Samstag, 15. Juni 2013

Die ewige Wiederkehr des Gleichen

Und so wechselt man die Zündkerzen am Thunderbird - die Präsidentengattin Lady Bird Johnson besucht 1966 eine HEAD-START-Klasse und liest vor. Die beiden Jungs im Vordergrund bersten vor Interesse.  
(Bild: Wiki.)  


Auch der Volkswirt James J. Heckman (Uni Chikago) plädiert für mehr Gleichheit. In den USA. In seinem Buch “Giving kids a fair chance” plädiert er für eine großflächige frühkindliche Förderung bei Problemgruppen wie alleinerziehenden Müttern und bildungsfernen Familien.
Das ist eine alte Debatte. Die “Headstartprogramme” der sechziger Jahre haben nicht die Ergebnisse hervorgebracht, die man sich erhoffte. Manche afroamerikanischen Milieus verblieben bis heute problematisch, während asiatische Milieus diese Probleme nicht aufweisen. Offenbar kommen Koreaner, Japaner, Chinesen, Vietnamesen etc. mit der amerikanischen Gesellschaft und dem amerikanischen Bildungssystem weit besser zurecht als die alteingesessenen Afroamerikaner. Ähnliches lehrt ja auch der Blick nach Afrika. Es wäre also zu fragen, ob nicht andere Schulformen mit großen praktischen Anteilen und eine Verkürzung der Schulzeit mit anschließender dualer Ausbildung zielführender wären. Heckmann ist Nobelpreisträger. Da sollte man doch etwas mehr erwarten als das Wiederkäuen des alten Krams.  

Zu HEADSTART-Programmen s. Eysenck S. 153ff.

Freitag, 14. Juni 2013

Revolution ist das Opium der Intellektuellen









Auf die Frage eines Schülers nach dem Existenzialismus Sartres:
Jeder Mensch weiß, wie er sich für sich fühlt, schon als Säugling fühlt er sich existent. Kierkegaard hat diesem Existenzgefühl philosophisch Ausdruck gegeben und alles andere, bei ihm den Christenglauben (“Essenz”), daran angeknüpft.
Sartre verbindet das Existenzgefühl mit politischen Phänomenen. In "Das Spiel ist Aus" geht es aber eher um existenzielle Routinen, Pfadabhängigkeiten und alltägliche Zwangsläufigkeiten; die Evolutionsbiologen würden vom stammesgeschichtlichen Erbe sprechen.
Wie Camus sieht Sartre aus der Monadenhaftigkeit der Existenz einen Ausweg im gesellschaftlichen Handeln, Sartre wird Marxist und findet dann auch Stalin und Mao prima. Zuviel denken kann eben auch dumm machen.
“Der existierende Mensch kann von einem Ideensystem nicht verschlungen werden; denn was immer man auch über das Leid sagen und denken mag, es entzieht sich doch dem Wissen genau in dem Maße, in dem es an sich und für sich erlitten wird und das Wissen es nicht abzuändern vermag. ... Diese Innerlichkeit, die sich aller philosophischen Bemühung gegenüber in ihrer Beschränktheit und in ihrer unendlichen Tiefe zu behaupten sucht, diese jenseits des sprachlichen Ausdrucks - als persönliches Wagnis jedes einzelnen gegenüber den anderen und Gott - liegende Subjektivität, genau das hat Kierkegaard EXISTENZ genannt.”
Sartre, Marxismus und Existenzialismus, 1964, S. 12f.
Ich finde, Kierkegaard wird bei Sartre gut erfaßt. Diese Kierkegaard’sche Existenzdimension fehle im umlaufenden Marxismus, den er einem mechanischen Determinismus huldigen sieht, so Sartre. Der sei aber bei Marx selbst nicht angelegt: “Und doch enthielt … der eigentlich Marx’sche Marxismus mit der Hervorhebung des dialektischen Gegensatzes von Erkennen und Sein die unausgesprochene Forderung auf eine existenzielle Grundlegung der Theorie.”
Das war leider nur Philosophenunsinn, aber immerhin sah er dieses Problem und er versuchte eine Lösung. Gelungen ist ihm das nicht. Sartre wurde Parteigänger der KP, distanzierte sich aber von den rollenden Sowjet-Panzern in Budapest 1956. Traurig für seine Statur war 1974 der Besuch des miesen kleinen Killers Andreas Baader in Stammheim, den er allerdings hinterher ein „trou du cul“ genannt haben soll.

