Montag, 25. Juni 2012

Nawal El-Saadawi findet das nicht lustig



 

Der Tourismus führte viele "Ungläubige" nach Ägypten, zudem sind vor allem die Nachfahren der alten Ägypter in dieser Branche aktiv, die christlichen Kopten - das fanden die Muslimbrüder doppelt bedenklich und gaben Missionsschriften wie diese heraus, die an die deutschen Touristen verteilt wurden. Diese hier stammt aus den achtziger Jahren. Ihr Fazit: Wenn endlich alle auf der Welt an die eine, wahre Religion glaubten, gebe es endlich keine Religionsstreitereien mehr.

Daß die Sunniten seit dem 8. Jahrhundert die Schiiten massakrieren und umgekehrt, bleibt dreist unerwähnt. 
Sunnitische Banden in Syrien erschießen derzeit alles, was alawitisch ist. Sie halten Busse an, lassen sich die Ausweise zeigen und ermorden die alawitischen Passagiere.



Wegen ihrer religionskritischen Romane stand die ägyptische Frauenrechtlerin Nawal El-Saadawi auf den Todeslisten der Islamisten. Jetzt fürchtet sie um den zivilgesellschaftlichen Fortschritt in Ägypten. Leider zu recht. Ein geschworener Feind individueller Freiheitsrechte - geistiger sowohl wie wirtschaftlicher - wurde Präsident, und seine erste Sorge gilt dem Schulterschluß gegen Israel mit der islamofaschistischen Diktatur in Teheran, die vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch steht. 

Seit über einem Jahr werden Streiks angezettelt, die die wirtschaftliche Lage der Ägypter weiter verschlechtert haben, zudem ging der Tourismus stark zurück. Das scheint die Brüder nicht zu kümmern. Die demokratische Entwicklung hat die Situation der arbeitslosen Jugendmassen dramatisch verschlechtert - will sie der neue Islamistenpräsident in einem Krieg gegen Israel verheizen?

- Auch in Sambia gab es einen demokratischen Machtwechsel. Der neue Präsident Sata richtete eine Verwandtenwirtschaft ein. Nachbar Mugabe gefällt das.

Demokratie scheint für Entwicklungsländer zunächst keine Lösung zu sein. Monarchien wie Marokko und Jordanien sowie Quasi-Monarchien wie die der Mubaraks und Assads scheinen die bessere Alternative im Orient zu sein. Singapur und die Familie Lee bestätigen das.

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