Donnerstag, 21. Januar 2010

Wissenschaft als Erlösungsvoodoo




Ein kurzzeitiger Lichtblick nach Nachtfrost - immer mehr Finken lassen sich immer länger hören

Why Hasn’t Earth Warmed as Much as Expected?
Image: Dr. Roy Spencer / www.drroyspencer.com/library/pics/PDO-and-20th-Century-warming-Fig01.jpg



- Wissenschaft als Erlösungsvoodoo: ' In einem Abschnitt des letzten, 2007 vorgelegten Berichtes des Weltklimarates IPCC ist nun ein ganz eklatanter Fall von Schlamperei ans Licht gekommen. Dort heißt es im Bericht der Arbeitsgruppe II, im zehnten Kapitel, Seite 493: „Die Gletscher des Himalaja ziehen sich schneller zurück als in irgendeinem anderen Teil der Welt und wenn die gegenwärtige Rückzugsrate anhält, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie im Jahr 2035 verschwunden sind, wenn die Erde sich mit der gegenwärtigen Rate erwärmt“. ... Es ist ein Bericht des World Wildlife Fund aus dem Jahr 2005, in dem eine Äußerung eines indischen Glaziologen gegenüber dem Wissenschaftsmagazin New Scientist wiedergegeben wurde. ..." FAZ/Rauchh. 21.1.10

Redakteur Rauchhaupt versucht zu retten, was für den IPCC zu retten ist, aber leider hat er in der Vergangenheit nicht darüber berichtet, daß vielfach Berichte von Geologen und Glaziologen darauf hingewiesen haben, daß Gletscher schon immer schrumpften und wieder wuchsen, daß sogar beides in einer Region zugleich vorkommen kann.
„ Neue Studie ruft Zweifel an der Ursache für Gletscherschmelze im Himalaya hervor.
Wettervariationen, nicht globale Erwärmung lassen Himalaya-Gletscher schmelzen ... die Geologen R K Ganjoo and M N Koul of Jammu University’s Regional Centre for Field Operations and Research of Himalayan Glaciology besuchten den Siachen Gletscher, um Veränderungen im Zungenbereich aufzunehmen. ‚ Zu unserer Überraschung konnten wir im Siachengletschertal keine Gletscherfunde bergen, die älter als etwa 6000 Jahre (Mitte Neo-Warmzeit) waren, mithin müßte der Gletscher mehrmals in der geologischen Vergangenheit gewachsen und geschrumpft sein, was offenbar ältere Evidenzen völlig getilgt und modifiziert hat,’ kommentierten sie ihre Ergebnisse in „Current Science“ .
The Hindu, 9 August 2009 / 10.8.09 auf: http://wattsupwiththat.com/?s=himalaya+

Oder: „ Indien tritt Klima-Alarmismus entgegen“ Umweltminister greift haltloses Geschrei über schmelzende Himalaya-Gletscher an. 24.7.09 www.ft.com/cms/s/0/c2896b88-77bd-11de-9713-00144feabdc0.html
Oder: „ Studie: Gletscher überstanden vor 9000 Jahren höhere Temperaturen als heute. BYU professor Summer Rupper neueste Studie enthält Einzelheiten, warum eine Gruppe von Himalaya-Gletschern wuchs trotz einer signifikanten Temperaturerhöhung. ...“ BYU news / wattsupwiththat.com/?s=himalaya+

Dies sind nur 3 Beispiele von nur einem Klimarealisten-Blog. Man muß sie nur lesen. Und darüber berichten, Herr Rauchhaupt. Vielleicht könnte man sagen, daß in der IPCC-Arbeitsgruppe I Wissenschaft und Voodoo bunt gemischt auftreten, in der Gruppe II aber Kaffeesatzleserei und Voodoo dominieren.

