Samstag, 14. November 2009

Hauptprodukt Afrikas: Kinder, Kinder, Kinder; Luther, Holland will die Kfz.-Besteuerung auf die gefahrenen Kilometer umstellen




Ei, ei ! Ihm wird so wunderlich,
So leicht und doch absunderlich.

Hans Huckebein (www.wilhelm-busch.de/index.php?pageID=58)

- Das ist der Gipfel: Gipfel in der Politik sind meist nur Gipfelzumutungen für die Gipfelanwohner; not täte eine Konferenz irgendwo hinter Tuvalu, und da könnte die UNO ausnahmsweise einmal etwas Konstruktives leisten, auf der nur ein einziger Punkt zu beraten wäre, der einzige Punkt von großer Bedeutung weltweit: wie kann die drastische Vermehrung der Weltbevölkerung, wie kann das riesige Bevölkerungswachstum in den Hungerländern begrenzt werden? Vor sechzig Jahren betrug die Weltbevölkerung etwa 2,4 Milliarden Menschen, heute sind es etwa 6,8 Milliarden; die Projektionen gehen für das Jahr 2050 auf 9,2 Milliarden, innerhalb von hundert Jahren also ein Wachstum von 380 Prozent. Abgesehen von Wanderungsbewegungen spielt sich dieses Wachstum fast ausschließlich in den sogenannten Entwicklungsländern ab, deren Lebensgrundlagen bereits heute weitgehend von Hunger und Not gekennzeichnet sind - trotz über zweitausend Milliarden Entwicklungshilfe seit gut fünfzig Jahren. Für den schwarzen Kontinent AFRIKA gilt das natürlich besonders stark, die Bevölkerung betrug 1960 : 255 Mio. ((Brockh.), bereits 1984 hatte sie sich auf mehr als 537 Mio. Menschen verdoppelt (Brockh.). Bis 2007 schnellte die Zahl auf etwa 885 Mio. hoch (Wikipedia). Afrika vervierfachte also seine Bevölkerung in etwa seit 1960 und produziert auf diese Weise stetig neuen Hunger. Die grenzenlose Verlogenheit der UNO-Funktionäre schweigt dazu.

- Holland will die Kfz.-Besteuerung auf die gefahrenen Kilometer umstellen - so etwas fällt teutonischen Staatsfunktionären nicht ein.

- Wirkungen und Nebenwirkungen der Reformation: Kopernikus zum Narren gemacht
Gestatten Sie mir, die von Heike Schmoll souverän vorgetragenen Gedanken zum Reformationstag "Am Beginn der Neuzeit" (F.A.Z. vom 31. Oktober) durch folgende Anmerkungen zu ergänzen. In Anlehnung an Augustinus eröffnete Luther die Möglichkeit einer Erlösung allein im Glauben. Und es war der Glaube an das Wort Gottes, wie es in der "Schrift", den Evangelien, zu erfahren ist, welcher der von Luther gelehrten Religion die Bezeichnung die evangelische einbrachte.

Daraus ergab sich wie im Urchristentum ein schroffer Gegensatz zwischen Glauben und Vernunft, das heißt zwischen Theologie und Philosophie. Und so brandmarkte er in seiner Schrift "An den christlichen Adel deutscher Nation" Aristoteles: "...Es thut mir weh in meinem Herzen, daß der verdamte, hochmüthige, schalkhafte Heide mit seinen falschen Worten so viel der besten Christen verführt und genart hat. Lehrt doch der elende Mensch in seinem besten Buch de anima, daß die Seele sterblich sei mit dem Körper...". Und weiter: "Was sind die Universitäten...darin ein frei Leben geführt, wenig der hl. Schrift und christlicher Glaube gelehrt wird, und allein der blinde heidnische Meister Aristoteles regiert...".
Der Notwendigkeit, mit der lutherischen Reformation auch die Gebildeten anzusprechen und zu gewinnen und dem jungen Protestantismus eine feste organisatorische und wissenschaftliche Grundlage zu geben, stand indessen die Entgegensetzung von Glauben und Vernunft im Wege. In dieser Lage suchte Luthers Mitstreiter Philipp Melanchthon einen Schulterschluss wieder mit der Philosophie, wodurch im Protestantismus die Philosophie erneut zur Magd der Theologie degradiert worden ist. Es ist also nicht so, dass die Reformation eine freie Forschung und eine von der Theologie abgelöste Philosophie ermöglicht hat. Vielmehr forderte Luther nur die Freiheit der Forschung in der Schrift. So bezeichnete er beispielsweise die ihm bekanntgewordene Theorie des Kopernikus als "superklugen Einfall eines Narren, der die ganze Kunst astronomiae umkehren wolle".
Letztlich gründet die Befreiung des Geistes auf die Wirkung von Humanismus und Renaissance, namentlich in romanischen Ländern und in England. In diesem Lichte ist es verständlich, wenn etwa Friedrich Nietzsche die lutherische Reformation als Rückfall und Unterbrechung in der auf Befreiung ausgerichteten Entwicklung des europäischen Geistes abgewertet hat. Abschließend bleibt festzustellen: Die Reformation gab den entscheidenden Anstoß zum Bruch der Alleinherrschaft der römisch-katholischen Kirche auf allen Gebieten des Geisteslebens und - zumindest in Deutschland - dafür, dass die Bildungsanstalten säkularisiert und allmählich allgemein zugänglich geworden sind, allerdings unter der Vorherrschaft des Staates.
PROFESSOR DR. DIETER PAUL MERTZ, EHRENKIRCHEN, LB F.A.Z., 12.11.2009