Würde Sartre, wenn er von einer ‚Direktion’, wie in seinem Stück „Das Spiel ist aus“ von 1947, eine erneute Lebenschance bekäme, aus dem Sumpf der theologisch gelagerten Philosophie herausfinden und den marxistischen Blödsinn vermeiden können?

Donnerstag, 13. Juni 2013

Was haben sie 2012 vorausgesagt?




Weil sich das Geschwätz von gestern als saublöd herausstellt, schwafeln sie jetzt von “häufigeren Extremwetterereignissen”, und die angeschlossenen Medien der Republikschrifttumskammer verbreiten die Propaganda brav.  





„Wird die Elbe im Sommer zum Rinnsal und im Winter zur reißenden Gefahr? Forscher
haben Klima-Szenarien für Deutschlands Regionen bis zum Jahr 2100 durchgespielt.
Eines scheint klar: Besonders auf Ostdeutschland kommen teure
Zeiten zu. Hitzetote und Wassermangel im Sommer, Existenzangst durch Hochwasser
im Winter: Nach den jüngsten Berechnungen der Wissenschaftler des Potsdam-Instituts
für Klimafolgenforschung (Pik) stellt die globale Erwärmung auch Deutschland in den
kommenden Jahrzehnten vor große Herausforderungen.“ FOCUS 24.9.12
Ja, wir haben gerade großen Wassermangel in Ostdeutschland! Und große Hitze! Schellnhubers Potsdam-Institut macht Wissenschaft nach der Kaffesatz-Methode und gewinnt wie die Hütchenspieler immer – nämlich Steuergelder, viele Steuergelder. Wären die Steuergelder Wasser, Schellnhuber wäre längst darin versoffen.

Bedauerlicherweise verbreiten viele Medien den PIK-Blödsinn regelmäßig, besonders tut sich dabei seit Jahren FOCUS-Redakteuer Michael Odenwald hervor, der FOCUS überhaupt. Ich habe mein FOCUS-Abonnement deswegenschon vor Jahren gekündigt.  

Mittwoch, 12. Juni 2013

Sinn noch nicht in Sicht








Simon Eickhoff vom Jülicher Institut für Neurowiss. und Medizin sprach an der TU Dortmund (Koll. “Biologie und Gesellschaft”) über “Von Fasern zu Gefühlen”.
Aus seiner Inhaltsangabe:
“... So selbstverständlich beide Aspekte, biologische Struktur und mentale Leistungen erscheinen, so waren sie doch in der gesellschaftlichen wie wissenschaftlichen Betrachtung der letzten Jahrzehnte oft getrennt. Das Denken und Fühlen lag vor allem in der Domäne der Psychologie, während sich die Anatomie mit dem Feinbau des Gehirns beschäftigte.
Gerade über die neuen Möglichkeiten der funktionellen Bildgebung haben sich beide Perspektiven in den letzten Jahren wieder stark aufeinander zu bewegt. Und so ist es ein zentrales Anliegen der heutigen neurowissenschaftlichen Forschung, den Zusammenhang zwischen Struktur und Funktion des Gehirns besser zu verstehen. … Dieser Vortrag bietet einen Einblick in die moderne Hirnforschung und soll dabei Antworten auf folgende Fragen liefern: Wie lassen sich die Struktur, Funktion und Interaktion im menschlichen Gehirn untersuchen? Worüber lassen sich heute schon Aussagen treffen? Wo liegen weitere Perspektiven einer integrierten Betrachtung des Organs Gehirn und seiner Leistungen?”     

Zur Bedeutung seiner Arbeitsrichtung präsentierte Eickhoff eine eindrucksvolle Statistik über die Krankheiten, die die Lebenszeit beschweren und verkürzen:
1. Depression  2. Alkoholabhängigkeit  3. Osteoarthritis  4. Demenz  5. Schizophrenie 6. Bipolare Erkrankungen  7. Schlaganfall  8.Lungenleiden  9. Unfälle  10. Diabetes    

Nach der gängigen Empfehlung sollte man ja nur den Statistiken Glauben schenken, die man selbst manipuliert hat. Zudem sind die Diagnosen im psychiatrischen Bereich wesentlich weicher als in der Physiologie. Trotzdem kann man nachvollziehen, daß sich in einer Wohlstandsgesellschaft, die den Hunger überwunden hat, verstärkt psychische Probleme in den Blick geraten. Besonders, wenn man dafür Forschungsgelder bekommt und teure Geräte wie die MagnetResonanzTomographen. (Die sollen bei Kindern Krebs auslösen, hat irgendeine Alarmistentruppe behauptet, da schließt sich die nächste Forschungsaufgabe an.) Per MRT können aber Eickhoff uns seine Mitarbeiter die Feinauflösung der Bildgebung bei der Hirnanatomie in bisher nicht erreichte Dimensionen treiben und die Axone, die Verschaltung der Hirnareale präziser erfassen. Das hat sicher seinen guten Sinn, und wenn man auch nicht die Sinnebene betreten kann, so doch, in Kombination mit Testverfahren, die Aktivität des Gefühlshirns (Amygdala) bei verschiedenen dargebotenen Reizen.

