Samstag, 25. August 2018

Viele schöne Erzählungen











Theodor Storm

Die Regentrude

Einen so heißen Sommer, wie nun vor hundert Jahren, hat es seitdem nicht wieder gegeben. Kein Grün fast war zu sehen; zahmes und wildes Getier lag verschmachtet auf den Feldern.
Es war an einem Vormittag. Die Dorfstraßen standen leer; wer nur konnte, war ins Innerste der Häuser geflüchtet; selbst die Dorfkläffer hatten sich verkrochen.
…
Aber dann regnet es doch wieder: “»Freilich, Andrees; und prächtig grün ist sie geworden! Aber siehst du denn nicht, daß es unser Dorfbach ist, auf dem wir fahren?«
»Richtig, Maren; aber was ist denn das dort? Das ist ja alles überflutet!«
»Ach, du lieber Gott!« rief Maren, »das sind ja meines Vaters Wiesen! Sieh nur, das schöne Heu, es schwimmt ja alles.«”

Ja, so ist das mit dem Wetter.

(Der Text steht im Netz, es ist ein hübsches Märchen von 1863 von Onkel Storm (1817-1888.)





Freitag, 24. August 2018

Braunkohle?


Billig, zuverlässig, heimischer Rohstoff, sogar in NRW. Dafür braucht es keine neuen Stromtrassen mit ca. 3% Verlust pro 100 km. Keine Erdarbeiten für die Kabelverlegung, keinen Materialaufwand. Dazu die Denkschrift der NRW-Akademie der Wissenschaften:
"Die heimische Braunkohle kann als eine relativ günstige Energiequelle nicht hoch genug eingeschätzt werden. ... einer potentiellen Reichweite von mehreren 100 Jahren ..."



(„Die Energieversorgung sichern“ , Denkschrift der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften, S. 12f.)















Sommerende



Benn
Tag, der den Sommer endet

Tag, der den Sommer endet,
Herz, dem das Zeichen fiel.
Die Flammen sind versendet,
die Fluten und das Spiel.

Die Bilder werden blasser,
entrücken sich der Zeit.
Wohl spiegelt sie noch ein Wasser,
doch auch dies Wasser ist weit.
…
18°C nach den heißen Hundstagen, dazu ein herbstlicher Wind - das ist so ein signifikanter Tag, der den Herbst ankündigt.
Benn wendet das jahreszeitliche Phänomen ins menschlich Existenzielle mit dem Fluchtpunkt des Todes - “doch auch dies Wasser ist weit”. Das spielt auf das mythische Wasser des Acheron an, auf dem der Fährmann Charon ins Schattenreich geleitet.
Auch Thomas Manns “Tod in Venedig” endet mit einem Wasserbild. Für Charons steht dort der “Psychagog”, der Seelenführer Tadzio.

Aber bekanntlich hat nicht nur der Herbst noch ein paar schöne Tage.














Noch nie gehört - die Koreaner machen das. /// Voces Intimae Op. 56 - Jean Sibelius

Donnerstag, 23. August 2018

Strenger Winter nach Dürre und Hitze









Auf die Sommerhitze von 1783 und die schlimme Dürre folgte ein strenger Winter mit viel Schnee. “An der Wetterwarte in Mannheim beobachtete man vom 24. Dezember 1783 bis zum 21. Februar 1784 29 Schneefallereignisse, die zum Teil tagelang andauerten.”
Die Schneehöhe erreichte anderthalb Meter und sperrte die Menschen in ihren Häusern ein.
“Die Nachrichten von dem außerordentlichen häufigen Schnee, welcher gegen Ende des vorigen Monats, in ganz Deutschland, Frankreich, Italien, Engelland, Holland und allen übrigen Ländern gefallen ist, überschreiten beinahe die Gränzen der Glaubwürdigkeit.”
(Hamburger Adreß- und Comptoir-Nachrichten 1784, zit. bei Rüdiger Glaser, Klimageschichte Mitteleuropas, 1000 Jahre Wetter, Klima, Katastrophen, 2001, S. 205)

Ein Katastrophenjahr. Unsere Klima-Falschspieler verschweigen die Klimageschichte.