Donnerstag, 9. Dezember 2021

Tichys Ausblick Talk: „Inflation kommt plötzlich“ – Hans-Werner Sinn im ...

Ein sehr wichtiges Gespräch über die gegenwärtige deutsche und europäische Wirtschafts- und Finanzpolitik. Erstaunlich, daß Sinn dabei eine positive Ausstrahlung bewahrt. 

Sonntag, 5. Dezember 2021

Klimaschau #84: Spielt die Sonne beim Klimawandel doch eine größere Roll...

Die Svensmark-Shaviv-Hypothese bleibt sehr interessant, mal sehen, was da noch kommt. 

Samstag, 4. Dezember 2021

Ein Vater der deutschen Zollunion

1789 wurde Friedrich List in Reutlingen geboren, am 30. November 1846 starb der persönlich schwierige Wirtschaftsjournalist, Nationalökonom und Politiker durch Freitod.

1789 war die französische Revolution noch ehrenwert und kein Schurkenstück von Moralisten wie Robespierre. In Reutlingen gab es allerdings französischen Einfluß anderer, calvinistischer Art. Der vertrug sich gut mit Gewerbe und Gewerbefleiß. Revolutionen waren da nicht nötig.

Bäckerssohn Daimler lernte in Reutlingen den Frühwaisen Maybach in der Werkstatt des pietistischen Brüderhauses kennen; das hatte automobilindustrielle Folgen, wie man weiß.
List war Protestant aus dem Kernland des protestantischen Schwabens, und wirtschaftliches Denken - ganz anders als dem heutigen, antiwirtschaftlichen Protestantismus - lag ihm nahe. So wurde er denn auch in sehr frühem Alter von 27 Jahren im protestantischen Tübingen der erste deutsche Professor für Nationalökonomie. Diese verdankt ihm den Begriff der “produktiven Kräfte”. “Für ihn lag der Reichtum der Nationen nicht in der Menge der Güter, über die sie verfügen können, sondern in den wirtschaftlichen Möglichkeiten der Produktion und ihrer Nutzung. ‘Die produktive Kraft, Reichtum zu schaffen, ist unendlich viel wertvoller als der Reichtum selbst.’”* Deswegen war List auch für Schutzzölle, jedoch gegen deutsche Binnenzölle.
* Jürgen P. Hoffmann, Die großen Wirtschaftsdenker, S. 78

Freitag, 3. Dezember 2021

Kontrollillusion

“Die Konsequenz ist, daß die Praxis typisch unter einer Kontrollillusion lebt, als ob sie tatsächlich über Riesenmengen kausaler Faktoren (Ursachen und Wirkungen) jetzt disponieren könnte; … Wir treffen hier auf die Wurzel der hochgradig illusionären und zugleich äußerst wirksamen (weil motivierenden) Kausalvorstellungen des politischen Handelns. Und nur dank dieser Illusion, die zur Selbstzurechnung führt, kann man überhaupt von politischem Handeln sprechen.” 

(Luhmann, Die Politik der Gesellschaft, S. 24)


Die Unsicherheit im politischen Handeln erfordert grundsätzlich Absicherungen, wenn das verfolgte Handeln nicht erfolgreich sein sollte. Eine solche Absicherung verlangt die Möglichkeit, als Ursache für das Versagen Sündenböcke präsentieren zu können. Im Falle von Sars2/mRNA - eines wenig wirksamen Präparats per Notfallzulassung  - folgt das pol. S. der Maxime: mehr hilft mehr; wenn alle mRNAgeimpft sind, leben alle weiter. Die Aktion zieht sich hin bis zum Frühjahr hin, so daß das Impfende und das Saisonkrankheitenende zusammenfallen und eine erfolgreiche politische Zurechnung erfolgen kann. 

Auf einer anderen Ebene sammelt man auch Erfahrungen mit Notstandsmaßnahmen. 


Wissenschaft und Politik


“In der Tat macht nun die Politik einen rasch fortschreitenden, sich ausweitenden Gebrauch von der Wissenschaft. … Beiräte dienen den politischen Instanzen nicht selten als Dekor. … Die zweite, hier noch rasch zu erwähnende, damit verwandte, aber nicht identische Funktion, die wissenschaftliche Beiräte heute nicht selten erfüllen, ist die bekannte Feigenblattfunktion. … Die Figur ist immer dieselbe -: man tut, was man sowieso tun wollte, sagt aber, man täte es, weil es die Professoren geraten haben.”

Hermann Lübbe, Theorie und Entscheidung, 1971, S. 56f.  


Besonders beliebt ist inzwischen auch eine vorausschauende Besetzungspolitik aus den eigenen Reihen.