Mittwoch, 16. Mai 2012

Erst Mai, und schon Exitus





Diese junge Ringelnatter hat es nicht weit gebracht im Leben, wahrscheinlich hat eine Katze zugebissen. 


Merkwürdig ist, daß sie unmittelbar am Haus lag, das Gelege kann also auch nicht sehr weit entfernt gewesen sein. 

Während die eine Tierart die Gliedmaßen stark ausbildet, kommen andere Tiere, hier die Schlangen, ganz ohne aus. Alles geht, jedenfalls ziemlich viel. 


Das gilt auch für Menschen und Gesellschaften. Survival of the fittest heißt nicht, daß der Stärkere überlebt, sondern der Angepaßte, von to fit - passen. Viele Strategien sind möglich, Einheitsdenken ist unpassend. Man darf nur von Schlangen keinen Vogelflug erwarten, und von Eulen keine platte Politik.

Dienstag, 15. Mai 2012

Wer mag das sein?



Das intellektuelle Niveau deutscher Wahlen 2012 - wir nähern uns der Marke 0.  Kraft plakatierte Sprüche wie: Wir lassen kein Kind zurück (hier zu sehen), oder: NRW IM HERZEN. 
Röttgen warb mit KOMPETENZ. NACHHALTIGKEIT. Viele Plakate zeigten nur Person und Partei. 
Allein die FDP warb durchgängig mit Argumenten, hier: SCHULDENABBAU STATT TEURER SCHULDEN, oder NEUWAHLEN STATT NEUER SCHULDEN, DAS GYMNASIUM MUSS ERHALTEN BLEIBEN etc. 
Die FDP-Forderungen sind alle sinnvoll, doch sind sie eingebettet in eine Sozialdemokratisierung der Partei. 
Das dreigliedrige Schulsystem wurde aufgegeben, obwohl gerade in NRW das Problem islamischer, völlig bildungsfeindlicher Einwanderer besonders dringlich ist; die Jugendlichen aus diesem Milieu brauchen die HAUPTSCHULE, und sie brauchen sie abgespeckt auf Klasse 8 ohne Abschluß, aber mit Praktika. 
Dadurch wird den praktischen Begabungen eine größere Entwicklungs- und Beschäftigungschance erschlossen, und ohnehin íst schulbegleitetes praktisches Lernen mehr wert als zwei weitere Schuljahre auf der Haupt- oder Gemeinschaftsschule mit feminisierten Inhalten und Lehrerinnen wie Frau Löhrmann (Grüne). Entsprechend sind (nichtgetürkte) Praktika-Zeugnisse auch aussagekräftiger als Schulpapier.  

Das juckt aber die FDP nicht, und auch nicht die bedrohliche Großschuldendimension im Euro-Rahmen, die Rückkehr zur DM oder der Freiheitsverzehr durch Brüssel, die Einführung direkter Demokratieformen etc.  
Wen würden denn die Blockparteien für den Autor dieses Zitates halten: 

"Eine freiheitliche Wirtschaftsordnung kann auf die Dauer nur dann bestehen, wenn und solange auch im sozialen Leben der Nation ein Höchstmaß an Freiheit, an privater Initiative und Selbstvorsorge gewährleistet ist." 

Sie würden ihn nicht kennen. Es ist der Patenonkel unseres Wohlstands, Ludwig Erhard. (WOHLSTAND FÜR ALLE, 1957/1990, S. 246) 


Montag, 14. Mai 2012

Schuldenkönigin








Wer sich grün macht, den fressen die Ziegen.  





“Das Urvertrauen für die Schrecken des Lebens” habe ihm seine liebevolle, aber ganz ungebildete Mutter vermittelt, schreibt FAZ-Leser DR. GERD JOACHIM SIEGER, 82, aus Osnabrück. (FAZ 30.4.12) 

Schön, wenn man so ausgestattet wurde. Das passende Genom hat dabei sicher mitgespielt. Erik Erikson entwarf als erster das Konzept des “Urvertrauens”, das er für das erste Lebensjahr als konstitutiv ansetzt und in sein Stufenmodell der Persönlichkeitsentwicklung und positiven Identitätsentwicklung einbaut. (s.u.a. IDENTITÄT UND LEBENSZYKLUS)

Von der Seite der Bindungsforschung wird ebenfalls auf die Bedeutung der frühen Jahre gesetzt (John Bowlby, BINDUNG u.a.). Man muß diesen Vorstellungen nicht in allen Einzelheiten folgen, um einschätzen zu können, daß die Fremdbetreuung vor allem in Angestelltenorganisationen wie KiTas zumindest zweitklassig ist. Das müßte reichen, ein Kindertagesstättenprojekt vorsichtig zu handhaben und die Lebensqualität der Säuglinge und Kleinstkinder nicht mutwillig infrage zu stellen. Dies aber ist die erklärte Regierungspolitik der rotgrünen Wahlsieger in NRW. 

