Montag, 16. Januar 2012

Ist den Wohlfahrtsstaaten die Verschuldung eingebaut?




Nur vier Länder - wobei Luxemburg ja nur ein winziges Ländchen ist - wirtschaften im grünen Bereich und behalten bei Standard&Poor's die beste Bewertung AAA. Das könnte das Gebiet eines Nord-Euro sein.
Die Herabstufung Frankreichs hat mit der Bürgschaft für Länder wie Griechenland, Portugal und Spanien zu tun. England bürgt nicht und steht daher stabiler da.


- Ist doch schön! Moody’s hält an Bestnote Frankreichs fest. Ob das bei diesem Schuldenstand gerechtfertigt ist, scheint fraglich. So sieht es ja auch S&P.



- “Die Bankiers hingegen sind mittlerweile zu ‘Feldherren’ unserer Zeit geworden. Nur vernichten sie jetzt nicht mehr fremde Armeen, sondern Geld und Arbeitsplätze. Ein reformiertes Strafrecht ist womöglich das einzige Mittel, um ihnen beizukommen.” Nomen est omen: Wolfgang Hetzer, Die Finanzkrise - Inkompetenz oder Systemkriminalität?, Journal 22 / 2012 der Thomas-Morus-Akademie Bensberg
Hier ist Nomen Hetzer tatsächlich omen.

- Mehr Eigenkapital bei den Banken? Prima. Durch weniger Kreditgewährung steigt jedoch die Eigenkapitalquote automatisch. Nur unterstützt das nicht die Realwirtschaft.

Sonntag, 15. Januar 2012

Von Theodor Heuss zum Schnorrerkönig






Wieder -2°C Nachtfrost - aber kein Schnee - so kann es bleiben; nur einmal Schneeschaufeln bisher.
Allerdings: Bauernregel: Wirft der Maulwurf im Januar, dauert der Winter bis Mai sogar. Der Maulwurf wirft, die Wühlmaus ebenfalls.



An Theodor Heuss erinnert Stadelmaier in der FAZ, Titel “Mein Bundespräsident”. Ich war zu jung, um ihn bewußt zu erleben, aber ich habe ihn später schätzen gelernt. Er hat nicht nur sein Haus mit Wüstenrot selbst bezahlt, er hatte auch immer etwas Gescheites zu sagen. Und zu schreiben. Mit Hermann Heimpel und Benno Reifenberg gab er die “DIE GROSSEN DEUTSCHEN. Deutsche Biographie” überarbeitet neu heraus und schrieb die Einleitung “Über Maßstäbe geschichtlicher Würdigung”. Es drängte diesen Mann nicht in die Gesellschaft Neureicher, schon gar nicht hätte er eine Einladung zum Oktoberfest angenommen - man stelle sich vor: Heuss auf dem Oktoberfest!! - und schon gar nicht von einem Filmfritzen, der die Hälfte des Hotels bezahlt hätte.
“Wohin treibt die Bundesrepublik?” hieß 1964 ein Buchtitel des leicht verrückten Psychiaters und Philosophen Karl Jaspers. Ich las das Buch im Vorabdruck des SPIEGELS und kaufte mir es später. Jaspers hatte nicht den geringsten Schimmer, was kommen würde.
Heute wissen wir es: eine von Merkel ins Amt geschobener Parteifreund und Schnorrerkönig sitzt im Amt des Bundespräsidenten Deutschlands. Das charakterisiert viele Vorgänge der letzten Jahrzehnte in der Bundesrepublik.

Samstag, 14. Januar 2012

Johnny Mathis hätte das ja nicht gefallen





Im Salon der Villa Zanders, Gramss am Baß.



Mit "Goodbye Pork Pie Hat" im Hinterkopf hineingegangen, mich gewundert, daß nichts in diese Richtung tönte, aber es sollten ja auch nur Variationen über Thelonious Monk (von KnoM.T für T. Monk) sein, war ganz origineller Free Jazz, hatte aber gar nichts mit Mingus zu tun, so kam es eben anders.


Die Villa Zanders in Bergisch Gladbach baute sich Maria Zanders, nachdem die reformierte Familie die Papierfabrik zu großem Erfolg geführt hatte. Maria Zanders betätigte sich auch mäzenatisch, allerdings nicht durch Geschenke an Politpräsidenten. Als das Bürgertum nicht mehr repräsentierte, zogen die Zanders aus, die wuchtige Villa dient heute als Museum und Veranstaltungsort.
Nach Verlustjahren kaufte das US-Unternehmen International Paper 1989 die traditionsreiche Feinpapiere Zanders, die ein Opfer des Hochlohnstandortes geworden war.

