rufe nach einer Untersuchung laut, die klären soll, ob eine ..." FAZ 25.11.09 > s.a. >
GUT IST DAS ! : ! : Hide The Decline - Climategate : www.minnesotansforglobalwarming.com/m4gw/ 25.11.09

- CO2 als Rohstoff .
"Kohlendioxid ist wegen seiner klimaschädlichen Wirkung in Verruf geraten. Doch das Treibhausgas könnte zum Ausgangsstoff vieler nützlicher Chemikalien ... 50 Mio. Tonnen des Gases nutzt man jährlich zur Synthese von Harnstoff, der wiederum als Düngemittel gebraucht oder zu Kunstharzen weiterverarbeitet wird. ... " 25.11.09 FAZ

- "Die neueste Checkliste des Wahnsinns
Man bringe Geduld mit und grimmigen Humor: Linus Hauser untersucht die religionsförmigen Neomythen der modernen Sciencefiction. Nisten sie sich ..." FAZ 26.11.09, Rez. Linus Hauser, KRITIK DER NEOMYTHISCHEN VERNUNFT, 2009, Rez. FAZ 26.11.09
/// Immer wieder die gleichen Denkfiguren des Blödsinns, präsentiert auch von Biologen wie Francis Crick (!), Physikern wie Will. Pierce (TURNER DIARIES), Kosmologen wie Frank J. Tipler: PHYSIK DER UNSTERBLICHKEIT, Panspermie, kosmischer Endkampf ...
- - Das Ganze auf der Kinderzimmerstufe: "das erfolgreichste Computerspiel unserer Tage und vielleicht sogar aller Zeiten ein Kriegsspiel. Es heißt "Call of Duty: Modern Warfare 2", und allein am Tag seiner Veröffentlichung wurden weltweit 4,7 Millionen Exemplare davon verkauft. Um einen vergleichbar blutigen Stoff heranzuziehen: Ernst Jüngers 1920 erschienene "Stahlgewitter" kamen bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs auf gerade einmal 60 000. ..." FAZ 26.11.09 ANDREAS ROSENFELDER

- Immer schlimmer: "Die EU-Kommission fordert eine eigene Steuer
Die Debatte über die Nettobeiträge einzelner Mitgliedstaaten scheint der EU-Kommission auf die Nerven zu gehen - sie greift die umstrittene Idee einer EU-Steuer wieder auf. Auch Rabatte für Staaten soll es nicht mehr geben. ..." 9.11.

Mittwoch, 25. November 2009

"Deutschland? Aber wo liegt es?"



Teutonischer Kulturdepp live (FAZ)

- "Deutschland? Aber wo liegt es? Ich weiß das Land nicht zu finden;
Wo das gelehrte beginnt, hört das politische auf.
Goethe&Schiller, Xenien, Das deutsche Reich


- Denkt Inge Kloepfer (FAZ) an Deutschland, o je!
"Vor allem die Geburt bestimmt" : Bitte ein bißchen genauer: Das Genom formt Haut und Hirn. Dazu Steven Pinker:
" Welche Faktoren prägen Persönlichkeit und Intelligenz? (Steven Pinker, FAZ, 14.01.2002 (edge.org))

Nach der Geburt getrennte eineiige Zwillinge zeigen als Erwachsene eine überraschende Ähnlichkeit in Denken und Persönlichkeit (auch wenn von Identität keine Rede sein kann); gemeinsam aufgewachsene eineiige Zwillinge gleichen einander stärker als gemeinsam aufgezogene zweieiige Zwillinge.
Viele Menschen reagieren auf solche Ergebnisse mit der Feststellung: „Sie wollen also behaupten, daß alles in den Genen angelegt ist.“ Aber die Forschung zeigt, daß die Gene nur für etwa die Hälfte der Variation verantwortlich sind; etwa die Hälfte muß also auf etwas zurückzuführen sein, das nicht genetischer Natur ist.
Die nächste Reaktion lautet dann: „Das heißt also, die andere Hälfte muß aus der Erziehung stammen.“ Doch auch das ist falsch. Bei der Geburt getrennte eineiige Zwillinge sind einander nicht nur ähnlich; sie sind einander „nicht weniger“ ähnlich, als wenn sie gemeinsam aufwachsen. Dasselbe gilt für Geschwister, die keine Zwillinge sind: Gemeinsam aufgewachsen, sind sie einander nicht ähnlicher, als wenn sie getrennt aufwachsen. Gemeinsam aufgewachsene eineiige Zwillinge gleichen einander nur zu fünfzig Prozent, und Adoptivgeschwister sind einander nicht ähnlicher als zwei rein zufällig ausgewählte Menschen. Kinder werden einander also nicht deshalb ähnlich, weil sie im selben Haushalt aufwachsen.

