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Dienstag, 23. Juli 2019

Die Mentalität macht’s




Benjamin Franklins (1706-90) 13. Gebote:  
“So faßte ich denn unter dreizehn Namen von Tugenden alles das zusammen, was mir zu jener Zeit als notwendig oder wünschenswert einfiel, und verband mit jedem einen kurzen Lehrsatz, welcher die volle Ausdehnung ausdrückte, die ich seiner Bedeutung gab. Die Namen der Tugenden samt ihren Vorschriften waren: 
1. Mäßigkeit. – Iß nicht bis zum Stumpfsinn, trink nicht bis zur Berauschung. 
2. Schweigen. – Sprich nur, was anderen oder dir selbst nützen kann; vermeide unbedeutende Unterhaltung. 
3. Ordnung. – Laß jedes Ding seine Stelle haben und jeden Teil deines Geschäfts seine Zeit haben. 
4. Entschlossenheit. – Nimm dir vor, durchzuführen, was du mußt; vollführe unfehlbar, was du dir vornimmst. 
5. Genügsamkeit. – Mache keine Ausgabe, als um anderen oder dir selbst Gutes zu tun; d. h. vergeude nichts. 
6. Fleiß. – Verliere keine Zeit; sei immer mit etwas Nützlichem beschäftigt; entsage aller unnützigen Tätigkeit. 
7. Aufrichtigkeit. – Bediene dich keiner schädlichen Täuschung; denke unschuldig und gerecht, und wenn du sprichst, so sprich darnach. 
8. Gerechtigkeit. – Schade niemandem, indem du ihm Unrecht tust oder die Wohltaten unterlässest, welche deine Pflicht sind. 
9. Mäßigung. – Vermeide Extreme; hüte dich, Beleidigungen so tief zu empfinden,
oder so übel aufzunehmen, als sie es nach deinem Dafürhalten verdienen. 
10. Reinlichkeit. – Dulde keine Unreinlichkeit am Körper, an Kleidern oder in der Wohnung. 
11. Gemütsruhe. – Beunruhige dich nicht über Kleinigkeiten oder über gewöhnliche oder unvermeidliche Unglücksfälle. 
12. Keuschheit. – Übe geschlechtlichen Umgang selten, nur um der Gesundheit oder der Nachkommenschaft willen, niemals bis zur Stumpfheit und Schwäche oder zur Schädigung deines eigenen oder fremden Seelenfriedens oder guten Rufes. 
13. Demut. – Ahme Jesus und Sokrates nach.”
(Cum grano salis)
Franklin, Benjamin. Autobiographie: Benjamin Franklins Leben, von ihm selbst beschrieben (German Edition) (S.87f.) Zenodot Verlagsgesellscha. Kindle-Version. 

Das Multitalent Franklin - er war Erfinder, Politiker, Drucker und Autor - gab auch eine Operationalisierung an die Hand. Sein pädagogisches Motto lautete: 

Tell me, and I forget. Teach me, and I may remember. Involve me, and I learn. 
















Mittwoch, 1. Mai 2019

Mit platonischem, aristotelischem und theologischem Denken baut man keine Wasserleitung




Nogales, Sonora/Mexiko, und Nogales, Arizona


Bild aus: Acemoglu und Robinson, “Warum Nationen scheitern”, S. 289





Protestantische Europäer also - Mennoniten, ursprünglich aus Deutschland und Holland, und angelsächsische Puritaner, ursprünglich aus England und Schottland - stehen für wirtschaftliche und wissenschaftliche Entwicklung. Namen wie u.a. William Lee, Edward Jenner, Benjamin Franklin, Walter Hunt, Daimler, Diesel, Edison wären zu nennen. Das protestantische Übergewicht ist faszinierend, und die Lokalisierung zunächst in England ebenfalls.

Wenn Karl d. Gr. einen Anstoß für die Verschriftlichung in Westeuropa gab, so war das nicht hinreichend für ein produktives Denken im Alltag. Sowenig wie in Byzanz, wo das kulturelle Niveau weitaus arrivierter war als in Aachen.
Mit der Geisterdenkerei erfindet man keine Strickmaschine (Lee) oder Nockenwelle (Leonardo).