- " Brookhaven National Laboratory: Why Hasn’t Earth Warmed as Much as Expected?
19 01 2010
From the BNL press release, some serious questions about climate sensitivity and aerosols.
January 19, 2010 UPTON, NY – Planet Earth has warmed much less than expected during the industrial era based on current best estimates of Earth’s “climate sensitivity”—the amount of global temperature increase expected in response to a given rise in atmospheric concentrations of carbon dioxide (CO2). In a study to be published in the Journal of Climate, a publication of the American Meteorological Society (the early online release of the paper is available starting 19 January 2010; the link is given below), Stephen Schwartz, of Brookhaven National Laboratory, and colleagues examine the reasons for this discrepancy. ..." WUWT (http://wattsupwiththat.com/)

Mittwoch, 20. Januar 2010

Klimadatenkreativität, "betriebsratsverseucht"



- Climategate als Buch: Der muntere Emailverkehr ('Versteck den Rückgang!' / "Hide the Decline!") der Klimaforschungsabteilung (Climate Research Unit) an der Universität von East Anglia / CRUtape Letters now online at Amazon.com , Steven Mosher (Author), Thomas W. Fuller (Author)

- Die BBC will sich vom Britischen Wetterdienst MetOffice trennen - die Meteospinner hatten einen warmen, trockenen Sommer vorhergesagt: es gab Dauerregen; den kalten, schneereichen Winter derzeit kündigten sie als 'mild' an.

- "Betriebsratsverseucht":
Ob die meinungsstarken Sprachwissenschaftler, die "betriebsratsverseucht" zum 'Unwort des Jahres' erklärt haben, je einen Betrieb von innen gesehen haben?
Als IG-Metall-Karteileiche darf ich vielleicht ein paar Anmerkungen machen. Wie kam ich in die IG Metall? Das hatte mit dem Betriebsrat der damaligen Deutschen Edelstahlwerke zu tun. Bei meiner Einstellung bekam ich einen Laufzettel mit etwa 5 Stellen im Werk, die alle zu unterschreiben hatten, darunter auch der Betriebsrat. Entlassungen und Einstellungen waren zustimmungspflichtig durch den Betriebsrat. Im großen Betriebsratsbüro interessierte sich zunächst niemand für mich, dann aber doch, jedoch nicht für meine Einstellung, sondern für meinen Eintritt in die IG Metall. Das sei ein ordentlicher Betrieb, alle seien in der Gewerkschaft. Ich war gar nicht abgeneigt einzutreten, fand aber die Reihenfolge: erst Eintritt, dann Einstellungsunterschrift umkehrungswürdig. Der Kollege hatte da aber feste Vorstellungen, und so wurde ich zuerst Gewerkschaftsmitglied und bekam zur Belohnung die Einstellungsunterschrift des Betriebsrates (damals 5 freigestellte Mitglieder!). Das war mein erster Betriebsratskontakt, und er blieb auch der einzige. "Betriebsratsverseucht?" "Gewerkschaftsverseucht?"
Das Erlebnis macht deutlich, daß sich der Betriebsrat als Gewerkschaftsorgan verstand, als Brückenkopf der IG Metall im Betrieb. Nicht als Organ der Arbeiter und Angestellten des Unternehmens. Nebenbei empfand er sich sicher auch als solcher, aber nur über die Gewerkschaftsschiene, denn die Gewerkschaft wußte und weiß am besten, was für die Arbeitnehmer gut ist, davon ist sie überzeugt, und ihre Mitglieder als Betriebsräte handelten und handeln in diesem Sinne.- Daher können Gewerkschaftsbetriebsräte, die von außen, von der Bezirksleitung der IG Metall gelenkt werden, ganz schön lästig werden für die laufenden Geschäfte des Betriebs, der seine Kunden bedienen muß. Deswegen sind die Personalvorstände der Unternehmen bemüht, die Gewerkschaftsbetriebsräte gnädig zu stimmen und bei Laune zu halten.
Bei VW, bei dem die IG Metall sogar einen Haustarifvertrag durchsetzen konnte, wissen wir inzwischen, wie weit das ging: der gewerkschaftliche Betriebsratsboß Klaus Volkert nahm, was er kriegen konnte, und das reichte für eine Verurteilung zu zwei Jahren und neun Monaten Haft ohne Bewährung.
Denkbar wäre also auch für nächstes Jahr das Wort 'lustverseuchter Betriebsrat'.
Oder sollte man mit Sextus Empiricus meinen, die Sprachwissenschaft solle sich nicht "mit ihrem Anspruch aufblasen"? (S. E., Gegen die Wissenschaftler, Buch 1: Gegen die Sprachwissenschaftler, 1/54)

- Geschlechtshormone . Anabolisierte "DDR"-Sportlerin Uibl verstarb mit 48 Jahren: das widerspricht nicht der Beobachtung der Mediziner, daß Geschlechtshormone gegengeschlechtlich gefäßschädigend sind. Oder: Männliche Frauen, weibliche Männer haben mehr Infarkte.