- Ein einzig Ding, dieser Drang des Menschen nach VERÄNDERTEM BEWUSSTSEIN, durch Drogen, durch Religion, Meditation etc.; wiewohl auch von Schafen berichtet wird, daß sie gern Kaffee-Blätter fressen. Und Wilhelm Busch hat uns seine einschlägigen Erfahrungen mit dem Raben Hans Huckebein aufgezeichnet. Unter dem Stichwort VERÄNDERTES BEWUSSTSEIN im Lex. d. Neurowissenschaft Bd. 4 findet sich eine merkwürdige Konversion von Glauben und Droge empirisch untersucht.

- Nota bene: " Gedenken an den Ersten Weltkrieg. Sinnstiftend für die französische Nation. (müßte heißen: für die französischen Nationalisten, WD)
Nie war ein Bundeskanzler bereit zu tun, was Angela Merkel heute macht: am Pariser Triumphbogen das Ende des Ersten Weltkriegs zu feiern. Sie erfüllt einen Wunsch von Nicolas Sarkozy. ... " FAZ 12.11.09 ///
Immerhin hat die bösartige französische Schikanepolitik gegenüber der Weimarer Republik die Stimmung für den Aufstieg Hitlers bereitet. Paris gewährte dann Hitler, was sie Stresemann verweigert hatte, selbst die angestrebte Zollunion zwischen Berlin und Wien in der Weltwirtschaftskrise wurde blockiert.
(s. Golo Mann, Dt. Geschichte, Weimar) .

Freitag, 13. November 2009

Grünland auf Grönland, Warme Römerzeit




War das schön, als es in Grönland noch so warm war (Henri Rousseau, Der Traum, 1910) - Oder war so wie das Bild rechts zeigt? Egal, jedenfalls gab es Schmetterlinge.

- Grünland auf Grönland. Molekulare Fossilien
Von Reinhard Wandtner, FAZ 05. Juli 2007
Sattgrüne lichte Wälder mit Kiefern, Fichten und Erlen, ein glasklarer See, in dem sich der blaue Sommerhimmel spiegelt und an dessen warmen Ufern bunte Schmetterlinge herumflattern - so idyllisch erscheint eine Region im Süden Grönlands auf dieser künstlerischen Darstellung. Das Bild ist aber nicht einer überschäumenden Phantasie entsprungen, sondern es beruht auf neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die bei der molekulargenetischen Analyse von Eisbohrkernen gewonnen wurden.
Die virtuelle Landschaft spiegelt nicht das heutige Grönland, sondern jenes vor 450.000 bis 800.000 Jahren. So alt ist nämlich das Eis, in dem eine internationale Forschergruppe um Eske Willerslev von der Universität Kopenhagen nach molekularen Spuren früheren Lebens gesucht hat. Was dabei herausgekommen ist, lässt die Geschichte Grönlands in grünerem Licht erscheinen. ... Grönland war bewaldet
Durch die molekularen Fossilien unter dem zwei Kilometer dicken Eisschild ist jetzt erstmals bezeugt worden, dass der Süden Grönlands in jener Zeit bewaldet war. Diese Erkenntnis ist auch für die Klimaforschung und die Prognosen zu den Folgen der globalen Erwärmung bedeutsam.
Denn anders als weithin angenommen, überstand der Eispanzer offenbar die Zwischeneiszeit vor 130.000 bis 116.000 Jahren. Damals war es um rund fünf Grad wärmer als heute. „Wenn unsere Daten korrekt sind“, meint Willerslev, „bedeutet das, dass die Eiskappe im Süden Grönlands stabiler ist als vermutet.“ FAZ 5.7.07