Freitag, 13. Januar 2012

O lala, Herr Kommissar




1,2687 heute, der Euro, zum US-$



- So dreist kann nur ein alter Brüsselkrat, ein EU-Kommissar a.D. sein: „Deutschland gilt als Anführer der EU-Intoleranz“: Mario Monti kritisiert die Bundesrepublik vor seinem Treffen mit Frau Merkel.

- Franz-Christoph Zeitler, bis 2006 Vize-Chef der Bundesbank, weiß es besser:

“Eurobonds verlängern die Krise, statt sie zu lösen
Würde man nach der Fixierung des Wechselkurses auch den Zins für Staatsanleihen vereinheitlichen - wie dies mit sogenannten Eurobonds in all …” FAZ 12.1.12

- Der Euroraum wuchs von 1999-2010 um durchschnittlich 1,5%, Estland und die Slowakei wuchsen mit 4,2% besonders stark, Deutschland (1,2%) und Italien (0,7%) besonders schwach. Aus Deutschland floß bis etwa 2008 viel Kapital in den Euroraum, daher die Wachstumsschwäche. Unter anderem die Zunahme des Exports nach Ostasien bremste diese Entwicklung und drehte sie dann sogar.
(Vgl. FAZ 22.6.11, Plickert)

- Es ist noch immer gut gegangen - aber der Bruch des Maastricht-Vertrages und die Zahlungen an die verantwortungslosen griechischen Politiker ebnen den Weg in die Überweisungs-Euro-Zone, die Transfer-Union. Verdunkelt das nicht die Aussichten für die deutschen Bürger?

- 81,8 Mio. Einwohner zählt Deutschland derzeit auf einer Fläche von nur 357.000 Quadratkilometern - das Deutsche Reich bevölkerten im Jahre 1900 auf viel größeren 540.000 qkm nur 56,3 Mio. Personen.
Da gab es doch den Spruch “Volk ohne Raum”. Kann es sein, daß man der Schafherde so ziemlich alles einreden kann? Die Beamtenherde der Professoren diente als Stichwortgeber.

Donnerstag, 12. Januar 2012

Die Wüste lebt






Gut getroffen - aber wer ist der Mann in der Mitte?
Das ist der Kopte Sawiris, der ganz offenbar zuviel vorrevolutionären Humor besitzt.



" Der ägyptische Telekom-Unternehmer Naguib Sawiris ist wegen einer Micky-Maus-Karikatur zur Zielscheibe von Islamisten geworden. Der umstrittene Cartoon zeigt Micky mit langem Vollbart und Minni mit dem Vollschleier Nikab, der nur Augenschlitze freilässt – dazu eine aufgesteckte rosarote Schleife. Beleidigt fühlen sich in Ägypten vor allem jene radikalen Muslime, die sich selbst Salafisten nennen. Ihre Anwälte haben mehrere Klagen gegen Sawiris wegen angeblicher Verunglimpfung des Islams vorbereitet, berichteten Zeitungen in Kairo am Dienstag.
Über die Internet-Plattform Facebook veröffentlichten Salafi-Anhänger einen Aufruf, Sawiris Mobiltelefon-Firma Mobinil zu boykottieren. «Wenn ihr wahre Muslime seid und eure Religion liebt, boykottiert seine Projekte», hieß es in dem Aufruf. «Wir müssen jedem, der unsere Religion angreift, die Zunge abschneiden.» Aber auch politische Freunde Sawiris fanden diese Art von Humor «nicht unbedingt klug». Sawiris, ein koptischer Christ, initiierte die Partei Freie Ägypter, die auf säkularer Grundlage steht und sich den im September geplanten Parlamentswahlen stellen will.
Sawiris trat inzwischen den Rückzug an und entfernte die Anstoß erregende Karikatur aus seinem Twitter-Account. «Ich entschuldige mich bei jedem, der das nicht witzig fand», twitterte er reumütig. «Ich dachte einfach, dass das ein lustiges Bild ist, und wollte niemanden verletzen. Sorry!» Nicht alle sehen in der Karikatur eine Verunglimpfung. «Seit wann sind lange Bärte ein Symbol für den Islam?», fragte der ägyptische Blogger «The Traveller Within», der Sawiris ansonsten wegen seiner «fragwürdigen Geschäftspraktiken» als Unternehmensmogul kritisiert. Die Salafisten seien «eine unmoralische Gruppierung», die sich als «Verteidiger des Islams» aufspielten, um selbst bei den kommenden Wahlen zu punkten. {Quelle: www.cio.de} " /
http://koptisch.wordpress.com/2011/06/30/minni-maus-mit-vollschleier-zielscheibe-von-islamisten/