Donnerstag, 22. November 2012
Die Stoa lebt
Früher gab es Bettelorden, und es gibt sie immer noch, mit dem Ideal der Armut. Das sind aber nur Restbestände, denn ansonsten fordern die Kirchen mehr Geld für alle möglichen Gruppen, ihre eigenen Beschäftigten aber ausgenommen. Insofern kann man ein solches Buch, das einmal nicht dem Anspruchsdenken dient, nur begrüßen.
Mittwoch, 21. November 2012
Und morgen die ganze Welt
Die fundamentalistische Herausforderung sitzt jetzt auch in Kairo und Gaza
Foto mit Kinderleiche:
“Propagandabilder im Gaza-Konflikt
Nichts spricht für einen israelischen Luftschlag
Eine Woche dauern die Kämpfe zwischen Israel und der Hamas nun an. Fotos sind dabei ein probates Mittel der Propaganda, wie ein sehr trostloser Fall beweist. ...
Von JAN LUDWIG, JERUSALEM” FAZ 20.11.12
Das “Palastinian Centre for Human Rights” untersuchte den Ort der Auffindung der Leiche und stellte fest, daß alle Trümmerteile weggeräumt worden waren. Daraus kann man schließen, daß es wohl eine Hamas-Rakete war, die, nicht steuerbar, ihr israelisches Ziel verfehlte und in Gaza einschlug. Der islamistische Kriegstreiber Hanija und sein islamistischer Förderer Kandil, der ägyptische Ministerpräsident, stellten also ein Propagandafoto her. Das kann nicht überraschen, wollen sie doch Israel vernichten. Die HAMAS ist ein Ableger der ägyptischen Muslimbruderschaft, die jetzt die Regierung in Kairo stellt. Man gerät ins Grübeln, was bei diesen Leuten wohl größer ist: ihre Verlogenheit, ihre kognitive Defizienz oder ihre Kriegslüsternheit.
Gestern wurde der neue Polizeichef von Benghasi erschossen. Der alte hat möglicherweise den Angriff auf das US-Konsulat gefördert. Gaddafi war ein übler Despot. Jetzt scheint es in Libyen noch schlimmer zu sein. Die amerikanische und europäische Unterstützung für die libyschen Islamisten hat zudem Mali destabilisiert und im Norden herrschen islamistische Banden.
Man fragt sich, bei wem die Unklugheit am größten ausfällt: bei Westerwelle, Ashton oder Hillary Clinton? Westerwelle dürfte da am besten abschneiden.
Dienstag, 20. November 2012
Originelle Maßnahme
Der Herbst schreitet voran - zuletzt fallen die Ahornblätter mit ihrem intensiven Gelb
Gegen die Mischehe war der Finsterling ohnehin, aber wenn unvermeidlich, dann nur mit katholischen Kindern. Und dann dieser Georg Hermes , den sein erzbischöflicher Vorgänger Ferdinand August von Spiegel noch gefördert hatte. Eine Art kantischen Katholizismus wollte der, das wurde als Häresie verboten bis hin zum Index der verbotenen Bücher. Im Hin und Her von katholischer Aufklärung und katholischer Reaktion sowie im Mischehenstreit zwischen preußischer Verwaltung und Bischof Droste von Vischering verfügte die Regierung in Berlin die Festnahme des dunklen und brutalen Bischofs und seine Verbringung auf die schöne Festung Minden, was am 14.11.1837 geschah. Das war vielleicht nicht besonders feinfühlig und rücksichtsvoll, aber doch sinnvoll für die katholischen Rheinländerinnen, die einen preußisch-protestantischen Beamten oder Soldaten heiraten wollten. Und die Kinder erhielten damit eine Chance, dem wenig arbeitsfreudigen Katholizismus zu entkommen.
Montag, 19. November 2012
Jeder Bruder ist anders
Abdelghani Merah: «Mein Bruder, dieser Terrorist»
“Ähnlich äussert er sich in einem Interview im Rahmen einer Dokumentation, die Sonntag um 22.45 Uhr vom französischen Fernsehsender M6 ausgestrahlt wurde. Darin sagt Abdelghani laut der Website RTL.be: «Meine Mutter hat immer gesagt: ‹Wir Araber wurden geboren, um Juden zu hassen.› Ich habe das meine gesamte Kindheit hindurch gehört.»” Tagesanzeiger Zürich 11.11.12 (http://snipurl.com/25nbbyz)
Der Algerier Mohamed Merah tötete im März in Toulouse und Umgebung drei jüdische Kinder, einen Rabbiner und drei Fallschirmjäger.
Da es sich bei der arabischen Familie um ein zutiefst kollektivistisches Gebilde handelt, handelt es bei dieser öffentlichen Distanzierung des Sohns und Bruders von der Familie, die weiterhin stolz auf ihren Serienmörder ist, um eine sehr mutige Tat, die ihn möglicherweise auch in Gefahr bringt.
