Freitag, 7. September 2012

Die EZB finanziert keine Staaten, alle Anleihen werden zurückgezahlt, und morgen kommt der Weihnachtsmann





Das waren Zeiten, als die Bundesbank noch allein für die deutsche Währung zuständig war. Heute darf die Bundesbank zwar die Haupthaftung übernehmen, sie hat aber so viele Stimmen wie Malta: eine einzige von 22. Die Mehrheit der alten Weichwährungsländer wie Italien, Spanien und Frankreich zwingen die Bundesbank sogar dazu.


1974, Helmut Schmidt regierte, sah Fritz Diwok das Ende der DM-Legende. Daß die DM abgeschafft werden würde, hat er sich nicht träumen lassen.



Maastricht verbietet die Staatsfinanzierung über den Anleihenkauf durch die EZB aus gutem Grund


Jeder Kreditnehmer ist gehalten, solide zu wirtschaften. Die Zinshöhe zeigt ihm an, wie die Gläubiger sein Verhalten bewerten – je windiger er ist, desto größer ist das Risiko für die Gläubiger, desto höher die Risikoprämie des höheren Zinses.
Mit dem Ankauf von Schrottanleihen von windigen Regierungen manipuliert die EZB das Eurozinsgefüge und leistet Beihilfe zur Konkursverschleppung.
Das ist schlimm.

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(1) Überziehungs- oder andere Kreditfazilitäten bei der Europäischen Zentralbank oder den Zentralbanken der Mitgliedstaaten (im Folgenden als "nationale Zentralbanken" bezeichnet) für Organe, Einrichtungen oder sonstige Stellen der Union, Zentralregierungen, regionale oder lokale Gebietskörperschaften oder andere öffentlich-rechtliche Körperschaften, sonstige Einrichtungen des öffentlichen Rechts oder öffentliche Unternehmen der Mitgliedstaaten sind ebenso verboten wie der unmittelbare Erwerb von Schuldtiteln von diesen durch die Europäische Zentralbank oder die nationalen Zentralbanken.


Art. 123 AEUV (Vertrag über die Arbeitsweise der europäischen Union)

Donnerstag, 6. September 2012

Hatte Töne




Einer der ersten Mauermorde

(Bild: Wiki.)




Dem Musikfreund Hegel verdanken wir die folgende Einsicht: " Die Musik z. B., welche es sich nur mit der ganz unbestimmten Bewegung des geistigen Innern, mit dem Tönen gleichsam der gedankenlosen Empfindung zu thun macht, hat wenigen oder keinen geistigen Stoff im Bewußtsein von Nöthen. Das musikalische Talent kündigt sich darum auch am meisten in sehr früher Jugend, bei noch leerem Kopfe und noch wenig bewegtem Gemüthe an; ... wie wir denn auch oft genug eine sehr große Virtuosität in musikalischer Composition und Vortrage neben bedeutender Dürftigkeit des Geistes und Charakters bestehen sehen.-" Hegel, Aesthetik I, S. 54 (Hotho)

Mit dem Geist beschäftigt sich Hegel logischerweise in einem anderen Buch, in seiner „Phänomenologie des Geistes“.

Ob Eisler die Hegel’sche Ästhetik kannte? Als Marxist wie seine Geschwister war er ja auch Hegelianer, wenn auch umgedreht. Eisler starb am 6. September 1962, in der sowjetisch besetzten Zone, die 1961 von den "rotlackierten Nazis" (Kurt Schumacher) eingemauert wurde. 
Eisler zog es früh zur Politik, zum Marxismus, wie seine Geschwister, allesamt Kinder eines Philosophen.
Musik macht nicht klug, klüger kann aber die Lebenserfahrung machen. Ob Eislers "Ernste(n) Gesänge(n)" von 1961/2 ihren Anstoß in der Einmauerung der SBZ und dem ersten Mauermord an Dieter Wohlfahrt im November 1961 bekam? Gut möglich, doch hielt sich Eisler mit jeder Kritik zurück. Er war zwar von Stalinisten bereits angegriffen worden (Abusch), doch ging es ihm nicht schlecht: er besaß Haus und Garten, wurde gespielt und konnte reisen. Für das Denken war er als Musiker ja, so Hegel, nicht direkt zuständig. Trotzdem kam in seinem letzten Werk die Forderung vor, der Mensch müsse endlich angstfrei leben können. Das war bereits seit Jahren und von Anfang an in der Bundesrepublik Deutschland verwirklicht, als in der SBZ noch die Stasi nach Belieben folterte und Peter Fechter am 17. August 1962 durch die Ulbricht-Schergen von der Mauer heruntergeschossen wurde. Der allzeit geschwätzige Eisler hat zu diesem besonders grausamen Verbrechen öffentlich nichts verlauten lassen.  Er wurde im September 1962 unweit Hegels Grab in Ostberlin beerdigt. Das hat Hegel nicht verdient. 