- Warme Römerzeit: Die Römer stiegen in Sandalen über die eisfreien Alpen (Hannibals Elefanten waren sogar barfuß!). Die fanden das sogar prima. Warm fanden die gut. Wer wollte ihnen das verdenken? Das warme Mittelalter-Optimum führte zu Ernteüberschüssen und ermöglichte die vielen europäischen Stadtgründungen mit ihren neuen Berufen, die die europäische Technikentwicklung begründeten, die uns bis heute ernährt. Warmzeiten waren und sind gute Zeiten, aber die Temperaturen sinken seit etwa drei Jahren wieder - Herr Röttgen und Herr Mrusek sollten mal aufs Thermometer sehen und im übrigen das erhellende FAZ-Interview mit den Leitern der drei deutschen Geoinstitute lesen, in dem zB Reinhard HÜTTL, Leiter des Geoforschungszentrums Potsdam, äußert : " Wärmephasen waren nicht immer katastrophal. Sie haben auch zur Artenvielfalt beigetragen. Oder schauen Sie sich die Entwicklung vom Homo sapiens seit der letzten Warmphase vor 150 000 Jahren an. Unsere Spezies hat in dieser Zeit den Klimawandel gemeistert. Wir sind außergewöhnlich anpassungsfähig. Nur haben wir zuletzt eben eine glückliche Situation mit relativ stabilem Klima gehabt. Daher kommt sicher auch die Forderung nach der Zwei-Grad-Grenze. Das ist politisch wünschenswert, aber aus geowissenschaftlicher Sicht nicht haltbar." (28.10.09 FAZ)(Komm. auf faz.net)

- Sozialistische Produktivität: ' Der Spezialist für Sowjetkultur Boris Groys erkennt in der deutschen Hauptstadt die Bilderbuchversion des sozialistischen Traums, haben doch schon im Ostblock die Menschen wenig gearbeitet: "Viele haben in der Arbeitszeit halb geschlafen oder gefrühstückt, Kaffee getrunken, eingekauft." ' Die Utopie im Milchkaffee, Lob der Stagnation: Warum sich das sozialistische Ferienparadies Berlin vor der eigenen Dynamik zu fürchten hat, FAZ 12.11.09

- Sozialismuszusammenbruch, Kissinger, Brandt oder Giscard D'Estaing : " 9. November. Schluss mit den Mauerlegenden!
Das zum Jahrestag des 9. November ständig wiederholte Mantra, das Ende des Kommunismus sei unvorhersehbar gewesen, ist eine Entstellung der Tatsachen. Untergangsprophezeiungen gab es genug. Man wollte sie nur nicht hören, meint der französische Intellektuelle Bernard-Henri Lévy. ... Ich erinnere mich an Schriftsteller, von Schalamow bis Solschenizyn, die sehr deutlich vorausgesehen haben, dass der Kommunismus untergehen würde. Ich erinnere mich an die Männer und Frauen, die man Dissidenten nannte und die - wie Andrei Amalrik, der schon 1970 ein Buch schrieb, das den Titel trug „Kann die Sowjetunion das Jahr 1984 erleben? ... Die Haltung eines Kissinger, Brandt oder Giscard D'Estaing, die vor den Unterdrückten im Osten die Türe zuschlugen; die Haltung Thatchers oder Mitterrands, die, wie wir heute wissen, bis zum letzten Augenblick alles taten, um die Wiedervereinigung Deutschlands zu verhindern und die alte Ordnung zu retten; die Haltung schließlich eines intellektuellen Klerus, der in seiner übergroßen Mehrheit, in Schweden oder Norwegen wie in Frankreich, nichts über den fortdauernden Skandal zu sagen wusste, der die Hälfte Europas in einem Raum, einer Zeit und einer Zivilisation gänzlich anderer Art gefangen hielt ..." FAZ 12.11.09

