Mittwoch, 22. Februar 2012

Schnackseln





Zuglust - der erste Kranichkeil zieht nach Norden - sieht man in der Vergrößerung (draufklicken)



“Der Neger schnackselt halt gern”, meinte Frau Gloria Thurn und Taxis in einer Radiosendung vor geraumer Zeit und plädierte für Familienplanung im promisken Afrika. Nun schnackseln nicht nur die Neger gern, sondern alle Welt und schon zu Platons Zeiten und viel Zeit wurde dabei verbraucht und viele Kinder gezeugt. Platon hatte dafür ja keine Zeit, und auch die Stoiker betrachteten das Schnackseln mit Abstand.

Epikur gibt zu bedenken: “Keine Lust ist an sich ein Übel. Aber das, was bestimmte Lustempfindungen erzeugt, bringt Beschwerden mit sich, die die Lustempfindungen um ein Vielfaches übersteigen.”
(Katechismus)
Bei seinem Schüler Diogenes von Oinoanda heißt es gar:
“Es ist ein Unglück, daß die, die an der Liebesleidenschaft erkranken, nicht wissen, daß sie die vom bloßen Anblick herrührende Lust sogar ohne Liebesakt vollkommen erhalten, während der Geschlechtsverkehr selbst sowohl bei einer schöneren Gestalt als auch bei einer häßlicheren gleich ist.”
(Hammerstaedt, Heilsbotschaft an der Wand, Text 4, 2009)

Paulus, Augustinus und Thomas haben hier bei der Entwicklung der christlichen Theologie angeknüpft und daraus eine gewisse fromme Leibfeindlichkeit gebastelt, die sich auf die Disziplin und über die Monogamie auf die Studierlust und den Wohlstand der Christen segensreich auswirkte.
Von nichts kommt eben nichts. Oder: Vom weniger Schnackseln kann mehr kommen.

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