Freitag, 16. September 2011

Darf’s noch weniger sein?









Kann das ein kluger Führer sein? Commodus als Herkules
(Bild: Ricardo André Frantz / Wiki.)



- Nichts Perfektes gibt es nicht, da hat die Bäckerin im Ort recht.
Die Monarchie betreibt ihre Führerauswahl nach der genetischen Lotterie, da gibt es, wie bei jeder Lotterie, mehr Nieten als Volltreffer. Auf Mark Aurel folgt sein Sohn Commodus, auf Friedrich II. der Neffe Friedrich Wilhelm II. (“Der dicke Lüderjahn “), in der konstitutionellen Monarchie kann es sogar ein Prinz Charles sein.
In der Demokratie wechseln die Qualitäten der Ministerpräsidenten mit ähnlichen Ausschlägen. Auch dort, wo der Beton dominiert, in den Köpfen, gelingt keine stabile Führerauswahl, der Untergang der KPdSU und der Sowjetunion belegen es.
Was läßt sich dagegen tun, daß auf einen starken Churchill ein wachsweicher Labour-Ministerpräsident folgt, der das Land der “Englischen Krankheit” überantwortet?
Wenig, läßt sich darauf nur antworten, sehr wenig, und je größer die Wählerschar der direkt von Steuergeldern lebenden Wählern wird, desto weniger, könnte man vermuten.
Der Spezial-Soziologe Bude jedenfalls tut etwas. Haben Frankreich, die USA und England ihre hochklassigen Ausbildungswege der Harvard, Science Po und Oxbridge, so wird in Deutschland daran gearbeitet, das Lernklima und den Lernwettbewerb weiter zu ruinieren und die Schulen nach den Unterrichtsstörern, den Dümmsten und den Schwächsten auszurichten.

Heinz Bude widmet diesem Ziel sein neues Buch “Bildungspanik. Was unsere Gesellschaft spaltet." Hanser. 2011”.
Es hieße besser “Das Lernklima kriegen wir noch weiter runter. Versprochen.”.

Donnerstag, 15. September 2011

Da lächelt der Mandarin






- Chinesische Finanzhilfen für die Euro-Schuldner?
China stellt Bedingungen für Schuldenhilfe


- Warum blieb Athen nicht bei der Demokratie? Warum ging die Polis-Welt unter? Warum setzte sich die Monarchie durch, im antiken Griechenland wie im antiken Rom?

“Am besten sehen wir, wieviel besser Monarchien in Gedanken und Taten sind, wenn wir die Haupttätigkeiten nebeneinannderstellen und sie zu vergleichen versuchen. Menschen, die für ein Jahr ein Amt innehaben, sind bereits wieder Privatleute, bevor sie die öffentlichen Angelegenheiten verstanden und Erfahrungen in ihnen gewonnen haben, während Männer, die ständig im Amt sind, allein aufgrund ihrer Erfahrung viel besser sind als andere, selbst wenn sie von Natur aus weniger gut ausgestattet sind als andere. …”
Isokrates (436-338), Rede 3 (um 368) für Nikokles von Zypern

Isokrates nennt noch andere Argumente, die einzeln für sich so wenig überzeugen wie die Amtsdauer allein genommen. Doch wir wissen, daß der Makedonenkönig Alexander der Grobe mit der Verwirklichung der Pläne seines Vaters Philip II., der Eroberung Persiens, entgültig die Poliswelt zerstörte durch Übernahme der asiatischen Despotie, die dann, wir machen einen Sprung nach China, das dortige Reich sklerotisierte, bis es den Amerikanern, Engländern, Japanern und Deutschen nichts mehr entgegensetzen konnte.

Gegenüber den durch den Wohlfahrtsstaat geschwächten europäischen Schuldenländern können sich die Nachfahren der chinesischen Kaiser, die heutigen roten Mandarine, ein Lächeln nicht verkneifen, und sie denken nicht in Legislaturperioden, sondern in strategischen Zeitspannen. Natürlich hängen sie heute noch als Werkbank an der US-Wirtschaft, aber sie nutzen ihre Möglichkeiten zur Selbststärkung geschickt. Sie müssen Kapital anlegen, und sie werden es auch einsetzen für ihren Handelsvorteil (GATT) und zum Bezug technischen Wissens durch Industriebeteiligungen.
Die Euro-Kommissare wiederum machen Anleihen bei der asiatischen Despotie durch eine quasi-diktatorische Euro-Sonderkommando-Agentur, siehe unten.
Mal sehen, wie es weitergeht, es bleibt spannend.

