Montag, 29. November 2010

Schneerose






Schneerose




- Kopenhagen: -2 °C
Aktuell: Schnee. Wie in Deutschland auch.
Und letztes Jahr das gleiche Wetter in Kopenhagen, die dreisten Klimaspesenritter froren und schneiten ein. Da schworen sie sich offenbar:
Den nächsten Ausflug, den wir die Steuerzahler bezahlen lassen, den machen wir ins Warme.
Deswegen sind also dieses Jahr die Klimaabstauber im warmen Touristenzentrum Cancun. Jeder weiß, daß dort nur ohne Ergebnis herumgeschwafelt werden wird. Die Entscheider von Kopenhagen, die USA und China, werden sich, die Abkühlung seit zehn Jahren im Rücken, von den europäischen Schwadroneuren nichts aufschwatzen lassen.

- "Examination of CRU data suggests no statistically significant warming.
Posted on November 26, 2010 by Anthony Watts, WUWT.

- Schweiz realitätstüchtig: Mehrheit für die automatische Abschiebung krimineller Ausländer (Ausschaffungsinitiative). "Über das deutliche Nein zur SP-Steuerinitiative zeigte sich der Bundesrat «sehr erfreut»".

Sonntag, 28. November 2010

Sauer macht nicht nur lustig







Watson weiß es: Die DNS (Desoxyribonukleinsäure, engl. Acid) kodiert die Aminosäuren, die das Eiweiß (Protein) der Zellen aufbauen






" Fünfzig Prozent sind Genetik. Oder neunzig. Ein heikles Unternehmen. Die Eltern sitzen mit in der Eizelle, die Großeltern, Ure und Ahnen. Ein bunter Reigen. Manche Merkmale tauchen in der dritten Generation wieder auf, Gedächtnis und Nase, Sportlichkeit und Augenfarbe, Literarität und Fingerform, immer sitzen ganze Generationen mit im Ei, drängen zum Nachleben: hier, meine Beine, nichts gegen mein Pragma, Unsinn, meine Großhirnrinde mit Lottes Beinen, das ist's. Ein Gedränge herrscht, eine Großveranstaltung der Generationen auf kleinstem Raum. Nicht nur ein einsamer Schwan und eine einzige Leda am ruhigschattigen Ufer. Was da rauskommt, weiß niemand vorher. Die große Lotterie der Aminosäuren zieht die Lose aus der Doppelhelix. Dagegen waren die Risiken im Optionsgeschäft niedlich.

Mußte man sich fortpflanzen? Es hatte sich eingebürgert; alle taten es, fast alle, aber nicht mehr so viele, Tendenz abnehmend; fehlte da nicht eine Dimension ohne Kinder, sie fraßen einen auf, wenn man nicht aufpaßte, abschreckend, wie viele Eltern sich zum Trottel ihrer Kinder machten, an nichts glaubten sie mehr, nur an ihre Kinder, die neuen Götter des Jugendkults, stolz konnte man sein, wenn die Kinder einen annahmen und nicht durchfallen ließen, gnädig verfuhren, auch den Eltern Rechte zubilligten.
Darauf ließ sich verzichten, fand er. Was konnte alles schiefgehen. Allerdings, es glückte auch, hin und wieder, vielleicht sogar öfters, so genau konnte man das von außen nicht sehen; dann gelang eine Einnistung ins Leben, die ihresgleichen nicht hatte; auch geschäftlich; was die chinesischen Familienmenschen in Hongkong und anderswo auf die Beine stellten, Großmutter bis Enkel, das fand er faszinierend; aber wie labil war die Familie bei den Europäern, den Amerikanern. "

Aus: Wolf Doleys, Flimmerfrei, S. 22



- Familie Neven du Mont: Linksverleger Alfred schaßt Linksverlegersohn Konstantin.
(s. "Der verlorene Sohn.
Konstantin Neven DuMont glaubte, er werde eine Verlegerdynastie fortführen. Seit dieser Woche weiß er, dass er sich geirrt hat. Andere wussten es schon länger."
Jauer, FAZ 27.11.10)

Samstag, 27. November 2010

Weber will was werden








Wilhelm Busch, Selbstportrait
(Wiki.)




Ordnung führt zu allen Tugenden.
Aber was führt zur Ordnung? (Lichtenberg)

Bundesbankpräsident Weber weiß es auch nicht, aber er weiß, daß er EZB-Präsident werden will. Er übt sich immer mehr in Paris-Freundlichkeit: jetzt schlägt er einen noch größeren "Rettungsschirm für Staaten" vor.
Wer den wohl bezahlen soll? Ein Schelm, wer da an die Nettozahler Holland und Deutschland denkt.


