Samstag, 2. Juni 2018

Das kann den Rückschlag in die Barbarei erklären











Langlebige Tradition

“Die Struktur des osmanischen Reiches scheint ihm (Ahmet Insel, WD) ‘Indizien’ zu bieten, ‘die in die Richtung des sultanistischen Patrimonialismus von Max Weber weisen.’ ‘Diese Ordnung’, fügt er hinzu, ‘ist nicht nur für den osmanischen Staat kennzeichnend. Wir finden sie auch in den islamisch-arabischen und in den aus nomadischen Stammesgesellschaften hervorgegangenen Staaten wieder.’ Insel legt jedoch Wert darauf zu zeigen, daß diese mehr oder weniger ‘patrimonialen’ Strukturen sich nach 1920 in der republikanischen Türkei in modernisierter, verwestlichter Form fortgesetzt haben. Die neuen Machteliten wollten, ganz wie ihre Vorgänger, von oben durch den Staatsapparat, den sie beherrschten, eine Ökonomie und überhaupt ein soziales Leben neuen Typs installieren. Sie fanden jedoch keine Unterstützung in der Gesellschaft und ließen im übrigen keinerlei gesetzlich anerkannten Freiraum für autonome soziale Aktivitäten zu. … daß es in der Türkei eine moderne kapitalistische Entwicklung gab, während man gleichzeitig im Rahmen eines tief vom Patrimonialismus durchdrungenen Systems verharrte.”

Rodinson, Maxime, Islamischer Patrimonialismus - ein Hindernis für die Entwicklung des modernen Kapitalismus?, in: Schluchter, Hg., Max Webers Sicht des Islams, 1987






Freitag, 1. Juni 2018

E. MacDowell: Sea Pieces Op.55

Zurück zur Volkswirtschaft



Die Nation ist weiterhin der Handlungsraum für alle aufbauenden Prozesse von der Familie bis zur Ausbildung, von der Wirtschaft bis zur politischen Öffentlichkeit und Willensbildung. Die Davos-Elite und ihr verbundene linke Parteien haben allerdings mit ihrer bedingungslosen Forcierung globaler Fertigungen und Lieferketten die Volkswirtschaft unterminiert und die Nation geschwächt. Wenn Apple in China fertigen läßt, kommt das dem Preis und dem Unternehmen zugute, tritt aber die nationalen Fertigungen und Arbeitsplätze in die Tonne. In moderatem Ausmaß ist das tolerabel, aber nicht so, daß Facharbeiterarbeitsplätze wegfallen und Hilfsarbeiterjobs neu geschaffen werden. Wie in Deutschland, wo Massenstahl den chinesischen Diktaturunternehmen geopfert wurde und alberne Vapiano-Jobs geschaffen wurden. Jedes Land muß darauf achten, qualifizierte Arbeitsplätze zu erhalten, auch auf Kosten der Verteuerung von Produkten. Den käuflichen Millionenmanagern ist dieser Punkt gleichgültig, sie sind tatsächlich eine internationale Elite, die weitgehend unter sich bleibt und Heimat für Unsinn hält. Ihnen kann man so wenig über den Weg trauen wie den Wirtschaftsgroßexperten der Marke Samuelson; dieser Nobelpreisträger stellte seine Nobelpreisqualifikation schon dadurch unter Beweis, daß er noch in den 60er Jahren prognostizierte, daß die Sowjetunion die USA wirtschaftlich überflügeln werde:

„Und ein von Nobelpreisträger Paul Samuelson verfaßtes ökonomisches Lehrbuch, das an den Universitäten mit Eifer gelesen wurde, prognostizierte mehrfach die ökonomische Vormachtstellung der Sowjetunion. In der Ausgabe von 1961 sagte Paul Samuelson voraus, das sowjetische Volkseinkommenwerde jenes der Vereinigten Staaten möglicherweise schon vor 1984, mit großer Wahrscheinlichkeit jedoch bis 1997 übertreffen. In der Ausgabe von 1980 blieb die Analyse so gut wie unverändert, doch die beiden Daten waren durch 2002 und 2012 ersetzt worden.“


(Acemoglu/Robinson, Warum Nationen scheitern, 2012, S. 167)(2009 verstarb der “Experte”.)




















Dimitry Olevsky: Pablo Sarasate-Playera Op. 23 Spanish Dances