- - Der Film zur Schuldenunion (ESM-Vertrag): http://www.youtube.com/watch?v=d6JKlbbvcu0

Mittwoch, 14. September 2011

Allerhand Grillen





Grillen trifft man überall - nur nicht beim Grillen




- Katholizismus: In Düsseldorf wurde einem Arzt in einem kath. Krankenhaus gekündigt, weil er nach einer Scheidung neu geheiratet hat; vor Gericht bekam er jetzt recht.
Es ist ein Übelstand, daß die kath. Funktionäre Arbeitsverträge als Knebelverträge verwenden.
Auch aus dieser Perspektive hat ein Papst in einem Parlament nichts zu suchen, um dort zu agitieren.
Ratzinger soll seine Rede nicht im Bundestag halten, sondern in einer Kirche.


Ein Münchener Bischof, so war im DLF zu hören, begrüße den Neubau von Moscheen; die Katholiken sollten den Moscheebauern bei Fertigstellung ein Geschenk überreichen.
Meint er, so ließe sich eine Einheitsfront gegen die säkulare Gesellschaft aufbauen?

Dienstag, 13. September 2011

Schnuckelschlößchenspielchen





In diesem Pariser Schnuckelschlößchen der OECD residieren viele weltfremde Akademiker und hecken allerhand Unsinn aus, zB Pisa-Studien.

(Bild: Pymouss / Wiki.)




Warum mag die Jugendarbeitslosigkeit in Europa fast überall höher sein als in Deutschland mit seinen ca. 8 % ? In Italien zB 25 % . Aber im deutsch-italienischen Südtirol nach Einführung des Autonomiestatus und des deutschen dualen Systems ebenfalls nur ca. 8 %.
Das interessiert die OECD-Herren nicht weiter, ihr Mantra heißt BILDUNG, BILDUNG ÜBER ALLES. Deswegen finden sie das deutsche duale Ausbildungssystem uninteressant. Die Kinder sollen erst einmal alle studieren, egal was, und akademisch verbildet werden.
In der dualen Ausbildung lernen die jungen Leute nicht nur Theoretisches, sondern lernen die betriebliche Praxis partizipierend kennen.
Das stinkt den OECD-Herren mit den roten Socken nach betrieblicher Ausbeutung. Für die praktisch veranlagten Lehrlinge mit schlechten Berufsschulnoten aber kann das heißen, daß sie den Konkurrenten mit den guten Noten vorgezogen werden, weil sie praktisch mehr können. Für die linksgestrickten OECD-Herren kann das aber gar nicht sein, denn ihr Idioten-Mantra heißt BILDUNG, BILDUNG ÜBER ALLES. Wofür diese Bildung gut sein soll, interessiert sie nicht. Für Jugendarbeitslosigkeit fühlen sie sich praktisch nicht zuständig. Nur theoretisch.

Montag, 12. September 2011

zwischen andromeda und mandelkern















wolf doleys

zwischen andromeda und mandelkern


eigentümlich frei
reisen die galaxien
durch den raum
weht der wind
über die erde
spülen die wellen
den sand
wechseln zeit und gestalt

nichts aber bleibt für sich
verbunden und verkettet
alles
schwerkraft und dns
lassen nicht los
von diesen leinen geht nichts

eigentümlich frei
denkt sich der geist
durch hecken und chimären
dünkt sich ein meister
wenn die beta-welle fließt
zwischen stirnlappen
und mandelkern
blitzt bläue auf
im meer
der ventrikel






Der Mandelkern (Amygdala, Corpus amygdaloideum) ist die zentrale Schaltstelle im Gefühlshirn (Limbisches System), das vordere Stirnhirn beherbergt kognitive Leistungen, die Beta-Welle ist die Erregungsschwingung im Gehirn, die Ventrikel sind die innerhirnlichen Flüssigkeitskammern.