Die Variation in Persönlichkeit und Intelligenz läßt sich also prozentual etwa so zerlegen: Gene fünfzig, Familie null und irgend etwas anderes wieder fünfzig. Vielleicht ist es der Zufall. Im Mutterleib wendet sich der Wachstumskegel eines Axons nicht hierher sondern dorthin; das Gehirn erhält so eine etwas andere Konfiguration. Man kann sich eine Entwicklung vorstellen, bei der sich Millionen kleiner zufälliger Ereignisse gegenseitig aufheben, so daß am Ende dasselbe Ergebnis herauskommt; man kann sich aber auch einen Prozeß vorstellen, bei dem ein zufälliges Ereignis die Entwicklung völlig aus der Bahn wirft, so daß ein Monster entsteht. Doch keins von beidem geschieht. Die Entwicklung der Organismen basiert offenbar auf komplizierten Rückkopplungsschleifen. Zufällige Ereignisse können das Wachstum aus der Bahn bringen, doch die Bahnen bewegen sich im Rahmen funktionierender Entwürfe für die betreffende Spezies, die durch die natürliche Selektion festgelegt wurden.

Was wir mit „Umwelt“ meinen – der Anteil der nicht durch die Gene bedingten Varianz – hat möglicherweise gar nichts mit der Umwelt zu tun. Wenn die nichtgenetische Varianz das Ergebnis zufälliger Ereignisse bei der Entwicklung des Gehirns sein sollte, wäre damit ein weiterer Teil unserer Persönlichkeit und unserer Intelligenz biologisch (wenn auch nicht genetisch) bedingt und damit selbst den besten Absichten der Eltern und der Gesellschaft entzogen.

Steven Pinker ist Professor für Psychologie am Department of Brain and Cognitive Sciences des Massachusetts Institute of Technololgy (MIT) in Cambridge und Autor von „Wörter und Regeln“.

- " Dieses ewige Gejammere...

Bryan Hayes (bhayes)
geht bestimmt nicht nur mir auf den Geist!
In der Tat gibt es eine Reihe von Änderungen seit den 60er und 70er Jahren, die ihren Teil zur aktuellen Situation beitragen:
- Damals war die Steuer-etc.-Last deutlich geringer (z.B. MwSt 1968 10%)
- Damals war der Arbeitswille deutlich größer
- Damals war die das Renteneinstiegsalter nicht so niedrig
- Damals sind die Leute früher arbeiten gegangen
- Damals sind die Leute früher gestorben
- Damals wurden auch für Ungelernte gutbezahlte Jobs angeboten
- Damals waren die relativen Produktivitätsfortschritte größer
- etc.
Dies alles in Kombination mit der schlechten Ausgangsposition in den 40er und 50er Jahren führte dazu, dass im Mittel Jeder pro Jahr spürbar mehr sein Eigen nennen konnte.
Ein Teil dieser Punkte ist heute nicht mehr anwendbar, ein Teil aber sehr wohl: Niedrigere Steuern, Bildungs-, Arbeitsethos und eine richtige Relation von Arbeits- zu Lebensstunden (diese ist über die letzten Jahrzehnte stetig gesunken und hat den größten Teil der Produktivitätsfortschritte absorbiert).
Man muss nur wollen (und nicht jammern etc.). Deutschland insgesamt jedenfalls hat - gerade im Vergleich mit vielen anderen Ländern - sehr gute Voraussetzungen dazu.

- "Alfred Herrhausen und ich sind beide Kinder der Arbeiterstadt Essen.

Dieter Spethmann (dspeth)
Ich wurde mit 17 Lehrling bei Krupp (1943), und das Schicksal führte uns zusammen, weil Herrhausens Vater rechte Hand des damaligen Ruhrgas-Vorstands Fritz Gummert war, mit dessen bei Kriegsende gefallenen Söhnen ich befreundet war. Sie haben die Fragestellung Ihres Artikels ganz im Sinne von Alfred Herrhausen gewählt. Aber: Muss in die Antwort nicht ein monetärerer Befund eingefügt werden? Denn bis 1990 ging es mit dem Netto-Realeinkommen unseres Arbeitnehmers stetig aufwärts und seit 1991 stetig abwärts. Das hat weniger mit „gesellschaftlichen Bewußtseinsveränderungen“ zu tun als mit der Halbierung der jährlichen Zuwachsrate des BIP und auch mit den seit 1999 stetig wachsenden deutschen Lasten innerhalb des Euro. Dieser entzieht uns 10% unseres BIP pa oder mehr. Erstens. Der Euro treibt unsere Zinsen: Mindestens 2% unseres BIP. Zweitens. Unsere Exportüberschüsse verschwinden in der EZB, die damit Importe der Euro-Defizitländer (11 von 16) bezahlt. In 2007 waren es 193 Mrd Euro, in 2008 noch 165, in diesem Jahr noch 101, nächstes Jahr wieder 134, alles Zahlen der Bundesregierung gemäß FAZ. Macht locker 4 – 8% unseres BIP. Und dann noch unser Anteil am Defizit der Eurozone."
(Komm. auf faz.net)

- So ein Klettergurt sagt mehr über die Ursprünge der Moderne als Ludger Honnefelder.