Genau so entsetzlich sieht es aber auch sonst bei Kraft und Löhrmann aus: Verwaltungsstellen sollen keine abgebaut werden, flächendeckende Mindestlöhne werden gefordert, befristete Arbeitsverhältnisse sollen wegfallen, Transporte sollen stärker auf Schiene und Wasserstraßen verlegt werden, die Neuverschuldung soll auf 7 Mrd. steigen bei Altschulden von 172 Milliarden. 

Daß solche Leute die Landtagswahl gewinnen, liegt wohl an der starken Unterstützung durch die Medien und einer langjährigen Vorbereitung durch Schulunterrichtsinhalte. Zu der sympathisch und ehrlich wirkenden H. Kraft war zudem der rotgrüne CDU-Kandidat Röttgen, der schnöselig wirkt, auch äußerlich keine Alternative. Die Linksextremisten der SED-Nachfolger fielen mit 2,5% aus dem Landtag heraus zugunsten der sog. PIRATEN (7,8%). Die weichgespülte Lindner-FDP erhielt viele Ex-CDU-Stimmen und erreichte 8,6%. 

Was solche Wahlergebnisse über große Wählergruppen aussagt, kann sich jeder selbst denken. NRW, ohnehin seit Jahren entwicklungsgestört und am Krückstock des Länderfinanzausgleichs, bleibt auf dem Holzweg.

Sonntag, 13. Mai 2012

Muget ir schouwen waz dem meien Wunders ist beschert? Walter v.d.V.







Auch im kalten Mai blüht es schön.
(Mittags 12, nachts 2°C)  











Übrigens macht es einen Unterschied, ob die Hunnen kommen oder die Römer.  

Samstag, 12. Mai 2012

Blockflötentöne





Der Schneeball blüht, etwas später als letztes Jahr, macht aber jetzt seinem Namen alle Ehre.
Mittagstemperatur 10°C. 







Ein Leserbrief, der sich als Wahlprüfstein zur Landtagswahl morgen in NRW verwenden läßt:  


Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.05.2012.
" Totschlagargument Bildung


Zunächst danke für den Aufsatz "Die dunkle Seite der Kindheit" von Rainer Böhm (F.A.Z. vom 4. April). Er hat mich, berufstätige Mutter zweier Kinder, die beide mit einem Jahr in die Kita gekommen sind, daran erinnert, wie grausam diese Kitazeit, gerade in den Anfängen, auch war. Rational musste sein, wogegen sich das Gefühl mit allen Mitteln sträubte. Und so waren es oft nicht nur die Kinder, die beim Abschied Tränen ließen. Draußen vor der Tür rangen häufig auch Mütter um ihre Fassung.

Natürlich haben die Kinder Stress in Kita-Gruppen, und die Mütter wissen das auch. Es mag den Lesern Kipp und Dr. Müller nicht opportun erscheinen, dies auch laut zu sagen, weil "das erheblichen Druck macht" (F.A.Z. vom 30. April). Aber sollen wir diesen Stress der Kinder deshalb ignorieren? Wir müssen ergebnisoffen darüber reden, was Kinder brauchen. Worte wie Wärme, Zuneigung und Ruhe gehören viel öfter in die Diskussion als das Totschlagargument Bildung.

Ich wünschte mir von der Gesellschaft einen liebevolleren Blick auf die Bedürfnisse der Kleinsten, die behütet werden müssen. Das ist unsere erste Aufgabe. Dem unterzuordnen sind alle Modelle der Betreuung.

KATJA LEISTENSCHNEIDER, BOCHUM


Dazu die Anmerkung:


Das “ Totschlagargument Bildung” ist gar kein Argument, sondern eine Phrase einschlägiger Ideologen wie Löhrmann, Kraft, Röttgen, Lindner etc. Sie haben das Bildungssystem schon enorm geschädigt durch drastische Absenkung des Niveaus. Sie wollen die letzten Reste des bewährten dreigliedrigen Schulsystems zerstören, obwohl nur dieses Dreiersystem in den Inhalten und den Unterrichtsformen den verschiedenen Begabungstypen annähernd gerecht wird. Es geht den Düsseldorfer Kita-Blockparteien u.a. um möglichst frühen politischen Einfluß auf die Kinder ohne Rücksicht auf kindliche Grundbedürfnisse. Hannelore Kraft streift dabei totalitären Geist, wenn sie fordert, alle Kinder müßten ab einem Jahr in die Kita.