Donnerstag, 12. November 2009

Depression, kaltes US-Wetter, Eis auf dem Kilimandscharo, Kernkraftwerke, islamische Recht



2°C - 7°C R/W

- Depression: 1. symptomatische D. infolge von Organerkrankungen 2. endogene D. ohne erkennbare äußere Ursache. Dafür "konnten inzwischen Erbfaktoren als wesentliche Ursache nachgewiesen werden. Neurobiologische Befunde belegen, daß im Gehirn biochemische Prozesse 'enrgleist' und neuronale Schaltkreise gestört sind. ..." Lex. d. Neurowissenschaft Bd. 1

- US-Wetter: NOAA National Climatic Data Center (NCDC), State of the Climate, National Overview, October 2009: * The average October temperature of 50.8°F was 4.0°F below the 20th Century average and ranked as the 3rd coolest based on preliminary data. ' (s. http://wattsupwiththat.com/)

- " Eis auf dem Kilimandscharo - wie lange noch?
Die Eisfelder auf dem Kilimandscharo, Afrikas höchstem Berg, schmelzen in rasantem Tempo weiter. Von 1912 bis 2000 hatten sich die Flächen des ... " FAZ 11.11.09. Da hat Lonnie Thompsen aus Ohio (State Uni. Col.) wohl nicht gelesen, was die Glaziologen der Universität Innsbruck um Georg Kaser und Thomas Mölg sowie der University of Massachusetts (s.u.) schrieben. Daß die Leute aus Ohio als Hinterwäldler gelten, ist natürlich eine bösartige Verleumdung. Aber Hand aufs Herz: Hat Lonnie aus Ohio wohl davon gehört, daß die Römer in Sandalen über die eisfreien Alpen (Hannibals Elefanten waren sogar barfuß!) marschierten? Die fanden das sogar prima. Warm fanden die gut. Finde ich auch. Was kümmert den Waldschrat aus Ohio das Eis auf dem Kilimandscharo?

- Schnee auf dem Kilimandscharo
Fälschlicherweise wird das Kilimandscharo-Massiv mit dem höchsten afrikanischen Gipfel - dem 5895 Meter hohen Kibo - immer wieder als Zeugnis der Klimaerwärmung herangezogen. Tatsächlich sind die Gletscher zwar schon massiv geschmolzen. Doch die extrem schneereichen Monate dieses Winters haben die Glaziologen der Universität Innsbruck um Georg Kaser und Thomas Mölg sowie der University of Massachusetts in ihrer Überzeugung bestärkt, dass der Gletscherschwund des Kilimandscharo wenig mit der Temperatur, viel hingegen mit dem Niederschlag zu tun hat. Um bis zu achtzig Zentimeter seien die Eisschilde auf dem Vulkanmassiv allein in diesem Winter gewachsen. Für die Forscher, für die das Durchkommen zu den Wetterstationen auf den Plateaus diesmal besonders schwierig war, ist das ein weiteres Indiz dafür, dass das vor einigen Monaten noch anlässlich der Klimakonferenz von Nairobi propagierte totale Verschwinden der Gletscher innerhalb der nächsten zwanzig Jahre wohl voreilig war. Das sei ein längerfristiger Prozess. Zuletzt haben die Forscher in den "Geophysical Research Letters" (doi:10.1029/2006GL027084) deutlich gemacht, dass schon der besonders starke Rückzug der Kilimandscharo-Gletscher vor etwa hundert Jahren vermutlich von einer plötzlichen Veränderung atmosphärischer Strömungen verursacht wurde, die dazu geführt hatte, dass weniger feuchte Luft aus dem Indischen Ozean das tropische Ostafrika erreichte. Zunehmende Trockenheit beobachten die Forscher auch in jüngster Zeit. Die Temperatur spiele beim Verschwinden der tropischen Gletscher auf dem Weltnaturerbe eine "klar untergeordnete Rolle". FAZ 23.4.07, S. 34

- ' "Unsere Kernkraftwerke sind noch nicht am Ende ihrer Laufzeit"
Die neue Bundesregierung denkt darüber nach, die Laufzeiten von Atomkraftwerken zu verlängern. Den Energiekonzern RWE würde das freuen, auch ... in den USA mit 80 Jahren und in den Niederlanden mit 60 Jahren operiert werde ... ' 28.4.09 FAZ