Mittwoch, 5. September 2012

The Purple Rose of Cairo





Neu auf Kanal 1 - verschleierte Nachrichten














Der arabische Frühling brachte die Knospe, jetzt ist die Rose voll erblüht.
Nach 52 Jahren endlich wieder Voll-Kopftuch im staatlichen Fernsehen. Der Informationsminister der Muslimbrüderschaft hat es geschafft. Bravo.

Dienstag, 4. September 2012

Madonna!









Und jetzt ein Quäkstimmchen a la Madonna








Da sitzt man auf einer schönen Restaurant-Terrasse am Waldrand, quäk, da geht der Außenlautsprecher an.
So geht es leider in vielen Restaurants.
Deshalb :

Du sollst nicht lärmen!
"LAUTSPRECHERAUS"
www.pipedown.de/

Montag, 3. September 2012

Kölner Knochen, Deutzer Dynamik




Völlig ohne Abitur, aber für weitreichende technische Revolutionen gut:
Wilhelm Maybach, aus dem pietistischen Bruderhaus nach Deutz

(Bild: Wiki.)


Die Zeit war noch nicht reif dafür, man las im katholischen Köln den Aristoteles, nicht den Archimedes, außerdem mußten die Kölner Fürstbischöfe sich immer um Wichtigeres kümmern, den jungen Heinrich IV. entführen, etwa, oder die Schlacht von Worringen schlagen, die verloren ging. So blieb Köln Köln, fürstbischöflich und jesuitisch, und Deutz, das sich die Erzbischöfe immer gern unter den Nagel reißen wollten, erhielt 1230 Stadtrechte mit der „Deutzer Freiheit“. 1814 kam es an das protestantische Preußen, die die Gewerbeorientierung der Deutzer gewähren ließ. Das lockte Neubürger an, sogar Protestanten, die sich die erste rechtsrheinische evangelische Kirche bauten. Vom katholischen Dom aus gesehen war das die „Schääl Sick“, die Barbarenseite des Rheins. Dorthin zog es auch den Bauernsohn Nikolaus Otto, der auch kein Abitur besaß und ganz ohne Förderung durch eine Gemeinschaftsschule den bekannten Otto-Motor erfand. In Deutz. Wie das protestantische Leben so spielte, kamen dann in der Gasmotorenfabrik Deutz, gegründet 1864, zwei schwäbische Protestanten dazu, der Schorndorfer Bäckersohn Gottlieb Daimler, und der Frühwaise Wilhelm Maybach aus dem pietistisch-calvinistischen Reutlingen, wo man stinkreich auch heute noch innerweltliche Askese pflegt bei der Kuttelsuppe. Im Bruderhaus des pietistischen Pfarrers Gustav Werner wuchs Maybach seit seinem siebten Lebensjahr auf, dort bekam er auch in der von Werner gegründeten Industrieschule seine Ausbildung, und dort, in der Industrieschule des Bruderhauses, traf er zum ersten Mal Daimler, der als Leiter der Maschinenfabrik den Gewerbenachwuchs unterrichtete. Daimler erkannte Maybachs Talent, der sein Assistent wurde und ihn hinfort begleitete, u.a. zur Gasmotorenfabrik Deutz. Maybach gelang die für den Automobilbau entscheidende Weiterentwicklung des Otto-Motors, er schuf den ersten schnellaufenden Benzinmotor.
Und dann gab es da noch den Frühwaisen Karl, der seinen Vater Johann Georg Benz, einen Lokomotivführer, mit zwei Jahren verlor. Ins Taufbuch der protestantischen badischen Gemeinde Mühlburg wurde er 1844 eingetragen als „Karl Friedrich Michael Wailand“. Ja, die Hugenotten lassen grüßen, den Namen VAILLANT kennen wir auch im protestantischen Bergischen, der Pfarrer hatte den Namen eingedeutscht. Karl Benz war das uneheliche Kind der Josephine Vaillant aus einer französischen calvinistischen Hugenottenfamilie.
Man kann nur staunen, wie das protestantische Industrieleben webte und wob. Lange Zeit durften Kölner Protestanten, die ein Gewerbe gründen wollten, dies nur auf der anderen Rheinseite tun. Die Knochen Wilhelm Maybachs aber holten sich die Kölner Katholiken dann auf ihre Rheinseite, zum Renommieren. Zuvor, 1888, hatten sie Deutz geschluckt.