Donnerstag, 5. März 2009

Gefälschte Fernsehbilder: Mohammed al-Dura



Jamal Al-Dura und sein Sohn Mohammed verbergen sich am 30. September 2000 hinter einem Fass in Netzarim

Gefälschte Fernsehbilder
Lebt Mohammed al-Dura?
FAZ 03. März 2009 In seinem Namen wurden Attentate verübt. In der arabischen Welt sind Plätze, Straßen, Schulen nach ihm benannt. Auf Briefmarken wird er als Märtyrer verehrt: der Palästinenserjunge Mohammed al-Dura. Er sei vor laufenden Kameras von der israelischen Armee erschossen worden. So war es zunächst im französischen Fernsehen zu sehen. Und von Paris aus gingen die Bilder um die Welt.

Auf Mohammed al-Dura berief sich die Intifada. Dabei war alles nur eine Inszenierung - eine Manipulation für die Medien. Jahrelang hat sich der Korrespondent des französischen Senders France 2, Charles Enderlin, geweigert, den Tatsachen ins Gesicht zu schauen. Der Medienkritiker Philippe Karsenty, der in Frankreich die Manipulation aufdeckte, wurde vor Gericht gezerrt. Bei den Verhandlungen sagte auch die deutsche Journalistin Esther Schapira aus. Sie ist die Autorin des preisgekrönten Films „Drei Kugeln und ein totes Kind. Wer erschoss Mohammed al-Dura?“ aus dem Jahre 2002. Sie kam zum Schluss, dass al-Dura keineswegs von der israelischen Armee getötet wurde.
In ihrer neuen Dokumentation, die am 4.3.09 unter dem Titel „Das Kind, der Tod und die Wahrheit“ ausgestrahlt wird, präsentiert Frau Shapira Indizien dafür, dass er damals überhaupt nicht erschossen wurde, also auch nicht von der Hamas, und durchaus noch am Leben sein kann. Mit Hilfe von Kurt Kindermann, dem führenden Experten der biometrischen Gesichtsvermessung, hat sie herausgefunden, dass an der Stelle von Mohammed ein anderes Kind beerdigt wurde, womöglich dessen Cousin Rami. Ein bereits gestorbenes Kind wurde am 30. September 2000 morgens um zehn Uhr ins Shifa-Krankenhaus gebracht, die fragliche Schießerei fand aber erst um 14 Uhr statt. „Es gibt“, lautet ein Resümee der Autorin, „jedenfalls keinen Beleg dafür, dass Mohammed al-Dura tot ist“. Rez. FAZ //
LB : Bei der Mohammad-ad-Dura-Story geht es nicht um gefälschte Bilder,
TOBIAS RÜGER
es geht um gefälschte Wahrheit. Der kindhafte Gedanke, dass Bilder Wahrheiten abbilden ("Ich habe es mit eigenen Augen gesehen!") ist der Grund dafür, dass Bilder wie die der berüchtigten Schießerei an der Nezzarim-Kreuzung vermarktet werden. Als wenige Tage nach dem Vorfall bekannt wurde, dass die Eltern des Kindes eine Autopsie verweigern würden, war klar, dass an der Sache etwas faul sein musste. Die Frage, ob Mohammad ad-Dura noch lebt, wirkt in diesem Zusammenhang nahezu zweitrangig - entscheident ist gewesen, dass weite Teile der Öffentlichkeit die Geschichte glauben wollten, es gewissermaßen einen gesellschaftlichen Bedarf an der Geschichte gegeben hat. Sonst hätte man auch das Schicksal eines der vielen anderen von tausenden Kindern, die jedes Jahr durch kriegerische Ereigniss - z.B. im Sudan, in Algerien, in Nigeria, Tschtschenien usw. uswf. - zu Tode kommen öffentlich machen können.

Palliwood live
Stefan Pohl
Unabhängige Blogs berichten seit langem darüber, daß es in »Palästina« eine Filmindustrie gibt, die möglichst tränentreibendes Medienmaterial bereitstellt. Und das Geschäftsmodell funktioniert ja ganz famos, wie man an den mehr als 5 Milliarden Dollar sieht, die gerade wieder nach Hamastan gepumpt werden (und unter denen sich auch ein namhafter Betrag deutscher Steuergelder befindet). Man könnte meinen, die Bewohner von Gaza müßten Israel erfinden, wenn sie es nicht schon zum Nachbarn hätten, aber manchmal erfinden sie sich halt noch ein Stück mehr Israel dazu.