Es dürfte ein lesenswertes Buch sein.
Sonntag, 18. November 2012
30 bis 35 Stunden
Der “Bund Freiheit der Wissenschaft” tagte in Köln in frommem Hause, auf der Leinwand noch Kardinal Newmans Maximen für die Universitätsbildung
Es war dunkel, der Professor nuschelte vor sich hin, es war schrecklich. So zitierte Elmar Tenorth auf der Tagung “Bildung durch Wissenschaft - wie ist das zu verstehen? Die Idee der Universität in ihrer Geschichte” einen Studenten, einen Hegel-Schüler. Und er stellte dazu verallgemeinernd fest, was auch möglich ist: schlechte Lehre, gute Studenten.
So kann es sein, jedenfalls ist der breit interessierte Student, der studieren will, die Hauptsache. Und wenn einer wie Albertus Magnus mit den Jahren immer noch breit interessiert und studien- und forschungsgeneigt ist, dann können ihm, was läge näher, die Umrisse einer Universitätsidee aufscheinen. Ludger Honnefelder nahm sich dieses Themas an, er bot einen Überblick über die mittelalterliche Hochschule, in der sich die Artistenfakultät von der Eingangsstufe zur gleichwertigen Fakultät emanzipierte, später die “Philosophische Fakultät” geheißen.
Bildung durch Wissenschaft? Das könne die Universität nicht liefern, meinte Tenorth in seinem Vortrag “Das Studium der Massen - wie geschieht Bildung heute?”, aber sie kann durch ihre Strukturen Bildungprozesse erleichtern oder erschweren. Durch ihr Lehrangebot, durch ansprechbare Lehrer, durch ein günstiges Verhältnis von Lehrern und Studenten. Das ist sicher richtig, doch liegt allein in der Tatsache der Massenuniversität, die den einzelnen Studenten kaum zur Geltung kommen läßt, ein strukturelles Zahlenproblem. Die vernutzten Räume und die Lieblosigkeit der meisten Einführungsveranstaltungen an deutschen Staatsuniversitäten sprechen eine deutliche Sprache. Dies kontrastiert scharf zu den ehrwürdigen Oxbridge-Unis Großbritanniens, deren eine, Oxford, der spätere Kardinal John Henry Newman besuchte, was im Englischen mit “educated in Oxbridge” ausgedrückt wird. Der Theologe Johannes Schwanke aus Tübingen skizzierte Newmans Universitätsvorstellungen, die ganz seinem Studienort abgesehen waren und ein enges Betreuungsverhältnis vorsahen. Das hört sich jesuitisch an, bei Humboldt jedoch heißt es:
“Das Collegienhören selbst ist eigentlich nur zufällig; das wesentlich Nothwendige ist, daß der junge Mann zwischen der Schule und dem Eintritt ins Leben eine Anzahl von Jahren ausschließend dem wissenschaftlichen Nachdenken an einem Orte widme, der Viele, Lehrer und Lernende in sich vereinigt.” (W.v. Humboldt, Königsberger Schulplan, Menze S. 103)
Hier sind nur stark interessierte Studenten angesprochen, wie Humboldt einer war, und darunter eigentlich auch nur diejenigen, die keine Berufsausbildung brauchen, weil sie, wie Humboldt, versorgte Erben sind. Zweifellos findet in einer solchen Universität Bildung statt, und die englischen und amerikanischen Universitäten der ersten Reihe pflegen noch ein Stück dieser Gentleman-Ausbildung, die nicht in erster Linie eine Berufsausbildung im Auge hat. Entsprechend können die Absolventen dann auch Berufswege unabhängig von ihren Studienfächern einschlagen. Die Vorteile liegen auf der Hand, aber es kann sie nur an Orten jenseits der Massenuniversität geben. Und an der Massenuni hat es auch der breit interessierte Student schwer unter den vielen wenig oder gar nicht interessierten Mitstudenten, die im Durchschnitt nur 30 bis 35 Stunden die Woche in und für die Uni arbeiten (Tenorth).
Und Humboldt dürfte unbedingt noch zu ergänzen sein um die Bildung durch Selbstbildung. Der junge Mensch braucht nicht nur äußere Stoffe, sondern auch Texte zur Selbsterkenntnis und Selbstfindung. Sonst hilft alle äußere Bildung nur wenig, zu wenig.
Hauptziel des Menschen kann sinnvollerweise nur sein, ein stabiles, überwiegend zufriedenes Leben zu führen. Das ist ohne Selbsterkenntnis und ohne Selbstfindung nicht zu haben.
Abonnieren
Posts (Atom)