Lasse jedem seine Freuden
Gönn' ihm, daß er sich erquickt,
Wenn er sittsam und bescheiden
Auf den eignen Teller blickt

Wenn er aber andere Gelder
Für die eignen nehmen will
Dann verbrems ihn lieber bälder
Vor dem Steuer-Overkill

Busch, Geschmackssache / Doleys

Freitag, 26. November 2010

Dummschaft?






Klimaerwärmung live





- Wissenschaft, die Dummheit schafft.
Starkraucherin H. Schmidt wurde über 90, ihr kettenrauchender Helmut lebt immer noch.
Natürlich wäre es gesünder, die Stinkstiefelei aufzugeben.
Aber die WHO-Statistiker, die heute in den einschlägigen Nachrichten zitiert werden, übertreiben maßlos, wenn sie von Todesopfern des Passivrauchens fabulieren; das sind statistische Artefakte (Kunstprodukte), weswegen man diese Leute besser als Statistikschwindler bezeichnen würde.

- Statistische Artefakte (Kunstprodukte) sind beliebte Propagandamittel. Bei Kernkraftgegnern besonders. Während die Anwohner von Kernkraftwerken zufrieden sind, gibt es immer wieder Versuche, vermehrte Krebsentstehung in der Nähe von Reaktoren zu behaupten. Solche angeblichen Befunde finden dann massenhaft Eingang in Nachrichten und Kommentare. Die Korrektur erhält nur noch ein kleines Plätzchen auf S. 5: " 'Auf Neugeborene kein Atommeiler-Einfluß'. Mainzer Mediziner haben in einer Studie keinen Zusammenhang zwischen Atommeilern und Fehlbildungen bei Neugeborenen festgestellt. Es seien rund 2400 Neugeborene untersucht worden, deren Mütter in der Schwangerschaft in der Nähe der Atomkraftwerke Biblis und Philippsburg gewohnt hätten, sagte Studienleiterin Annette Queißer-Wahrendorf von der Universitätsmedizin ..." FAZ 22.7.10
(Vgl. auch www.strahlenschutzpraxis.com/ssp_archiv.php?command=artikel_anzeige&ARTIKEL_ID=384 )

- Heute taucht in allen Nachrichten die Tatarenmeldung auf, in der Umgebung der Asse gebe es eine Häufung von Leukämiefällen.
Dazu das Bundesamt für Strahlenschutz: "Dem vom Land Niedersachsen veröffentlichten Ergebnis über eine Erhöhung der Krebsfälle in der Region um die Asse muss konsequent nachgegangen werden. ... Seit Übernahme des Endlagers Asse 2009 musste das BfS die Strahlenschutz- und Überwachungsmaßnahmen umfassend nachrüsten. Dazu gehören Schutzmaßnahmen im Bergwerk sowie die Überwachung der möglichen Austrittswege von Radioaktivität. Die Überwachungsmessungen über und unter Tage zeigen, dass zum jetzigen Zeitpunkt von der Asse weder für die Beschäftigten, noch für die Bevölkerung eine Gesundheitsgefährdung ausgeht.

Auch die aktuellen Auswertungen von umfangreichen Boden- und Ackerfrüchteproben aus der Umgebung der Asse haben ergeben, dass keine Kontaminationen durch radioaktive Stoffe aus der Asse zu befürchten sind." (http://bit.ly/etE4sk)
Die Nuklearreste in der Asse, meist aus der Medizin, strahlen nur mit mittlerer und schwacher Intensität, Otto Hahn hätte sie wahrscheinlich im Keller deponiert.

Übrigens ruht in der Asse auch die Ackererde, die ein Physiker spaßhalber von seinem Wohnort mit ins Jülicher Labor brachte, um die natürliche Strahlung zu messen. Er durfte seine Erde nach Feierabend nicht mehr mit nach Hause nehmen, weil sie als "radioaktiv" detektiert wurde; es erfolgte eine Deklarierung als "Sondermüll", der in der Asse landete.

Donnerstag, 25. November 2010

Fromme Kurven






The First Thanksgiving at Plymouth
by Jennie A. Brownscombe (1850-1936)
(Wiki.)