- Es war ein präzise argumentierender Film, sehr überzeugend.

Eifer macht, und das gilt immer, Alle Dinge nur noch schlimmer.


Leider ist es heute nicht so schön wie vorgestern, naßkalt heute, 3°C

- Übrigens: Kleist hat im KOHLHAAS ein schönes Beispiel für Fanatismus gegeben.
Man sollte sich bei jeder Aufgabe ganz an Montaigne halten:
"Lebhaftigkeit und Heftigkeit des Verlangens hindert die Ausführung dessen, was wir übernehmen, mehr, als es solche befördert. Es erfüllt uns mit Ungeduld nach dem Ausgang, der entweder widrig sein oder sich verzögern kann, und mit Bitterkeit und Argwohn gegen diejenigen, mit welchen wir zu tun haben. Wir führen niemals eine Sache wohl, welche uns ängstlich im Kopfe liegt und treibt:
Male cuncta ministrat impetus. (Statius, Theb. X, 704: Ein übler Ratsmann ist die Heftigkeit.)(Stilett übersetzt frei:
Eifer macht, und das gilt immer,
Alle Dinge nur noch schlimmer.
Wer dabei nichts anwendet als kalten Verstand und Geschicklichkeit, kommt weit leichter zurecht. Er verstellt sich, biegt ein, gibt nach mit Leichtigkeit, so wie es die Gelegenheit verlangt. Er harrt, ohne sich zu quälen, ohne sich zu betrüben, und ist fertig und bereit zu einem neuen Unternehmen. Ein solcher Mann hält immer den Zügel fest in der Hand. Der hingegen, welchen die Heftigkeit und Gewalt seiner Absicht berauscht, begeht notwendigerweise viel Unbesonnenheit und Ungerechtigkeit. Die Gewalt seines Verlangens reißt ihn fort. Es sind gewagte Bewegungen, die, wenn das Glück nicht viel dabei tut, nichts fruchten." Essais 3,10

- - Als Faustformel für Strom-Erzeugungs-/Beschaffungskosten gilt: -KKW-Strom: ca. 2.6 Ct.
-Kohle je nach Bezug 4,0-5,0Ct
-Braunkohle 2,5 Ct.
-Gas 5,0 Ct.
-Windstrom ca. 9,0 Ct.
- Solarstrom 43 Ct.
In Deutschland kostet die Kilowattstunde Strom für private Haushalte inzwischen 22 Eurocent, in den USA (umgerechnet) 8 Eurocent. ( www.naeb.info/ )

- - Hank, Rainer: Der amerikanische Virus: "02. März 2009 In der Krise wittern viele die große Chance, endlich ihr Ressentiment gegen den Kapitalismus auszuleben. Doch mit Empörungsrhetorik ist niemandem gedient. Es ist an der Zeit, der Frage nachzugehen, warum alle Welt - und nicht nur die Banker - die prekäre Instabilität des Finanzsystems übersehen konnten. Rainer Hank, Leiter der Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, erklärt, warum wir das Geld nicht im Griff haben, warum die Gier ansteckend ist und warum wir weniger rational sind, als uns lieb ist. Das alles ist kein hinreichender Grund, gleich die ganze Marktwirtschaft abzuschaffen, zumal auch die Staaten sich schnell als labil erweisen können. Gescheiter ist es, dass wir uns besser auf die nächste Krise vorbereiten."
Rainer Hank: Der amerikanische Virus. Wie verhindern wir den nächsten Crash? Karl Blessing Verlag. München 2009. 238 Seiten. 16,95 Euro.

