Montag, 20. Februar 2017

CCS


Der Gipfel der Verrücktheit stellt wahrscheinlich CCS dar. (CO2-Abscheidung und -speicherung)
Dazu Klaus Ermecke von KE-Research:
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Tiere (und damit auch Menschen) gewinnen die benötigte Energie bekanntlich aus der Oxidation organischer Nahrungsbestandteile. Der Körper muß also Sauerstoff aufnehmen, aber er muß auch das als Endprodukt des Stoffwechsels entstehende CO2 loswerden.
Wenn wir einatmen, enthält die Luft die hier sattsam bekannten 0,04% CO2. Atmen wir aus, enthält die Luft 4 %, d.h. der Anteil schnellt in den Lungen um den Faktor 100 nach oben. Wenn wir uns erinnern, daß wir mehrere Male pro Minute ein- und ausatmen müssen, sollte klar werden, daß die Entsorgung von CO2 gegenüber der O2-Aufnahme eine physiologisch gleichrangige Notwendigkeit darstellt.
Die Atmung dient dem Gasaustausch zwischen Körper und Außenluft, und dieser findet in den Lungenbläschen statt. Dort erfolgt die Diffusion der Gasmoleküle durch die Zellmembranen hindurch. Diffusion ist ein basaler und von selbst ablaufender Prozeß, der stets in Richtung eines Konzentrationsgleichgewichts führt. Damit Atmung das CO2 aus dem Körper entsorgen kann, ist also ein Konzentrationsgefälle zwischen Atemluft und Blut erforderlich. Ein weiteres Konzentrationsgefälle muß zwischen Blut und den Körperzellen herrschen, in denen das CO2 anfällt (den Aspekt „Karbonatsystem“ der Wasserchemie lasse ich aus Vereinfachungsgründen hier weg).
Die Atmung bewirkt also, daß die CO2-Konzentration im Blut absinkt und damit das Konzentrationsgefälle zu der Zellflüssigkeit in den CO2-produzierenden Körperzellen wiederhergestellt wird. Nur dadurch können die Zellen ihr CO2 loswerden. Wird das CO2 von dort nicht mehr abgeführt, werden die beteiligten Organellen funktionsunfähig. Der Organismus stirbt.
Nun machen wir einen Sprung: zu den Gefahrenquellen Nyos-See und CCS:
Der Nyos-See liegt in Kamerun und ist wegen des tropischen Klimas (ganzjährig nur gering schwankende Temperaturen) stabil geschichtet (in unseren Breiten kühlen Seen im Winter ab, was einen vertikalen Wasseraustausch auslöst). Zugleich nimmt der Nyos-See aus vulkanischen Quellen ständig CO2 auf, das sich in den unteren Wasserschichten massiv anreichert (das Lösen von CO2 macht Wasser spezifisch schwerer, so daß es nicht an die Oberfläche gelangt und daher dort nicht sein CO2 ausgasen kann).
Ausnahmsweise kann man hierzu den deutschen Wikipedia-Artikel („Nyos-See“) empfehlen.
Wird nun die Schichtung gestört, so gelangt CO2-gesättigtes Tiefenwasser in geringere Tiefe, wo jetzt wegen des abnehmenden Drucks CO2 ausgast. Das sich bildende Gemisch aus Wasser und Blasen ist aber spezifisch leichter als das umgebende Wasser und steigt jetzt „aus eigenem Antrieb schneller auf, mit dem Ergebnis noch weiterer Gasfreisetzung. An der betroffenen Stelle schäumt der See auf wie Bier am Zapfhahn (und genau aus dem gleichen Grund).
Bei der Katastrophe an diesem See im Jahr 1986 wurden je nach Schätzung bis zu 1,6 Millionen Tonnen CO2 freigesetzt, wodurch noch in 27 km Entfernung (nach einer anderen Quelle 35 km) Menschen starben.
Unsere Klima-Spinner und CCS-Schwachköpfe würden gern nicht nur 1,6 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr in die Erde pressen, sondern Hunderte! Das sind teilweise die gleichen Typen, die verkünden, ein unterirdisches „Endlager“ mit in ½-Tonnen schwere Glaszylinder („Kokillen“) eingegossenen radioaktiven Abfällen sei „nicht sicher“!
Schlagen wir den Bogen zurück, zur Atemluft, zur Physiologie und zu Singers „YES“.
Falls CO2 entweicht, aus einem tropischen See in Kamerun oder einer (zum Glück noch fiktiven) CCS-Kaverne bei Hannover, dann verdrängt es nicht Sauerstoff, sondern Luft. Unter der vereinfachenden Annahme, daß in einem bestimmten relevanten Volumen (d.h. einer bodennahen Schicht) 10 % der Luft verdrängt und dabei durch das gleiche Volumen an CO2 ersetzt werden, steigt der CO2-Gehalt auf 10,036 %. Der O2-Anteil geht dagegen von den üblichen 20,95 % auf 18,86 % zurück.
Sinkt bei gleichbleibendem Druck der Volumenanteil eines Gases (hier: des Sauerstoffs), sinkt im gleichen Verhältnis dessen Partialdruck (die hier eigentlich relevante Größe). Der Partialdruck des Sauerstoffs sinkt aber auch in einem anderen Fall im gleichen Maß, nämlich wenn jemand in die Berge fährt: Etwa 1 km Höhenunterschied haben die gleiche Wirkung. Das ist also offenbar völlig harmlos.
Aber ein Anstieg der CO2-Konzentration auf über 10% kehrt die physiologisch relevanten Konzentrationsgefälle um. Die Zellen können CO2 nicht mehr abgeben, sondern werden von weiterem überschwemmt. Das führt zum Hirntod binnen sehr weniger Minuten.
Ich ergänze:
In den CCS-Kavernen soll CO2 unter extrem hohem Druck gespeichert werden (ich habe Angaben wie 300 bar in Erinnerung). Wird eine solche Kaverne z.B. durch ein geologisches Ereignis undicht, dringt das Gas durch die Öffnung aus und entspannt sich. Dadurch wird es extrem kalt (ein Teil wird möglicherweise zu Trockeneis.) Allein durch die niedrigen Temperaturen bleibt das CO2-Gas extrem dicht und bildet daher eine Art „CO2-See“, der der Schwerkraft folgend in tieferes Gelände abzufließen versucht. In der Durchmischungszone zur Umgebungsluft wird Luftfeuchtigkeit auskondensieren und um das CO2-reiche Volumen eine Art „Nebeldeckel“ bilden (vgl. den Einsatz von „Theaternebel“), der bei Tage Sonneneinstrahlung blockiert und die Auflösung des CO2-Sees durch Konvektion verzögert.
In unserem letzten Report hatte ich geschrieben: „Wir müssen lernen, die Spinner wieder ‚Spinner’ zu nennen.“ Wenn ich „CCS“ höre, fühle ich mich daran erinnert.
mit freundlichen Grüßen
Klaus Ermecke
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Klaus Ermecke GmbH
KE-Research

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