- Johann Adolf Hoffmann:
Im großen Brockhaus von 1998 kommt er gar nicht mehr vor, Figürchen wie Dustin Hoffman sind einfach wichtiger. Aber dieser deutsche Europäer, der 1676 in Zarpen (Stormarn) geboren wurde, in Lübeck die Schule besuchte, in Wittenberg und Kopenhagen studierte, Europa (als Begleiter) bereiste, sich in Amsterdam niederließ und schließlich in Hamburg 1731 verstarb, war und ist eine interessante Privatgelehrten-Figur. In der dreibändigen "Deutschen Geschichte" der SED, Abteilung 'Geschichte' heißt es:
" Im 'Patriot' verkündete unter anderem Johann Adolf Hoffmann eine in manchem vom Kalvinismus beeinflußte Nützlichkeitsphilosophie, die ganz den Interessen der kapitalistischen bürgerlichen Unternehmer entsprach." (Bd. 1, S. 686, Abschn. 10, verf. v. soz. Prof. Gerh. Schilfert, Dt. Verlag d. Wissenschaften 1967)
Was so ein historischer Materialist alles weiß!

Pietistisch erzogen waren auch die bekannten Kapitalistenknechte Lessing, Kant, und Schiller, pietistisch beeinflußt waren Goethe, Hamann, Herder, Hölderlin, Klopstock, K. Ph. Moritz, Lavater und Schleiermacher.
Die Pietisten besaßen puritanische Wurzeln, der schottische Reformator John Knox hatte, auch eine europäische Geschichte, den Franzosen Calvin in Genf getroffen und um ihn hatte sich in Genf ein Kreis englischer Protestanten gebildet, darunter der Tudor-Flüchtling Anthony Gilby, der die englisch-puritanische Gemeinde betreute. Hier sind auch die demokratischen Impulse durch den Kalvinismus zu erwähnen, besonders augenscheinlich bei Christopher Goodman (ca. 1520-1603) in seiner Schrift “How superior powers ought to be obeyed by their subjects, and wherein, according to God's word, they may be lawfully disobeyed and resisted". Christopher Goodman war vor der "Bloody Mary" Tudor erst nach Frankfurt geflüchtet, dann weiter nach Genf zu John Knox, mit dem er später nach Schottland ging, bevor er in seine englische Heimatstadt Chester zurückkehrte.
In Goodmans Buch heißt es:
" ... die Menschen seien nicht geschaffen ' to serve their kings ', sondern diese seien im Gegenteil von Gott ernannt ' to preserve his people, whereof they are but a portion and a member '".
(Paul Meissner, England im Zeitalter von Humanismus, Renaissance und Reformation, S. 359)
Dieser protestantische Anti-Absolutismus wird später in England wirkmächtig und beeinflußt das Werden der amerikanischen Demokratie, während das Luthertum in Orthodoxie erstarrt und gegenüber den Pietisten verfolgerisch wird.

Pietistischer Geist formte auch Friedrich Wilhelm I., von 1713 bis 1740 König von Preußen. Er hat den Staat saniert, hat keine nennenswerten Kriege geführt, pflegte ein offenes Diskussionsklima bei der täglichen Lektüre der europäischen Presse im sog. "Tabakskollegium", führte auf den königlichen Domänen die "Volksschule" ein und machte sich, anders als die Prunkkönigskollegen von der Ludwigssorte zum "Arbeitskönig", der den Staat über seine Person stellte.
Ob Friedrich Wilhelm den Johann Adolf Hoffmann gelesen hat, seine "Zwey Bücher von der Zufriedenheit nach den Gründen der Vernunft und des Glaubens", muß man bezweifeln, aber vielleicht seine politischen "Anmerkungen über die wahre und falsche Staatskunst".

Interessant ist diese Gemengelage von Kalvinismus, Aufklärung, Berufsmenschentum, rationaler Statsanstalt, demokratischem Aufbruch und erfolgreichem wirtschaftlichen Handeln allemal.

Der Kreis schließt sich in einem Zitat zum amerikanischen Erntedankfest:

' The fall of 1623 marked the end of Plymouth’s debilitating food shortages. For the last two planting seasons, the Pilgrims had grown crops communally – the approach first used at Jamestown and other English settlements. But as the disastrous harvest of the previous fall had shown, something drastic needed to be done to increase the annual yield. In April, Bradford had decided that each household should be assigned its own plot to cultivate, with the understanding that each family kept whatever it grew. The change in attitude was stunning. Families were now willing to work much harder than they had ever worked before. In previous years, the men had tended the fields while the women tended the children at home. “The women now went willingly into the field,” Bradford wrote, “and took their little ones with them to set corn.”
The Pilgrims had stumbled on the power of capitalism. Although the fortunes of the colony still teetered precariously in the years ahead, the inhabitants never again starved. '
--Nathaniel Philbrick, Mayflower: A Story of Courage, Community, and War, Penguin Books, 2007
(Danke, Benny Peiser, www.thegwpf.org/)