Dienstag, 19. Januar 2010

Steuerfragen, Steuerdschungel, Spenden



4°C

- Der Baron von Finck hat nicht nur eine Million, er verschenkt sie auch noch, statt sie auf Mallorca zu verjucken! Da hätte man sie ihm doch gleich wegnehmen können! Nach Logik der SPD.
Sein Vater August von Finck war auch so eine komische Type: fuhr im VW Käfer herum, statt im schönen Mercedes wie ein Fußballer.

- 7% Mehrwertsteuer, reduziert, für Bücherblödsinn wie Harry Potter, die Autorin verdient sich dämlich und dusselig. So dusselig wie Kreisverkehrfahrer Schumacher? Keine Ahnung, jedenfalls spendet der der FDP nichts, so dämlich ist er nicht, er geht ja ohnehin nicht wählen, sagt er. Sollte man der Formel 1 nicht auch den Harry-Potter-Steuersatz einräumen? Oder wegen noch größerer Dusseligkeit auf 0% senken wie bei der Flugbenzinsteuer?

- Fragen über Fragen, Steuerfragen, Steuerdschungel, jährlich treffen sich die Steuerberater, um Schneisen in das Dickicht zu schlagen, vergebens; jedenfalls beschäftigen sie das inländische Hotelpersonal, ab jetzt zum Harry-Potter-Steuersatz, und vielleicht liest ja eine wie Merkel mal einen Appell der Steuerberater, das Steuersystem radikal zu vereinfachen. Fromme Hoffnung. Den großen Steuerreformer Paul Kirchhof, den bekannten "Professor aus Heidelberg", wie Schröder ihn nannte, hat Merkel auf Schröders Initiative hin fallen gelassen und stattdessen lieber mit SPD-Steinmeier die größte Steuererhöhung der bisherigen deutschen Geschichte durchgeführt: den Mehrwertsteuersatz auf 19% erhöht!

Montag, 18. Januar 2010

Walter Eucken, links, rechts, liberal oder konservativ?



Der Mann hat ja nicht einmal einen Ohrring

- Keynes, Eucken, Stiglitz und Starbatty: "Weiter hätten wir 2009 gelernt, schreibt Stiglitz, dass keynesianische Politik funktioniere. Die alte Orthodoxie wolle, dass man rezessionsbedingte Defizite senken müsse – durch Steuererhöhungen oder Kürzungen der Ausgaben –, um das Vertrauen wiederherzustellen. Aber kennt Stiglitz tatsächlich namhafte Ökonomen, die die Wirkung der automatischen Budgetstabilisatoren außer Kraft setzen wollen? Es geht um etwas anderes: Ist massives „deficit spending“, so wie es die Vereinigten Staaten und Großbritannien betreiben, konjunkturell hilfreich, oder überwiegen die schädlichen Nebenwirkungen – zum Beispiel bei unmittelbarer Finanzierung der Defizite über die Notenpresse? Japan betreibt seit 1991 die von Stiglitz befürwortete Defizitpolitik. Konjunkturpaket um Konjunkturpaket ergoss sich über das Land, ohne dass sich die japanische Wirtschaft nachhaltig erholt hätte; stattdessen ist dort die Staatsverschuldung explodiert – von 60 auf inzwischen 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Bei Schieflagen von Banken und Unternehmen ist keynesianische Politik wenig hilfreich; hierfür ist sie von Keynes auch nicht konzipiert worden. ..." Starbatty, FAZ 17.1.10

