Freitag, 26. April 2019
Ein Imperium zu erobern fällt nicht schwer - es zu Wohlstand und Stabilität zu führen aber sehr!
Karl der Große war groß - etwa 1,90m. Sein Skelett wurde gemessen. Wie groß war er als Politiker? Da fragen wir nach der Stabilität des Reiches, das er seinem Sohn Ludwig übergab. Dieser wurde später Ludwig der Fromme genannt, im Streit mit seinem Neffen König Bernhard von Italien blendete er diesen und verursachte so dessen Tod.
“Ausdrücklich gebot Karl, auch seinen Enkel Bernhard, den Sohn Pippins, als König Italiens anzuerkennen … Ludwig mußte wohl deshalb eigens die Regelung vor dem Krönungsaltar beschwören - und brach diesen Eid nach wenigen Jahren. Es war der Auftakt zum Ende des Karlsreiches.”
(Johannes Fried, Karl der Große, Gewalt und Glaube, S. 585)
Die persönliche Herrschaft gestützt auf Vasallentum gewährleistet keine Stabilität nach dem Tod des Monarchen. Nur Institutionen scheinen geeignet zu sein, Übergänge relativ stabil zu moderieren - und sei es durch die Ermordung eines Usurpators wie Cäsar durch Senatsmitglieder. In Rom war es der Senat, situiert in einer großen Stadt mit ihrer Öffentlichkeit, die dem Imperium Romanum eine erstaunliche Dauer verlieh.
Bild: Wikip.
Donnerstag, 25. April 2019
Der Treueid
Auch optisch machten die Athener was her - Athena im Aphaia-Tempel. (Wikip.)
Das Christentum besitzt keinerlei Sinn für Freiheit. Für persönliche Entwicklung. Das Format der katholischen Kirche ist die absolute Monarchie. In diesem Sinne ließ Karl d. Gr. jeden Untertan ab 12 Jahren vor seinen Gesandten (“missi”) den Treueid auf ihn schwören:
“Ich schwöre, … daß ich von diesem Tag an Karl, dem frömmsten Kaiser, dem Sohn des Königs Pippin und der Königin Bertrada, reinen Geistes und ohne Trug und böse Absicht, von meiner Seite zu seiner Seite und zur Ehre seines Reiches (regnum) treu sein werde, wie von Rechts wegen ein Mann seinem Herrn treu sein soll. Wenn Gott und diese Reliquien der Heiligen, die hier sind, mir helfen, so will ich es die Tage meines Lebens nach meinem Willen, soweit Gott mir Verstand gibt, halten und zustimmen.”
(Johannes Fried, Karl der Große, Gewalt und Glaube, S. 522)
Das hört sich schon sehr ekelhaft an. Wieviel weiter - politisch und menschlich - war man im antiken Athen!
Mittwoch, 24. April 2019
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