Vielleicht läßt sich auf diese Weise zukünftig manche problematische Diagnose im breitbandigen Bereich der Depressionen und Schizophrenien genauer stellen. Die Psychologie wird jedoch dadurch nicht wesentlich entlastet. Sie arbeitet feiner und billiger. Bei Alzheimer und Demenzen könnten indes größere Ergebnisse erwartet werden, die nur durch den Blick in den Kopf erreichbar sind.  

Dienstag, 11. Juni 2013

2x Transparenz







Ob da nicht nichtdeklarierte Euros eingenäht sind? Verdächtige Unterhose.



Seit Jahren kontrolliert der deutsche Zoll vor der Schweizer Grenze in der Bahn und auf der Autobahn Reisende auf Bargeldbeträge über 10.000 Euro. Das Gleiche tut er vor der Luxemburger Grenze. Besonders die Fahrer größerer Autos dürfen sich öfters bis auf die Unterhose ausziehen, beim Auto wird alles peinlich untersucht bis auf die Radkappen. Es handelt sich dabei nicht um gewaltbereite Verbrecher, sondern um normale, meist ältere  Reisende jenseits der 60, die einen wohlhabenden Eindruck machen. Darunter sind auch Steuerverkürzer und Steuerhinterzieher. Harmlos, unbewaffnet, ohne Bomben. Man mag diese Fahndung begrüßen oder für übertrieben halten - in jedem Fall geht es nicht um die Bedrohung, Verstümmelung oder Ermordung von Menschen. In der FAZ wurde über diese Zollmethoden berichtet, nicht aber in den großen Massenmedien. Heute berichtet der DLF erstmalig darüber. Allerdings in einer Art und Weise, die als Hofberichterstattung für den Zoll gelten kann.


Ein amerikanischer Inlandsgeheimdienst hat den Datenverkehr des Internets auf verdächtige Merkmale hin überwacht. Weltweit. Wer hätte das gedacht! Sie haben nicht die Kristallkugel befragt. Genau das haben sie getan, wofür sie bezahlt werden. Nach vielen Anschlägen mit vielen Toten und Verstümmelten überall auf der Welt. Es geht also um Schwerstverbrecher. Es geht darum, Massenkiller wie die Hamburger Studenten um das Mordkommando Atta frühzeitig zu erkennen und unschädlich zu machen.


Während das Ausziehen von vermuteten Steuerverkürzern eine anerkennende Reportage bekommt, giften der DLF und die Medien vom Focus bis zur unsäglichen taz gegen die Schwerstverbrechersuche der Amerikaner. Haben diese Journalisten die furchtbaren Massenanschläge in Madrid und London schon vergessen? Wohl kaum, denn jüngst wurde in London auf offener Straße ein Militärmusiker in Zivil von zwei Islamisten überfallen, mit dem Fleischerbeil zerhackt und dann enthauptet. Von der Zerhackung und Enthauptung war in den deutschen Kanälen nichts zu hören. Dazu mußte man, wie bei den Nazis, Auslandssender hören. Ob sich die taz sogar klammheimlich gefreut hat? Als der Bundesanwalt Buback mit seinem Fahrer von linken Terroristen ermordet worden war, wurde an der Göttinger Uni ein anonymes Flugblatt mit “klammheimlicher Freude” verteilt.
“2001 gab sich der Literaturwissenschaftler und Deutschlehrer Klaus Hülbrock gegenüber der taz als der Göttinger Mescalero zu erkennen und wies darauf hin, dass er 1999 einen Brief an Michael Buback, den Sohn des ermordeten Generalbundesanwalts, geschrieben habe. Darin habe er zum Ausdruck gebracht, schrieb Hülbrock in einem offenen Brief 2001, dass ihm seine Worte von 1977 ‘heute weh tun.’” (Wikip.)

Der Buback-Mord der RAF konnte nicht nur nicht verhindert werden, er wurde auch bis auf den heutigen Tag nicht aufgeklärt.