- "Markt braucht Moral.
Gelegentlich hört man, die Finanzkrise sei auch eine moralische Krise. Dem würde Franz Kromka sofort zustimmen. In seinem Buch "Markt und Moral" ruft der Hohenheimer Soziologieprofessor in Erinnerung, dass eine funktionierende Marktwirtschaft auch auf außerökonomischen Fundamenten ruht, wie die Gründerväter der Sozialen Marktwirtschaft stets betont haben. ..." // Ich würde doch meinen, daß Regeln ausreichen. Allerdings sind die Regeln kulturspezifisch gelagert. Die athenische Kultur mit ihrer maritimen Technikorientierung (attischer Seebund) amalgamiert mit protestantischer Arbeitsethik sind das globale Wohlstands- und auch Freiheitsmodell. Für die Unterschicht ist eine protestantische Bindung mit deren Klugheitslehren optimal disponierend, mit höherem IQ darf die religiöse Bindung vielleicht etwas lockerer oder gar säkular stoisch ausfallen. Moral (und das Christentum überhaupt) hat die negative Eigenschaft, moralisch hochzudrehen und die Welt in eine Sonntagsschule verwandeln zu wollen. Das aber vernichtet leider auch Wohlstand und Freiheit.

- HSBC in 2008 mit 5,7 Mrd. (Vj. 19) vergleichsweise gut unterwegs, EK-Kernquote 8,9% .

- Hochleistungssport: "Helfer tragen Sebastian Faißt auf einer Liege vom Spielfeld.
Der erst 20 Jahre alte Profi war bem WM-Vorbereitungsspiel der deutschen U 21-Auswahl gegen die Schweiz zusammengebrochen und trotz schneller medizinischer Hilfe später gestorben. ..." // Von der Piste bis zur Halle mehr Tote.

Mittwoch, 4. März 2009

Klimamodelle, Geburtenzahlen

- Neues aus Japan: < Prof. Kanya Kusano ist Programmdirektor und Gruppenleiter des Erdsimulators derJapanischen Agentur für Meeres-Erdwissenschaft und –technologie (JAMSTEC). Er konzentriert sich auf die Unreife der Simulationsarbeiten, die vom IPCC alsBestätigung des menschengemachten Klimawandels herangezogen wurden.
„In dem 4. IPCC-Bericht wurden einige potenziell bedeutende Prozesse diskutiert,
aber weil das wissenschaftliche Verständnis zu gering war, um Entscheidungen zu
treffen, wurde die Bewertung dieser Prozesse einfach ausgespart. Es muss jedoch
gerade der Grund für das Fehlen des wissenschaftlichen Verständnisses und der
Grund der Unsicherheiten geprüft werden. Schließlich müssen diese Unsicherheiten
abgeschätzt werden.
Zum Beispiel sind die Wirkungen der Veränderung der kosmischen Höhenstrahlung
auf Wolken, die durch Sonnenflecken-Aktivität verursacht werden, die Wirkung des
Sonnenwindes und energiereicher Protonen auf die oberen Atmosphärenbereiche
sowie begleitende NOx- und Ozoneffekte nicht ausreichend verstanden – und fehlen
deshalb in den Computermodellen.
Die größten Unsicherheiten stammen von den indirekten Wirkungen der Aerosole
sowie der Aerosol-Bildung. Dies ist anerkannt, aber nicht ausreichend verstanden.
Ebenfalls ist die Diskussion der Eigenschaften und der Lebensdauer von Aerosolen
in Wolken im 4. IPPC-Bericht mangelhaft.

Im 4. IPCC-Bericht wird behauptet, dass die bisher gemessenen Daten nicht von
dem Modell (also der CO2-Hypothese) abweichen. Aber eine überzeugendere
Abschätzung seiner tatsächlichen Fähigkeiten zu einer Prognose wurde nicht
präsentiert. Dieser Praxistest fehlt. Erforderlich wäre die Reproduktion der Klima-
Vergangenheit, wie sie sich nach dem Modell ergibt und dann ein quantitativer
Vergleich mit den vorgelegten Langzeit-Klimaabschätzungen.

„Als Zusammenfassung der bisherigen Diskussion muss festgestellt werden, dass
sich die Klima-Modelle des IPCC immer noch in der Phase des Vertrauens auf
Versuch und Irrtum bei experimentellen Modellen befinden. Es gibt immer noch
keinerlei erfolgreiche Präzedenzfälle dafür.“
„Die Verwendung dieser Modelle ist mit antiker Astrologie vergleichbar.“
„Die Schlussfolgerung des IPCC, dass von jetzt an die Atmosphärentemperaturen
wahrscheinlich einen kontinuierlichen, gleichmäßigen Anstieg aufweisen werden,
muss als eine unbeweisbare Hypothese begriffen werden.“
„Stattdessen ist es notwendig, weiter zu forschen und die natürliche Variabilität zum Gegenstand von Vorhersagen über die Zukunft zu machen.“
> Bericht japanischer Wissenschaftler: Die globale Erwärmung ist nicht vom
Menschen verursacht. Die Klima-Modelliererung entspricht antiker Astrologie.
Quelle: Andrew Orlowski (andrew.orlowski@theregister.co.uk), veröffentlicht in
Environment, 25. Februar 2009, www.klimamanifest-von-heiligenroth.de/japan.pdf

- Im Spiegel der Papierqualität: 2 Handbücher zum Geschichtsunterricht ( beide alte Geschichte ), eines von 1913: das Papier zeigt kaum Alterungsspuren; eines von 1970: sehr braun und verfleckt. Das will natürlich nicht bedeuten, daß seit Willy Brandt das Niveau des Geschichtsunterricht auf das Niveau der Papierqualität von 1970 fiel.

- Unbrauchbares Wissen über Geburtenzahlen
FAZ 28.2.09 LB
Zu "Vereinbarkeit stärkt Wirtschaftswachstum" (F.A.Z. vom 17. Februar): Nach der klassischen Definition von Augustinus ist eine Lüge "eine Aussage mit dem Willen, Falsches auszusagen". Das sei der Familienministerin natürlich nicht unterstellt. Aber angesichts der Jubelrufe über die Geburtenzahlen in den ersten drei Quartalen 2008 und der tuschartigen Begleitmusik in manchen Medien kommt einem der Buchtitel "Das unbrauchbare Wissen" des französischen Publizisten François Revel in den Sinn. Der erste Satz in diesem medienkritischen Buch lautete: "Die Lüge ist die stärkste aller Kräfte, die die Welt beherrschen." Das mag manchem Zeitgenossen übertrieben erscheinen. Revel dachte auch nicht an die Lüge im augustinischen Sinn, sondern an die Halb- und Viertelwahrheit, die Verzerrung, die Beschönigung, die Vorverurteilung. Da stellt sich ja auch schon die Frage nach dem Nutzen.

In der Tat: Unbrauchbar ist das verkündete Wissen der Familienministerin in Sachen Geburtenzahlen, weil die Steigerungen sich statistisch im Zufallsbereich verlieren, weil dabei nicht berücksichtigt wurde, dass wir 2008 ein Schaltjahr hatten und deshalb schon mal fast die Hälfte der Steigerung hätte herausgerechnet werden müssen, und schließlich, weil noch drei Monate fehlten, um ein halbwegs seriöses Kalkül aufzustellen. Nun kommt die erste Rechnung: Die Geburtenzahlen des Statistischen Bundesamtes für Oktober zeigen einen rapiden Abfall. Im Vergleich zum Oktober 2007 wurden im vergangenen Oktober 7701 Kinder weniger geboren. Damit sind die Jahreszahlen deutlich im Minus, wenn auch immer noch im Zufallsbereich, so dass auch hier nicht von einer Wende gesprochen werden kann. Es ist aber kaum damit zu rechnen, dass die Monate November und Dezember bessere Zahlen bringen, denn im letzten Quartal 2007 war die Krisenstimmung schon spürbar, und in Krisenzeiten werden historisch nachweisbar weniger Kinder geboren. Der Oktober deutet es ja auch schon an. Wir haben es, um ein Bild zu gebrauchen, mit einem Waschbrett zu tun, wie Hausfrauen es früher gebrauchten: Kleine Hubbel mit kurzen Wellen nach oben, insgesamt aber geht die Bewegung nach unten.

Zum unbrauchbaren Wissen gehört auch noch eine andere Behauptung, die jüngst im allgemeinen Jubel des Familienministeriums aufgestellt wurde: Die Geburtenzahlen in den neuen Bundesländern würden sich denen in den alten annähern, und dies sei auf die staatliche Betreuungsinfrastruktur zurückzuführen. Als Beleg wurden die Zahlen in Tschechien angeführt, wo die Geburtenrate bei einem Kind pro Frau verharre, ebenfalls wegen der Betreuungsinfrastruktur, die im derzeitigen Präsidiumsland der EU aber familiär und nicht staatlich ausgerichtet sei. Leider stimmt auch diese Zahl nicht. In Tschechien liegt die Geburtenquote bei 1,44, also deutlich höher als in Ostdeutschland. Richtig aber ist, dass es in Tschechien kaum Krippen gibt und die Mütter ihre Kinder lieber selbst erziehen, als sie in fremde Hände zu geben (politisch korrekt: "professionelle Hände").

Man fragt sich, wem diese Zahlenspiele zur Unzeit nutzen sollen. Der Politik sicherlich nicht, sie kosten ein gerüttelt Maß an Glaubwürdigkeit. Dem Publikum auch nicht, es wird derzeit mit anderen Zahlen belastet. Vielleicht einigen Journalistinnen oder Journalisten, die, vom Tagesgeschäft übermannt, sich nicht die Mühe machen konnten, die Zahlen aus dem Familienministerium zu hinterfragen, und nun die Stirn in Falten legen. Schopenhauer bezeichnete die Journalisten einmal als "Tagelöhner des Geistes". Der alte Pessimist hätte an dieser Debatte ein brauchbares Vergnügen gehabt.

JÜRGEN LIMINSKI, ST. AUGUSTIN

Dienstag, 3. März 2009

Marggraf, Rinks und Lechts, NAEB, Maßhalten


Marggraf

- 3. März 1709: Geburtstag des Chemikers Andreas Sigismund Marggraf. 1747 findet er heraus, dass man aus der heimischen Rübe Zucker isolieren kann. Bis dahin konnte dieser nur aus tropischem Zuckerrohr gewonnen werden. Später folgt die Phosphorgewinnung aus Harn, er führt das Mikroskop als Hilfsmittel in die Chemie ein, die es zu dieser Zeit noch nicht als Naturwissenschaft gibt. Toller Empiriker!- 1801 gab es dann die erste Rübenzuckerfabrik in Schlesien.

- Rinks und Lechts kann man leicht verwechseln: NPD und DVU haben bei Ex-SDS-Vorstand Bernd Rabehl angefragt, ob er nicht für sie Kandidat für das Bundespräsidentenamt sein wolle, Rabehl überlegt noch (Focus)

"Ich liebe die bedächtigen Naturen, die sich an die Mitte des Weges halten. ..." Montaigne, Essais, Über das Maßhalten (1,30)
Sehr geehrte Frau x,
ich bewundere Ihr hohes Engagement. Es hat allerdings etwas Erschreckendes. Es erinnert an den großen Gerechten, an Robespierre, den Menschenschlächter aus Tugendhaftigkeit, der alles richtig und recht beurteilen konnte und gleich die Folgerungen exekutieren ließ. In seinem DANTON bemüht sich Büchner darum, die Dialektik von Moral und Mord zu begreifen, aber dafür war er noch zu jung. Und zu fanatisch, wie man an seiner Hessischen-Landboten-Parole "Friede den Hütten, Krieg den Palästen!" gut ablesen kann. FANUM ist lateinisch das Heiligtum, fanaticus bezeichnet einen hohen Grad der Begeisterung für das Heilige, eine Besessenheit für das FANUM, die jederzeit auch in das Rasende und Irrsinnige abgleiten kann. Man kennt das von den Savonarolas, den Robespierres, Marats, Lenins, Maos, Komeinhis, Pol Pots. Den Meinhofs, Ensslins und Dutschkes. Den Greenpeace-Aktivisten, Radikalen Tierschützern und Religionswächtern. Ihnen allen hat der Moralismus und eine Begeisterung für das ihnen jeweils Heilige den Verstand verwirrt mit schlimmen und mit weniger schlimmen Folgen. Sie kennen nur Schafe und Böcke, treiben die Begriffe auf die Spitze, konstruieren Alles-oder-Nichts-Vergleiche und sehen nur eine einzige Perspektive, wo zehn möglich wären. Sie verlieren den Überblick in der Spirale ihrer hochdrehenden moralischen Emotionen, ihr Differenzierungsvermögen erlahmt.
Davor schützt nur das Pro-Fane, das Vor-Heilige, das Nüchterne und Pragmatische.
Guter Geist sei trocken, meinte Luhmann. Das ist nicht falsch.
Ihnen empfohlen.