- Th. Mann: "... nannte voller Stolz Adorno. Die Stirn des Olympiers umwölkte sich. Katja Mann rettete die Situation, indem sie schnell sagte: ' Tommy, das ist doch der unmögliche Mensch, der glaubt, er habe den DOKTOR FAUSTUS geschrieben!' " Udo Kollatz, Bonn, LB FAZ 5.11.09

- Das islamische Recht. Geschichte und Gegenwart, Mathias Rohe: C. H. Beck, München 2009. XV und 606 S., Fr. 64.90.
7.11.2009, Neue Zürcher Zeitung; Rez. Tilman Nagel: "
Lohn und Strafe im Diesseits und im Jenseits
Mathias Rohe über Geschichte und Gegenwart des islamischen Rechts
⋅ Im klassischen islamischen Recht beendet der Ehemann die Ehe durch Verstossung seiner Ehefrau; Gründe braucht er nicht zu nennen. ... Zu dem Problem, wie man sich angesichts der von muslimischen Verbandsfunktionären erhobenen Forderung nach einer extensiv ausgelegten Religionsfreiheit und infolgedessen nach einem zunehmend an den Normen des Islams ausgerichteten Alltag der eingewanderten Muslime verhalten soll, äussert sich der Verfasser mehrdeutig: Einerseits müsse man den säkularen Charakter des Staates wahren, andererseits solle man ein privates muslimisches Schiedswesen dulden, sofern sich keine Rechtsspaltung abzeichne.
Damit sind wir bei dem schwerwiegenden methodischen Mangel des Buches angelangt. Zu den elementaren Grundlagen des islamischen Rechtssystems gehört eine fünf Stufen umfassende Reihung von Bewertungen einer Handlung: «Notwendig» bzw. «Pflicht» ist eine Handlung, deren Unterlassung Strafen einträgt; «empfehlenswert» ist eine Handlung, deren Vollzug Lohn, deren Unterlassung aber keine Strafen nach sich zieht; «erlaubt» sind mit Bezug auf Lohn oder Strafe neutrale Handlungen; «zu missbilligen» ist, was zu unterlassen keinen Lohn, zu begehen aber eine Strafe zur Folge hat; «verboten» (haram) schliesslich sind Handlungen, deren Unterlassung keinen Lohn, deren Vollzug aber eine Strafe zur Folge hat. Diese sogenannten «fünf Bewertungen» meinen Lohn oder Strafe sowohl im Diesseits als auch im Jenseits. ... Nach wie vor wird am Doppelcharakter dieses Rechtssystems festgehalten: Es regelt die diesseitigen Lebensverhältnisse im Hinblick auf das, was dem Menschen im Jenseits bevorsteht.
Der Transzendenzbezug des islamischen Rechts wird von modernen muslimischen Sachkennern sogar ausdrücklich hervorgehoben; er sei ein unschätzbarer Vorzug vor den «trockenen» Rechtssystemen der als materialistisch abgestempelten westlichen Rechtssysteme und daher geeignet, deren angebliche und tatsächliche Mängel zu beheben. – Was mag Mathias Rohe auf seinen Irrweg gedrängt haben? "

/// Diese stellt sich bei vielen westlichen Orientalisten immer wieder, noch mehr bei ungebildeten Politikern, die nie den Koran gelesen haben. Bei Orientalisten ist es oft eine Pfadabhängigkeit: aus Pubertätsprotest, Abenteuerlust und Faszinosum am Fremden studierten sie das Fach und konnten nie eine wissenschaftliche Distanz zu dessen Gegenständen aufbauen; wie kindliche Annemarie Schimmel blieben sie zeitlebens blind für die Realitäten des Orients und des Islams. Bei Politikern scheint es, wie bei dem Kölner Lateinlehrer und Bürgermeister, eine kindische Toleranzattitüde zu sein.

- - In Somalia wurde dieser Tage ein "Ehebrecher" nach der Scharia zur Steinigung verurteilt und auf diese bestialische Weise ermordet; die gleiche Todesfolter wurde von den islamischen "Richtern" für die schwangere "Ehebrecherin" angeordnet, der Vollzug des islamischen Mordes aber bis nach der Geburt des Kindes ausgesetzt.

Mittwoch, 11. November 2009

Verbitterungsstörung, Aggression, Brandstifter



Triumvirat - Blaumeisen turnen sich nach der 4°C kühlen Nacht im Gesträuch munter und warm.

