Dienstag, 8. Oktober 2013

Ach, hätten wir 2%







Axel Weber unscharf - wenig später tritt er als Bundesbankpräsident zurück



EZB: EIN STÄRKERER EURO IST NICHT WILLKOMMEN Weber: Erst stärkeres Wachstum führt zu höheren Zinsen

14.01.2005 Handelsblatt  
Bundesbankpräsident Axel Weber zufolge müsste die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen erst bei einem stärkeren Anziehen der Konjunktur erhöhen.
Die EZB hatte am Donnerstag wie erwartet den seit Juni 2003 geltenden Leitzins von 2,00 % bestätigt. EZB-Chef Trichet hatte die Aussichten für die Preisstabilität als weitgehend günstig bezeichnet, aber weiter vor Inflationsgefahren in der Zukunft gewarnt. Volkswirte sahen sich in der Einschätzung bestätigt, dass die EZB frühestens im zweiten Halbjahr die Zinsen erhöhen wird, falls die Konjunkturerholung anhalten sollte. „Aktuell sehen wir keinen Handlungsbedarf, das war die wichtige Nachricht“, sagte Weber mit Blick auf die Ratssitzung.”

2,00 % Leitzins? Das wäre für Deutschland heute eher zu wenig. Für Italien zu viel. Bei 2,00 % stand der EZB-Zins Anfang 2005. Im Oktober 2006 war er auf 3,25% gestiegen und erreichte in der Spitze noch 4,25% Anfang 2008. Danach ging’s bergab durch die US-Häusermarkt- und die folgende Euroländerstaatsverschuldungskrise auf heute 0,25%, also unter der Inflationsmarke. Dadurch werden die Sparguthaben der Renter seit zwei Jahren ständig reduziert und die Versicherer etc. haben Anlageprobleme für die Kundengelder. Eine ungute Politik, vor der der Noch-Bundesbank-Präsident Axel Weber am 21.2.11 in Düsseldorf vor der Akademie der Wissenschaften in einem Vortrag zur "Schuldenkrise im €-Raum: Erkenntnisse und Schlußfolgerungen" warnte.  Um den Weg zu einer Transferunion zu verhindern, zu der es nicht kommen dürfe, sagte Weber, müsse die Krisenprävention verbessert und der Stabilitäts- und Wachstumspakt gestärkt werden. Die von Weber genannten Maßnahmen waren alle sehr einleuchtend, Eigenkapitalstärkung, Wettbewerbsverbesserung, Beteiligung der privaten Gläubiger, Subsidiaritätsprinzip - sein kurz darauf erfolgter Rücktritt machte aber deutlich, daß die Mehrheit im EZB-Rat genau diesen Weg der Transfer-Union eingeschlagen hat und seitdem, auch mit den Fast-Null-Zinsen zur Staatsfinanzierung der Südländer, weiterhin verfolgt.

Anhang:
Die Zinsschritte
2006:  “Die Leitzinsen in der Eurozone steigen weiter. Nach Einschätzung der meisten Ökonomen wird die Europäische Zentralbank nach der Zinserhöhung auf 3,25% am 5.10.2006 erneut Anfang Dezember den wichtigstens Zins auf dann 3,5 Prozent steigern.”

www.handelsblatt.com › PolitikKonjunkturNachrichten
14.03.2007 - Weitere Zinserhöhungen sind derzeit wenig wahrscheinlich. Axel Weber, Präsident der Deutschen Bundesbank, sieht die Geldpolitik aber noch  … Die EZB hatte am 8. März 07 ihren Leitzins auf 3,75 Prozent erhöht. Durch eine veränderte Wortwahl machte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet im Anschluss deutlich, dass die Neigung der Notenbank zu weiteren Zinserhöhungen nicht mehr so groß ist wie früher. Diesen Formulierungswechsel vollzog Weber nicht nach. Er bezeichnete die europäische Geldpolitik als „weiterhin konjunkturstützend“. Dagegen hatte Trichet von „eher akkomodierend“ gesprochen.
„Die Geldpolitik ist noch nicht da angekommen, wo sie sein müsste, um nicht zusätzliche inflationäre Impulse zu setzen“, sagte der Bundesbankchef. „Ich halte es für zu früh, geldpolitisch Entwarnung zu geben.“

2008:
Spielraum für weitere Zinssenkungen seitens der EZB gibt es nach Einschätzung Webers unter anderem deshalb, weil die Preise für Energie und Nahrungsmittel fielen und auch die Kapazitätsauslastung der Industrie zurückgehe. „Das alles wird die Inflation drücken“, sagte Weber, der Mitglied im Entscheidungsgremium der EZB ist. Die Währungshüter haben den Leitzins bereits in zwei Schritten von 4,25 auf 3,25 Prozent gesenkt und eine weitere Lockerung der Geldpolitik für Dezember signalisiert, um die Rezession und die Folgen der Finanzkrise abzufedern. Die nächste Zinsentscheidung der EZB ist am 4. Dezember 08.” 26.11.08 faz.net  ---

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