Samstag, 16. Februar 2019

Pinker entgegnet der Kritik an seinem letzten Buch in der NZZ

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In den meisten Punkten hat Pinker recht. Aber an seinem blitzblanken Quartett “Vernunft, Wissenschaft, Humanismus und Fortschritt” bestehen gewisse Zweifel.
Wie vernünftig ist die Vernunft?
Bei Kant ist sie “das ganze obere Erkenntnisvermögen”, sie verwirklicht sich in den intellektuellen Funktionen des Denkens in Begriffen und Urteilen auf der Grundlage der Denkvoraussetzungen.
Im Unterschied zum Verstand bringt sie dessen Vorarbeit “unter die höchste Einheit des Denkens”.
Das leuchtet zunächst ein, aber wer die Wissenschafts- und Denkgeschichte durchmustert von Platon bis Kahneman, der findet mehr Irrtümer als Erkenntnis. Erst in der Gegenwart - bei Tversky und Kahneman - wird das ganze Ausmaß an Irrtumsmöglichkeiten und Denkfallen sichtbar, so daß man mit Faust ausrufen könnte:

“O glücklich, wer noch hoffen kann, aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen.” (Faust I, Vor dem Tor)
















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