- Verbitterungsstörung: " Als die Bitterkeit ihre Unschuld verlor
Auch für Privatdozenten: Weisheit auf Rezept - die posttraumatische Verbitterungsstörung
Wer Auskunft über die Mentalität einer Epoche haben möchte, hat in den jährlich erneuerten Krankheitsindizes, ihnen voran dem "Index of statistical classification disease" (ICD), keine schlechte Quelle. Von dem, was eine Zeit von der Normalität ausschließt und als krankhaft bestimmt, lässt sich auf ihren von klinischen Begriffen umrandeten Common Sense schließen. Dass dieser Index in seinem psychopathologischen Register in ständiger Ausweitung ist, deutet nicht nur auf die Vermehrung psychischer Leiden hin, es rückt auch eine breite semantische Drift zur Pathologisierung "negativer" Gefühle ins Blickfeld. So wie es die westliche Welt mit einer bestimmten Form der Fröhlichkeit hält, so neigt sie dazu, jede Gefühlsregung, in der sich nicht der satte Lebensdrang klar ersichtlich kundtut, unter Verdacht zu stellen und in den Bereich des Krankhaften zu verschieben. ... Die posttraumatische Verbitterungsstörung ist eine deutsche Erfindung, mit ihr hat die Wiedervereinigung eine Spur im Krankheitsregister hinterlassen. Die Schwelle zur terminologischen Benennung überschritt sie in den Wendejahren, als der Psychologe Michael Linden von der Berliner Charité ein Anwachsen von zornigen und desillusionierten Patienten beobachtete. Es war die typische Art der Verbitterung, wie sie nach sozialen Umwälzungen häufig auftritt, wenn Felle neu verteilt und Hoffnungen enttäuscht worden sind. Linden sah darin ein Phänomen, das ihm über die Gruppe der Wendeverlierer hinaus zur klinischen Diagnose taugte. Bitterkeit ist auch ein Gefühl, das unter Wirtschaftskrisenverlierern Konjunktur haben dürfte. Oder unter Privatdozenten, die eine ganze Lebensplanung auf etwas hin ausrichten, das dann eventuell nicht geschieht. In jedem dieser Fälle zeigt Bitterkeit an, dass ein normativer Anspruch an die Wirklichkeit nicht zum Ausgleich kommt. ... Darauf deutet hin, dass Linden vor allem Leute mit einem festen Wertesystem als klinisch anfällig betrachtet. Die weltanschauliche Norm seiner Therapie ist ein wertflexibler Typus, der Verbitterte erscheint vor allem als Unbelehrbarer, der seinen Eigensinn bis zum Starrsinn pflegt." FAZ 4.11.
/// Wem fielen denn da nicht gleich Don Quichote und Michael Kohlhaas ein? Karl Marx und Stalin? Und der junge Deutschrusse, der gerade wegen Messermordes vor Gericht steht? Männer mit Prinzipien sind immer problematisch, da die Realität um ein tausendfaches komplexer ist als jede Prinzipien- und Werteordnung sein kann.

- Aggression: "Übertrieben aggressives Verhalten beim Menschen scheint in vielen Fällen mit Funktionsdefiziten des Frontallappens bzw. des orbitofrontalen Cortex zusammenzuhängen. Dieser dient normalerweise als Kontrollinstanz starker und impulsiver Emotionen und Verhaltensweisen; bei Personen mit starken Aggressionen ist seine Funktion auffällig oft gestört oder fällt u.U. ganz aus. Dadurch können negative Gefühle nicht mehr kontrolliert werden und führen zu übertriebener Gewalt. Auch ein Serotononmangel im Gehirn kann für Aggression verantwortlich sein: manche Personen mit übertriebenen Gewaltausbrüchen haben einen Gendefekt, der bewirkt, daß zu wenig Serotonin gebildet wird. Viele Gehirnbereiche, die Stimmungen und Emotionen kontrollieren, enthalten serotoninerge Nervenzellen; ein erniedrigter Serotoninspiegel verhindert deren korrekte Funktion. " Lex. d. Neurowiss. Bd. 4

