Freitag, 7. Juli 2017

Halbkugelversuch von Otto von Guericke

Kommentare:

Doleys hat gesagt…

Lukrez
III. Lehrsatz. Das Vakuum

Aber es ist nicht alles gedrängt voll Körpermaterie
Allerseits. Denn es gibt noch im Innern der Dinge das Leere.
Dies ist zu wissen für dich in vielen Beziehungen nützlich;
Denn es läßt dich nicht schwanken und ratlos immerdar grübeln
Über das Ganze der Welt, statt unserem Wort zu vertrauen.
Also es gibt ein leeres, ein fühllos, stoffloses Wesen.
Wäre das Leere nicht da, dann könnt' auf keinerlei Weise
Irgendein Ding sich bewegen. Denn Widerstand zu entwickeln,
Das ist des Körpers Amt; dies würde beständig in allen
Dingen sich zeigen. Es könnte mithin nichts weiterhin vorgehn;[38]
Denn nichts wollte zuerst Platz machen für andere Wesen.
Aber wir sehen doch jetzt vor den Augen sich vielerlei regen
Und in verschiedenster Art sich durch Länder und Meere bewegen
Wie an dem Himmelsgewölbe. Doch fehlte nun etwa das Leere,
Würde sich nicht nur nichts in reger Bewegung befinden,
Sondern es fehlte durchaus auch die Möglichkeit jeder Erzeugung,
Da sich der rings aufhäufende Stoff nicht zu rühren vermöchte,
Übrigens hält man zwar die Dinge für dicht und solide,
Aber wie locker ihr Körper, ersieht man aus folgendem Beispiel:
Durch das Grottengestein fließt Wasser in flüssigem Strome,
Überall rieseln herab die reichlich tropfenden Tränen.
Ferner: die Speise verteilt sich im ganzen Leib der Geschöpfe.
Auch die Bäume gedeihen und spenden zur Zeit uns die Früchte,
Weil sich der Nahrungssaft von den untersten Wurzeln nach oben
Wie durch den Stamm, so durch alles Gezweig vollständig verbreitet.
Mauern durchdringet der Schall und durchfliegt auch verschlossene Häuser,
Und der erstarrende Frost dringt durch bis zum Mark und den Knochen.
Wären die Räume nicht leer, durch welche die einzelnen Körper
Könnten hindurch sich bewegen, so wäre dergleichen unmöglich.
Endlich warum ist dies an Gewicht just schwerer als jenes,
Ohne daß ihre Gestalt an Umfang wäre verschieden?
Wäre von Körpermasse gleichviel vorhanden im Wollknäul
Wie in dem Klumpen von Blei, dann müßten sie gleichen Gewichts sein;
Ist doch des Körpers Amt nach unten hin alles zu drücken,
Wie es zum Wesen des Leeren gehört des Gewichts zu ermangeln.
Also was gleichgroß ist und dennoch leichter erscheinet,
Zeigt natürlich uns an, daß in ihm mehr Leeres sich birget;
Andererseits was schwerer erscheint, gibt uns zu erkennen,
Daß es an Masse wohl mehr, doch weniger Leeres enthalte.
Also es ist in den Dingen natürlich noch etwas enthalten,
Was wir spürsamen Geistes erforschen: wir nennen's das Leere.
Quelle:
Lukrez: Über die Natur der Dinge. Berlin 1957, S. 38-39.

Doleys hat gesagt…

Die Dichteverhältnisse der Stoffe unterscheiden sich, und natürlich die Aggregatzustände fest, flüssig, gasförmig. Die eigentliche Leere - das Vakuum - muß - außer im Weltraum - künstlich hergestellt werden. Das haben erst Spätere erforscht:
„Die Idee des Vakuums stammt wahrscheinlich von Leukipp oder seinem Schüler Demokrit und war eine tragende Säule des Weltbildes der epikureischen Philosophie. Diese besagt, dass die Materie aus unteilbaren kleinsten Teilchen (Plural: atomoi) aufgebaut ist, die sich im leeren Raum, also im Vakuum, bewegen und nur infolge der Leere des Raumes die Möglichkeit zur Bewegung und Interaktion haben. Diese Annahme wurde von Aristoteles und seiner Akademie abgelehnt, da eine Bewegung ohne treibendes Medium als unmöglich erschien. Man dachte sich daher den Raum zwischen den Gestirnen von einem Äther erfüllt. Es wurde eine Abneigung der Natur gegen das Leere postuliert. Diese Abneigung wurde später mit dem lateinischen Ausdruck horror vacui bezeichnet. Auch die platonische Schule lehnte es ab, an das Nicht-Seiende zu glauben. Im Mittelalter galt Aristoteles als Autorität. Selbst noch René Descartes war von der Unmöglichkeit eines Vakuums überzeugt, da er aufgrund rationalistischer Überlegungen zu der Ansicht gelangte, Raum und Materie seien wesensmäßig gleich. Obwohl wieder von Giordano Bruno aufgegriffen und verteidigt, konnte sich die Idee vom Vakuum erst mit den ersten Demonstrationen durchsetzen.
Das erste irdische (beziehungsweise von Menschen geschaffene) Vakuum wurde 1644 von Evangelista Torricelli mit der Hilfe einer Quecksilbersäule in einem gebogenen Glasrohr hergestellt. Blaise Pascal konnte kurz darauf mit seinem berühmten Versuch vide dans le vide im November 1647 erstmals beweisen, dass ein Vakuum tatsächlich existieren kann. Populär wurde das Vakuum durch Otto von Guericke, den Erfinder der Luftpumpe. Er spannte im Jahre 1657 Pferde an zwei Metallhalbkugeln (siehe Magdeburger Halbkugeln), aus denen er vorher die Luft herausgesaugt hatte. Der beobachtete Effekt ist allerdings keine direkte Eigenschaft des Vakuums, sondern vielmehr durch den Druck der umgebenden Luft bedingt.“ Wikip.

Das letzte Wort hat also immer die Realität, die Messung bzw. das Experiment. Es ist die Trennlinie zwischen “harter” und “weicher” Wissenschaft. Klimamodelle gehören in die Abteilung Weichwissenschaft.