Mittwoch, 22. Juni 2011

Akademikerblase in Ägypten, Wohlstand in Singapur








Ägypten:
Jahr … Einwohner
1900 … 12 Mill.
1961 … 28 Mill.
1985 … 50 Mill.
2010 … 85 Mill.

Von 12 Mio. auf gewaltige 85 Mio. ! Wie soll man dieses Reproduktionsverhalten nennen?
Eine solche gewaltige Bevölkerungszunahme stellt jede Gesellschaft vor Probleme. Wenn gleichzeitig fast keinerlei wirtschaftliche Entwicklung stattfindet, wenn keine Industrie aufgebaut wird, die Landwirtschaft die Millionen nicht ernähren kann, dann wird ein solches Land zu einem der größten Weizenimporteure der Welt. Und die Jugendarbeitslosigkeit wächst ins Unermeßliche:
“ Like Tunisia, Egypt also has a massive youth-unemployment problem. Unsurprisingly, it also has a system of "free" college education.
In Egypt, enrollment in tertiary education increased from 14 percent in 1990 to approximately 35 percent in 2005. Yet this has not helped the unemployment rate among recent grads. The national Egyptian unemployment rate is 9.4 percent, comparable to the United States, but the unemployment rate for people between the ages of 15 and 29 is 87.2 percent. College graduates, largely because of their age, have a ten times higher unemployment rate than for those who did not attend college. “
Jack A. Goldstone / Mises Letter 15.2.11

Das führt dazu, daß Handwerker in Kairo mehr verdienen als Akademiker.
Diese Kostenlosigkeit des Bildungswesens fällt nicht unter Vetternwirtschaft, unterstützt sie aber. Bei dem maßlosen Überangebot an Akademikern sind Stellen fast nur über Beziehungen zu bekommen.
Vetternwirtschaft gibt es überall auf der Welt, nicht nur im Nahen Osten, im Orient mehr als im Okzident, auch natürlich in Fernost, in China und in Japan, in Vietnam und Singapur. Ging und geht in Singapur etwas ohne den Autokraten Lee Kuan Yew und seine Familie?

Trotzdem:
“Während Lee Kuan Yews Amtszeit als Premierminister von 1959 bis 1990 wurde erfolgreich die Massenarbeitslosigkeit bekämpft, der Lebensstandard erhöht und Singapurs Wirtschaftskraft gestärkt. Als einer der vier Tigerstaaten schaffte Singapur innerhalb einer Generation den Sprung vom Entwicklungsland hin zu einer Industrienation.” (Wiki.)

Ein solches Beispiel gibt es im islamischen Bereich nicht, die Lage ist in Ägypten so wie vor 50 Jahren, es werden einfache Güter für den Binnenmarkt produziert und Baumwolle exportiert. Im ganzen konfuzianischen Südostasien gibt es dagegen seit 50 Jahren eine erstaunlich starke Entwicklung, wenn nicht regierende Massenmörder und Brutalideologen wie Mao, Pol Pot und die Kims die Unternehmer massakriert haben. Während in Ostasien das Bevölkerungswachstum gedämpft wurde, explodierte es in den islamischen Armenhäusern Persien, Ägypten, Pakistan etc. . China verordnete die Ein-Kind-Familie, wohl wissend um den Zusammenhang von Wohlstand und Kinderreichtum in Entwicklungsländern. In allen islamischen Ländern lastet der umgekehrte Zwang auf den Frauen (auch in Afrika).
Es gibt des weiteren zu denken, wenn Uwe Simson, ehemaliger Referent im BM für Wirtschaftliche Zusammenarbeit, feststellt, „daß bisher kein einziges Entwicklungsland unter demokratischen Bedingungen das Gefälle zu den Industrieländern überbrückt hat.“
(Uwe Simson, Der Fall Ägypten, Merkur 745, S. 499)

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