- Walter Eucken, links, rechts, liberal oder konservativ? " "Ob wenig oder mehr Staatstätigkeit – diese Frage geht am wesentlichen vorbei. Es handelt sich nicht um ein quantitatives, sondern um ein qualitatives Problem. Der Staat soll weder den Wirtschaftsprozess zu steuern versuchen, noch die Wirtschaft sich selbst überlassen: Staatliche Planung der Formen – ja; staatliche Planung und Lenkung des Wirtschaftsprozesses – nein. Den Unterschied von Form und Prozess erkennen und danach handeln, das ist wesentlich. Nur so kann das Ziel erreicht werden, dass nicht eine kleine Minderheit, sondern alle Bürger über den Preismechanismus die Wirtschaft lenken können. Die einzige Wirtschaftsordnung, in der dies möglich ist, ist die des 'vollständigen Wettbewerbs'. Sie ist nur realisierbar, wenn allen Marktteilnehmern die Möglichkeit genommen wird, die Spielregeln des Marktes zu verändern. Der Staat muss deshalb durch einen entsprechenden Rechtsrahmen die Marktform – d. h. die Spielregeln, in denen gewirtschaftet wird, – vorgeben."
Vorwort für den ersten Band des Jahrbuchs ORDO (Wiki.)

Der Staat soll den Rahmen setzen - dem stimmen von links bis konservativ alle zu. Bei der "staatlichen Planung und Lenkung des Wirtschaftsprozesses" aber scheiden sich die Geister. Linke und Rechte wollen viel staatliche Einmischung, am meisten die Linken als Kommunisten, deswegen der völlige Zusammenbruch der kommunistischen Länder, aber auch die Unbeweglichkeit von rechten Gilden- und Zunftordnungen, die keine Gewerbefreiheit zulassen oder sie beschneiden. Beim Preismechanismus, bei dem die Kunden lenken, indem sie sich die Preise, Güter und Anbieter ohne staatliche Preisfestsetzungen und ohne unternehmerische Preisabsprachen aussuchen können, stimmen nur noch die Liberalen zu. Linke und Rechte haben die Vorstellung von "gerechten" Preisen, die sich bei den Rechten meist von den Produzenten herleitet, die ein bestimmtes Einkommen erzielen wollen (anschaulich derzeit der Milchpreis), während die Linken stets der Meinung sind, daß die "Kapitalisten", also die Anbieter, die Unternehmer, zuviel verdienen. Staatliche Preisdrückerei führt dann zu Verschleuderung und Knappheit, Beispiele im Sozialismus, wo sie besonders drastisch auftraten: Verbilligtes Brot wurde vermehrt in der Schweinemast eingesetzt, Kinderkleidung zu Schleuderpreisen wurde von Ausländern auf der Durchreise massenhaft eingekauft und ausgeführt, gedrückte Mieten führten zur extremem Wohnungsmangel etc. Eucken gilt denn auch als Liberaler, als Ordo-Liberaler, der den vom Staat gesetzten Ordnungsrahmen bejaht. Er kann deswegen durchaus auch als konservativer Liberaler betrachtet werden, weil die Ordnungsmacht des Staates "konserviert", also erhalten werden soll. Da auch der Markt, der Ort, an dem sich die Kunden und die Anbieter treffen, eine lange Tradition hat, eine noch längere als der Staat selbst, ist das Eintreten für die Marktwirtschaft ebenfalls konservativ. Nur wenn der möglichst freie Austausch zwischen Anbietern und Kunden erhalten wird, kann der Wettbewerb zwischen den Anbietern, den der Kunde über den Preis steuert, für billige Güter sorgen. Der Erhalt des Marktes setzt gleichzeitig Qualitäts- und Preisbeweglichkeit frei - das wahre Ei des Kolumbus.

- Man sehnt sich nach Parteigründern wie Roman Herzog und Paul Kirchhof.

- Koselleck : Ein bislang unveröffentlichtes Gespräch aus dem Nachlass von Reinhart Koselleck "Über Krisenerfahrungen und Kritik." 13.1.10 FAZ . Sehr lesenswert.

