Samstag, 8. Mai 2010

Ernst von Weizsäcker, Norwegen




Kein Platitüdenlieferant - Golo Mann (1909-94; folgte im Mai 1933 seinen Eltern ins Exil)






- Ernst von Weizsäcker, Vater von Richard, wurde 1938 Hitlers Staatssekretär im Außenamt, schon ein recht seltsames Datum, da hatte Hitler schon zahlreiche politische Morde durch die Terrorbanden von SA und SS verüben lassen, diese griffen seit Jahren brutal jede Opposition und Juden an - ja, da kann man Staatssekretär bei Ribbentrop werden, wenn man es tut, um tatsächlich gegen Hitler vorzugehen, man konnte ihn zB aus der Nähe mehrmals in den Kopf schießen, das hätte den Führer-Mythos nachhaltig zerstört, das hätte rechtzeitig Entscheidendes geändert, denn der große Krieg und der Judenmassenmord waren ganz speziell das Projekt dieses einen Individuums - Golo Mann hat das in seiner DEUTSCHEN GESCHICHTE sehr anschaulich dargelegt - der Tod Hitlers hätte nicht automatisch die Befreiung von der Nazidiktatur herbeigeführt, aber die charismatische, bannende Figur an der Spitze der Staatsmaschine im staatsgläubigen Deutschland wäre beseitigt worden, das wäre ein guter Grund gewesen, 1938 Hitlers Außen-Staatssekretär zu werden, das hätte Weizsäcker entschuldet, aber dazu war er zu staatsgläubig und zu feige, zu opportunistisch und zu staatsdienerisch, und so wurde er mit sieben Jahren Haft im Nürnberger Prozeß 1949, verteidigt von seinem Sohn Richard, wohl angemessen bestraft.-
Interessant zu sehen ist, wie es Vater und Sohn stets in die Nähe der Macht zog.

- Norwegen, übrigens, versorgt Deutschland zu einem großen Teil von etwa 30% mit Erdgas und Erdöl, das große Ekofisk-Feld soll noch sehr lange fördern, ebenso wird das von dem Statoilfeld (Öl) und dem Trollfeld (Gas) erwartet, alle drei Meeresfelder. Gleiches wird von neuen Funden in der Barentsee erwartet. (Vortrag HDT 20.11.10)
Norwegen ist ein Gründungsmitglied der NATO, trat bisher aber weder der EU noch gar der Eurozone bei. Sind sie deshalb schlechte Europäer? Das wird niemand behaupten können.

Keine Kommentare: