Freitag, 15. Mai 2009

Geithner gibt der Fed die Schuld an der Krise




- Guter Vorschlag: FDP-Parteitag
„Deutsche, befreit euch von dieser Regierung!“

- " Geithner gibt der Fed die Schuld an der Krise .
ctg. WASHINGTON, 12. Mai. Der amerikanische Finanzminister Tim Geithner hat einer falschen Geldpolitik der Notenbank Federal Reserve (Fed) einen Teil der Schuld an der Immobilienpreisblase und an der Wirtschaftskrise gegeben. ... 'zu lange zu locker' ... zwischen 2003 und Ende 2008 als Präsident der Fed New York an den geldpolitischen Entscheidungen beteiligt ... stellt sich damit gegen den Fed-Vorsitzenden Bernanke und gegen dessen Vorgänger Greenspan. Beide argumentieren, die Fed hätte die Preisblase nicht verhindern können, weil sie nur die kurzfristigen, nicht aber die für Investitionen wichtigen langfristigen Zinsen kontrolliere." FAZ 13.5.09

- Was Genaues weiß man nicht oder: Zinssteigerung der Fed von 1% auf 2,5% seit Mitte 2004 wirkt sich bis Februar 2005 nicht auf die längerfristigen Zinsen aus: "Bremse im Aufschwung.
Ökonomen, deren Ausblick auf den weiteren Konjunkturgang eher von Pessimismus geprägt ist, befürchten nun eine Umkehrung dieses Prozesses. Goldman Sachs rechnet etwa vor, dass ein Anstieg der Hypothekarzinssätze um 1 Prozentpunkt in der Vergangenheit eine Reduktion des Konsums um 2,4% nach sich gezogen hat. Allgemein steigende Zinsen als Folge einer Straffung der Geldpolitik würden nicht nur dafür sorgen, dass der Steigflug bei den Häuserpreisen zu einem jähen Ende käme. Angesichts der gestiegenen Verschuldung - das ausstehende Volumen an Hypothekarkrediten liegt heute um 60% höher als noch vor fünf Jahren - schwebe über vielen Konsumenten das Fallbeil eines rapid wachsenden Schuldendienstes. Als Beleg dafür wird gerne auf die fortschreitende Aushöhlung von Substanz verwiesen, die sich daran zeige, dass über die vergangenen 50 Jahre der Anteil des Eigenkapitals beim Hausbesitz kontinuierlich von 85% auf 55% gefallen ist.

Andere Ökonomen, die zwar durchaus die konjunkturdämpfende Wirkung steigender Leitzinsen anerkennen, bestreiten allerdings wichtige Elemente in diesem Befund. So liege etwa der Expansion im Häusermarkt durchaus ein robuster, durch demographische Entwicklungen bedingter Nachfragetrend zugrunde. Auch werde gerne vergessen, dass nach wie vor gut zwei Drittel der US-Hypotheken zu einem festen Satz abgeschlossen sind, während variabel verzinste Kreditverträge oftmals eine Limitierung des Spielraums für Anpassungen enthalten. Die bisher aufsehenerregendste Entwicklung besteht allerdings darin, dass trotz einer kontinuierlichen Straffung der Geldpolitik die langfristigen Zinsen bis auf weiteres davon völlig unberührt geblieben sind. Während etwa die Sätze für Festhypotheken im Schlepptau der gesunkenen Treasury-Renditen ebenfalls gefallen sind, bewegen sich die Zinsen sowohl für Auto- als auch für mehrjährige Konsumkredite praktisch auf dem gleichen Niveau wie noch vor Jahresfrist." 12. Februar 2005, Neue Zürcher Zeitung, Unklare Konsequenzen der US-Geldpolitik, Geringe Wirkung höherer Leitzinsen auf die Nachfrage (ganzer Artikel bei NZZ oder: http://docs.google.com/Doc?id=dfxbprhp_7956gf3b99z )
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KOMBINIERE: Greenspan und Bernanke scheinen etwas mehr recht zu haben als Geithner.
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- 'Streiks in Kitas. „So geht es nicht weiter“.
Seit heute bleiben in ganz Deutschland viele Kitas geschlossen - die Erzieherinnen gehen für mehr Geld und einen Gesundheitstarifvertrag auf die Straße. Die Gewerkschaften rechnen mit einem langen Streik. ..."
// Wer nicht wegen Streikbeteiligung gekündigt werden kann, darf auch nicht streiken.

- Arbeitslos.k. in Spanien Q 1 : 17%

- 12-15°C

- IVG und Altana mit Verlust, BASF Asien bemerkt noch keinen Aufschwung, Cisco und Bayer spüren Stabilisierung, Bilfinger und Hochtief sehr stark.
Bip -3,8% Q1, Ifo freundlicher im April, Konsum stabil.

- Zu Alexander Humboldt fällt mir immer noch nichts ein, Wilhelm ist der interessantere, anregendere.

- 15. Mai 719 : der britische Missionar Wynfreth erhält von Papst Gregor II. die Missionsvollmacht und nennt sich fortan Bonifatius.
Es hätte schlimmer kommen können, der türkische Islam berannte erst später Europa, zuletzt 1683 die Belagerung Wiens.

- Dr. Penner fragt: "Was passiert, wenn
vom Eiswürfel emittierte Photonen auf Kachelofenmoleküle auftreffen?" Weiß das jemand?

Donnerstag, 14. Mai 2009

Deutschland ist bei Steuern und Abgaben Spitze, Blutiger Altar, Kelsen


12-18°C

- OECD-Studie : "Deutschland ist bei Steuern und Abgaben Spitze. Von Christian Schubert. 12. Mai 2009 In kaum einem anderen Land der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) müssen Geringverdiener so viel Steuern und Sozialabgaben zahlen wie in Deutschland. Dies ist das Ergebnis des jüngsten Steuer- und Abgabenvergleichs der Organisation. Auch Durchschnittsverdiener würden höher belastet als in den meisten OECD-Ländern, unabhängig davon, ob sie Single seien, einen Partner mit Erwerbseinkommen oder Kinder hätten. Nur wenn lediglich ein Partner arbeitet, seien Paare im internationalen Vergleich weniger schlecht gestellt und lägen im OECD-Vergleich im Mittelfeld.
Um die volkswirtschaftlichen Kosten für die Arbeitsplatzschaffung zu verdeutlichen bezieht die OECD ihre Daten auf die Arbeitskosten, die sie als den Bruttoverdienst plus die Sozialbeiträge der Arbeitgeber definiert. Die Abgabenbelastung errechnet sie aus der Einkommenssteuer abzüglich Bartransfers wie Kindergeld plus den Sozialversicherungsbeiträgen der Arbeitnehmer.
Danach war ein alleinstehender Geringverdiener mit zwei Dritteln des deutschen Durchschnittsverdienstes (von jährlich 43.942 Euro) im vergangenen Jahr mit 47,3 Prozent der Arbeitskosten belastet, fast 14 Prozentpunkte mehr als im OECD-Durchschnitt und der zweithöchste Wert nach Belgien. Ein Alleinerziehender mit zwei Kindern und zwei Dritteln des Durchschnittsverdienstes hat eine Last von 34,8 Prozent zu tragen, während der OECD-Durchschnitt nur 18,4 Prozent beträgt. ..." FAZ

- "Blutiger Altar als Konstante .
Der Mensch ist von seinen Göttern getrennt. Im Opfer versucht er, die Beziehung wirklich und fassbar zu machen: Bericht über eine humane Universalie. ... " 13.5. FAZ // " Blut ist ein ganz besonderer Saft ", heißt es im FAUST, und das Faszinosum Blut dürfte eine humane Universalie sein, genauer: eine männliche. Der Opferwahn von den Azteken bis zu den Israeliten, von den Griechen bis zu den Friesen verdankt sich dieser elementaren, grausamen Fixiertheit. Er kann sich daher mit jedem Glauben verbinden, der von Männern erfunden wurde, ob primitiver Voodoo-Spleen oder Sonnenkult; selbst die einzige Religion, die sich zu einem liebenden Gott bekennt, das Neue Testament, steht noch mit den Füßen im Sumpf der Moses-Barbarei und hat auf ein allerletztes Blutopfer, das am Kreuz, nicht verzichtet.

- Kelsen, hat nicht nur auf Blutopferrechtsphantasien vom Schlage "Der Führer schützt das Recht" (Carl Schmitt) verzichtet, sondern auch auf sonstiges Rechtsbrimborium: "Hans Kelsens Staat und die demokratische Tradition . Reines Recht: Eine Tagung der Wiener Akademie . Der Herbert-Hunger-Bau der Österreichischen Akademie der Wissenschaften liegt in der Sonnenfelsgasse, mitten im Wiener Ersten Bezirk. Der "Theatersaal" ..." FAZ 13.5.

- Sozialismus pur: "Kinder, Konsum und Kosmonauten.
In der Fotografie wurde den Sowjetbürgern der Reformära von Nikita Chruschtschow das Bild einer lichten Zukunft des Sozialismus präsentiert. ... 'Wir haben die größten Atomkraftwerke der Welt errichtet. Laßt uns jetzt darangehen und die Produktion von Federkissen und von Zangen aufnehmen', schrieb ein Leser der 'Prawda' 1959. " FAZ 13.5.

Mittwoch, 13. Mai 2009

Es ist noch Öl da




- Es ist noch Öl da: " Riesenzuwachs bei Weltölreserven.
Ölsand aus Kanada kann genutzt werden. Zürich (rpo). Die Weltölreserven haben einen Riesensprung gemacht. Sie sind im Jahr 2002 um 17,4 Prozent auf 165 Milliarden Tonnen gestiegen. Den Grund dafür liefert Kanada.
Das geht aus der Untersuchung "Öldorado 2003" hervor, die der Ölkonzern Exxon am Dienstag in Zürich vorstellte. Ausschlaggebend für den Zuwachs ist jedoch nicht die Entdeckung neuer Lagerstätten. Vielmehr werden bereits bekannte Ölsandvorkommen in Kanada jetzt als sichere Reserven eingestuft, weil ihr Abbau dank des technischen Fortschritts wirtschaftlich geworden ist. Der Studie zufolge haben sich die sicheren Weltölreserven seit 1980 fast verdoppelt.
Der Ölkonsum blieb 2002 mit einer Steigerung um 0,5 Prozent auf 3,5 Milliarden Tonnen nahezu stabil. Dabei sank der Verbrauch in Europa und Südamerika, während der Ferne Osten zulegte. Die Ölförderung reduzierte sich dagegen um ein Prozent auf 3,552 Milliarden Tonnen. Der Rückgang wird mit der schwachen Konjunktur in einigen Regionen der Welt sowie der Förderdisziplin der Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC) erklärt. Allein im Nahen Osten betrug der Rückgang sechs Prozent. ..." www.geoversum.de/ +//+ Für 2006 gibt die Bundesanstalt für Geowissenschaften an: Reserven: 229 Mrd. Tonnen, Ressourcen 332 Mrd. Tonnen, Bedarf p.a. 3,92 Mrd.

- Ist auch noch genug St. Emilion da? "Rotwein ist für alte Knaben ..."

- "Wirtschaftswissenschaft: Schadet es, wenn Ökonomen rechnen können?
Ist die moderne Wirtschaftswissenschaft zu stark formalisiert? Nein, sagt der Freiburger Ökonom Thomas P. Gehrig. Der neue Methodenstreit untergrabe die Glaubwürdigkeit der Volkswirtschaftslehre. ..." 11.5. FAZ //
Im Prinzip schadet das Rechnen nicht, würde RADIO ERIWAN da antworten, aber ... Ein analoges Beispiel: Vor einiger Zeit bekam ich ein mehrseitiges Chemiemanuskript, daß mir im Formelteil unverständlich war; also bat ich einen gestandenen Chemiker um Rat, der aber zu meiner Verwunderung angab, ebenfalls im Formelteil Verständnisprobleme zu haben.- Ich vermute, daß das in der Volkswirtschaft nicht anders ist. Wer prüft eine Seite Formeln, wer kann das überhaupt ohne hundert Nachfragen? So dient das Rechnen oft nur der Vorgaukelung von Sicherheit. Formeln sehen so schick aus.- Ob die Preise eines bestimmten Marktes noch in einem rationalen Rahmens sind, kann ich weder genau berechnen noch annähernd sicher vermuten - für gewöhnlich kann ich X annehmen, aber bei Entsparungssituationen ist vielleicht Y richtig? "Trübe Frage, der das Schicksal sich vermummt ..." Faust

- "Währungspolitik. Rückkehr zum Goldstandard?
Die Krise stellt auch die bestehende Geld- und Währungsordnung in Frage. Einige Ökonomen liebäugeln mit einer Rückkehr zum Goldstandard oder einem vergleichbaren System. Doch das käme nicht ohne Kosten. ..." 11.5. FAZ //
Wie lassen sich global Staatsschuldenbremsen installieren? Das scheint mir die wichtigere Frage zu sein.
Der Goldstandard kommt nicht wieder. Kann es ein großer Korb von Währungen und Rohstoffen sein? Theoretisch interessant, aber hinsichtlich der Abstimmungsfragen unpraktikabel. Bei allen Problemen bleiben die USA die allein kalkulierbare Großgröße; China als amerikanischer Montagestandort muß damit leben wie auch die europäischen Abstiegswirtschaften.

- Afghanistan: "Die Verdruckstheit, mit der hierzulande der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan wahrgenommen wird, war am Montag in den "Tagesthemen" zu bezeugen. Mit Entsetzen, hatte man den Eindruck, war zu melden, dass Bundeswehrsoldaten zwei Taliban-Angreifer bei einem Feuergefecht getötet haben." FAZ 12.5.

Dienstag, 12. Mai 2009

Arbeitslosigkeit, Flaig, Religion




Ältestes Gebäude Uni Krakau
Autographe Kopernikus

11-15°C, fehlt noch ein bißchen am Wonnemonat; Meisennestlinge lärmen munter.

- Wirklich? : "Regierung forciert Bürokratieabbau .
Mehr als die Hälfte der Kosten durch EU-Vorgaben begründet
ami. BERLIN, 10. Mai. Zum Ende der Legislaturperiode gibt das Bundeskanzleramt beim Abbau von Bürokratiekosten noch einmal Gas. Ziel ist dabei, ... 10404 Informationspflichten quälen die Betriebe" FAZ 11.5.

- Arbeitslosigkeit Deutschland: " Die Arbeitslosenquote verharrte bei 8,6 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 8,1 Prozent gelegen. " (30.4.09, BA)
- US-Arbeitslosigkeit März 09: stieg um 0,4% auf 8,9%

- Egon Flaig " Zeichen und Gesten der Alten Welt . Mut und Geist: Den Kaiser herausfordern und dazu gleich noch die Geschichtswissenschaft. Wer das Glück hatte, Egon Flaig zu Beginn der neunziger Jahre kennenzulernen, sah sich gehalten, die Begriffe Brillanz, Mut und Torheit in einen ... daß es keine islamischen Menschenrechte geben könne und man den Islam mit seinen kämpferischen Wurzeln als Negation unserer Werte ernst nehmen müsse. ... " FAZ 11.5.

- "Gott ist kein Bigamist, er ist polygam." : ' Verführerische Umarmungsversuche. Zu "Gott ist kein Bigamist" von Robert Spaemann (F.A.Z. vom 20. April): Nein - Gott ist kein Bigamist, er ist polygam. Würdiger ausgedrückt: Gott hat viele Kinder. Das Neue Testament (Hebräerbrief 1, 1) weiß: "Nachdem vorzeiten Gott manchmal und mancherlei Weise geredet hat . . . , hat er zu uns geredet durch den Sohn." Zu uns Christen hat der Herr durch den als Gottessohn geglaubten Christus und die Wolke der christlichen Zeugen gesprochen. Genügt das nicht? Zu Juden wurde offenbar anders gesprochen. Darf man für Juden beten? In der Kirche Notre Dame d'Afrique in Algier grüßen die Worte "Heilige Jungfrau, bete für uns und die Muselmanen." Ist es imperialistisch, für die Muslime zu beten? Die Beterei für Andersgläubige und das Gerede darüber ist Gotteslästerung, wenn wir unseren eigenen Glauben nicht kennen. Die jüdische Religion hat mit der christlichen nichts als die religionsgeschichtlichen Wurzeln gemeinsam. Das Alte Testament mit dem Neuen Testament zusammengeleimt zu haben ist die Sünde wider den Heiligen Geist (Nietzsche), es im christlichen Glaubensgepäck zu konservieren, ein Zeichen geistlicher Lähmung (Harnack).'
Professor Dr. iur. Menno Aden, Essen, Text: F.A.Z., 05.05.2009, Seite 34

- Gründung der Universität Krakau 12. Mai 1364: Kopernikus (Nikolas Koppernigk, Vater war Kupferhändler) war dort, ging aber nach Bologna und promovierte in Ferrara. Gelehrt wurde in Latein. Für das Studium wurde natürlich bezahlt. Krakau trat mit Medizin (nicht wesensverwandt mit der modernen Medizin), Jura und dem Resteeintopf Artes liberales an, richtig voran kamen seitdem nur Technik und Naturwissenschaften, die Freien Künste, die im wesentlichen zur Phil. Fak. wurden, erfanden u.a. solche entsetzlichen Kreationen wie den Marxismus und den Nationalismus. Daran dachte im 14. Jht. noch niemand.

- Religion: "Sloterdijk: Meine These lautet in der Tat, dass es keine Religion gibt, sondern nur missverstandene Übungssysteme. Ich finde den Begriff Religion falsch und schädlich. Auch steckt in ihm ein Teil des europäischen Kulturimperialismus. Die Inder wussten nicht einmal, dass sie Hinduisten sind, bevor sie durch europäische „Religionswissenschaftler“ darüber aufgeklärt wurden, die Chinesen können bis auf den heutigen Tag mit dem Begriff Religion nichts anfangen, auch im Altgriechischen haben wir kein Wort für Religion, im Hebräischen ebensowenig. Meine Polemik gegen den Religionsbegriff ist teilweise historisch, teilweise systematisch begründet. ... Ich schlage eine allgemeine Immunologie als Ersatz für die Metaphysik vor. Diese Form von Immunologie steht an Ernsthaftigkeit hinter der Theologie nicht zurück. Verstehen wir uns recht: Immunsysteme im allgemeinsten Sinn sind verkörperte und institutionalisierte Verletzungserwartungen. Wenn man in der Welt ist, weiß man, dass man an einem Ort weilt, wo vieles schiefgeht. Eines der dunkelsten denkbaren Ereignisse ist zugleich das gewisseste, mein eigenes Ende. In Bezug auf diese Gewissheit bin ich dazu genötigt, mir Vorstellungen zu machen, wie mit ihr zurechtzukommen wäre. Die klassische Antwort lautet, dass Rettung am ehesten beim Schöpfer zu finden sei. Im Grunde genommen ist das eine Art Kundendienstidee: Der Hersteller muss auch die Garantie für die Entsorgung des Geschaffenen übernehmen. Bestimmte Religionen haben ein großes Interesse an einem starken Schöpfer entwickelt, weil von ihm die größten Immunleistungen erwartet werden dürfen. Wer mich schaffen kann, der kann mich am Ende auch retten. ... " „Die Krise wird Gott“
Der Philosoph Peter Sloterdijk hält Religionen für falsch verstandene Übungssysteme und erklärt, wie man übt, der Weltlage zu trotzen. Focus 11.4.09 Nr. 16

- Religiöse Fruchtbarkeit: 'Evolution. Fruchtbarer Glaube.
Die Zukunft gehört allein den Religionen, die erfolgreich dazu animieren, Kinder zu bekommen, meinen einige Forscher.
Von FOCUS-Redakteur Christian Pantle
Der 29-jährige Wissenschaftler war praktizierender Christ, und genau darauf legte seine Auserwählte großen Wert. Der Heirat stand nichts im Weg, das Paar bekam zehn Kinder. Später brachte Charles Darwin mit seinen Arbeiten das Fundament der Kirche ins Wanken, zum Leidwesen seiner tief religiösen Frau Emma. Aber da hatte er sich bereits fortgepflanzt. Der Schöpfer der Evolutionstheorie demonstrierte so auch in der Praxis, wie man sich evolutionär erfolgreich verhält.
Darwins Leben zeigt fast mustergültig, dass Frömmigkeit (zur rechten Zeit demonstriert) den biologischen Erfolg erhöhen kann, sprich: die Zahl der Nachkommen. Religiöse Personen haben im Schnitt mehr Kinder als nicht gläubige, und das ist ein entscheidender Grund, weshalb weltweit Menschen an einen Gott oder Götter glauben – so argumentieren jedenfalls der Religionswissenschaftler Michael Blume und der Journalist Rüdiger Vaas. Sie gehen in ihrem neuen Buch „Gott, Gene und Gehirn“ einer faszinierenden These nach: Die Konfessionen haben sich über die Erde verbreitet – und werden dies auch in Zukunft tun -, weil sie einen evolutionären Vorteil verschaffen. „Religion überlebt, weil sie Kinder zeugt, nicht weil sie wahr ist“, so die Autoren. ...' Focus 11.4.09 Nr. 16

Montag, 11. Mai 2009

Beatles: Taxman: Declare the pennies on your eyes

Der Eichel am Morgen: 8-14°C

- Das Wichtige tun und das andere nicht lassen oder wie sich einmal Hauschild und Eichel nicht zufällig beim WDR trafen:

Beatles-Ouverture, Taxman:

Let me tell you how it will be,
There’s one for you, nineteen for me,
‘Cos I’m the Taxman,
Yeah, I’m the Taxman.
Should five per cent appear too small,
Be thankful I don’t take it all.
‘Cos I’m the Taxman,
Yeah yeah, I’m the Taxman.

(If you drive a car car), I’ll tax the street,
(If you try to sit sit), I’ll tax your seat,
(If you get too cold cold), I’ll tax the heat,
(If you take a walk walk), I’ll tax your feet.
Taxman.

‘Cos I’m the Taxman,
Yeah, I’m the Taxman.
Don’t ask me what I want it for
(Ah Ah! Mister Wilson!)
If you don’t want to pay some more
(Ah Ah! Mister Heath!),
‘Cos I’m the Taxman,
Yeeeah, I’m the Taxman.

Now my advice for those who die, (Taxman!)
Declare the pennies on your eyes, (Taxman!)
‘Cos I’m the Taxman,
Yeah, I’m the Taxman.
And you’re working for no-one but me,
(Taxman).

Sehr geehrter Herr Hauschild, da haben Sie im Prinzip völlig recht. Alle sollen mittun, sagen Sie, und alle tun es, auch diejenigen, die Fahrgemeinschaften bilden und dann die Pendlerpauschale veranschlagen oder diejenigen, die ein Erbe aus bereits versteuertem Geld dem Finanzamt nicht angeben. Das ist nicht korrekt und abzulehnen, selbstredend. Keine Diskussion.
Aber Steuern (z.B. für die nicht aus Eigenbeiträgen erworbenen Pensionen der Beamten) zahlt trotzdem jeder, denn er zahlt an jeder Ecke Steuern und Abgaben, direkte Steuern und indirekte Steuern, und davon immer mehr, auch über die Hintertür der kalten Progression, und haben Merkelmünte nicht am Anfang ihrer Wahlperiode die Mehrwersteuer auf 19% geschraubt?
Niemand zahlt keine Steuern, der arbeiten geht, es sei denn, er bezieht mehr Transferleistungen, als er Steuern zahlt. Darauf haben sich allerdings einige spezialisiert.

Da haben Sie im Prinzip völlig recht. Alle sollen mittun, alle tun es, außer den Transferspezialisten.
Im Prinzip gibt es auch den Volonte generale. Wenn da nicht die vielen einzelnen Menschen wären mit ihren verschiedenen Lebensansichten und Lebensentwürfen und vor allem, wenn da nicht die vielen tausend Details wären, die aus dem menschenfreundlichen Steuersystem des Adenauer-Deutschlands die trostlosen Steuerwüsten der deutschen Gegenwart gemacht haben. Zu allen diesen Details hat der Bund der Steuerzahler Dokumentationen und Stellungnahmen vorgelegt und er tut es weiter jeden Monat, gönnen Sie sich die Lektüre, gefolgt vom Studium der letzten Berichte von Bundes- und Landesrechnungshof über die Verschwendung von Steuermitteln durch die öffentliche Hand.

Und führt Sie der Weg nach Arnsberg, versäumen sie nicht einen Besuch der Bezirksregierung, jenem steingewordenen Monument des Wachstums des Beamtenapparates: das alte Haus der Bezirksregierung aus dem 19. Jahrhundert hat menschliche Maße, der darangesetzte größere Erweiterungsbau verrät schon bedenkliche Großmannssucht, die dritte, ganz große, wieder angebaute Erweiterung läßt das erste Gebäude fast wie das Pförtnerhäuschen des dritten erscheinen. Da entdecken Sie den tieferen Sinn des ständigen Drehens an der Steuerschraube und der unendlichen Geschichte des Ersinnens und Erfindens neuer Steuer- und Abgabenarten.
Und Sie haben ebenfalls recht, daß nicht nur die Lohn- und Einkommensteuer vom Lohn abgezogen wird.
Es kommen dazu ebenfalls halbstaatliche Abgaben wie die Arbeitslosigkeitsumlageabgabe, es handelt sich da ja nicht um eine Versicherung. Auch an dieser Arbeitslosigkeitsumlageabgabe drehen die einschlägigen Politiker, wie es in ihren Kram und ihre Wahlkämpfe paßt. Ich kann Ihnen da auch ein persönliches Beispiel anbieten: Als Metallarbeiter habe ich die Arbeitslosigkeitsumlageabgabe jeden Monat abgezogen bekommen. Als ich später am Ende meines zweiten Bildungsweges nach dem 2. Staatsexamen arbeitslos war, hatte ich aus beamtenrechtlichen Gründen keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld aus den von mir früher geleisteten Beiträgen, wie das bei einer ehrlichen privaten Versicherung der Fall gewesen wäre. Vielleicht wurden aus meinen Metallarbeiter-Beiträgen gar Vorruhestandsgelder an Ingenieure von Interatom (ehemals Berg. Gladb.) bezahlt?
Auch zu den verschlungenen Wegen der halbstaatlichen Sozialapparate gibt es reichlich Literatur.

Erleuchtete Programme zur Linderung der Steuernot haben Paul Kirchhof und Friedrich Merz vorgelegt.
Es lohnte, dazu eine Sendung zu machen.

Herzlichen Gruß!