- " Der Feuerwehrmann als Serien-Brandstifter
Drei Jahre Freiheitsstrafe und ambulante Massnahme für jungen Schweizer
Ein an der "Goldküste" (Zürichseeufer) wohnhafter junger Schweizer, Mitglied der Feuerwehr und des Schützenvereins, hat mehrere Brände gelegt: aus Langeweile und Frust.
brh. ⋅ Wollte man den typischen, gutbürgerlich-schweizerischen Lebenslauf eines jungen Mannes skizzieren, der in ländlicher Umgebung aufwächst, dann könnte das Bild so aussehen: wohnhaft an der Zürcher Goldküste, Sohn einer intakten Familie, Schulzeit mit mittelprächtigen Leistungen beendet, Lehre als Lastwagenchauffeur, zuverlässiger Angestellter bei der Lehrfirma, Mitglied im Schützenverein und in der freiwilligen Feuerwehr, gesellige Feierabend-Treffen mit den Kollegen in der Dorfbeiz. Dann hört die Normalität aber plötzlich auf, weil der Mann anfängt, Brände zu legen. Am Freitag ist er vom Bezirksgericht Meilen wegen mehrfacher Brandstiftung zu drei Jahren Freiheitsstrafe und einer ambulanten Massnahme verurteilt worden.
Der Schweizer hatte 2007 als Zwanzigjähriger in Meilen innerhalb eines Monats fünf Brände gelegt. ... " NZZ 7.11.09

- Schillers Geburtstag: Auch Schiller ist ein gutes Beispiel dafür, daß der Verstand erst mit den Jahren kommt, mit dem WALLENSTEIN und dem TELL .

Dienstag, 10. November 2009

Temperaturrückgang



Figure: United States annual average temperature, 1895-1997 (data source: National Climate Data Center).

- Nobelpreis schützt vor Narrheit nicht: 1972 sagten sie das Versiegen des Öls für das Jahr 2000 voraus, heute können sie kein Thermometer ablesen. "Klima-Appell der Nobelpreisträger.
jom. FRANKFURT, 9. November. 60 Nobelpreisträger haben ebenso wie Persönlichkeiten aus Politik, Religion und Wirtschaft ein Klimaschutz-Memorandum unterzeichnet. ... Zu den Unterzeichnern zählen Michail Gorbatschow, der Dalai Lama, Mohammed El Baradei, die Schriftsteller Doris Lessing und John Cotzee sowie auf deutscher Seite Medizinnobelpreisträger Harald zur Hausen und Physik-Laureat Gerhard Ertl. Sie alle fordern, der nächste Klimavertrag müsse "dem Ausmaß und der Dringlichkeit der sich bereits heute abzeichnenden sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Krisen gerecht werden". Wesentlich beteiligt an der Ausarbeitung des Memorandums war das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung." FAZ

- Temperaturrückgang: ' 2009 shaping up to be a “normal” temperature year in the USA. 9 11 2009
While we find cooling trends now in RSS and UAH global data from 2002, the US contiguous temperature record for 2009 seems to be returning to very near the normal baseline for temperature in the last century.
From World Climate Report: Another Normal Year for U.S. Temperatures?

Early last January, when the final 2008 numbers were in for the U.S. annual average temperature, we ran an article titled “U.S. Temperatures 2008: Back to the Future?” in which we noted that “The temperature in 2008 dropped back down to the range that characterized most of the 20th century.”

2009 seems to be following in 2008’s footsteps. ... ' (http://wattsupwiththat.com/)

- Gretchenfrage: Kann ich mein Leben selbst gestalten? Ohne Gesetzesflut, ohne extreme Steuern und tausend zusätzliche Zwangsabgaben? Das ist heute die Gretchenfrage. Die Diktatur der kommunistischen Kerkermeister und Mauermörder hat ihr verdientes Ende gefunden - wunderbar! Aber der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch - SED-PDS-Linke fordern eine neue Planwirtschaft, zu der immer eine wohlstandsvernichtende und den einzelnen Menschen verachtende Diktatur gehört.

- Mauer der Gegenwart: Gefesselt durch Abgaben und eingemauert durch Steuern soll der deutsche Michel wenigstens seinen Spaß haben beim Mauerfallspektakel, wo sich Schranzen wie Sarkozy und Medwedjew auf seine, des Steuerzahlers Kosten, produzieren.

- Glückliche Schweiz: Arbeitslosenquote steigt auf 4% (5% gelten als Vollbeschäftigung); US-Arbeitslosenquote jetzt 10,2% .