PS: Interessant in diesem Zusammenhang: Eric Hoffer, Der Fanatiker (Originaltitel: The True Believer)

- Eine sehr erfreuliche Initiative bei unattraktivem Namen: NAEB, nationale Anti-EEG-Bewegung ( www.naeb.info/ ) Sollte heißen: GFS - Grün für Strom - Initiative für preiswerten Strom - gegen EEG) (gegen die Steuerfinanzierung von Windrädern, Solaranlagen etc.) Sehr informative Netzseiten!

- "Finanzkrise. Der Krisenversteher.
Brauchen wir bescheidene Banker oder einen Aufseherstaat? Bloß nicht, meint der Münchner Finanzinvestor Hans Albrecht. Denn er will die nächste Finanzkatastrophe verhindern. ..." Focus 9/09 // Albrecht meint, wie mir scheint zu recht, daß die Haftungsbindung bei den Schlechtkrediten gefehlt habe.

Montag, 2. März 2009

Entwicklung des europäischen Elektrizitätsmarktes, Winter 2008/2009


Tobias Paulun

- - Erfreulich: Dr.-Ing. Tobias Paulun , Jahrgang 1981, Junges Kolleg, Akademie der Wissenschaften NRW: "Tobias Paulun ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Leiter einer Forschungsgruppe am Institut für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft der RWTH Aachen. ... Zurzeit beschäftigt er sich in seiner Forschungstätigkeit mit der langfristigen Entwicklung des europäischen Elektrizitätsmarktes. Ziel seiner Arbeit ist, Auswirkungen von Marktregeln auf die Entwicklung dieses Marktes zu analysieren und Handlungsempfehlungen für politische Entscheidungsträger zu definieren. Seine Forschungsarbeit ist interdisziplinär ausgerichtet und fokussiert auf volkswirtschaftlichen Fragestellungen unter Beachtung technischer Restriktionen des Elektrizitätsmarktes. Seine Arbeit basiert sowohl auf wirtschaftswissenschaftlichen Erkenntnissen als auch auf Methoden der Ingenieurwissenschaften. ..." http://develop.servicesite.de/akdw/index.php?option=com_content&task=view&id=318&Itemid=

- "Rückblick Winter 2008/2009
Wieder mal ein echter Winter.
Der Winter 2008/2009 hat seinem Namen alle Ehre gemacht. Temperaturen bis unter minus 20 Grad ließen zahlreiche Gewässer zufrieren. Vielfach war die Schifffahrt beeinträchtigt. Dazu kamen Schneefälle bis in Flachland. Besonders viel Schnee sammelte sich im Februar an, wo in den östlichen Mittelgebirgen und in den Alpentälern bis zu 1,5 Meter gemessen wurden. Trotz dieser Mengen war der Winter trockener als im Klimamittel, besonders niederschlagsarm war der Januar. Dieser trug außerdem maßgeblich zu einer positiven Sonnenscheinbilanz bei. ... Im Vergleich zum Klimamittel (1961-1990) war der Winter etwa 0,5 Grad kälter. Längere mildere Phasen, wie man sie aus den letzten beiden Wintern gewohnt war, blieben aus. Die größten negativen Abweichungen von teils über einem Grad traten in der Südwesthälfte auf. Mit minus 27,7 Grad wurde am 7. Januar in Dippoldiswalde südlich von Dresden die tiefste Temperatur des Winters registriert. Selbst am Rhein sank das Quecksilber auf knapp minus 20 Grad. Ähnlich niedrige Minima traten nochmals am 19. Februar auf, Oberstdorf meldete minus 24,2 Grad. ... " www.wetteronline.de/wotexte/redaktion/rueckblick/2009/02/27_wi.htm
// Teuer in der Heizung, dieser Winter!

- Marketing in Afrika: "Die Ausbeutung des Hungerkontinents .
Zuhauf streicheln Prominente in Afrika die Köpfe von schwarzen Kindern. Und denken dabei vor allem ans eigene Marketing. Sie wissen nicht, was ..." 1.3. //
In diesem Zusammenhang muß man natürlich stets auf Fruchtbarkeitsrate (Kinder je Frau) hinweisen: 5,6 ! Die Entwicklungsländer weisen im Durchschnitt 3,3 auf. Daher die unglaubliche Bevölkerungsentwicklung in AFRIKA: 1960 : 255 Mio. (Brockh.), 2007 : etwa 885 Mio. (Wiki.)

- Um die 7°C heute, gestern 10° tagsüber