Sonntag, 17. Januar 2010

Weimarer Demokratie 1918/19, Beginn im Chaos



Noch einmal 10 cm Schnee, die das Tauwetter aber nicht aufhalten, 0-3°C

- Weimarer Demokratie, Beginn im Chaos: Kat Menschik setzt in ihrem "Variablen Kalendarium" vom 15.1.10 FAZ zwei unschuldig blickende Figuren ins Zentrum, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, blicken wir kurz zurück :

"Die Nationalversammlung ist ein überlebtes Erbstück bürgerlicher Revolutionen, eine Hülse ohne Inhalt, ein Requisit aus den Zeiten kleinbürgerlicher Illusionen vom ,einigen Volk'. Wer heute zur Nationalversammlung greift, . . . ist ein verkappter Agent der Bourgeoisie oder ein unbewusster Ideologe des Kleinbürgertums . . . Keine Ausflüchte, keine Zweideutigkeiten - die Würfel müssen fallen. Der parlamentarische Kretinismus war gestern eine Schwäche, ist heute eine Zweideutigkeit, wird morgen ein Verrat am Sozialismus sein."
Luxemburg am 20. November 1918 in "Die Rote Fahne" über die Nationalversammlung in Weimar .
" In diesem letzten Klassenkampf der Weltgeschichte um die höchsten Ziele der Menschheit gilt dem Feinde das Wort: Daumen aufs Auge und Knie auf die Brust! "
Rosa Luxemburg , Politische Schriften , Leipzig 1970, S. 425 ( die letzten Zeilen des von ihr verfaßten PROGRAMMS DER KOMMUNISTISCHEN PARTEI DEUTSCHLANDS / Spartakusbund, angenommen auf dem Gründungsparteitag der KPD am 31.12.1918, ihr Vermächtnis ) Die Spartakus-Schießerei zeigte, was gemeint war.

- Weimarer Demokratie, Beginn im Chaos: " So geht es aber in Krisenzeiten niemals zu, daß eine Vorstellung von der Sache, wie jene Friedrich Eberts, sich ohne Widerstände durchsetzen und ebenso sauber und recht, wie sie gemeint war, verwirklicht werden könnte. ... Die Generale wollten im Augenblick ungefähr das, was Ebert wollte. Die extreme Linke wollte etwas anderes. Sie glaubte, daß die Revolution weitergetrieben werden müßte und, wie das russische Beispiel lehrte, auch weitergetrieben werden könnte, bis zum Kommunismus. So wie Lenin folgte auf Kerensky, so mußte auf Ebert Karl Liebknecht folgen. ... Ebert und seinen Freunden mißfielen diese Argumente. Sie glaubten gute Arbeit für das Volk zu tun. Der Achtstundentag, lange ein Ziel der Gewerkschaften, wurde überall im Reich eingeführt, ein System der Erwerbslosenunterstützung errichtet, für die Wiedereinstellung der Demobilisierten, so gut es ging, Sorge getragen, Tarifverträgen zwischen Gewerkschaften und Unternehmerverband eine für den betreffenden Industriezweig bindende Gültigkeit beigelegt. ... Waren das nicht nützliche Reformen, soziale und demokratische Neuerungen? Wurden sie nicht durchgeführt unter denkbar schwierigen, gefährlichen Umständen, während es gleichzeitig galt, die fürchterlichen Waffenstillstandsbedingungen zu erfüllen, die Truppen über den Rhein zu bringen und aufzulösen, Lokomotiven, Güterwagen, Maschinen, Vieh, Schiffe, Gold abzuliefern? ... Die Anwendung von Gewalt war in der Situation dieses düsteren Winters und Frühlings unvermeidlich; die Kommunisten, die zu Lenin als ihrem Vorbild aufblickten, durften sich kaum über sie beklagen. " Golo Mann, Deutsche Geschichte, S. 652 ff.

- Golding, einmal Zivilisation und zurück, jetzt auch als Hörbuch: " Auf dieser Insel ist niemand ohne Schuld
Im Jahr 1954 sorgte ein englischer Erstlingsroman für Aufsehen. Zwei Jahre später lag er in deutscher Übersetzung vor. Inzwischen erlebt die Taschenbuchauflage von William Goldings "Herr der Fliegen" allein bei uns seine fünfzigste Auflage. ..." FAZ 15.1.09